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Heute in den Feuilletons

Das literarische Paradox diskreter Blicke

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
27.01.2011. Der Tod Bernd Eichingers ist so einschneidend wie der Tod Rainer Werner Fassbinders vor bald dreißig Jahren, meint die Welt. Die anderen Zeitungen sehen es ebenso. In der FAZ staunt Abdelwahab Meddeb über das Tempo der Tunesier. Heute ist Holocaust-Gedenktag: In der SZ vergleicht Salomon Korn die Situation Muslime heute mit der Juden einst. Die Zeit bringt ein Dossier zur Lage der Juden in Europa. In Le Monde beklagt Slavoj Zizek Israels Tendenz zu existieren. In der taz fürchtet Mike Leigh die Heraufkunft eines neuen Faschismus. Im Freitag erklärt Oskar Negt, warum er die Sowjetunion vermisst. 

Freitag, 27.01.2011

Im Gespräch mit Jakob Augstein artikuliert Oskar Negt die Phantomschmerzen eines sozialdemokratisch gesinnten Denkers: "Der Fall der Mauer war ein unerhörter Freiheitsgewinn. Und gleichzeitig begann damit der Abbau des Sozialstaates. Es begann eine neue Phase, in der der Mensch wirklich zum Anhängsel des Marktes wurde. Die Sowjetunion war nun wirklich nicht das sozialistische Land, das man sich nach den Regeln der Marx'schen Theorie wünschen würde. Aber es war eine Abgrenzungsrealität."

Außerdem: Georg Seeßlen schreibt eine ausführliche Betrachtung über den Film "Tron - The Legacy".

TAZ, 27.01.2011

Auf der Titelseite versucht die taz mal wieder ihre Lieblingszeitung zu kopieren.

Stefan Grissemann unterhält sich mit Mike Leigh über dessen neuen Film "Another Year" (hier die Besprechung), Improvisation in der Kunst und ihn ängstigende Tendenzen in der Politik: "Wir alle sind gerade dabei, aus der gemütlichen Enttäuschung, die New Labour darstellte und an die man sich gewöhnt hatte, aufzuwachen - und langsam steigt in uns allen tatsächlich Panik auf. Dann blickt man nach Amerika und findet dort eine Bewegung wie die Tea Party vor. Man muss leider befürchten, dass sich da ein weltweiter Trend zur sozialen Verantwortungslosigkeit, zu einer infantilen neuen Form des Faschismus abzeichnet. Das ist schon beängstigend."

Weiteres: Jürgen Gottschlich berichtet über die Eskalation einer Debatte in der Türkei über das unvollendete Mahnmal der türkisch-armenischen Versöhnung in Kars. Die britische Musikerin und Schauspielerin Marianne Faithfull spricht im Interview über die Ehe, die Drogen und dass sie in den Sechzigern als Mann besser über die Runden gekommen wäre. Auf den Tagesthemenseiten würdigt Cristina Nord in einem Nachruf den Filmproduzenten Bernd Eichinger. Flankierend erinnert sich Dirk Knipphals an einen Interviewtermin mit ihm, bei dem sich "Wahnsinn und Banalität des Filmgeschäfts" zeigten.

Besprochen werden Clint Eastwoods neuer Film "Hereafter - Das Leben danach", die DVD von Abbas Kiarostamis Film "Certified Copy" und das neue Album "Kiss each other clean? von Sam Beams US-Folkband Iron and Wine.

Und Tom.

Welt, 27.01.2011

Der Tod Bernd Eichingers ist so einschneidend wie der Tod Rainer Werner Fassbinders, meint Hanns-Georg Rodek. Eichinger hat "in den 30 Jahren seit Fassbinders Tod die Branche in seiner Heimat langsam, aber stetig umgekrempelt. Es gibt heute wesentlich mehr Produzenten und Regisseure, die ihn als Mentor angeben als solche, die sich auf Fassbinder oder Herzog oder Wenders berufen würden. Das kann man Publikumsorientierung nennen oder Professionalisierung oder Hollywoodisierung oder Verflachung, jeweils völlig zu Recht."

