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All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Aus dem Archiv
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons - Archiv

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

November, 2010

Alles in ihrer Macht stehende

30.11.2010. Wikileaks treibt die Medien und die Blogs um. Die Welt kritisiert, dass Wikileaks stets nur demokratische, also relativ transparente Staaten angreift. Aber den Arabern scheint's auch peinlich zu sein: Nicht mal Al Jazeera berichtet über die Äußerungen der Scheichs, hat die taz herausgefunden. In der FAZ erklärt der Philosoph Reinhard Brandt, warum er an einem eigentlich abgeblasenen Kongress im Iran teilnahm. Die SZ berichtet über die beiden im Iran entführten deutschen Journalisten. Kazem Moussavi nennt in einem Offenen Brief an Kanzlerin Merkel die Namen der beiden. Mehr lesen

Wir haben etwas vergessen im Untergrund

29.11.2010. In der Welt schildert Colm Toibin die irische Katastrophe auch als ein Versagen Europas. Und Alan Posener fordert die Abschaffung des Dresdner Hannah-Arendt-Instituts. Die NZZ fragt sich, warum die lettischen Russen lieber den russischen als den lettischen Pass beantragen. Die Berliner  Zeitung berichtet über Kultursparzwänge in deutschen Gemeinden. Die SZ druckt eine eher apokalyptisch gestimmte Zukunftsrede von Volker Braun. BoingBoing beobachtet die Reaktionen der Medien auf die jüngsten Wikileaks-Enthüllungen. Mehr lesen

Unter Blumen eingesenkte Kanonen

27.11.2010. Die FR bringt ein Interview mit Raphael Gross, dem Leiter des Jüdischen Museums in Frankfurt. In der SZ beklagt sich Peter Handke, dass sich die Medien immer wieder mit seinem Verhältnis zu Karadzic aufhalten, wo er doch so schöne Bücher schreibt. Die NZZ erzählt, warum die Nazis Chopin fürchteten. Irights.info fragt vor der Anhörung im Bundestag: Leben Autoren wirklich vom Urheberrecht? Die taz porträtiert Künstlerin Michaela Melian, deren "Memory Loops" von München zwar als Gedenkkunstwerk ausgezeichnet, aber nicht gerade promoted wurden. Mehr lesen

Du weißt doch, dass ich Bedeutung hasse

26.11.2010. In der FR erklärt Karin Beier Köln zur Verbrecherhauptstadt Nummer 1. Carta fragt nach den Chancen einer Open Data-Bewegung in Deutschland. Die SZ fordert Respekt vor den Unvereinbarkeiten mit den Roma. Die NZZ berichtet über einen offenen Brief iranischer Studenten an Barack Obama, den sie auffordern, klarer Stellung zu den Untaten des Regimes zu beziehen. Zugleich reisen eine Menge deutsche Bischöfe und FDP-Politikerinnen in den Iran, um den interkulturellen Dialog zu pflegen. Mehr lesen

Es ist der schneidige Ton, der einen packt

25.11.2010. In der Jungle World wehrt sich Mina Ahadi gegen Vorwürfe des Irans und der Zeit, sie habe zwei deutsche Journalisten nicht über die Gefahren im Iran aufgeklärt. In der FR erklärt der Politologe Rainer Forst, warum Menschenrechte kein religiöser Wert sind. FAZ und SZ antworten auf Vorwürfe der taz, sie seien einem rechten Pamphlet aufgesessen. Der Welt ist der neue Kult der Salonmalerei suspekt. In der NZZ ruft der irische Autor John Banville: "Ach, bitterer Tag!" Mehr lesen

Die dritte Etappe der Befreiung

24.11.2010. Verliert Irland seine Seele an Deutschland?, fragt die SZ. Aber Colm Toibin macht sich da im Guardian keine großen Sorgen und singt eine Hymne auf die EU. Die FAZ berichtet über grauenhafte Zustände in russischen Kinderheimen und Repression gegen Journalisten, die dies anprangern. Robert Darnton träumt im Blog der NYRB von einer Digital Public Library of America. Die Menschenrechtlerin Mina Ahadi wendet sich gegen das iranische Staatsfernsehen und deutsche Journalisten, die sie für die Lage der gekidnappten deutschen Journalisten verwantwortlich machen. Und es lebe Cee-Lo Green! Mehr lesen

