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All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons - Archiv

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

November, 2008

Neupreußisches Bürschchen-Getue

29.11.2008. In der FR finden es die Schriftsteller Tariq Ali und Suketu Mehta recht bequem, wegen der Terroranschläge in Mumbai auf Pakistan zu zeigen. In Project Syndicate fragt Norman Manea mit Blick auf Milan Kundera, warum man sich für die Sünden einer Putzfrau, aber nicht für die eines großen Schriftstellers interessieren darf. In der Welt geht Arno Lustiger mit dem Antisemitismus der Uno-Konferenz von Durban ins Gericht. Stellen wir uns der trüben Wahrheit über Wirtschaftswissenschaftler, fordert Peter Sloterdijk in der NZZ. In der SZ sieht der Komponist Konrad Boehmer ein neues Biedermeier heraufziehen. Die FAZ will Bossanova. Und alle diskutieren über den Siegerentwurf für das Berliner Stadtschloss. Mehr lesen

Und ohne deren Wissen denken

28.11.2008. Im Guardian erklärt Shashi Tharoor zu dem Terroranschlag in Mumbai: Dieser Horror ist nicht hausgemacht. Auch Entsetzen lässt sich recyclen, beweisen Faz.net und Welt online. Die NZZ fragt: Gibt es eine Alternative zu Google? Überall wird Roland Suso Richters Film "Mogadischu" über die Entführung der "Landshut" als Gegengift zu Bernd Eichingers RAF-Film empfohlen. Die taz feiert das" beste Musikmagazin der Welt", The Wire. Die FAZ erlebte Sonny Rollins als Demosthenes des Saxofons. Und, ja, Levi-Strauss ist jetzt wirklich hundert. Mehr lesen

Intelligente Literaturvermittlung

27.11.2008. Die FR berichtet über das Stockholmer Treffen zwischen Salman Rushdie und Roberto Saviano. In der Welt spricht sich der Drummer von Polarkreis 18 für das Schleierhafte an der Musik seiner Band aus. Die SZ erklärt, warum die Berliner Volksbühne tot ist, aber als Untote weitermacht. In der taz singt Dmitri Muratow ein Loblied auf den Mut der Geschworenen im Politkowskaja-Prozess. In der Zeit rät Erwin Wurm: Bevorzugen Sie Robbenfellschuhe.
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Okay, du kannst fliegen. Na und?

26.11.2008. Die NZZ meldet: So langsam trauen sich die Norweger wieder, Knut Hamsun zu verehren. Die Welt meint: Die Berliner Schlossattrappe ist die verdiente Strafe für das Versagen der Moderne in der Architektur. Und dann ist noch die Frage, was hinten reinkommt, meint der Tagesspiegel. In der FR erklärt die Opernsängerin Natalie Dessay, warum sie die tiefen Töne so viel schöner findet als die hohen. Die FAZ staunt über die Intelligenz des Oktopus. Außerdem: Gorbatschow rätselhaft verschwunden. Mehr lesen

Maximale Partitur-Rendite

25.11.2008. Bei der taz ist nicht alles Goldt, was Essig und Gurk ist. Die FR bringt David Grossmans Dankesrede zum Erhalt des Geschwister-Scholl-Preises. Im Rahmen der FAZ-Berichterstattung über die Finanzkrise kommt es zur vierten apokalyptischen Vision Frank Schirrmachers. Die SZ haut unterdes mit jungen Dirigentenstars auf die Pauke. Mehr lesen

Die Glyzerintränen des Poeta lacrimosus

24.11.2008. Mit der FR freuen wir uns über eine neue Art: Willkommen auf Erden, Rhagoletis pomonella. Die Achse des Guten fragt: Wir karikaturistenfeindlich ist das Zentrum für Antisemitismusforschung? In der taz bringt Gabriele Goettle neue Episoden aus dem Leben Dorothea Ridders. In der FAZ spricht Aravind Adiga über Indien und Deutschland. In der SZ erklärt Martin Mosebach, warum er das Libretto zu "Fidelio" bearbeitete. Mehr lesen

