Hugo Ball: Sämtliche Werke und Briefe, Band 5. Die Folgen der Reformation. Zur Kritik der deutschen Intelligenz

Wallstein Verlag, Göttingen 2005
Herausgegeben von Hans Dieter Zimmermann. Der Hugo Ball, der den "Dadaismus" in jenem kurzen halben Jahr 1916 im "Cabaret Voltaire" in Zürich erfand, ist weithin bekannt. Weniger bekannt ist Ball als Redakteur der wichtigsten Zeitung des deutschsprachigen Exils in der Schweiz während des Ersten Weltkrieges. Die "Freie Zeitung" in Bern, an der er von 1917 bis 1919 mitwirkte, wurde zum wichtigsten Sprachrohr deutscher Exilanten, in dem die Kriegspolitik Hindenburgs und Ludendorffs aufs Schärfste angegriffen wurde. Ball fasste 1919 seine Überlegungen in dem großen Essay "Zur Kritik der deutschen Intelligenz" zusammen, der im Verlag der "Freien Zeitung" erschien: eine Art Abrechnung mit der deutschen Ideologie von Luther bis Bismarck, von Hegel bis Marx. An die Stelle der offiziellen Heroen deutscher Geschichte setzt Ball als Alternative eine Ahnenreihe von großen Religiösen und Moralisten. Auch seine jahrelange Beschäftigung mit dem russischen Anarchisten Bakunin findet hier ihren Niederschlag.

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