Der Keltenkult des Kopfabtrennens

23.11.2010. Den Rezensenten der FAZ und SZ hatte das französische Antiglobalisierungsmanifest "Der kommende Aufstand" Schauer des Wohlbehagens über den Rücken gejagt. Da dachten sie noch, es sei links. In Wirklichkeit ist es aber rechts, meint jedenfalls die taz. In der Welt bricht Mathias Döpfner das Schweigen des Springer-Konzerns zu den beiden im Iran festgehaltenen Journalisten - allerdings nennt er nach wie vor die Namen nicht. Tim Berners-Lee verteidigt im Scientific American die Freiheit des Netzes. In der FAZ protestiert Herta Müller gegen einen Artikel des Securitate-IMs Claus Stephani, der seine Täter- mit ihrer Opferakte gleichsetzte. Mehr lesen

So bequem liest sich ein Buch ja gar nicht

22.11.2010. In der NZZ bekennt sich Ruth Klüger als Fan des Ebooks. Und Slavoj Zizek schämt sich, als Linker auf der Seite des Staates zu stehen. In der Welt erklärt Sven Regener von Element of Crime, warum er sein geistiges Eigentum auch mit Anwälten verteidigt. Das Theaterereignis des Wochenendes ist klar ein doppeltes: Roland Schimmelpfennigs neues Stück wurde am Deutschen und am Thalia Theater erstaufgeführt: Hamburg führt bei den Kritikern. Die FAZ staunt: Schwule und Kondome werden bei den Katholiken immer populärer. Mehr lesen

Schwester Lüge und Bruder Schmerz

20.11.2010. Tolstoi in allen Feuilletons: Welches war der Grund seiner allerletzten Flucht?, fragt die Übersetzerin Rosemarie Tietze in der Welt. Die Atmosphäre unter Rumänen und Rumäniendeutschen ist heute vergifteter als unter der Diktatur - ein posthumer Sieg der Securitate, schreibt Claus Stephani in der FAZ. In der taz erklärt der Künstler Bill Drummond, warum er einen "No-Music-Day" ausgerufen hat.  Die NZZ berichtet über den Fall des Historikers Michael Richter am Dresdner Hannah-Arendt-Institut, der als einstiger Stasi-IM enttarnt wurde. Mehr lesen

Bilder, Körper und Frauen

19.11.2010. Die Vollversammlung der UNO hat zwar ungerechfertigte Exekutionen verurteilt - aber die Todesstrafe wegen sexueller Orientierung wird nicht mehr kritisiert, meldet Queer.de. Die Tatsache, dass Handke Karadzic besuchte, sei doch seit 2008 bekannt, hatte die SZ zu der "Enthüllung" in Malte Herwigs Biografie gesagt. Mag sein, antwortet Herwig in seinem Blog, aber warum hat die SZ seinerzeit nicht darüber berichtet?  FR und NZZ beklagen den Verfall der italienischen Kultur unter Berlusconi. Die taz findet am Ende doch noch einen Sinn in PopkritikMehr lesen

Ein Gedanke wie eine Granate

18.11.2010. Unentschuldbar findet Richard Wagner in der NZZ Oskar Pastiors Securitate-Dienste. In der FAZ dagegen hätte Ernest Wichner gern mal ein paar handfeste Beweise statt Gerüchten über die angebliche Spitzeltätigkeit Pastiors. Im Blog Neunetz fragt Marcel Weiss, warum Deutschland in 12 Jahren Internet keine einzige internationale Erfolgsgeschichte aufzuweisen hat. Die Welt sieht den Kulturalismus der Uno blamiert. Die Zeit gibt Mina Ahadi Schuld an der Verhaftung zweier deutscher Journalisten im Iran. Die SZ erzählt wie einem verliebten albanischen Maler etwas zuviel Himmelblau zum Verhängnis wurde. Mehr lesen