Eines mit Teufeln drauf

22.11.2008. In Cargo durchlebt Ekkehard Knörer Rausch und Panik der Freiheit der Kritik im Netz. In der taz benennt Güner Balci das kommunikative Defizit zwischen Alt- und Neuneuköllnern. Die NZZ macht sich anhand von "Turm" und "Kinderhochzeit" Gedanken über den Stand der Erzählkunst. In der FAZ beschreibt Viktor Jerofejew, wie der Putinismus seinen Bürgern Loyalität abkauft, indem er ihnen Freiheit zur Gestaltung ihres Privatlebens einräumt. Mehr lesen

Hausgemachte Schande

21.11.2008. In der taz wittert Adam Krzeminski niedere Motive hinter der Berichterstattung über Milan Kunderas möglichen Verrat an Miroslav Dvorecek. Der Freitag sieht das ganz anders. Die Welt zitiert Hayek gegen Marx. Die NZZ spricht futuristically mit den Rapperinnen von Yo Majesty. Die SZ kommentiert das Urteil des BGH zur Frage, ob man Kraftwerk sampeln darf. Mehr lesen

(Winde, Wellen)

20.11.2008. Die Band Kraftwerk ist bis vor den BGH gegangen, um sich gegen die Übernahme von zwei Takten Musik zu wehren. Die taz fragt: Wem gehört der künstlerische Einfluss: der Band oder den Beeinflussten? Die Blogs spekulieren über massive Entlassungen bei Gruner und Jahr und bei Time. Die Welt hat Guido Knopp geguckt und findet: Die deutsche Geschichte ist wie Salzgebäck. Für die SZ hört Diedrich Diederichsen die mit Pomp und Circumstances exhumierten Guns'n'Roses. Mehr lesen

Nichtkatholiken sind im Nachteil

19.11.2008. Die SZ zeichnet den polnischen Streit um ein Weltkriegsmuseum nach. Der FR gehen beim Altar von Merode die Augen auf. Die taz ächzt angesichts von "Palermo Shooting": "Möge Wim Wenders sein Seelenheil gefunden haben!" Die FAZ macht sich Sorgen über das zunehmend ausländerfeindliche Russland. Mehr lesen

Geplärre im großen Maßstab

18.11.2008. Die taz bringt traurige Nachrichten vom Berliner Open Mike-Wettbewerb: Die Texte waren durchweg solide. Die Berliner Zeitung wundert sich über Medwedjew und sein elastisches Verständnis des Begriffs "Völkermord". Die FR erinnert an eine literaturhistorische Entscheidung zwischen Solschenizyn und Schalamow. Mehr lesen

Das hängende Handgelenk

17.11.2008. In der Welt sagt Michail Chodorkowsky einen weltweiten Linksruck an. In der FR beklagt Niall Ferguson das Grausame am Wahlsieg Obamas. Für die SZ hat Stewart O'Nan einen kleinen Nachruf auf die amerikanische Industrie geschrieben. Mehr lesen

Homo Faber, das bist du!

15.11.2008. Die NZZ duftet heute nach Tabak. Nicht Habgier ist der Motor des Kapitalismus, sondern Geiz, erklärt Wolfgang Sofsky in der Welt. Die taz liest eine wahnsinnig schräge Gebrauchsanweisung für Indien. Die FR taucht ab in die Büros von Manhattan. Die FAZ wandert durchs krisengeschüttelte New York. Die SZ begutachtet Parallelgesellschaften im akademischen Betrieb. Mehr lesen

Auf Comics fixiert wie ein Entenküken

14.11.2008. In der FR erklärt der Booker-Preisträger Aravind Adiga, warum er höchstwahrscheinlich niemals nach Deutschland kommen wird. In der NZZ spricht Art Spiegelman über sein "Porträt des Künstlers als junger %@)*!" In der taz bekennt Campino seinen Konservativismus. Die Welt staunt über den Erfolg von "World of Warcraft". Die SZ staunt über die Türken, die sich mit einer Schlaftablette in Wallung bringen. Mehr lesen

Ich verzichte auf Brot

13.11.2008. Verrat oder Tragödie? In der FR versucht György Dalos eine Rekonstruktion der Ereignisse in Prag 1950, die zur Inhaftierung Mirolsav Dvoraceks führten. In salon.eu.sk antwortet Martin Simecka auf die elf Großautoren, die Kundera verteidigten. In der Zeit brandmarkt Alena Wagnerova die Medienhinrichtung Kunderas (wie wir leider zu spät bemerkt haben). Online fordert Milena Oda: Kundera soll sprechen. In der Printausgabe In der taz kritisiert Alain Badiou den Kapitalismus. Die FAZ hat schon die Antwort auf die Krise: Meidet Mangos! Mehr lesen

Cayenne, Dreyfus, Chauvinismus

12.11.2008. Nun stellt sich heraus: Marx' "Kapital" ist ein Kunstwerk, zumindest in der Verfilmung von Alexander Kluge, finden SZ und taz. Die Welt findet, dass die Nobelpreisträger durch ihren "Blankoscheck" für Kundera eine Debatte über den Stalinismus in Osteuropa verhindern. In der FAZ zeigt sich Jürgen Dollase entsetzt über Ferran Adria, der meint, dass er für dasselbe Geld auch keine besseren Hamburger machen kann als McDonald's. Mehr lesen

Revival der Hausfrau?

11.11.2008. In der taz freut sich Kishore Mahbubani auf ein Ende der Dominanz des Westens. In der Welt macht Jeffrey Eugenides einen Übersetzungsvorschlag für das Wort "post-racial". Respekt weist nach, dass Milan Kundera entgegen seiner Behauptung die meisten Protagonisten der Verratsaffäre aus dem Jahr 1950 kannte. In der SZ warnt Richard Sennett vor der Herablassung der Soziologen. Die FAZ bringt die Antwort der Mode auf die Krise: Plateausohlen. Mehr lesen

Total gemorphte Person

10.11.2008. Respekt antwortet den Literaturnobelpreisträgern, die Milan Kundera zur Seite eilten: Und was ist mit der historischen Wahrheit?  Die Welt resümiert Forschungen der Filmwissenschaft: Die meisten Dokumentaraufnahmen aus dem Ersten Weltkrieg sind keine. Außerdem fordert Adam Krzeminski einen deutsch-polnischen Gedenktag. In der NZZ erklärt Manthia Diawara, wie Afrika aus zwei halben ein ganzes Kino machen sollte. Die FR hat aus Mario Vargas-Llosas Freiheitsrede Einsichten über die Finanzkrise gewonnen. Mehr lesen

Das Wienerische, Vorstadtordinäre daran

08.11.2008. Vor neunzig Jahren war Revolution. Heinrich August Winkler würdigt in der Welt die Sozialdemokraten, die unter schwierigsten Bedingungen versuchten, eine Demokratie aufzubauen. Hans-Ulrich Wehler tut das gleiche im Tagesspiegel. Obama macht keine Revolution, aber er ist eine, meint der amerikanische Autor David Alarcon in der taz. Er ist keine, und er macht auch keine , meint dagegen der konservative schwarze Publizist Shelby Steele in der Welt. Mehr lesen

Zentrale Gründe der Abwärtsbewegung

07.11.2008. In der Welt feiern Gäste der American Academy das nunmehr angebrochene postrassistische Zeitalter. Die NZZ befürchtet in den nächsten zwei Jahren ein Gemetzel unter den westlichen Medien. In der SZ schimpft Robert Menasse, wie das eben so Sitte ist in Österreich, auf Österreich. Le Monde hat in Prag mit Protagonisten der Kundera-Affäre gesprochen. Mehr lesen

Jetzt bloß keine negro spirituals singen

06.11.2008. Wir verlinken dank Berliner Zeitung auf die ersten HipHop-Songs zum welthistorischen Ereignis, auf das in der FR außerdem eine Reihe bekannter Schriftsteller von Ariel Dorfman bis Tariq Ali reagiert. Der taz wird schon ungemütlich: Sie verabschiedet den Hedonismus. In der Zeit stellt Jürgen Habermas die neoliberale Agenda nun endgültig zur Disposition. Mehr lesen