Weitere Artikel: Auch Til Schweiger erinnert sich an Eichinger. Marc Reichwein erzählt von den Zuständen in der Unibibliothek Konstanz, die wegen Asbests geschlossen ist. Hannes Stein besucht für seine "Post aus Amerika" das Nationalmuseum für amerikanische Geschichte in Washington. Und Wolf Lepenies schreibt zum Tod des Soziologen Daniel Bell. Auf der Meinungsseite schreibt Henryk M. Broder zum Holocaustgedenktag: "Wer über Ahmadinedschad nicht reden will, der sollte über Hitler schweigen. Auch am 27. Januar."

Besprochen werden Clint Eastwoods neuer Film "Hereafter", Jim Sheridans Film "Brothers" über einen Kriegsheimkehrer (ein Remake eines Dogma-Films von Susanne Bier) und Händels "Giulio Cesare" mit Natalie Dessay in Paris.
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FR, 27.01.2011

Tolle Konzerte hat Jürgen Otten auf dem Berliner Ultraschall-Festival für neue Musik gehört: Zum Beispiel das Stück "Traces" von Rebecca Saunders, die Otten zu den interessantesten Komponisten der neuen Generation zählt. "Die metamorphotische Partitur wirkt geradezu instabil und inkohärent, doch ist das nur ein Zeichen für ihren geistreich- sublimen Charakter. Die Klänge trumpfen nicht auf, sie bilden sich, wie eine Geste, gewissermaßen erst im Moment ihres Erklingens und erzeugen so eine immense subkutane Spannung, die sich wiederum plötzlich in grellen Blitzen entlädt." (Hier ihr Stück "Into the Blue")

Weiteres: Daniel Kotheschulte schreibt in seinem Nachruf auf den Produzenten Bernd Eichinger und verteidigt ihn gegen den Vorwurf, das Populäre über die Kunst gestellt zu haben: "Ohne eine funktionierende Filmindustrie aber sieht es auch für die Filmkunst schlecht aus." Außerdem erinnern sich auf zwei Seiten Freunde und Kollegen. Der Eichborn Verlag wird an Aufbau verkauft. Im Interview mit Claus Jürgen Göpfert klagt Gründer Vito von Eichborn, der den Verlag 1995 verlassen hatte: "Ich habe mein Kind verloren. Ich habe es in den letzten Tagen mit Schadenfreude versucht. Aber das funktioniert nicht. Es hilft nichts: Die Sache ist ein Jammer."

Besprochen werden Mike Leighs Sozialdrama "Another Year", ein Liederabend mit Christine Schäfer in Frankfurt, der beethoven-Zyklus des Artemis-Quartetts und Marianne Faithfulls neues Album "Horses And High Heels".

NZZ, 27.01.2011

Roman Bucheli denkt anlässlich verschiedener Romane von Catherine Millet bis Matthias Zschokke über das Intime in der Literatur nach: "Ohnehin erliegt einem Missverständnis, wer Intimität mit Selbstentblößung verwechselt. Sie entsteht nicht nur durch Enthüllung. Das literarische Paradox diskreter Blicke beruht gerade auf der Dialektik von Zeigen und Verstecken. Ein wenig verhält es sich damit wie mit den widersprüchlichen Signalen, die Richard Sennett den Glasfassaden amerikanischer Wolkenkratzer attestiert: Sie bekräftigten eine Ästhetik der Sichtbarkeit und untermauerten zugleich die gesellschaftliche Isolation."

Weiteres: Joachim Güntner erinnert in seinem Nachruf auf Bernd Eichinger auch daran, wieviel Kritik der Produzent für sein Mainstreamkino eingeheimst hat: "'seine gelackten Bilder, seine hohlen Posen und muffigen Gefühle' (Andreas Kilb)

. Besprochen werden neue Inszenierungen an den Pariser Nationaltheatern sowie auf der Filmseite die "Legacy"-Fortsetzung des ersten Computerspielfilm "Tron" und Quentin Dupieux' Film "Rubber".