Es ist ein Recht am Inhalt

17.11.2010. Oskar Pastior hat Schuld auf sich geladen, meint die Welt nach Dieter Schlesaks Enthüllungen über die Securitate-Berichte des Dichters. Die NZZ ist dagegen vorsichtiger und zitiert den Germanisten Stefan Sienerth: "Man soll keine Dinge in die Welt setzen, die nicht eindeutig belegt sind." Sienerth spricht auch in der FAZ über den Fall. Die Welt bringt außerdem die Verteidigungsrede des iranischen Regisseurs Jafar Panahi. In der FR findet Hans Mommsen nichts Neues an der Studie zum Auswärtigen Amt. Christoph Lemmer erzählt in seinem Blog von einem eindrucksvollen Protest gegen die drohende Steinigung Sakineh Ashtianis. Mehr lesen

Diese innere Differenz

16.11.2010. In der FAZ erhebt Dieter Schlesak schwere Vorwürfe gegen seinen einstigen Freund Oskar Pastior, der ihn und andere für die Securitate offenbar intensiv bespitzelte. In der Welt spricht die Arabistin Angelika Neuwirth über den mediterranen Synkretismus des Koran. Die SZ fragt: Sind wir wirklich die Menschheit oder eine Pilzkrankheit auf Mutter Erde? Mashable erzählt, wie sich die Redakteure von Newsweek.com gegen die Fusion von Newsweek und The Daily Beast wehren. Das Netz diskutiert über das neue E-Mail-Programm von Facebook. Mehr lesen

Ich mache das alles noch viel schöner

15.11.2010. Die NZZ berichtet vom traurigen Niedergang der Basler Zeitung. Außerdem bewundert sie Julius Schulmans ultracoole Architekturfotografien. Die FR würde gern einen Schraubstock in voller Härte genießen. Heise weist auf ein neues Urteil des BGH zum Urheberrecht im Internet hin. Und die FAZ meldet Enthüllungen des Papst-Attentäter Ali Agca im türkischen Staatsfernsehen: "Auf jeden Fall steckt die Regierung des Vatikans hinter dem Attentat." Mehr lesen

Insofern ist Macht eine Geisteswissenschaft

13.11.2010. In der NZZ entdeckt Cees Nooteboom mit Francisco de Zurbaran die Beinahe-Wollust an körperlichen Torturen. Die FAZ fragt, wann dem Geschäftsmodell zeitgenössische Kunst eigentlich die Bedeutung abghanden gekommen ist. In der FR kratzt Ulrich Beck an der Übermacht globalisierter Märkte. Und Spiegel Online kolportiert Gerüchte, nach denen Facebook am Montag Google Mail den Todesstoß versetzen könnte. Mehr lesen

Man konnte mit dem Mauspfeil darauf klicken

12.11.2010. Die SZ meldet, dass Dominik Grafs TV-Serie "Im Angesicht des Verbrechens" von ARD-Programmchef Volker Herres in den Quotenorkus verbannt wird - in der FR schwärmt Herres noch von der tollen Qualität der Serie. Das Blog The Daily Beast meldet, dass es mit Newsweek fusioniert - und Tina Brown wird Chefredakteurin von beiden. In der taz erklärt Jeremie Zimmermann von der französischen Netzbürgerrechtsgruppe La Quadrature du Net, warum das Acta-Abkommen gekippt werden sollte. Die FAZ staunt über die unnatürlich gestapelte Bauchmuskulatur in den Zeichnungen Michelangelos Mehr lesen

Schönheit herrscht in überwältigender Fülle

11.11.2010. Kulturpolitische Misere allüberall. Bonn spart. Halle schafft Theater ab (so der Freitag). In Berlin wird eine Kulturloge für Bedürftige gegründet (so die SZ).  Mit Flensburg geht's auch schon bergab: Die Zeit berichtet in einem Dossier. In Griechenland gewähren Milliardäre der Allgemeinheit (und der Berliner Zeitung)  immerhin Einblick in tennisplatzgroße Swimmingpools. Mehr lesen