Our climb will be steep

05.11.2008. Yes, he could. Wir verlinken auf seine Rede. Das alte Europa beschäftigt sich indes noch mit der übrigen Aktualität. In der FR leiht sich Ulrich Beck einen Begriff von Josef Ackermann. Die Welt besucht Luhmanns Bielefeld. Die Kundera-Affäre ist den meisten Feuilletons trotz der kollektiven Nobelpreisträgersolidarisierung zumeist kein Wort wert. Nur der Tagesspiegel fordert die objektive Wahrheit. Und in Deutschlandradio hält Jiri Grusa das Polizeidokument für echt - und er glaubt Kundera doch. Mehr lesen

Nur Gebetsbücher mit Litaneien

04.11.2008. Elf weltbekannte Autoren, darunter J.M. Coetzee, Salman Rushdie, Jorge Semprun, Gabriel Garcia Marquez bekennen in Le Monde ihre Solidarität mit Milan Kundera. Auch Richard Wagner kommentiert die Kundera-Affäre in der Achse des Guten: "Besser wäre es, er würde reden." In der FAZ kritisiert die chinesische Dissidentin Qinglian He den chinesischen Onlinedienst der Deutschen Welle. In der Welt erinnert Wolf Lepenies an den amerikanischen Publizisten Randolph Bourne. Mehr lesen

Vorkommnisse gab es heuer keine

03.11.2008. "Ritter Dene Voss" am Deutschen Theater haben's auch nicht rausgerissen. Die Welt ist enttäuscht über den Beginn der Theatersaison in Berlin. In der Welt Online erklärt Bettina Röhl die Politik der Haarfarben in Bernd Eichingers RAF-Film. Die Berliner Zeitung analysiert Barack Obamas Wahlkampf als ein perfektes Beispiel für modernes Branding. Im Guardian schreibt Don de Lillo über seine Liebe zum Kino. Mehr lesen

Mal sehen, was wird

01.11.2008. In der NZZ spricht Büchnerpreisträger Josef Winkler über die Schwierigkeit, heimliche Mächte zu zertrümmern. Die taz porträtiert den flamboyanten türkischen Starautor Murathan Mungan. Die FR beklagt die heitere Lethargie in Berlins Szenevierteln. Die Welt erinnert an den Novemberpogrom von 1938. In der FAZ erzählt Frank Schirrmacher aus seinem Leben als Truthahn. Mehr lesen

Archiv: Bücherschauen

Scheinbar flüchtiger Strich

26.07.2016. Die FAZ sieht der Invasion der "neuen Wilden" wie Bärenklau, Waschbär und Co. nach der Lektüre von Fred Pearce gelassen entgegen. Die FR sucht mit Dieter Henrichs "Sein oder Nichts" das Unvordenkliche. Die Finnen können auch warmherzig witzig, lernt die SZ mit Olli Jalonens Roman "Von Männern und Menschen". Die taz verliebt sich in die junge Prostituierte aus "Fräulein Rühr-mich-nicht-an". Mehr lesen

Heute in den Feuilletons

Dekorativ-degoutante Dekadenz

20.01.2014. Widersprüchliche Auskunft geben die Zeitungen über Karin Beiers siebenstündiges Atridenfluchspektakel "Die Rasenden" nach Euripides, Sartre, Aischylos und Hofmannsthal. Die NZZ hält den Erkenntnisgewinn für so mittel, die FAZ für null, und für die Welt steht fest: Das Hamburger Schauspielhaus ist zurück. In der Berliner Zeitung befasst sich Anetta Kahane mit der Diskrepanz zwischen dem Äußeren Beate Zschäpes und ihren Taten. Springteufel Morozov ploppt heute in der SZ auf. Mehr lesen

Sie sind schon denkend

18.01.2014. Die ersten Reaktionen auf Barack Obamas Rede sind zwiespältig bis kritisch. The Verge und die Electronic Frontier Foundation vergleichen Obamas Maßnahmen Punkt für Punkt mit Forderungen von Bürgerrechtsgruppen. Wir binden Julian Assanges CNN-Interview ein: Der Wikileaks-Gründer kritisiert vor allem, dass die Geheimgerichte nicht abgeschafft werden. Auch Deutsche Politiker reagieren laut FAZ bis hin zur CDU recht skeptisch auf Obamas Rede. Außerdem: Arno Schmidt in der taz. Und Luc Bondys Pariser Marivaux-Inszenierung mit Isabelle Huppert allüberall. Mehr lesen