Weitere Medien, 27.01.2011

Zum Holocaustgedenktag bringt Le Monde einen Text des Philosophen Slavoj Zizek über Israel, der mit zwei alten Thesen aufwartet. Erstens: Die Israelis führen sich auf die Nazis. Und zweitens: Der Grund allen Übels ist die Existenz des israelischen Nationalstaats. Zizeks Aufhänger sind die Äußerungen von Rabbinern, die jüdische Mädchen warnten, sich mit Arabern einzulassen: "Es ist interessant zu bemerken, dass die Nazis am Ende um 1930 genau die gleiche Gefahr beschworen: Sie fürchteten nicht, dass jüdische Frauen deutsche Männer, sondern dass jüdische Männer deutsche Mädchen verführten." Zizek schließt daraus, dass Israel sich in einen säkularen binationalen Staat auflösen soll und formuliert als Moral von der Geschicht': "Ich bin mir des exzeptionellen Beitrags der Juden zur Kultur, Wissenschaft und Kunst in der Welt und ihres immensen Leidens über Jahrhunderte bewusst. Was mich traurig macht, ist, dass viele Israelis heute alles in ihre Macht Stehende tun, um ihre jüdische Nation in den xten Nationalstaat zu verwandeln, der häufig sogar noch gieriger ist als alle anderen." (Auf diesen Vorwurf hat kürzlich im Merkur der israelische Historiker Yoram Hazony geantwortet.)

In der Jüdischen Allgemeinen zweifelt Micha Brumlik am Sinn des heutigen Holocaust-Gedenktags, der seit 2005 auch internationalen Erinnerungstag ist: "Doch bis heute erreicht dieser Termin nur ein eher kleines Publikum. Und weil nicht wenige Staaten der UN mit ihrer Feindschaft gegenüber Israel die Grenze zum Antisemitismus überschritten haben, liegt der Vorwurf der Heuchelei nahe, ebenso wie die seit Walsers Paulskirchenrede geläufige Kritik an einem immer hohler werdenden Ritualismus, der echte Trauer nicht kenne, sich dafür aber als Alibi für unterlassene Maßnahmen gegen aktuellen Antisemitismus und Hass auf den Staat Israel bestens brauchen lasse." Viel sinnvoller als Gedenktag findet Brumlik den 9. November.

Weiteres: Im Interview mit Jonathan Scheiner widerspricht der französische Szenarist Joann Sfar dem Eindruck, dass es in seinen Comics nur um Jüdischkeit geht: "Erotik spielt auch immer eine große Rolle." Und Michael Wuliger sieht Indira Weis' Auftritt im Dschungelcamp als wichtigen Schritt hin zu Normalität: "Die deutsch-jüdischen Beziehungen sind erst dann normal, wenn peinliche jüdische Figuren in der Öffentlichkeit auftreten können, ohne dass um ihr Judentum viel Aufhebens gemacht wird."

FAZ, 27.01.2011

Der Schriftsteller Abdelwahab Meddeb staunt über die ungeheure Schnelligkeit, mit der in Tunesien eine Revolution gemacht wurde: "Die Revolution wurde von der Generation der Blogger getragen. Daher die Schnelligkeit der Ereignisse: Nicht einmal ein Monat vom ersten Akt der Auflehnung bis zum Sturz des Machthabers hat es gedauert." (Mehr - auf Französisch - von Meddeb zum Thema hier und hier)

