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All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Aus dem Archiv
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons - Archiv

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

Juni, 2010

Die Unbändigkeit eines afrikanischen Morgens

30.06.2010. Der Tagesspiegel geht zielstrebige Umwege mit Max und Marcel Ophüls. Die SZ spricht mit der Künstlerin Shirin Neshat über ihren ersten Spielfilm "Women Without Men" und die Vorzüge von Raubkopien. Die FAZ kommentert Googles kompliziertes Spiel mit dem chinesischen Regime. Google wird in China wahrscheinlich abgestellt, meldet Gizmodo.Viele Zeitungen erinnern an die Unabhängigkeit des Kongo vor fünfzig Jahren und die traurige Rolle Belgiens in der finsteren Geschichte des Landes. Mehr lesen

Geschützt und abgabenpflichtig

29.06.2010. Alma Guillermoprieto wundert sich im Blog der New York Review of Books über die Grazie einer halben Tonne Mortadella. Im Las Vegas Weekly erklärt der Komiker Penn Jillette die Grenzen heutigen Komischseins. Die FR schildert die Misere des italienischen Kulturlebens. Carta fragt: Was kostet 1 "Ätschivederci, Italien"? Im Spiegel annonciert Richard David Precht den Untergang des Abendlandes aus Anlass der Bundespräsidentenwahl. Die FAZ ist entsetzt: Precht ist Wulffs Voltaire. Mehr lesen

Orientalistische Angstbilder

28.06.2010. Das Bachmann-Wettbewerb hinterließ einigermaßen ermattete Kritiker. Aber der Preis für Peter Wawerzinek scheint so weit in Ordnung zu gehen. Die Berliner Zeitung meldet Vollzug: Der Umbau des Berliner Viertels Prenzlauer Berg zum neobourgeoisen Familienparadies ist abgeschlossen. Die Clubs ziehen nach Kreuzberg. Die FAZ zeigt, dass schon im wilhelminischen Berlin der Fundamentalismus der Aufklärung wütete. In der Welt kritisiert der Herausgeber des Rolling Stone die Berichterstattung der großen amerikanischen Medien aus Afghanistan. Mehr lesen

Wie mit den Tageszeiten das Weiß variiert

26.06.2010. Angela Merkel soll Schluss machen mit dem D-Mark-Nationalismus und die Taschen für notleidende Europäer weit öffnen, fordert Ulrich Beck in der NZZ. Der Tagesspiegel kritisiert Christian Wulffs Verbindung mit den Evangelikalen. Die SZ feiert Olivier Assayas' Dreiteiler über den Terroristen "Carlos" . In der FAZ will der CDU-Politiker Günter Krings per Leistungsschutzrecht für Innovation in den Zeitungen sorgen. Welt-Autor Marko Martin ist fassungslos über Christa Wolf  und die Liebhaber ihres neuen Romans. Mehr lesen

Fast ganz Afrika ist rot gefärbt

25.06.2010. Slavoj Zizek ist ein Witzbold. Sein Satz "Hitler war nicht radikal genug" war nämlich gar nicht so gemeint, erklärt der Denker in der taz.  In der NZZ interpretiert Dan Diner die außenpolitischen Volten der Türkei. Die SZ zerbricht sich den Kopf über die Frage, ob Frauen mit Kopftuch freier seien als die Sexualobjekte des Westens. Ctrl-Verlust bei der FAZ, die das gleichnamige FAZ-Blog von Michael Seemann schlicht und einfach löschte. Die Blogosphäre lädt zum Beitritt in die Facebook-Gruppe Ctrl-Z ein. Mehr lesen

Zitternde Nasenflügel

24.06.2010. Die Zeitungen hätten die Mohammed-Karikaturen abdrucken sollen, und zwar alle, meint der Philosoph Daniel Dennett im Tagesspiegel. Christian Wulff sollte aus dem Kuratorium der evangelikalen Organisation prochrist austreten, meint die Theologin Kirsten Dietrich im Deutschlandradio. Google hat einen Prozess gegen Viacom gewonnen und muss Videos nicht von Urheberrechtlern prüfen lassen, bevor sie hochgeladen werden, berichtet BoingBoing. In der FAZ befürwortet Gunnar Heinsohn einen Numerus clausus für Einwanderer. Die SZ ist gegen Kommunismus.
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Philologie ist Philophilie