Bei der Kante hat man nur eine Chance

17.01.2014. In der Berliner Zeitung erzählt Marina Hoermanseder, warum sie so gerne Korsette aus Leder macht. In der FAZ bangt die Ökonomin Shoshana Zuboff um Barack Obama, der in seiner heutigen NSA-Rede gewaltig versagen könnte. Die NSA bringt sowieso nix, hat die SZ herausgefunden. Man kann Schriftsteller nicht züchten, ruft die Welt der Zeit zu. Die NZZ hält dem lauernd anmutenden Blick eines Papstes namens Innozenz stand. Mehr lesen

Der Heintje-Effekt

16.01.2014. In der taz fordert Steve McQueen, dass sich Briten und Amerikaner in punkto Vergangenheit an die eigene Nasen fassen. Die NZZ fordert ungewöhnliche Lehrer. Im Freitag erinnert Wolfgang Müller die reaktionären Aspekte am Werk Arno Schmidts. Kenan Malik plädiert in seinem Blog gegen das Verbot der Dieudonné-Shows. Die Zeit arbeitet den Fall Beltracchi auf und bringt selbstkritische Anmerkungen zum Literaturbetrieb. Außerdem im Freitag: ein Interview mit Karl Ove Knausgård und Armond Whites Kritik an Steve McQueens Film "12 Years a Slave". Mehr lesen

Es toben Bassläufe wie Harpyien herauf

15.01.2014. In der FAZ antwortet Evgeny Morozov auf Sascha Lobo und rät jenen Staaten, die uns NSA und Co. bescherten, uns von Google und Co. zu befreien. Die New York Times erklärt, wie die NSA Computer infiltriert, die nicht im Netz sind. Verlage jammern zwar rum, aber laut kress.de verdienen sie prächtig: dank überlasteten Redakteuren und unterbezahlten Freien. Die SZ geriet bei Mahler unter Kirill Petrenko in Ekstase. Und wenn Russland und die USA auf Franziska Augstein hören, ist demnächst auch Friede in Syrien. Mehr lesen

Gar kein Platz mehr für Gezicke

14.01.2014. Die NZZ verfolgt mit Entsetzen den Erfolg des Films "Fack ju Göhte". Die SZ traut sich nach Sankt Pauli. Für die FAZ reist Andrzej Stasiuk nach Belzec. In der Welt entpuppt sich Rolando Villazón als Rolando-Villazón-Bewunderer. Die taz fordert mit Thomas Mießgang eine neue Kultur der Unhöflichkeit. Mehr lesen

Seltsam sacht, schwebend fast

13.01.2014. Die NZZ ging nach Halberstadt, John Cage hören. In der taz freut sich Jochen Schimmang über die Wiederentdeckung des Autors Christian Geissler. Die französischen Medien fragen: Wie privat oder wie öffentlich ist François Hollandes Affäre mit einer Schauspielerin? Nicht das Internet ist kaputt, meint Martin Weigert in Netzwertig in einer Replik auf Sascha Lobo in der Sonntags-FAZ, sondern der Mensch in seinem Sicherheitswahn. Die SZ sucht nach glasklaren Tatbeständen, um einst von den Nazis requirierte Kunstwerke zu restitutieren. Mehr lesen

Mit offensiver Offenheit

11.01.2014. Mit Übertreibung ist der Dekadenz der Banker und Broker nicht beizukommen, stellt die taz zu Martin Scorseses Film "The Wolf on Wall Street" fest. Die Welt erinnert an eine Zeit, als die Öffentlich-Rechtlichen ihr Publikum noch überforderten. Die NZZ plädiert dafür, die Werke türkischstämmiger Künstler in Deutschland nicht länger bloß als Zeugnisse von Migration und Hybridität zu begreifen. Die SZ würdigt die Verdienste des chinesischen Kurznachrichtendienstes Weibo. Und die FAZ verneigt sich vor Arno Schmidt. Mehr lesen