Weitere Artikel: In einem großen Nachruf hält Michael Althen noch einmal den einzigartigen Status des Filmproduzenten Bernd Eichinger fest: "Und bei aller Kritik musste man schon ganz schön blind sein, wenn man nicht erkannte, was für eine singuläre Erscheinung Bernd Eichinger war." Gesammelt werden auf einer ganzen Seite kurze Eichinger-Erinnerungsnotizen von Kritikern und Weggefährten, von Caroline Link bis Wolf Wondratschek. Arno Lustiger erzählt zum Holocaust-Gedenktag die Geschichte Berthold Storfers, der die Schiffstransporte der Juden nach Palästina organisierte, von den Nazis noch im November 1944 in Auschwitz ermordet wurde und heute als Jude nicht in Yad Vashem geehrt werden kann. Einen Konzertschwerpunkt zu Bela Bartok in Dortmund mit dem Budapest Festival Orchestra würdigt Christian Wildhagen. Bei der Gelegenheit hat er den Dirigenten Ivan Fischer auch noch zur Lage in Ungarn befragt. Fischer warnt: "Es droht die Gefahr, dass das Land in einer nationalistischen Diktatur versinkt." Auch in Frankreich wird, wie Joseph Hanimann berichtet, gerade der britische Dramatiker Simon Stephens entdeckt (hier ein Interview mit ihm in der Zeit von 2008). Den umstandslosen Abriss eines architektonisch gelungenen alten Gebäudes im Frankfurter Bankenviertel bedauert Dieter Bartetzko. Auf der Kinoseite unterhält sich Rüdiger Suchsland mit "Another Year"-Regisseur Mike Leigh über das Leben und seine Filme, das Lachen und das Weinen.

Besprochen werden Stefan Noltes "Heimat unter Erde"-Inszenierung in Dortmund (eine "Tiefenbohrung" zur Immigrationsgeschichte, lobt Andreas Rossmann), eine Berlinale-Retrospektive-begleitende Ingmar-Bergman-Ausstellung in der Deutschen Kinemathek, die CD "Forests and Fields" des Folk-Duos The Pleasants, eine 7-CD-Box mit der Musik von Rick Nelson, Jim Sheridans Kriegsheimkehrerfilm "Brothers" und Bücher, darunter Ioan Grosans Erzählungsband "Die Kinokarawane" (mehr dazu in der Bücherschau ab 14 Uhr).

SZ, 27.01.2011

Oliver Das Gupta unterhält sich mit Salomon Korn, Vizepräsident des Zentralrats der Juden, über neuen Patriotismus in Deutschland und über die Thesen des Thilo Sarrazin. Korn leugnet nicht, dass es Integrationsprobleme gibt, betont jedoch: "Wer keine gefestigte Persönlichkeit besitzt, sucht Menschen, auf die er hinabschauen kann. Früher waren das vor allem die Juden. Heute greifen in der Causa Sarrazin ähnliche Mechanismen: Hier wir Deutsche, dort die Muslime."

Weitere Artikel: Sonja Zekri porträtiert die erfolgreiche ukrainische Nachwuchsdramatikerin Anna Jablonskaja, die beim Bombenanschlag in Moskau ums Leben kam. In einem offenen, aber nicht internetöffentlichen Brief fordern literatur- und wissenschaftsbetriebliche Kapazitäten von Klaus Reichert bis Peter-Andre Alt, dass Marbach Franz Kafkas Briefe an seine Schwester Ottla ankaufen soll: Das Geld dafür müsse das Literaturarchiv aus privaten und öffentlichen Händen erhalten. Till Briegleb spekuliert über die möglicherweise schon nächste Woche erfolgende Berufung der derzeitigen Kölner Intendantin Karin Beier ans Hamburger Schauspielhaus - eine Entscheidung, die er für sachlich im Prinzip gut hielte, nur das Timing scheint ihm angesichts bevorstehender Neuwahlen ganz falsch. Über dessen neuen Film "Another Year" unterhält sich Rainer Gansera mit dem Filmemacher Mike Leigh.

Gustav Seibt war dabei, als Hans-Magnus Enzensberger in Berlin seine beiden neuen Bücher vorstellte. Zum Tod des Schriftstellers Peter Paul Zahl schreibt Hilmar Klute. Feuilletonchef Andrian Kreye beweist, dass man es mit der Emphase zu Bernd Eichingers Tod auch übertreiben kann: "Und deswegen erinnern die Reaktionen gerade an die Trauer, wie man sie zuletzt beim Tod von Michael Jackson erlebt hat..."

Besprochen werden die Ausstellung von Marcel Duchamps "Belle Haleine" in der Berliner Neuen Nationalgalerie, das neue Hercules-and-Love-Affair-Album "Blue Songs", Philipp Pamers Film über die Tyroler Aufstände von 1809 "Bergblut", Joseph Kosinskis Film "Tron: Legacy" und Salvatore Bonos historische Studie "Piraten und Korsaren im Mittelmeer" (mehr dazu in der Bücherschau ab 14 Uhr).

