Liberal und unabhängig. Gerd Bucerius und seine Zeit

C.H. Beck Verlag, München 2000
1906 geboren, erlebte Bucerius das Scheitern der Weimarer Republik und die Zerstörung der bürgerlichen Freiheiten im Dritten Reich. Der mit einer Jüdin verheiratete Anwalt trat mutig für die Rechte Verfolgter ein. Diese Erfahrungen machten ihn als Politiker, Verleger und Publizisten zum aktiven Gestalter und zugleich wachsamen Kritiker des politischen Neubeginns nach 1945. Der CDU-Abgeordnete, ab 1949 im Bundestag, wurde vom Bewunderer zum schärfsten Kritiker Adenauers, blieb jedoch ein Anhänger Ludwig Erhards. Als er seine Unabhängigkeit als Verleger in Frage gestellt sah, legte er 1962 sein Abgeordnetenmandat nieder und verließ die CDU. Der Verleger formte nun die von im 1946 mitbegründete Wochenzeitung "Die Zeit" wie auch das 1951 erworbene Magazin "Stern" zu Instanzen einen unabhängig-kritischen Journalismus.

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