23.06.2010. Die amerikanische Regierung erklärt in ihrem Blog, wie sie das geistige Eigentum der USA gegen das Internet verteidigen will. Google wird ein Gtunes herausbringen, und das wird in der Wolke sein, meldet das Wall Street Journal. Die SZ beobachtet nach den Auseinandersetzungen um diverse katholische und evangelische BischöfInnen einen bedauerlichen Trend zur Säkularisierung. Die FAZ sucht nach der Nummer von Kim Jong-ils unsichtbarem Handy. Die Hannoversche Zeitung erzählt, wie der Dialog der Kulturen in Hannover für kurze Zeit unterbrochen werden musste. Mehr lesen

Unschöne Binnen-Is in diversen Diskursen

22.06.2010. Mit Wehmut erinnert sich die NZZ an die investigativen Qualitäten des DDR-Fernsehens... in den paar Monaten vor der Selbstauflösung. In der Berliner Zeitung erklärt Bernd Neumann, dass er weiter wacker fürs Berliner Stadtschloss kämpft, auch wenn es eine große Mehrheit nicht besonders interessiert. In der FR informiert Charles Taylor: Auch in Kanada gibt es sogenannte Islamkritiker. Die FAZ beneidet die Norweger: Ein ganzer Staat macht Gewinn. In der SZ kritisiert die Ethnologin Ingrid Thurner die Fastnacktheit der Europäerinnen. Mehr lesen

Figurendompteur und Text-Durchbuchstabierer

21.06.2010. In der FAZ träumen Geert Lovink und Franco Berardi von einem Internet ohne Kapitalismus. Im Guardian fordert der Medienprofessor John Naughton ein neues Urheberrecht fürs Internetzeitalter. Telepolis stellt Neal Stephensons Konzept für ein interaktives und kollektiv geschriebenes Buch vor. In der NZZ erinnert sich der peruanische Schriftsteller Daniel Alarcon mit Wehmut an die großen Zeiten des Fußballs im Radio. Die taz wundert sich über wirre Äußerungen von Judith Butler.   Mehr lesen

Die Jakobiner waren nicht zimperlich

19.06.2010. Der SZ stockt der Atem angesichts Christa Wolfs revolutionärer Härte. In der NZZ erklärt Uli Sigg, wie das Internet die Reflexe der Herrschenden in China testet. Die FAZ begibt sich auf die Spuren der Armenier in der Türkei. Die taz beleuchtet verödende Darkrooms. In der Welt erzählt Marek Halter von Reinhard Heydrichs Kommando Golem. Und alle verabschieden den Literaturnobelpreisträger, Blogger und Marxisten Jose Saramago. Mehr lesen

Alkohol, Ehebrüche und Abtreibungen

18.06.2010. Ein Traumtag für die Goncourts der Gegenwart? In der Akademie der Künste las Christa Wolf unter Anwesenheit Ulla Unseld-Berkewics' und sämtlicher Suhrkamp-Granden. Im Literarischen Colloquium las gleichzeitig Norbert Gstrein aus seinem Schlüsselroman über Ulla Unseld-Berkewics und Suhrkamp. Die Feuilletons sind mäßig erregt. PaidContent.org meldet, dass Google eine Art Itunes für Bezahlinhalte vorbereitet. In der Boston Review verreißt der Internetskeptiker Evgeny Morozov den Interneteuphoriker Clay Shirky. Mehr lesen

