

Ma Jian
Peking Koma. Roman
Rowohlt Verlag, Reinbek 2009
Aus dem Englischen von Susanne Höbel. Der Sommer 1989 wird in "Peking Koma" zum neuralgischen Punkt der Entwicklung eines Landes, das unter dem Zeichen der Befreiung jahrzehntelang von Mao Tsetung mit mörderischen Kampagnen überzogen wurde und das bis heute keinen Weg gefunden hat, mit seinen Hinterlassenschaften und den Verwüstungen in den Seelen der Menschen umzugehen. Protagonist und Erzähler ist Dai Wei, 23, Student der Molekularbiologie an der Pekinger Universität, der seine Doktorarbeit vorbereitet. So etwas wie Privatsphäre ist praktisch unbekannt, in den engen Wohnungen der Familien und erst recht in den Studentenwohnheimen auf dem Campus. Alles, was geschieht, findet vor aller Augen statt, Diskussionen, Liebesbeziehungen, alles Persönliche. Auch das trägt dazu bei, dass das Brodeln immer stärker wird. Als die Panzer den Protesten auf dem Tiananmen-Platz ein blutiges Ende bereiten, wird Dai Wei von einer Kugel lebensgefährlich am Kopf verletzt und liegt ab da im Koma. Bei wachem Geist eingesperrt in einen bewegungsunfähigen, tot wirkenden Körper, erinnert er sich...