

Ibrahim al-Koni
Die verheißene Stadt. Roman aus der Sahara
Lenos Verlag, Basel 2006
Aus dem Arabischen von Hartmut Fähndrich. Am Ende von Ibrahim al-Konis Roman "Die verheißene Stadt" steht die Stadt tatsächlich, und sie hat einen Namen: Tan Amghar, das Land des Stammesführers. Der Stamm ist sesshaft geworden, entsprechend dem Geheiß - so will es der allgemeine Glaube - des verstorbenen Stammesführers, über dessen Grab ein Heiligtum errichtet wurde. Dieses ist Ausgangspunkt und Zentrum des neuen Lebens. Der Wille des Stammesführers, übermittelt durch die ihm "vermählte" Jungfrau, leitet weiterhin die Bewohnerinnen und Bewohner des "kleinen Waw", wie der Volksmund die Stadt nennt. Das große Waw, das Paradies, aus dem die Menschen einst vertrieben wurden und das wiederzufinden sie sich ein Leben lang mühen und es in vielerlei Form zu erkennen glauben - dieses große Waw bleibt auf Erden unerreichbar. Seiner ansichtig zu werden, ist ein menschlichem Willen entzogener Gnadenakt.