Kompliziert ausgearbeiteter Dachschaden

10.11.2010. Phantomschmerzen über Jugoslawien begutachtet die Welt. Wenn es weh tut, verstößt es gegen die Menschenrechte, erklärt Natan Sznaider in der FR. In der FAZ sieht Bernard-Henri Levy die drohende Hinrichtung Sakineh Ashtianis als Test für den Westen und den Iran. In der SZ erklärt Claus Leggewie "Islamophobie" zum neuen Antisemitismus. Und Thomas Steinfeld klärt Alice Schwarzer auf: Nicht die Frauen, der Kapitalismus hat den Feminismus ermöglicht. Mehr lesen

Geschmackvoll beleuchtet der Stahlhelm

09.11.2010. Die FR rügt die Hartherzigkeit des Zentralrats der Juden gegenüber Israelkritiker Alfred Grosser. Matthias Küntzel wirft dem Auswärtigen Kulturausschuss des Bundestags Anbiederung an den Iran vor. In der FAZ schreibt Mina Ahadi über die möglicherweise bevorstehende Hinrichtung Sakineh Ashtianis. Clay Shirky erklärt Rupert Murdoch, warum die Paywall keine Lösung ist. Rue89 ist eindeutig: Jean-Luc Godard ist kein Antisemit, man versteht ihn nur miss.Die SZ wundert sich über die Gewerkschaft Ver.di, die Urheberrechtsverstöße so scharf ahnden will wie Kinderpornografie. In der NZZ erklärt Jean-Luc Godard: "Das Urheberrecht ist eine Fiktion." Mehr lesen

Kalte, niemals zu sättigende Brut

08.11.2010. Die SZ dokumentiert Martin Walsers Marbacher Rede für Ernst Jünger. Die Welt zeigt sich von Walsers bei dieser Gelegenheit gezogenem Vergleich von Jünger und Kafka ziemlich irritiert. In der taz meint Timothy Garton Ash: Wer freies Feld für Mohammed-Karikaturen fordert, darf auch die Holocaust-Leugnung nicht kriminalisieren. In der NZZ prangert die Autorin Irena Brezna die Gewalt gegen Frauen in Tschetschenien an. Auch in Russland - und besonders in Tschetschenien - wird jetzt für die Einführung der Scharia plädiert, berichtet die FAZ. Die FAZ druckt auch die Laudatio von Alice Schwarzer auf Necla Kelek für den Preis der Naumann-Stiftung. Mehr lesen

Bin ich eitel?

06.11.2010. In der taz spricht der chinesische Journalist Michael Anti über Netz und Journalismus in China. Und der Literaturwissenschaflter Helmut Lethen erklärt, wie Ernst Jünger dem Arbeiter jegliche organische Substanz entzog. Überhaupt haben viele Feuilletons Berichterstatter nach Marbach zur großen Ernst-Jünger-Schau entsandt. Die FR staunt über ein luftiges und leichtes und 231 Meter hohes Wohnhaus in Bangkok. Die NZZ fragt, warum Banken in Kunst investieren.  Mehr lesen

Das ist diese nächste Generation!

05.11.2010. Die nötige Freiheit haben Chinas Intellektuelle, um kritische Frage zu stellen, meint der Historiker Wang Hui in der NZZ. Aber haben sie auch genug Format? In der Welt sorgt sich Franz Schuh um die Untoten des deutschen Literaturbetriebs. In der SZ hält Hans Mommsen, historisch gesehen, die Schuldfrage für überschätzt. Die FAZ lernt: Was dem Auswärtigen Amt fehlt, ist ein Thomas Harlan. Die taz beweist mit den Witmark-Demos Bob Dylans einzigartige Großartigkeit. Die FR empfiehlt heute das Nachtprogramm der ARD: "Entweder Broder". Mehr lesen

Junge schöne Menschen vor gepflegten Landschaften

04.11.2010. Die FR schildert, wie in Italien jetzt Neofaschisten Häuser besetzen und in Kulturzentren umwandeln. Die Zeit inspiziert die neue Berliner Kreativwirtschaft. Die SZ bilanziert die Expo von Schanghai eher süß-sauer. Im Freitag durchlebt Jochen Schmidt noch einmal die Schrecken der DDR-Kinderliteratur. Die Welt sieht Rentiere im Hamburger Bahnhof. Und die taz entdeckt in Angela Schanelecs "Orly" Gott, vielleicht aber auch die wahre Kunst. Mehr lesen

