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All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Aus dem Archiv
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons - Archiv

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

September, 2012

Kein Zauberkunststückchen weit und breit

29.09.2012. Die SZ sieht die Strahlkraft westlicher Werte vom Aufstieg Chinas nicht bedroht. Angesichts des Putinkults fühlt sich die taz in die Zarenzeit zurückversetzt. Welt und FAZ werfen einen Blick auf Neuseeland, das Gastland der Frankfurter Buchmesse. Nadine Gordimer zeigt sich in der NZZ enttäuscht von der Entwicklung Südafrikas. NZZ, taz und FR würdigen Michelangelo Antonioni, der heute vor 100 Jahren geboren wurde. Von Joanne K. Rowlings Erwachsenen-Roman ist man einhellig unterwältigt. Mehr lesen

Der Heiland war kein Single

28.09.2012. Im Perlentaucher skizziert Stephan Porombka die Zukunft des Schreibens. Felix Schwenzel nahm an einer Diskussion über "geistiges Eigentum" teil und verließ sie in tiefer Hoffnungslosigkeit. Die Tagesschau-App eines bestimmten Tages wurde gerichtlich verboten - und die FAZ feiert das als "Zeichen der Freiheit". Die NZZ beleuchtet die bewegte Geschichte der Inselgruppe Senkaku beziehungsweise Diaoyu. Die SZ verzweifelt an Berlin. Aber Kai Biermann weist einen Weg aus der Krise. Mehr lesen

Alles Unfug: Du bist du!

27.09.2012. Auf der Website von Litflow annonciert Clemens J. Setz den Tod des Todes des Autors. Die Welt ist leicht irritiert: Quietschbunt wie ein Kinderladen ist die Lobbyzentrale von Google in Berlin. In der FAZ freut sich BHL über die Demokratiebewegung in Libyen. Die Zeit veröffentlicht Gefängniskassiber Hans von Dohnanyis. Die taz befreit sich mit Mühe vom Übergewicht Helmut Kohls. Die in diesen Dingen vorsichtige SZ spricht sich gegen aufdringlichen Mut von Mohammed-Karikaturen aus. Mehr lesen

Radikaler Rutsch in die Mitte

26.09.2012. In der NZZ freut sich der Amsterdamer Schriftsteller Abdelkader Benali über die Marginalisierung des Geert Wilders. Im Blog der NYRB erinnert sich Charles Kaiser ans große Jahrzehnt des homosexuellen Coming Outs in New York - die siebziger Jahre. Die FAZ erzählt die Geschichte des Kairoer Bloggers Albert Saber, dem Atheismus vorgeworfen wird. GQ interviewt Pussy Riot. Alle gratulieren Karl-Heinz Bohrer zum Achtzigsten. Und Charlie Hebdo bringt erstmals in seiner Geschichte ein verantwortungsvolles Magazin heraus. Mehr lesen

Ein herzförmiges Loch

25.09.2012. Die Welt erzählt, wie  Glenn Gould und Elisabeth Schwarzkopf einmal nicht zusammen musizierten. Dafür spielt Lang Lang auf dem Klavier von Gould Bach, und zwar recht schnell. Zu Goulds Achtzigstem. In der FR spricht sich Götz Aly für eine Velegung der Stasiakten ins Bundesarchiv aus. Die NZZ liest eine Studie, die herausgefunden hat, dass Deutschland von Fukushima doppelt so heftig betroffen war wie Großbritannien. Und in der SZ erklärt der ehemalige Verfassungsrichter Dieter Grimm zornigen jungen Männern, was es mit dem öffentlichen Frieden auf sich hat. Mehr lesen

Das Land, in dem der Korkenzieher eine Waffe war

24.09.2012. Im Tagesspiegel findet Günter Wallraff den Ausweg aus dem Kampf der Kulturen: Überschwemmt die Zeitungen mit Karikaturen. Die FAZ feiert einen ZDF-Film über die Entführung Jakob von Metzlers. In der Welt hält Ian Wardropper von der Frick Collection die Stadt Berlin für fähig, die Gemäldegalerie zu verlegen. Neil McGregor vom British Museum glaubt das in der FAZ auch. taz und FR staunen über den chinesischen Begriff der Menschenrechte. Bei den angeblich spontanen Protesten gegen ein dummes Video geht es nur um eins, meint Salman Rushdie im CNN-Interview: Macht. Mehr lesen

Stockwerk für Stockwerk

22.09.2012. In der Welt erinnert Wolfgang Kraushaar an den Brandanschlag auf ein jüdisches Altenheim in München 1970 und hofft, dass das Schweigen der Täter und Mitwisser demnächst gebrochen werden kann. Die taz hat gelesen und befunden, dass die deutsche Literatur sehr wohl auf der Höhe der Zeit sei. NZZ und FAZ erinnern an den Skandal der Fatwa gegen Salman Rushdie. Die SZ bringt Jürgen Habermas' Rede zum Juristentag, in der er einen Zusammenschluss Europas gegen die Finanzmärkte empfiehlt. Mehr lesen

Selbst das schwefligste Gelb wird materiell

21.09.2012. Die FR feiert zwei Ausstellungen: Ron B. Kitaj in Berlin und Narren, Künstler, Heilige in Bonn. In der Welt wundert sich Henryk Broder: Ein neuer Faschismus erhebt sein Haupt, und der Rest der Welt steckt den Kopf in den Sand. Das war schon vor zwanzig Jahren nicht anders, meint Kenan Malik in seinem Blog. Für Tim Wu geht's mit Apple bergab. Michael Wolffsohn bedankt sich im Tagesspiegel für die Beschneidungsdebatte. Zwei deutsche Alpha-Journalisten fetzen sich auf Twitter über #LSR. Und dräuend dröhnt es aus der FAZ, denn Drohnen drohen. Mehr lesen

Diese weißrussische Form der Selbstgeißelung

20.09.2012. Völlig fassungslos steht die Welt vor dem neuen Anbau des Stedelijk Museums in Amsterdam. In der FR fordert Tariq Ramadan einen verantwortungsvollen Umgang mit der Meinungsfreiheit. In der Zeit sieht Salman Rushdie das Problem ganz woanders: "Wir leben in einer Gesellschaft, deren Plage die Rückkehr der Religionen ist." Das Blog critic.de fragt: Darf ein Filmemacher wie Til Schweiger, der Millionen aus der Filmförderung erhält, seine Filme an der Presse vorbeischmuggeln? Mehr lesen

Alles wird dauernd anders

19.09.2012. In der FAZ sprechen Timothy Snyder und Ian Kershaw über die "Bloodlands". Im Buchreport denkt der Literaturwissenschaftler Stephan Porombka über die Zukunft des Buchs, in Carta denkt Wolfgang Michal über die Vergangenheit des Urheberrechts nach. In der Welt fürchtet Necla Kelek, dass die Salafisten in arabischen Ländern weiter Terrain gewinnen. Die Debatte über ein Aufführungsverbot für das Video "Die Unschuld der Muslime" geht weiter. Und der Grünen-Politiker Omid Nouripour fragt in der FR, warum sich die arabischen Zivilgesellschaften nicht wehren. Außerdem liest Tilda Swinton "Moby Dick". Mehr lesen

Steine siegen

18.09.2012. Nach Angela Merkels Plädoyer gegen eine Aufführung des Videos "Die Unschuld der Muslime" wird in deutschen Medien über Meinungsfreiheit diskutiert. Die FAZ fordert mehr Rücksichtnahme auf den Islam und lobt die traditionellen Medien für ihre Flexibilität. Die Welt ist gegen ein Aufführungsverbot. Auch Ayaan Hirsi Ali fordert, dass der Westen zu seinen Werten steht. Die SZ beharrt darauf: Der Protest gegen die Beleidung des Propheten hat rein soziale Ursachen!

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Irgendwo irgendwas, und zwar jeden Tag

17.09.2012. In der NZZ erklärt der Theologe Friedrich Wilhelm Graf, warum Blasphemie-Gesetze keinen Sinn haben. Wer sagt, dass man den Muslimen keinen Spott über ihre Religion zumuten darf, ist ein subtiler Rassist, meint Henryk Broder in der Welt. Während dessen meldet der Telegraph, dass eine iranische Stiftung die Morddrohung gegen Salman Rushdie erneuert. Viele Blogs setzen sich heute mit der Zukunft des Journalismus auseinander. Mehr lesen

Wer die Freiheit bringt

15.09.2012. In der NZZ hilft Georg Klein, der kleinen Zeit zu entkommen. Die SZ singt eine Ode an das Urheberrecht, die einzige Möglichkeit, superreich zu werden und cool zu bleiben. Die taz lernt: Der Weg zur wahren Kunst-Hipness führt über das Kottbusser Tor. Die FR dokumentiert Judith Butlers Adornopreis-Rede. Und die FAZ fragt, ob Kafka heute ein twitternder Nerd wäre. Mehr lesen

Fragen zum Beispiel. Utopien. Oder Werte

14.09.2012. Deutsche Theater treten laut SZ aufs Bremspedal. Schuld sind unsere hektische Lebensweise sowie der Kapitalismus. Auch die FAZ fühlt sich schon mal den Puls - mit dem Smartphone. Der interkulturelle Dialog zwischen extremistischen Christen und entfesselten Muslimen löst in der deutschen Journalistenschaft unterdes Debatten über die Schuldfrage aus. All diese grandiosen Leistungen wären selbstverständlich ein Leistungsschutzrecht wert, das von den Piraten aber bekämpft wird. Mehr lesen

Brüssel muss aus Übersee exportiert werden

13.09.2012. In der Zeit fragt Wolfgang Kraushaar: War am 2. Juni 1967 in Berlin ein Attentat auf den Schah von Persien geplant? Die Welt kann es nicht fassen: Rainald Goetz steht nicht auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises. In der NZZ erklärt Bahman Nirumand, was hinter dem Studierverbot für Frauen im Iran steckt. Auf der Grosso-Tagung forderte Richard David Precht eine Stärkung von Print gegen die "Pöbelkultur" im Internet. In der FAZ schildert der Pirat Bruno Kramm die byzantinischen Ungerechtigkeiten des Systems Gema. In der FR spricht Teju Cole über seinen Roman "Open City". Mehr lesen

Wir verorten uns anti-patriarchal und leben vegan

12.09.2012. In Berlin soll ein Drei-Religionen-Haus entstehen. Es soll 44 Meter hoch sein. Die Welt hofft, dass die Religionen darin einen Gegenentwurf zur "weitgehend laisierten Stadt" liefern. In der FAZ empfiehlt der Historiker Andreas Wirsching, dass Deutschland den Euro rettet, und zeigt schon mal die "notwendigen politischen Instrumente", auch George Soros wird zitiert, der sich mit ihm einig ist. In der FR sieht es Richard Sennett genauso. Die SZ ersehnt sich nach einem Sommer der Hektik eine langsame Erschließung von Kunst. Mehr lesen

Inhalte von fremden Verlagsangeboten

11.09.2012. Der New Yorker bringt einen Vorabdruck aus Salman Rushdies Erinnerungen an die Zeit der Fatwa und des Lebens im Versteck. Im Tagesspiegel macht sich der palästinensisch-israelische Psychologe Ahmad Mansour Sorgen um Antisemitismus in der muslimischen Community. In der FAZ hat Oskar Lafontaine herausgefunden, warum sich linke Ideen nicht durchsetzen: Es liegt an der Sprache. Die SZ bleibt skeptisch nach Robert Menasses Plädoyer für eine Überwindung der europäischen Nationalstaaterei. Mehr lesen

Spiegelbild der Nutzersuchen

10.09.2012. Sollte man Google verklagen, weil seine Autovervollständigung bei Suchanfragen die Entstehung von Gerüchten verstärkt? Darüber streiten sich Netz und Medien nach juristischer Intervention von Bettina Wulff. Google will jedenfalls keine Unterlassungserklärung unterschreiben, berichtet die SZ. Die Kritiker sind mit den Preisen von Venedig soweit ganz zufrieden und staunen noch mal über die religiöse Tendenz des Festivals. Hans-Magnus Enzensberger schießt in einer Anzeigenbeilage in der FAZ sehr scharf gegen die EU. Und die FAZ erklärt, warum die Niederländer morgen trotz Eurokrise nicht die Populisten wählen werden. Mehr lesen

Lebende Ameisen aus Jütland

08.09.2012. In der NZZ ruft V.S. Naipaul die Schriftsteller auf, neue Formen des Schreibens auszuprobieren. Die taz macht sich Sorgen um den syrischen Filmemacher Orwa Nyrabia, der spurlos verschwunden ist. Die Literarische Welt feiert eine monumentale Briefedition Max Hermann-Neißes, die die Zeit des Londoner Exils zur Gegenwart werden lasse. In seinem Blog erklärt Wolfram Siebeck, warum er bei allzu radikaler Regionalküche ein Kribbeln im Magen bekommt. Und die künftige Zwangsgebührenzahlerin Clara aus der zehnten Klasse fordert mehr Originalität von ARD und ZDF. Mehr lesen

Akademische Verpackungskünstler

07.09.2012. Der Adorno-Preis für Judith Butler sorgt nach wie vor für Debatten: In der Welt fragt Henryk Broder, was Butler eigentlich meint, wenn sie behauptet, sie sei denunziert worden. Auch Stephan J. Kramer vom Zentralrat der Juden antwortet in der FR auf ihre Vorwürfe. Detlev Claussen nennt in seinem Blog schon mal die nächsten Kandidaten für den Preis: Zizek, Agamben, Sloterdijk. Springer-Lobbyist Christoph Keese bietet Google in seinem Blog ein Gespräch über Leistungsschutzrechte an. Aber Google scheint nicht zu antworten. Die SZ rät der Documenta, mal wieder was mit Maßstäben zu machen. Mehr lesen

Zerbeult, zerkratzt und zerdellt

06.09.2012. Auf der Website von Bayern 2 wendet sich Platon gegen neue Medientechnologien, die das Hirn schädigen könnten. Manfred Spitzer kann ihm in der Zeit nur zustimmen. Kenan Malik greift in seinem Blog die deutsche Debatte um Judith Butler auf und findet Butler und ihre Kritiker gleichermaßen problematisch. Die Gema kündigt laut Berliner Zeitung an, die Internetdiskussionen über ihr segensreiches Wirken mithilfe einer Armee verdingter Kommentatoren sachlich steuern zu wollen. In der NZZ und SZ träumen Adriaan van Dis und Robert Menasse von der Überwindung des Nationalstaats. Die FAZ lauscht den fernen Echos des Urknalls der Fotografie. Mehr lesen

Das Über-Ich hatte damals eine gute Zeit

05.09.2012. In der FAZ läutet Jochen Schimmang die Saison mit Kritik am Literaturbetrieb ein. Die taz stellt sich zwar nicht an die Seite der Kritiker von Judith Butler, aber so ganz geheuer ist sie ihr auch nicht. Der New Yorker bringt einen Vorabdruck aus D.T. Max' Biografie über David Foster Wallace.  In der FR sprechen die Pet Shop Boys über das Altern in der neuesten Musik. Die Welt denkt anlässlich des hundertsten Geburtstags von John Cage über den Erkenntnisabstand des Zuschauers nach. Die NZZ feiert den ultraorthodoxen Heiratsmarkt in Venedig. Mehr lesen

Hektische Mediensphäre

04.09.2012. In der FR rät Götz Aly zur Wiederherstellung des Landfriedens. Ein Adorno-Preis für Judith Butler? Theoretisch liegen die beiden ja gar nicht so weit auseinander, meint Richard Herzinger in seinem Blog. Eine Gruppe prominenter Akademiker verteidigt Butler in einer Petition. In der FAZ behandelt Ex-Bankier Otmar Issing Jürgen Habermas und Martin Walser als Euroblütenträumer. Und ein Baby, das aufwacht, durchleidet hundert Emotionen pro Minute. Mehr lesen

Moralisches Unterfutter

03.09.2012. Die Welt begibt sich mit und gegen Judith Butler auf die Suche nach multiplen Identitäten in Israel. Der sueddeutsche.de-Chefredakteur Stefan Plöchinger erzählt in seinem Blog, wie deutsche Zeitungswebsites, wenn sie nicht gerade nach Leistungsschutzrechten jammern, ihre Google-Statistik frisieren. Bei den Berichten aus Venedig fällt auf, dass Terrence Malick nun gar nicht mehr angesagt ist. Statt dessen wird Paul Thomas Anderson gefeiert, dessen Film über Ron Hubbard zwar nicht Scientology-kritisch, dafür aber ein Meisterwerk sei. Mehr lesen

Flächendeckende Gesinnungsschnüffelei

01.09.2012. Wird das Leistungsschutzrecht von seinen eigenen Verfassern sabotiert?, fragt sich Sascha Lobo. In der taz bekräftigen Horst Meier und Claus Leggewie die Forderung nach der Auflösung des Verfassungsschutzes. Judith Butler wehrt sich in der FR gegen den Vorwurf des Antisemitismus. In der SZ beurteilt Drehbuch-Guru Robert McKee die narrativen Qualitäten des US-Wahlkampfes. Die NZZ sieht im Internet eine nachkapitalistischen Wissensordnung am Werk. FAZ und NZZ porträtieren John Cage zum bevorstehenden 100. Geburtstag. Mehr lesen

Archiv: Bücherschauen

Scheinbar flüchtiger Strich

26.07.2016. Die FAZ sieht der Invasion der "neuen Wilden" wie Bärenklau, Waschbär und Co. nach der Lektüre von Fred Pearce gelassen entgegen. Die FR sucht mit Dieter Henrichs "Sein oder Nichts" das Unvordenkliche. Die Finnen können auch warmherzig witzig, lernt die SZ mit Olli Jalonens Roman "Von Männern und Menschen". Die taz verliebt sich in die junge Prostituierte aus "Fräulein Rühr-mich-nicht-an". Mehr lesen

Heute in den Feuilletons

Dekorativ-degoutante Dekadenz

20.01.2014. Widersprüchliche Auskunft geben die Zeitungen über Karin Beiers siebenstündiges Atridenfluchspektakel "Die Rasenden" nach Euripides, Sartre, Aischylos und Hofmannsthal. Die NZZ hält den Erkenntnisgewinn für so mittel, die FAZ für null, und für die Welt steht fest: Das Hamburger Schauspielhaus ist zurück. In der Berliner Zeitung befasst sich Anetta Kahane mit der Diskrepanz zwischen dem Äußeren Beate Zschäpes und ihren Taten. Springteufel Morozov ploppt heute in der SZ auf. Mehr lesen

Sie sind schon denkend

18.01.2014. Die ersten Reaktionen auf Barack Obamas Rede sind zwiespältig bis kritisch. The Verge und die Electronic Frontier Foundation vergleichen Obamas Maßnahmen Punkt für Punkt mit Forderungen von Bürgerrechtsgruppen. Wir binden Julian Assanges CNN-Interview ein: Der Wikileaks-Gründer kritisiert vor allem, dass die Geheimgerichte nicht abgeschafft werden. Auch Deutsche Politiker reagieren laut FAZ bis hin zur CDU recht skeptisch auf Obamas Rede. Außerdem: Arno Schmidt in der taz. Und Luc Bondys Pariser Marivaux-Inszenierung mit Isabelle Huppert allüberall. Mehr lesen

Bei der Kante hat man nur eine Chance

17.01.2014. In der Berliner Zeitung erzählt Marina Hoermanseder, warum sie so gerne Korsette aus Leder macht. In der FAZ bangt die Ökonomin Shoshana Zuboff um Barack Obama, der in seiner heutigen NSA-Rede gewaltig versagen könnte. Die NSA bringt sowieso nix, hat die SZ herausgefunden. Man kann Schriftsteller nicht züchten, ruft die Welt der Zeit zu. Die NZZ hält dem lauernd anmutenden Blick eines Papstes namens Innozenz stand. Mehr lesen

Der Heintje-Effekt

16.01.2014. In der taz fordert Steve McQueen, dass sich Briten und Amerikaner in punkto Vergangenheit an die eigene Nasen fassen. Die NZZ fordert ungewöhnliche Lehrer. Im Freitag erinnert Wolfgang Müller die reaktionären Aspekte am Werk Arno Schmidts. Kenan Malik plädiert in seinem Blog gegen das Verbot der Dieudonné-Shows. Die Zeit arbeitet den Fall Beltracchi auf und bringt selbstkritische Anmerkungen zum Literaturbetrieb. Außerdem im Freitag: ein Interview mit Karl Ove Knausgård und Armond Whites Kritik an Steve McQueens Film "12 Years a Slave". Mehr lesen

Es toben Bassläufe wie Harpyien herauf

15.01.2014. In der FAZ antwortet Evgeny Morozov auf Sascha Lobo und rät jenen Staaten, die uns NSA und Co. bescherten, uns von Google und Co. zu befreien. Die New York Times erklärt, wie die NSA Computer infiltriert, die nicht im Netz sind. Verlage jammern zwar rum, aber laut kress.de verdienen sie prächtig: dank überlasteten Redakteuren und unterbezahlten Freien. Die SZ geriet bei Mahler unter Kirill Petrenko in Ekstase. Und wenn Russland und die USA auf Franziska Augstein hören, ist demnächst auch Friede in Syrien. Mehr lesen

Gar kein Platz mehr für Gezicke

14.01.2014. Die NZZ verfolgt mit Entsetzen den Erfolg des Films "Fack ju Göhte". Die SZ traut sich nach Sankt Pauli. Für die FAZ reist Andrzej Stasiuk nach Belzec. In der Welt entpuppt sich Rolando Villazón als Rolando-Villazón-Bewunderer. Die taz fordert mit Thomas Mießgang eine neue Kultur der Unhöflichkeit. Mehr lesen

Seltsam sacht, schwebend fast

13.01.2014. Die NZZ ging nach Halberstadt, John Cage hören. In der taz freut sich Jochen Schimmang über die Wiederentdeckung des Autors Christian Geissler. Die französischen Medien fragen: Wie privat oder wie öffentlich ist François Hollandes Affäre mit einer Schauspielerin? Nicht das Internet ist kaputt, meint Martin Weigert in Netzwertig in einer Replik auf Sascha Lobo in der Sonntags-FAZ, sondern der Mensch in seinem Sicherheitswahn. Die SZ sucht nach glasklaren Tatbeständen, um einst von den Nazis requirierte Kunstwerke zu restitutieren. Mehr lesen

Mit offensiver Offenheit

11.01.2014. Mit Übertreibung ist der Dekadenz der Banker und Broker nicht beizukommen, stellt die taz zu Martin Scorseses Film "The Wolf on Wall Street" fest. Die Welt erinnert an eine Zeit, als die Öffentlich-Rechtlichen ihr Publikum noch überforderten. Die NZZ plädiert dafür, die Werke türkischstämmiger Künstler in Deutschland nicht länger bloß als Zeugnisse von Migration und Hybridität zu begreifen. Die SZ würdigt die Verdienste des chinesischen Kurznachrichtendienstes Weibo. Und die FAZ verneigt sich vor Arno Schmidt. Mehr lesen

Jeder Passant ein Mörder

10.01.2014. Das TLS erzählt, wie französische und tschechische Surrealisten 1935 über Kunst und Revolution diskutierten. Die NZZ bewundert die Blumensamen-Designs von Paul Smith. Ein Untersuchungsausschuss der EU erklärt die Massenüberwachung durch NSA und GCHQ für illegal, berichtet der Guardian. Die Welt bewundert Martha Argerich beim Nägel lackieren. Als E-Book ist "Mein Kampf" ein Besteller, meldet Gawker. Die SZ schleicht mit dem legendären Superverbrecher Fantomas durch Paris. Mehr lesen

Absolute Theatermanie

09.01.2014. Im Tagesspiegel erklärt die schwarze Autorin Zadie Smith, warum alle weißen Figuren in ihrem Roman "London NW" als solche ausgewiesen werden, während die Hautfarbe der anderen Personen nicht benannt wird. Die taz erklärt, warum das digitale Filmerbe zurück auf Zelluloid soll. In der NZZ schreibt die russische Schriftstellerin Elena Chizhova über das traurige Leben der Architekten in Petersburg. In der Zeit feiern Haruki Murakami und Thomas Hitzlsperger ihr Coming Out - der eine von beiden als Superman. Mehr lesen

Zeit für eine Rasur

08.01.2014. In der taz spricht Ilija Trojanow über die Wirkungen des Schriftstelleraufrufs gegen den digitalen Überwachungsstaat und wettert über "Defätisten, die es sich auf dem Hochsitz der pessimistischen Weltanschauung" bequem machen. Die NZZ stellt die Seite Alfredflechtheim.com vor, die von mehreren Museen erstellt wurde. Die Welt bewundert den alten Mann Robert Redford und das Meer. Die FAZ veröffentlicht einen Aufruf für Liu Xia. Und die SZ überlegt, wer sich Dissident nennen darf. Mehr lesen

Solange man es nicht schwul nennt

07.01.2014. In der FAZ beklagt der Philosoph Marco Wehr die fatale Wissenschaftsgläubigkeit der Politik - und der Wissenschaft selbst. In der NZZ erklärt Shlomo Sand, was er meint, wenn er von der "Erfindung des jüdischen Volkes" spricht. Die Welt erkundet die "Macht der Machtlosen". Die SZ möchte die Achse Paris-Berlin-Warschau stärken. Und die taz staunt über den Kurator Kaspar König, der behauptet, in Russland alles zu dürfen. Mehr lesen

Wir dynamisieren das Hamsterrad

06.01.2014. In der NZZ erinnert Bora Cosic an den jugoslawischen Architekten und Freund Bogdan Bogdanovich. Der Guardian bringt einen Auszug aus Claudia Roth Pierponts neuer Philip Roth-Biografie. In der FAZ wendet sich Kunsthistoriker Jeffrey Hamburger entschieden gegen die Ökonomisierung der Wissenschaft. In der Welt legt der Historiker Thomas Weber ein Wort für die deutschen Soldaten des Ersten Weltkriegs ein. Und Necla Kelek fordert, dass die Kinder der Roma und Sinti von der Politik nicht im Stich gelassen werden. Mehr lesen

Wie die Krallen einer Katze auf Glas

04.01.2014. In der Welt verlieren Andrzej Stasiuks Augen die Bodenhaftung. In der FR erzählt Steve McCurry, was die Zeit mit dem Fotografen und dieser mit der Zeit macht. In der NZZ spricht Junot Díaz über das Schreiben und die Zeit. Spiegel Online zitiert eine Studie über das immer religiösere Weltbild der Amerikaner: Ein Drittel nimmt die Bibel wörtlich. Die taz fordert analogen Protest gegen digitale Überwachung. Mehr lesen

Die Melodie der Macht

03.01.2014. Die Washington Post erklärt mithilfe von Snowden-Papieren, wie die NSA das Netz in Besitz nehmen will. Die Welt porträtiert den rechtsextremen und postkolonialen Komiker Dieudonné, dem durch ein mögliches Tourneeverbot in Frankreich unverdiente Aufmerksamkeit zuteil wird. Schriftsteller Alberto Nessi erinnert in der NZZ an Stalins Staatsdichter Maxim Gorki, der einst Ossip Mandelstam einen Pullover, aber keine Hosen genehmigte. David Chipperfield und Okwui Enwezor erklären in der SZ, wie sie das Haus der Kunst in München sanieren wollen. Die FAZ eröfffnet eine Reihe zum Ersten Weltkrieg. Mehr lesen

Einfach nur weiter twittern?

02.01.2014. Die taz erzählt ein weiteres Kapitel über die kulturelle Gleichschaltung in Ungarn. Die FAZ will die Förderung für Dokumentarfilme erhalten wissen. Die SZ kapiert beim besten Willen die Texttafeln im Deutschen Museum nicht. In der SZ erklärt der Historiker Achim Landwehr, warum Akademiker bloggen sollten.Der Tagesspiegel begibt sich nach Umeå, eine der beiden europischen Kulturhauptstadte des Jahres, und staunt über die Modernität der Stadt. Und mit Jerry Lewis sagen wir, was zum frohen neuen Jahr nicht verschwiegen werden darf. Mehr lesen

Die am wenigsten schreckliche Welt

31.12.2013. Im Spiegel enthüllen Jacob Applebaum und andere Neues über die NSA und ihre Art und Weise, Computer und Iphones anzuzapfen. Währenddessen spotten Netzautoren bei Twitter über ein CBS-Video, in dem ein EX-NSA-Chef Edward Snowden als Verräter bezeichnet - und das sich CBS von Microsoft sponsorn lässt. In der taz fragt Stephan Wackwitz: gibt es eine Coolness des Alterns? Die NZZ erzählt, wie die Kultur nach Perm kam. Die Welt sucht nach einem gemeinsamen Nenner für die Jugendunruhen in der ganzen Welt. Im kolumbianischen Magazin El Espectador traut sich Héctor Abad, ein Intellektueller und zugleich ein Optimist zu sein. Zu den wenigen Gründen, 2013 gute Laune zu haben, zählte unserer Meinung nach Pharell Williams. Guten Rutsch, also! Mehr lesen

Mit Freunden zu einem Hunde-Essen

30.12.2013. Tobias Schwarz erinnert in den Netzpiloten an eine Niederlage der Öffentlichkeit im Jahr 2013 - die Verabschiedung des Leistungsschutzrechts. Für die taz porträtiert Gabriele Goettle Berlins berühmte Obdachlosenärztin Jenny De la Torre. Die Welt empfiehlt dringend einen Besuch bei Eva Hesse und Gertrud Goldschmidt in der Hamburger Kunsthalle. Die SZ ist empört über Europas schmutzige Flüchtlingspolitik. Und eine Insiderin wirft Martin Scorsese vor, dass er den Wolf der Wall Street glorifiziert. Mehr lesen

Abend bei Grass. Nieren.

28.12.2013. In der FAZ beschreibt Hülya Özkan, wie Tayyip Erdogan seine frommen Anhänger gegen die Mächte der Finsternis in Stellung bringt, womit er aber nicht seine korrupten Minister meint. Nur zur Hälfte positiv bilanziert die SZ die Erfolge des investigativen Journalismus in diesem Jahr. Die taz findet in den Tiefen des Darknet Mittel und Wege zur digitalen Mündigkeit. Die Welt bricht eine Lanze für die Twitteratur. Die NZZ bringt Auszüge aus Max Frischs "Berliner Journal". Mehr lesen

Die entscheidenden Diskursstellungen

27.12.2013. Der Economist erklärt, warum westliche Akademiker sich nicht trauen, den Namen Liu Xiaobo auszusprechen. Die NZZ weist uns in die Szene der ethnografischen Mp3-Blogger ein. Die taz guckt sakte-TV. Die SZ hat Lars von Triers Porno gesehen. Für die Welt ist Jonas Kaufmanns Tenor ein Instrument der Wahrheitsfindung. Nun ist es raus: Heidegger war Antisemit, meint die Zeit. Und der Tagesspiegel lernt im Iran, wie man gleichzeitig fromm sein und gut Geld verdienen kann.  Mehr lesen