

Vatsyayana
Kamasutra
Klaus Wagenbach Verlag, Berlin 2004
Aus dem Englischen von Robin Cackett. Neu ins Englische übersetzt, kommentiert und mit einem Vorwort von Wendy Doninger und Sudhir Kakar. Mit vielen farbigen Abbildungen. Das "Kamasutra" ist weit mehr als das simple Sexuallehrbuch, als das uns der komplexe Text landläufig bekannt war. Wendy Doniger und Sudhir Kakar präsentieren in ihrer Neuübersetzung das "Kamasutra" als psychologischen Unabhängigkeitskrieg für die Frau, der vor rund zweitausend Jahren in Indien stattfand.
Unser Bild des "Kamasutra" ist geprägt von der Moral des viktorianischen Zeitalters, in dem ein Bruchstück des indischen Werks erstmals ins Englische übersetzt wurde.
In den jetzt erstmals vollständig aus dem Sanskrit übertragenen sieben Bücher des Gelehrten und Reformers Vatsyayana geht es um weibliche Lebenszusammenhänge und die Möglichkeiten der Frau, sich für ihre Unabhängigkeit einzusetzen.
Könnten die idealen Leser des "Kamasutra" nicht Frauen gewesen sein, statt Männer, wie es viele Jahrhunderte lang angenommen wurde? Doniger und Kakar belegen in einer ausführlichen Einleitung und in fundierten Anmerkungen zum Original und zum klassischen Kommentar des Gelehrten Yashodhara aus späterer Zeit die aufgeschlossene Weltsicht des Verfassers Vatsyayana.