Der Inhalt ist Indoktrination pur

03.11.2010. In der Welt stellt Carlos-Regisseur Olivier Assayas klar, dass es das revolutionäre Subjekt  nicht gibt, sondern nur Botschaften, die ein Staat einem anderen schickt. In der FR erinnert der Ethiker Markus Tiedemann daran, dass die Menschenrechte über die Zustimmung der Religion erhaben sind. In der NZZ schildert György Dalos einen besonders bitteren Fall von Ungarntümelei. In der SZ erklärt die Reporterin Dana Priest, dass sie erst mit der CIA diskutiert, bevor sie sie in die Pfanne haut. Und das Internationale Komitee gegen die Steinigung fürchtet sehr aktuell um die Iranerin Sakineh Ashtiani. Mehr lesen

Der Dampf über ihren Laptops

02.11.2010. Staatsrechtler Ernst-Wolfgang Böckenförde versucht in der FR, Christentum und Aufklärung in eine einzige Leitkultur zu stecken. Und Götz Aly erzählt, wie er im Archiv des AA durch einen prüfenden Blick der Lesesaalleiterin in die Kategorie Feind eingestuft wurde. Der Medienwissenschaftler Lorenz Lorenz-Meyer äußert sich auf scarlatti.de nicht sehr positiv über den Online-Journalismus in unseren Leitmedien. Die NZZ macht uns mit dem Sozialtypus soshoku danshi vertraut. Die SZ beleuchtet das Elend der audiovisuellen ArchiveMehr lesen

Er hält sich für klasse

01.11.2010. Heute spricht das Erste Pius XII. selig. In der Welt erklärt Rolf Hochhuth noch einmal, wie er auf den "Stellvertreter" kam: durch einen Brief Ernst von Weizsäckers ans AA, der sich freute, dass der Papst nicht gegen die Deportation von Juden protestierte. Die Blogs diskutieren über ein Papier der Gewerkschaft Ver.di, das die totale Überwachung des Netzes zur Verhinderung von Urheberrechtsverstößen fordert. Die taz porträtiert den immer wieder stolpernden Verlagserben Konstantin Neven Dumont. Die FR feiert Elfriede Jelineks neues Stück "Der Sturz" als "großartig bösartige" Lokalfarce über den Einsturz des Kölner Stadtarchivs. Mehr lesen

Archiv: Bücherschauen

Scheinbar flüchtiger Strich

26.07.2016. Die FAZ sieht der Invasion der "neuen Wilden" wie Bärenklau, Waschbär und Co. nach der Lektüre von Fred Pearce gelassen entgegen. Die FR sucht mit Dieter Henrichs "Sein oder Nichts" das Unvordenkliche. Die Finnen können auch warmherzig witzig, lernt die SZ mit Olli Jalonens Roman "Von Männern und Menschen". Die taz verliebt sich in die junge Prostituierte aus "Fräulein Rühr-mich-nicht-an". Mehr lesen

Heute in den Feuilletons

Dekorativ-degoutante Dekadenz

20.01.2014. Widersprüchliche Auskunft geben die Zeitungen über Karin Beiers siebenstündiges Atridenfluchspektakel "Die Rasenden" nach Euripides, Sartre, Aischylos und Hofmannsthal. Die NZZ hält den Erkenntnisgewinn für so mittel, die FAZ für null, und für die Welt steht fest: Das Hamburger Schauspielhaus ist zurück. In der Berliner Zeitung befasst sich Anetta Kahane mit der Diskrepanz zwischen dem Äußeren Beate Zschäpes und ihren Taten. Springteufel Morozov ploppt heute in der SZ auf. Mehr lesen

Sie sind schon denkend

18.01.2014. Die ersten Reaktionen auf Barack Obamas Rede sind zwiespältig bis kritisch. The Verge und die Electronic Frontier Foundation vergleichen Obamas Maßnahmen Punkt für Punkt mit Forderungen von Bürgerrechtsgruppen. Wir binden Julian Assanges CNN-Interview ein: Der Wikileaks-Gründer kritisiert vor allem, dass die Geheimgerichte nicht abgeschafft werden. Auch Deutsche Politiker reagieren laut FAZ bis hin zur CDU recht skeptisch auf Obamas Rede. Außerdem: Arno Schmidt in der taz. Und Luc Bondys Pariser Marivaux-Inszenierung mit Isabelle Huppert allüberall. Mehr lesen