Jeder Passant ein Mörder

10.01.2014. Das TLS erzählt, wie französische und tschechische Surrealisten 1935 über Kunst und Revolution diskutierten. Die NZZ bewundert die Blumensamen-Designs von Paul Smith. Ein Untersuchungsausschuss der EU erklärt die Massenüberwachung durch NSA und GCHQ für illegal, berichtet der Guardian. Die Welt bewundert Martha Argerich beim Nägel lackieren. Als E-Book ist "Mein Kampf" ein Besteller, meldet Gawker. Die SZ schleicht mit dem legendären Superverbrecher Fantomas durch Paris. Mehr lesen

Absolute Theatermanie

09.01.2014. Im Tagesspiegel erklärt die schwarze Autorin Zadie Smith, warum alle weißen Figuren in ihrem Roman "London NW" als solche ausgewiesen werden, während die Hautfarbe der anderen Personen nicht benannt wird. Die taz erklärt, warum das digitale Filmerbe zurück auf Zelluloid soll. In der NZZ schreibt die russische Schriftstellerin Elena Chizhova über das traurige Leben der Architekten in Petersburg. In der Zeit feiern Haruki Murakami und Thomas Hitzlsperger ihr Coming Out - der eine von beiden als Superman. Mehr lesen

Zeit für eine Rasur

08.01.2014. In der taz spricht Ilija Trojanow über die Wirkungen des Schriftstelleraufrufs gegen den digitalen Überwachungsstaat und wettert über "Defätisten, die es sich auf dem Hochsitz der pessimistischen Weltanschauung" bequem machen. Die NZZ stellt die Seite Alfredflechtheim.com vor, die von mehreren Museen erstellt wurde. Die Welt bewundert den alten Mann Robert Redford und das Meer. Die FAZ veröffentlicht einen Aufruf für Liu Xia. Und die SZ überlegt, wer sich Dissident nennen darf. Mehr lesen

Solange man es nicht schwul nennt

07.01.2014. In der FAZ beklagt der Philosoph Marco Wehr die fatale Wissenschaftsgläubigkeit der Politik - und der Wissenschaft selbst. In der NZZ erklärt Shlomo Sand, was er meint, wenn er von der "Erfindung des jüdischen Volkes" spricht. Die Welt erkundet die "Macht der Machtlosen". Die SZ möchte die Achse Paris-Berlin-Warschau stärken. Und die taz staunt über den Kurator Kaspar König, der behauptet, in Russland alles zu dürfen. Mehr lesen

Wir dynamisieren das Hamsterrad

06.01.2014. In der NZZ erinnert Bora Cosic an den jugoslawischen Architekten und Freund Bogdan Bogdanovich. Der Guardian bringt einen Auszug aus Claudia Roth Pierponts neuer Philip Roth-Biografie. In der FAZ wendet sich Kunsthistoriker Jeffrey Hamburger entschieden gegen die Ökonomisierung der Wissenschaft. In der Welt legt der Historiker Thomas Weber ein Wort für die deutschen Soldaten des Ersten Weltkriegs ein. Und Necla Kelek fordert, dass die Kinder der Roma und Sinti von der Politik nicht im Stich gelassen werden. Mehr lesen

Wie die Krallen einer Katze auf Glas

04.01.2014. In der Welt verlieren Andrzej Stasiuks Augen die Bodenhaftung. In der FR erzählt Steve McCurry, was die Zeit mit dem Fotografen und dieser mit der Zeit macht. In der NZZ spricht Junot Díaz über das Schreiben und die Zeit. Spiegel Online zitiert eine Studie über das immer religiösere Weltbild der Amerikaner: Ein Drittel nimmt die Bibel wörtlich. Die taz fordert analogen Protest gegen digitale Überwachung. Mehr lesen

Die Melodie der Macht

03.01.2014. Die Washington Post erklärt mithilfe von Snowden-Papieren, wie die NSA das Netz in Besitz nehmen will. Die Welt porträtiert den rechtsextremen und postkolonialen Komiker Dieudonné, dem durch ein mögliches Tourneeverbot in Frankreich unverdiente Aufmerksamkeit zuteil wird. Schriftsteller Alberto Nessi erinnert in der NZZ an Stalins Staatsdichter Maxim Gorki, der einst Ossip Mandelstam einen Pullover, aber keine Hosen genehmigte. David Chipperfield und Okwui Enwezor erklären in der SZ, wie sie das Haus der Kunst in München sanieren wollen. Die FAZ eröfffnet eine Reihe zum Ersten Weltkrieg. Mehr lesen

Einfach nur weiter twittern?

02.01.2014. Die taz erzählt ein weiteres Kapitel über die kulturelle Gleichschaltung in Ungarn. Die FAZ will die Förderung für Dokumentarfilme erhalten wissen. Die SZ kapiert beim besten Willen die Texttafeln im Deutschen Museum nicht. In der SZ erklärt der Historiker Achim Landwehr, warum Akademiker bloggen sollten.Der Tagesspiegel begibt sich nach Umeå, eine der beiden europischen Kulturhauptstadte des Jahres, und staunt über die Modernität der Stadt. Und mit Jerry Lewis sagen wir, was zum frohen neuen Jahr nicht verschwiegen werden darf. Mehr lesen

Die am wenigsten schreckliche Welt

31.12.2013. Im Spiegel enthüllen Jacob Applebaum und andere Neues über die NSA und ihre Art und Weise, Computer und Iphones anzuzapfen. Währenddessen spotten Netzautoren bei Twitter über ein CBS-Video, in dem ein EX-NSA-Chef Edward Snowden als Verräter bezeichnet - und das sich CBS von Microsoft sponsorn lässt. In der taz fragt Stephan Wackwitz: gibt es eine Coolness des Alterns? Die NZZ erzählt, wie die Kultur nach Perm kam. Die Welt sucht nach einem gemeinsamen Nenner für die Jugendunruhen in der ganzen Welt. Im kolumbianischen Magazin El Espectador traut sich Héctor Abad, ein Intellektueller und zugleich ein Optimist zu sein. Zu den wenigen Gründen, 2013 gute Laune zu haben, zählte unserer Meinung nach Pharell Williams. Guten Rutsch, also! Mehr lesen

Mit Freunden zu einem Hunde-Essen

30.12.2013. Tobias Schwarz erinnert in den Netzpiloten an eine Niederlage der Öffentlichkeit im Jahr 2013 - die Verabschiedung des Leistungsschutzrechts. Für die taz porträtiert Gabriele Goettle Berlins berühmte Obdachlosenärztin Jenny De la Torre. Die Welt empfiehlt dringend einen Besuch bei Eva Hesse und Gertrud Goldschmidt in der Hamburger Kunsthalle. Die SZ ist empört über Europas schmutzige Flüchtlingspolitik. Und eine Insiderin wirft Martin Scorsese vor, dass er den Wolf der Wall Street glorifiziert. Mehr lesen

Abend bei Grass. Nieren.

28.12.2013. In der FAZ beschreibt Hülya Özkan, wie Tayyip Erdogan seine frommen Anhänger gegen die Mächte der Finsternis in Stellung bringt, womit er aber nicht seine korrupten Minister meint. Nur zur Hälfte positiv bilanziert die SZ die Erfolge des investigativen Journalismus in diesem Jahr. Die taz findet in den Tiefen des Darknet Mittel und Wege zur digitalen Mündigkeit. Die Welt bricht eine Lanze für die Twitteratur. Die NZZ bringt Auszüge aus Max Frischs "Berliner Journal". Mehr lesen

Die entscheidenden Diskursstellungen

27.12.2013. Der Economist erklärt, warum westliche Akademiker sich nicht trauen, den Namen Liu Xiaobo auszusprechen. Die NZZ weist uns in die Szene der ethnografischen Mp3-Blogger ein. Die taz guckt sakte-TV. Die SZ hat Lars von Triers Porno gesehen. Für die Welt ist Jonas Kaufmanns Tenor ein Instrument der Wahrheitsfindung. Nun ist es raus: Heidegger war Antisemit, meint die Zeit. Und der Tagesspiegel lernt im Iran, wie man gleichzeitig fromm sein und gut Geld verdienen kann.  Mehr lesen