Ein fantastisches Gebiss

17.06.2010. Der Freitag interviewt die Künstlergruppe reproducts, die aus dem Fernsehen der frühen Jahre die Geheimgeschichte der Bundesrepublik erstehen lässt. Die SZ wringt einen barocken Schwamm. Die Zeit rät ab vom Kommunismus und wirft ein Streiflicht auf die komischen Greise von der SZ. In der FAZ erkennt Martin Walser in Horst Köhler den Leidensgenossen im Gekränktsein. Die Bezwinger Spaniens amüsieren sich heute mit amerikanischen und russischen Frauen. Mehr lesen

Freundlichkeit, ja Zärtlichkeit

16.06.2010. Schade, findet Matthias Spielkamp im Immateriblog: Sabine Leutheusser-Schnarrenberger redet in ihrer Urheberrechtsrede von den Urhebern, aber nicht von den Total-Buyout-Verträgen, mit denen sie ausgepresst werden. In der FR kommentiert Geert Mak das niederländische Wahlergebnis als Flucht in den Provinzialismus. Außerdem ruft die FR der ARD zu: Es gibt auch Zuschauer unter 49! Mehr lesen

Aus Massenmedien werden Medienmassen

15.06.2010. Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger hat gestern Abend ihre lang erwartete Rede übers Urheberrecht gehalten. Das Leistungsschutzrecht wird kommen. Aber es wird nicht reich machen. Die Blogger kommentieren. Die taz berichtet über italienische Kampagnen gegen Roberto Saviano. Die NZZ erzählt die Urgeschichte des Ipad bei Stanislaw Lem. In der SZ verflüssigt Peter Glaser die Zeitung, aber nur online. Der Freitag ist sauer auf die anderen Zeitungen, die die Sperrfrist für den neuen Christa-Wolf-Roman nicht respektierten: Am Ende leidet immer der Leser. Mehr lesen

Theater ist das Land der alten Männer

14.06.2010. Der "innere Reichsparteitag" aus der gestrigen ZDF-Berichterstattung über Deutschland-Australien, beschäftigt Twitter, die Blogs und die Medien. In der taz kritisiert der politische Journalist Wolfgang Storz den politischen Journalismus in Deutschland. Wie wahnhaft so wahr findet die FR Christa Wolfs neuen Roman. Necla Kelek schreibt in der FAZ über eine Studie, die zeigt, dass muslimischer Hintergrund Integration von Jugendlichen erschwert. Der Tagesspiegel fragt: Warum brauchen ARD und ZDF 550 Mitarbeiter in Südafrika, wenn Sky mit fünfzig  auskommt? Mehr lesen

Ich will Kunst als Poesie. Poesie!

12.06.2010. In der NZZ erklärt Jean-Christophe Ammann, warum das erste Opfer der Globalkunst der weibliche Körper ist. Die taz beschreibt die südafrikanische Designszene. In der FR staunt Karl Schlögel über den raschen Wandel der Städte nach 1989. In der Welt erklärt Leon de Winter die Unterstützer der Gaza-Flotille zu nützlichen Idioten in einem geostrategischen Spiel gegen Israel. Und alle würdigen den vorgestern gestorbenen Künstler Sigmar Polke. Mehr lesen

Gleichsam antiker Edelboulevard

11.06.2010. Spiegel Online gratuliert den öffentlich-rechtlichen Anstalten: Wenigstens eine Institution, die in schwierigen Zeiten eine Bestandsgarantie erhält. In der taz spricht der Warschauer Kurator Pawel Leszkowicz über Homosexualität in Polen. Israel ist ein normaler Staat, meint Tony Judt in der New York Times, und darum soll Amerika die Nabelschnur durchschneiden. Die SZ macht bereits Vorschläge für David Grossmans Friedenspreisrede: Er soll in der Paulskirche fordern, dass die palästinensischen Flüchtlinge zurückkehren dürfen. Luc Bondys Wiener Inszenierung der "Helena" des Euripides stößt auf die Begeisterung der Kritik. Mehr lesen

Raumgreifender Schritt in juristisches Sumpfland

10.06.2010. Der Freitag porträtiert Pierre Assouline, den ersten Literaturkritiker, der durch ein Blog zu Macht gelangte: 1000 Kommentare für einen Eintrag zu Georges-Arthur Goldschmidt. Außerdem steht der Freitag in seiner Abneigung gegen Gauck fest an der Seite der PDS. Die taz plädiert für ein Berichts-Moratorium zu Apple. Lawblogger Udo Vetter staunt über die neue Rundfunkszwangsgebühr: "Kann man wirklich für etwas zur Kasse gebeten werden, was man gar nicht nutzt?" Die NZZ berichtet über neue Dokumente zur Ermordung von Sudetendeutschen. In der Zeit erklärt Florian Illies, warum er damals für das Schloss war und heute dagegen und dabei immer Recht hat. Es hat mit Marx zu tun. Mehr lesen

So schrill also schallt es

09.06.2010. Das Blog Little Green Footballs zeigt zwei Versionen eines Reuters-Fotos von der Mavi Marmara und fragt: Erkennen Sie den Unterschied? Tayyip Erdogan ist kein Islamist, sondern ein Populist, meint die SZ. Die taz bringt ein Gespräch mit dem amerikanischen Krimi-Autor Martin Cruz Smith. Der haitianische Autor Franketienne plädiert in der FR für Voodoo. Ausgerechnet die westliche Linke demontiert den Begriff der universellen Menschenrechte, schreibt Caroline Fourest im Perlentaucher. Und die NZZ demontiert Henning Mankell. Mehr lesen

Der, der uns fehlt

08.06.2010. Gauck soll Präsident werden!, ruft Katja Lange-Müller in der FAZ. Schumann ist für die Musikwelt verloren, ruft die SZ. Die FR verteidigt Tilman Jens. Im Blog der New York Review of Books schreibt Ahmed Rashid über das Massaker an Betenden der Ahmadiyya-Sekte in Pakistan. In der Welt will Paul Scheffer in Integrationsfragen beides: Konfrontation und Selbstkritik. Wir bringen viele Informationen zur Verhaftung eines angeblichen Wikileaks-Informanten. Mehr lesen

Danke, dass es Sie gibt

07.06.2010. Ein deutsches Mafia-Buch sorgt in Italien für gewaltigen Ärger, berichtet die SZ. Henryk Broder hat eine Frage an Marcel Reich-Ranicki: Spiegel Online druckt Broders Rede aus Anlass des Börne-Ehrenpreises auf den Jubilar. Alle (oder fast) sind für Gauck: Bricht die Kanzlerinnendämmerung an, fragt Cora Stephan in ihrem Blog. Die taz bringt Angela Merkels Laudatio auf Gauck vom Januar dieses Jahres. Die NZZ macht sich Sorgen: Krisendiskurse sind zwischen Abwiegeln und Alarmismus in die Krise geraten. Mehr lesen

Dreißig putzige Dingerchen

05.06.2010. Erfrischt und beglückt verlässt die Welt Peter Steins zwölfstündige Inszenierung von Dostojewskis  "Dämonen". Ulrich Beck denkt in der FR über Globalisierung in ihrer kleinsten Zelle, der Familie, nach. Die Freischreiber freuen sich: Immer wenn die Total-Buy-Out-Verträge für freie Autoren vor Gericht kommen, werden sie annulliert. Die FAZ meint: Gauck wäre der bessere. Die SZ erklärt auf zwei Themenseiten, wie im Internet das Ich zur Ware wird. Mehr lesen

Die zentrale Leerstelle

04.06.2010. Das Blog Esowatch fragt: Wie präsidentiabel ist ein Politiker, der im  Kuratorium einer evangelikalen Bewegung sitzt, welche gegen Schwule hetzt und sich für den Kreationismus stark macht? Die NZZ hat sich in den Oderbruch aufgemacht und warnt vor dem Biber. In der SZ schreibt  Moshe Zimmermann über die Ereignisse vor Gaza. Die Welt zeichnet ein Porträt Katharina Hackers, die ein Porträt ihrer Generation zeichnet. Laut Berliner Zeitung hat Henning Mankell in Berlin eine positive Bilanz der "Free Gaza"-Aktion gezogen. Mehr lesen

