

Günter Grass
Letzte Tänze. Gedichte und Bilder
Steidl Verlag, Göttingen 2003
Aus der Schreibpause, die sich der Schriftsteller Grass verordnet hatte, wurde ein Schaffensrausch des Bildhauers und Zeichners Grass. In rascher Folge entstanden Tango tanzende und kopulierende Paare, die er aus rotem Ton formte und dann in Bronze gießen ließ, sowie auf graues Papier gezeichnete, sich wild oder lässig drehende Tänzer. Mitten in der Arbeit meldete sich der Dichter zu Wort: Gedichte entstanden, die Bewegung und Rhythmus der Figuren aufgreifen... Der Titel "Letzte Tänze" verweist auf die Perspektive des alt gewordenen Dichters, der, ein geübter, leidenschaftlicher Tänzer, in weit ausschreitenden Bewegungen Erinnertes und Gegenwärtiges umkreist. In seinen neuen, überraschenden Gedichten zeigt er sich, wie er gelegentlich die Welt lächelnd aus dem Kopfstand betrachtet und sich im nächsten Moment kämpfend und liebend ins Leben stürzt, denn "der Beat hört nicht auf zu hämmern".