Bei der Kante hat man nur eine Chance

17.01.2014. In der Berliner Zeitung erzählt Marina Hoermanseder, warum sie so gerne Korsette aus Leder macht. In der FAZ bangt die Ökonomin Shoshana Zuboff um Barack Obama, der in seiner heutigen NSA-Rede gewaltig versagen könnte. Die NSA bringt sowieso nix, hat die SZ herausgefunden. Man kann Schriftsteller nicht züchten, ruft die Welt der Zeit zu. Die NZZ hält dem lauernd anmutenden Blick eines Papstes namens Innozenz stand. Mehr lesen

Der Heintje-Effekt

16.01.2014. In der taz fordert Steve McQueen, dass sich Briten und Amerikaner in punkto Vergangenheit an die eigene Nasen fassen. Die NZZ fordert ungewöhnliche Lehrer. Im Freitag erinnert Wolfgang Müller die reaktionären Aspekte am Werk Arno Schmidts. Kenan Malik plädiert in seinem Blog gegen das Verbot der Dieudonné-Shows. Die Zeit arbeitet den Fall Beltracchi auf und bringt selbstkritische Anmerkungen zum Literaturbetrieb. Außerdem im Freitag: ein Interview mit Karl Ove Knausgård und Armond Whites Kritik an Steve McQueens Film "12 Years a Slave". Mehr lesen

Es toben Bassläufe wie Harpyien herauf

15.01.2014. In der FAZ antwortet Evgeny Morozov auf Sascha Lobo und rät jenen Staaten, die uns NSA und Co. bescherten, uns von Google und Co. zu befreien. Die New York Times erklärt, wie die NSA Computer infiltriert, die nicht im Netz sind. Verlage jammern zwar rum, aber laut kress.de verdienen sie prächtig: dank überlasteten Redakteuren und unterbezahlten Freien. Die SZ geriet bei Mahler unter Kirill Petrenko in Ekstase. Und wenn Russland und die USA auf Franziska Augstein hören, ist demnächst auch Friede in Syrien. Mehr lesen

Gar kein Platz mehr für Gezicke

14.01.2014. Die NZZ verfolgt mit Entsetzen den Erfolg des Films "Fack ju Göhte". Die SZ traut sich nach Sankt Pauli. Für die FAZ reist Andrzej Stasiuk nach Belzec. In der Welt entpuppt sich Rolando Villazón als Rolando-Villazón-Bewunderer. Die taz fordert mit Thomas Mießgang eine neue Kultur der Unhöflichkeit. Mehr lesen

Seltsam sacht, schwebend fast

13.01.2014. Die NZZ ging nach Halberstadt, John Cage hören. In der taz freut sich Jochen Schimmang über die Wiederentdeckung des Autors Christian Geissler. Die französischen Medien fragen: Wie privat oder wie öffentlich ist François Hollandes Affäre mit einer Schauspielerin? Nicht das Internet ist kaputt, meint Martin Weigert in Netzwertig in einer Replik auf Sascha Lobo in der Sonntags-FAZ, sondern der Mensch in seinem Sicherheitswahn. Die SZ sucht nach glasklaren Tatbeständen, um einst von den Nazis requirierte Kunstwerke zu restitutieren. Mehr lesen

Mit offensiver Offenheit

11.01.2014. Mit Übertreibung ist der Dekadenz der Banker und Broker nicht beizukommen, stellt die taz zu Martin Scorseses Film "The Wolf on Wall Street" fest. Die Welt erinnert an eine Zeit, als die Öffentlich-Rechtlichen ihr Publikum noch überforderten. Die NZZ plädiert dafür, die Werke türkischstämmiger Künstler in Deutschland nicht länger bloß als Zeugnisse von Migration und Hybridität zu begreifen. Die SZ würdigt die Verdienste des chinesischen Kurznachrichtendienstes Weibo. Und die FAZ verneigt sich vor Arno Schmidt. Mehr lesen

