

Günter Seuren
Jenseits von Wimbledon. Roman
Eichborn Verlag, Frankfurt am Main 2002
"Das ist überhaupt das Geheimnis des Sports. Man sitzt vor dem Bildschirm, glaubt sich in Sicherheit, und plötzlich explodiert in einer Sprunggrube der Sand, weil ein Weltmeister einschlägt. Ich kann nicht genug kriegen von der Magie eines einschlagenden Körpers oder Fußballs, vielleicht bin ich unheilbar süchtig. Ich weiß nicht, wohin das führt." Und tatsächlich läßt sich der sportsüchtige Ich-Erzähler von seiner Obsession zu einer folgenschweren Tat verleiten: Er entführt die beste Tennisspielerin Deutschlands, das weibliche Idol der Nation und versteckt sich mit ihr in einer maroden Villa an einem See. Und während die Öffentlichkeit fieberhaft nach der verschwundenen Vorhandprinzessin fahndet, kommen sich Entführer und Entführte unvergesslich nahe. Zumal die ansonsten so kühle Blonde gar nicht daran zu denken scheint, in den Schoß ihrer Familie zurückzukehren.