Creme-weiße Fata Morgana aus Marmorspitzen

03.06.2010. Die NZZ hat die Nase platt. Vom Schaufenstergucken bei Hermes Paris. Amos Oz kommentiert in der New York Times die Vorfälle vor Gaza. The Daily Beast wundert sich über das Tempo der UNO bei Israel und ihre Langsamkeit bei Nordkorea. Meedia fragt: gibt es in Deutschland einen politisch-medialen Komplex? Die meisten Zeitungen sind aber noch ausgeschlafener als sonst: Die halbe Republik ist Fronleichnam. Mehr lesen

Verunsichert, verwirrt, verschreckt

02.06.2010. In der FAZ bekennt David Grossman seine Verzweiflung über den Vorfall vor Gaza. In der NZZ wendet sich Hans Ulrich Gumbrecht gegen den lieben Frieden in Europa. In der Zeit erklärt Heinz Holliger seine Liebe zu Schumanns Wahnsinn. Der Tagesspiegel kommentiert die moralische Aufwallung unserer Medien gegen Horst Köhler: "Immer eins in die Fresse, und wenn er fragt, warum, noch eins für die dumme Frage." Und alle gratulieren MRR. Mehr lesen

Sie winseln dann nicht

01.06.2010. Laut Techcrunch hatte auch hohe Politik ihre Hände im Spiel, bevor Facebook gegenüber Pakistan einknickte. In Ägypten foltert Polizei  Facebook-Nutzer, um an das Passwort zu kommen, meldet die NZZ. Facebook ist auch für Iphone-Besitzer gefährlich, berichtet Spiegel Online. Israel hat den Krieg der Bilder verloren, meint Bernard-Henri Levy in Ha'aretz. Gawker staunt über die Coolness der Marina Abramovic. In Srebrenica werden die Vereinten Nationen jetzt mit einer "Säule der Schande" geehrt, berichtet die FAZ. Mehr lesen

Archiv: Bücherschauen

Klaviatur der Stimmfarben

25.07.2016. Die besten Werke Boris Pasternaks lagen vor "Doktor Schiwago", versichert Oleg Jurjew in der FR und empfiehlt wärmstens eine dreibändige Werkausgabe mit frühen Gedichten, Briefen und Erzählungen. Einfach brillant findet die NZZ Birgit Weyhes Comic über die "Madgermanes" genannten mosambikanischen Vertragsarbeiter in der DDR. Die taz liest ein Interviewbuch mit Mädchen, die von Boko Haram entführt worden waren. Die Welt feiert Ulrich Drüners neue Wagner-Biografie. Die FAZ kann sich kaum satthören an Katharinas Thalbachs und Thomas Braschs Shakespeare. Mehr lesen

Heute in den Feuilletons

Dekorativ-degoutante Dekadenz

20.01.2014. Widersprüchliche Auskunft geben die Zeitungen über Karin Beiers siebenstündiges Atridenfluchspektakel "Die Rasenden" nach Euripides, Sartre, Aischylos und Hofmannsthal. Die NZZ hält den Erkenntnisgewinn für so mittel, die FAZ für null, und für die Welt steht fest: Das Hamburger Schauspielhaus ist zurück. In der Berliner Zeitung befasst sich Anetta Kahane mit der Diskrepanz zwischen dem Äußeren Beate Zschäpes und ihren Taten. Springteufel Morozov ploppt heute in der SZ auf. Mehr lesen

Sie sind schon denkend

18.01.2014. Die ersten Reaktionen auf Barack Obamas Rede sind zwiespältig bis kritisch. The Verge und die Electronic Frontier Foundation vergleichen Obamas Maßnahmen Punkt für Punkt mit Forderungen von Bürgerrechtsgruppen. Wir binden Julian Assanges CNN-Interview ein: Der Wikileaks-Gründer kritisiert vor allem, dass die Geheimgerichte nicht abgeschafft werden. Auch Deutsche Politiker reagieren laut FAZ bis hin zur CDU recht skeptisch auf Obamas Rede. Außerdem: Arno Schmidt in der taz. Und Luc Bondys Pariser Marivaux-Inszenierung mit Isabelle Huppert allüberall. Mehr lesen

Bei der Kante hat man nur eine Chance

17.01.2014. In der Berliner Zeitung erzählt Marina Hoermanseder, warum sie so gerne Korsette aus Leder macht. In der FAZ bangt die Ökonomin Shoshana Zuboff um Barack Obama, der in seiner heutigen NSA-Rede gewaltig versagen könnte. Die NSA bringt sowieso nix, hat die SZ herausgefunden. Man kann Schriftsteller nicht züchten, ruft die Welt der Zeit zu. Die NZZ hält dem lauernd anmutenden Blick eines Papstes namens Innozenz stand. Mehr lesen

Der Heintje-Effekt

16.01.2014. In der taz fordert Steve McQueen, dass sich Briten und Amerikaner in punkto Vergangenheit an die eigene Nasen fassen. Die NZZ fordert ungewöhnliche Lehrer. Im Freitag erinnert Wolfgang Müller die reaktionären Aspekte am Werk Arno Schmidts. Kenan Malik plädiert in seinem Blog gegen das Verbot der Dieudonné-Shows. Die Zeit arbeitet den Fall Beltracchi auf und bringt selbstkritische Anmerkungen zum Literaturbetrieb. Außerdem im Freitag: ein Interview mit Karl Ove Knausgård und Armond Whites Kritik an Steve McQueens Film "12 Years a Slave". Mehr lesen

Es toben Bassläufe wie Harpyien herauf

15.01.2014. In der FAZ antwortet Evgeny Morozov auf Sascha Lobo und rät jenen Staaten, die uns NSA und Co. bescherten, uns von Google und Co. zu befreien. Die New York Times erklärt, wie die NSA Computer infiltriert, die nicht im Netz sind. Verlage jammern zwar rum, aber laut kress.de verdienen sie prächtig: dank überlasteten Redakteuren und unterbezahlten Freien. Die SZ geriet bei Mahler unter Kirill Petrenko in Ekstase. Und wenn Russland und die USA auf Franziska Augstein hören, ist demnächst auch Friede in Syrien. Mehr lesen

Gar kein Platz mehr für Gezicke

14.01.2014. Die NZZ verfolgt mit Entsetzen den Erfolg des Films "Fack ju Göhte". Die SZ traut sich nach Sankt Pauli. Für die FAZ reist Andrzej Stasiuk nach Belzec. In der Welt entpuppt sich Rolando Villazón als Rolando-Villazón-Bewunderer. Die taz fordert mit Thomas Mießgang eine neue Kultur der Unhöflichkeit. Mehr lesen

Seltsam sacht, schwebend fast

13.01.2014. Die NZZ ging nach Halberstadt, John Cage hören. In der taz freut sich Jochen Schimmang über die Wiederentdeckung des Autors Christian Geissler. Die französischen Medien fragen: Wie privat oder wie öffentlich ist François Hollandes Affäre mit einer Schauspielerin? Nicht das Internet ist kaputt, meint Martin Weigert in Netzwertig in einer Replik auf Sascha Lobo in der Sonntags-FAZ, sondern der Mensch in seinem Sicherheitswahn. Die SZ sucht nach glasklaren Tatbeständen, um einst von den Nazis requirierte Kunstwerke zu restitutieren. Mehr lesen

Mit offensiver Offenheit

11.01.2014. Mit Übertreibung ist der Dekadenz der Banker und Broker nicht beizukommen, stellt die taz zu Martin Scorseses Film "The Wolf on Wall Street" fest. Die Welt erinnert an eine Zeit, als die Öffentlich-Rechtlichen ihr Publikum noch überforderten. Die NZZ plädiert dafür, die Werke türkischstämmiger Künstler in Deutschland nicht länger bloß als Zeugnisse von Migration und Hybridität zu begreifen. Die SZ würdigt die Verdienste des chinesischen Kurznachrichtendienstes Weibo. Und die FAZ verneigt sich vor Arno Schmidt. Mehr lesen