Jeder Passant ein Mörder

10.01.2014. Das TLS erzählt, wie französische und tschechische Surrealisten 1935 über Kunst und Revolution diskutierten. Die NZZ bewundert die Blumensamen-Designs von Paul Smith. Ein Untersuchungsausschuss der EU erklärt die Massenüberwachung durch NSA und GCHQ für illegal, berichtet der Guardian. Die Welt bewundert Martha Argerich beim Nägel lackieren. Als E-Book ist "Mein Kampf" ein Besteller, meldet Gawker. Die SZ schleicht mit dem legendären Superverbrecher Fantomas durch Paris. Mehr lesen

Absolute Theatermanie

09.01.2014. Im Tagesspiegel erklärt die schwarze Autorin Zadie Smith, warum alle weißen Figuren in ihrem Roman "London NW" als solche ausgewiesen werden, während die Hautfarbe der anderen Personen nicht benannt wird. Die taz erklärt, warum das digitale Filmerbe zurück auf Zelluloid soll. In der NZZ schreibt die russische Schriftstellerin Elena Chizhova über das traurige Leben der Architekten in Petersburg. In der Zeit feiern Haruki Murakami und Thomas Hitzlsperger ihr Coming Out - der eine von beiden als Superman. Mehr lesen

Zeit für eine Rasur

08.01.2014. In der taz spricht Ilija Trojanow über die Wirkungen des Schriftstelleraufrufs gegen den digitalen Überwachungsstaat und wettert über "Defätisten, die es sich auf dem Hochsitz der pessimistischen Weltanschauung" bequem machen. Die NZZ stellt die Seite Alfredflechtheim.com vor, die von mehreren Museen erstellt wurde. Die Welt bewundert den alten Mann Robert Redford und das Meer. Die FAZ veröffentlicht einen Aufruf für Liu Xia. Und die SZ überlegt, wer sich Dissident nennen darf. Mehr lesen

Solange man es nicht schwul nennt

07.01.2014. In der FAZ beklagt der Philosoph Marco Wehr die fatale Wissenschaftsgläubigkeit der Politik - und der Wissenschaft selbst. In der NZZ erklärt Shlomo Sand, was er meint, wenn er von der "Erfindung des jüdischen Volkes" spricht. Die Welt erkundet die "Macht der Machtlosen". Die SZ möchte die Achse Paris-Berlin-Warschau stärken. Und die taz staunt über den Kurator Kaspar König, der behauptet, in Russland alles zu dürfen. Mehr lesen

Wir dynamisieren das Hamsterrad

06.01.2014. In der NZZ erinnert Bora Cosic an den jugoslawischen Architekten und Freund Bogdan Bogdanovich. Der Guardian bringt einen Auszug aus Claudia Roth Pierponts neuer Philip Roth-Biografie. In der FAZ wendet sich Kunsthistoriker Jeffrey Hamburger entschieden gegen die Ökonomisierung der Wissenschaft. In der Welt legt der Historiker Thomas Weber ein Wort für die deutschen Soldaten des Ersten Weltkriegs ein. Und Necla Kelek fordert, dass die Kinder der Roma und Sinti von der Politik nicht im Stich gelassen werden. Mehr lesen

Wie die Krallen einer Katze auf Glas

04.01.2014. In der Welt verlieren Andrzej Stasiuks Augen die Bodenhaftung. In der FR erzählt Steve McCurry, was die Zeit mit dem Fotografen und dieser mit der Zeit macht. In der NZZ spricht Junot Díaz über das Schreiben und die Zeit. Spiegel Online zitiert eine Studie über das immer religiösere Weltbild der Amerikaner: Ein Drittel nimmt die Bibel wörtlich. Die taz fordert analogen Protest gegen digitale Überwachung. Mehr lesen

Die Melodie der Macht

03.01.2014. Die Washington Post erklärt mithilfe von Snowden-Papieren, wie die NSA das Netz in Besitz nehmen will. Die Welt porträtiert den rechtsextremen und postkolonialen Komiker Dieudonné, dem durch ein mögliches Tourneeverbot in Frankreich unverdiente Aufmerksamkeit zuteil wird. Schriftsteller Alberto Nessi erinnert in der NZZ an Stalins Staatsdichter Maxim Gorki, der einst Ossip Mandelstam einen Pullover, aber keine Hosen genehmigte. David Chipperfield und Okwui Enwezor erklären in der SZ, wie sie das Haus der Kunst in München sanieren wollen. Die FAZ eröfffnet eine Reihe zum Ersten Weltkrieg. Mehr lesen

Einfach nur weiter twittern?

02.01.2014. Die taz erzählt ein weiteres Kapitel über die kulturelle Gleichschaltung in Ungarn. Die FAZ will die Förderung für Dokumentarfilme erhalten wissen. Die SZ kapiert beim besten Willen die Texttafeln im Deutschen Museum nicht. In der SZ erklärt der Historiker Achim Landwehr, warum Akademiker bloggen sollten.Der Tagesspiegel begibt sich nach Umeå, eine der beiden europischen Kulturhauptstadte des Jahres, und staunt über die Modernität der Stadt. Und mit Jerry Lewis sagen wir, was zum frohen neuen Jahr nicht verschwiegen werden darf. Mehr lesen

Die am wenigsten schreckliche Welt

31.12.2013. Im Spiegel enthüllen Jacob Applebaum und andere Neues über die NSA und ihre Art und Weise, Computer und Iphones anzuzapfen. Währenddessen spotten Netzautoren bei Twitter über ein CBS-Video, in dem ein EX-NSA-Chef Edward Snowden als Verräter bezeichnet - und das sich CBS von Microsoft sponsorn lässt. In der taz fragt Stephan Wackwitz: gibt es eine Coolness des Alterns? Die NZZ erzählt, wie die Kultur nach Perm kam. Die Welt sucht nach einem gemeinsamen Nenner für die Jugendunruhen in der ganzen Welt. Im kolumbianischen Magazin El Espectador traut sich Héctor Abad, ein Intellektueller und zugleich ein Optimist zu sein. Zu den wenigen Gründen, 2013 gute Laune zu haben, zählte unserer Meinung nach Pharell Williams. Guten Rutsch, also! Mehr lesen

Mit Freunden zu einem Hunde-Essen

30.12.2013. Tobias Schwarz erinnert in den Netzpiloten an eine Niederlage der Öffentlichkeit im Jahr 2013 - die Verabschiedung des Leistungsschutzrechts. Für die taz porträtiert Gabriele Goettle Berlins berühmte Obdachlosenärztin Jenny De la Torre. Die Welt empfiehlt dringend einen Besuch bei Eva Hesse und Gertrud Goldschmidt in der Hamburger Kunsthalle. Die SZ ist empört über Europas schmutzige Flüchtlingspolitik. Und eine Insiderin wirft Martin Scorsese vor, dass er den Wolf der Wall Street glorifiziert. Mehr lesen

Abend bei Grass. Nieren.

28.12.2013. In der FAZ beschreibt Hülya Özkan, wie Tayyip Erdogan seine frommen Anhänger gegen die Mächte der Finsternis in Stellung bringt, womit er aber nicht seine korrupten Minister meint. Nur zur Hälfte positiv bilanziert die SZ die Erfolge des investigativen Journalismus in diesem Jahr. Die taz findet in den Tiefen des Darknet Mittel und Wege zur digitalen Mündigkeit. Die Welt bricht eine Lanze für die Twitteratur. Die NZZ bringt Auszüge aus Max Frischs "Berliner Journal". Mehr lesen

Die entscheidenden Diskursstellungen

27.12.2013. Der Economist erklärt, warum westliche Akademiker sich nicht trauen, den Namen Liu Xiaobo auszusprechen. Die NZZ weist uns in die Szene der ethnografischen Mp3-Blogger ein. Die taz guckt sakte-TV. Die SZ hat Lars von Triers Porno gesehen. Für die Welt ist Jonas Kaufmanns Tenor ein Instrument der Wahrheitsfindung. Nun ist es raus: Heidegger war Antisemit, meint die Zeit. Und der Tagesspiegel lernt im Iran, wie man gleichzeitig fromm sein und gut Geld verdienen kann.  Mehr lesen