Zeit, 27.01.2011

Jörg Lau ist für die vorderen Seiten in die Niederlande, nach Schweden und Ungarn gereist um zu recherchieren, ob in Europa der Antisemitismus tatsächlich wieder Auftrieb hat. Die Antwort ist ein klares Ja. "Die Offenheit für Muslime ist zu Recht zum Maßstab geworden für das multireligiöse Europa. Darüber droht aus dem Blick zu geraten, wie sich alte Vorurteile, eine neue Demografie und der ewige Nahostkonflikt zu einer giftigen Mischung verquirlen, die Juden das Leben schwer macht. Das multireligiöse Europa muss zeigen, dass die Lehren aus dem Holocaust für alle gelten, auch für die Einwanderer und ihre Kinder." (Hier ein langer Auszug aus dem Text in Laus Blog)

Im Feuilleton wirbt Manfred Schwarz für den Maler Franz Radziwill (1895-1983), der dieses Jahr in gleich fünf Ausstellungen gewürdigt wird (hier, hier, hier, hier und hier): Ostfriesische Landschaften unter schwarz drohendem Himmel, ein "ahnungsvoller Magischer Realismus", der für Schwarz in den zwanziger Jahren seinen Höhepunkt erreichte. "Seine Szenen von unterschwelliger Angst und Bedrohung sind in der deutschen Kunst dieser Zeit weitgehend einzigartig. In jenen künstlerisch ergiebigsten Jahren verbindet Radziwill eine virtuos eingeübte altmeisterliche Lasurtechnik mit spitzpinseliger Sachlichkeit." (Mehr über Radziwill im Blog des norddeutschen Hochschullehrers "Looming". Hier das Gemälde "Siel bei Petershörn" von 1927 und hier der "Tod des Testpiloten Karl Buchstätter", 1928))

Im Aufmacher ist Elisabeth von Thadden zwar beeindruckt von Amy Chua (einer amerikanischen Juraprofessorin chinesischer Abstammung, die Thadden beharrlich als "Chinesin" bezeichnet), rümpft dann aber doch die Nase über deren Bestseller "The Battle Hymn of the Tiger Mother" (auf Deutsch: Die Mutter des Erfolgs): "Der Rede wert ist nur das eigene Kind." Wie chinesisch! Jens Jessen und Katja Nicodemus haben in einer tour de force noch einen schönen Nachruf auf Bernd Eichinger hingekriegt. Vox-Geschäftsführer Frank Hoffmann und Alexander Kluge erzählen im Interview, wie sie die Öffentlich-Rechtlichen mit Qualitätsfernsehen ausbooten wollen. Böll lesen!, ermuntert Ulrich Greiner anlässlich der nun abgeschlossenen Kölner Werkausgabe. Stefan Koldehoff schreibt über die fünfzigste Ausgabe der Antiquariatsmesse in Stuttgart. Manfred Schwarz besucht für den "Museumsführer" das Kunstmuseum Mülheim. Und Petra Reski hat ein Berlusconi-Dramolett mit Originalzitaten der italienischen Staatsanwaltschaft verfasst: "ER! Jesus!"

Besprochen werden Rolando Villazons Inszenierung von Massenets Oper "Werther" in Lyon (sehr leidenschaftlich, findet Claus Spahn, aber "auf Dauer werden in diesem 'Werther' einfach zu viele Mäntel, Kissen, Tücher, Briefseiten und Pistolen angesungen"), Jette Steckels Inszenierung von Schillers "Don Karlos" am Hamburger Thalia Theater, Mike Leighs Film "Another Year", Clint Eastwoods Film "Hereafter", Bücher, darunter Tom Schimmecks Buch "Am besten nichts Neues. Medien, Macht und Meinungsmache", das die Zeit-Redaktion vorsichtshalber dem Journalistikprofessor Siegfried Weischenberg zur Rezension übergeben hat (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr), und die Disco-CD "Blue Songs" von Hercules And Love Affair. Hörprobe: