

Gustave Flaubert
Bouvard und Pecuchet
Die Andere Bibliothek/Eichborn, Frankfurt am Main 2003
Aus dem Französischen übersetzt und annotiert von Hans-Horst Henschen. Zwei kleine Büroangestellte, an ihr Schreibpult gefesselt, sind durch eine unerwartete Erbschaft reich geworden. Aber in diesen armseligen Kopisten steckt ein Ehrgeiz, der vor nichts zurückschreckt. Sie ziehen sich aufs Land zurück und machen sich daran, sämtliche Wissenschaften der Moderne zu durchmustern. Zwar sieht Pecuchet schwarz für die Zukunft der Menschheit; aber dafür malt Bouvard sich den Fortschritt in den rosigsten Farben. Am Ende haben die beiden Maulwürfe alles durchprobiert: Landwirtschaft und Schnapsbrennerei, Chemie und Medizin (samt Ayurveda), Geologie und Geschichte, Archäologie und Literatur, politische Ökonomie und Fitnesstraining, Esoterik und leider auch Theologie. Weit vor Joyce läutet dieses Buch, Flauberts opus magnum aus dem Jahr 1881, unwiderruflich die Moderne ein. Es ist ein satirisches, komisches und rührendes Kompendium ihrer Urgeschichte aus der Sicht zweier "Kellerasseln".