Carmenoxid. Erzählung

Frankfurter Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1999
Aus dem chilenischen Spanischen von Thomas Brovot. Das Mädchen Carmen hat wildschwarze Augen und fiebernde Gedanken. Ihre verstorbene Mutter sei Tänzerin und Spionin gewesen, meint sie stolz, während die anderen im Haus etwas von einem "dunkelhäutigen Flittchen" murmeln. Aus der zweiten Ehe ihres Vaters Alejandro mit einer mondänen Frau stammt ihr Halbbruder, der Erzähler der Geschichte. Auch der lebt nun - nach der Trennung der Eltern - im Haus der energischen Großmutter, zusammen mit der Tante Malva. Sowohl Carmen als auch ihr Bruder ertragen nur schwer die Herrschaft der beiden Frauen. Die ewig eifersüchtige Tante Malva ist für sie ein Ekel, sie hätschelt und bevorzugt ohnehin nur ihren eigenen Sohn. Der Erzähler langweilt sich in seiner Trauer, Carmen ist "nach Hexe zumute": Die beiden, alleingelassen und abgeschoben, entdecken Affinitäten und - zum allgemeinen Entsetzen - finden sie sich, zunächst in aller Unschuld.

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