Jeder Passant ein Mörder

10.01.2014. Das TLS erzählt, wie französische und tschechische Surrealisten 1935 über Kunst und Revolution diskutierten. Die NZZ bewundert die Blumensamen-Designs von Paul Smith. Ein Untersuchungsausschuss der EU erklärt die Massenüberwachung durch NSA und GCHQ für illegal, berichtet der Guardian. Die Welt bewundert Martha Argerich beim Nägel lackieren. Als E-Book ist "Mein Kampf" ein Besteller, meldet Gawker. Die SZ schleicht mit dem legendären Superverbrecher Fantomas durch Paris. Mehr lesen

Absolute Theatermanie

09.01.2014. Im Tagesspiegel erklärt die schwarze Autorin Zadie Smith, warum alle weißen Figuren in ihrem Roman "London NW" als solche ausgewiesen werden, während die Hautfarbe der anderen Personen nicht benannt wird. Die taz erklärt, warum das digitale Filmerbe zurück auf Zelluloid soll. In der NZZ schreibt die russische Schriftstellerin Elena Chizhova über das traurige Leben der Architekten in Petersburg. In der Zeit feiern Haruki Murakami und Thomas Hitzlsperger ihr Coming Out - der eine von beiden als Superman. Mehr lesen

Zeit für eine Rasur

08.01.2014. In der taz spricht Ilija Trojanow über die Wirkungen des Schriftstelleraufrufs gegen den digitalen Überwachungsstaat und wettert über "Defätisten, die es sich auf dem Hochsitz der pessimistischen Weltanschauung" bequem machen. Die NZZ stellt die Seite Alfredflechtheim.com vor, die von mehreren Museen erstellt wurde. Die Welt bewundert den alten Mann Robert Redford und das Meer. Die FAZ veröffentlicht einen Aufruf für Liu Xia. Und die SZ überlegt, wer sich Dissident nennen darf. Mehr lesen

Solange man es nicht schwul nennt

07.01.2014. In der FAZ beklagt der Philosoph Marco Wehr die fatale Wissenschaftsgläubigkeit der Politik - und der Wissenschaft selbst. In der NZZ erklärt Shlomo Sand, was er meint, wenn er von der "Erfindung des jüdischen Volkes" spricht. Die Welt erkundet die "Macht der Machtlosen". Die SZ möchte die Achse Paris-Berlin-Warschau stärken. Und die taz staunt über den Kurator Kaspar König, der behauptet, in Russland alles zu dürfen. Mehr lesen

Wir dynamisieren das Hamsterrad

06.01.2014. In der NZZ erinnert Bora Cosic an den jugoslawischen Architekten und Freund Bogdan Bogdanovich. Der Guardian bringt einen Auszug aus Claudia Roth Pierponts neuer Philip Roth-Biografie. In der FAZ wendet sich Kunsthistoriker Jeffrey Hamburger entschieden gegen die Ökonomisierung der Wissenschaft. In der Welt legt der Historiker Thomas Weber ein Wort für die deutschen Soldaten des Ersten Weltkriegs ein. Und Necla Kelek fordert, dass die Kinder der Roma und Sinti von der Politik nicht im Stich gelassen werden. Mehr lesen

Wie die Krallen einer Katze auf Glas

04.01.2014. In der Welt verlieren Andrzej Stasiuks Augen die Bodenhaftung. In der FR erzählt Steve McCurry, was die Zeit mit dem Fotografen und dieser mit der Zeit macht. In der NZZ spricht Junot Díaz über das Schreiben und die Zeit. Spiegel Online zitiert eine Studie über das immer religiösere Weltbild der Amerikaner: Ein Drittel nimmt die Bibel wörtlich. Die taz fordert analogen Protest gegen digitale Überwachung. Mehr lesen

Die Melodie der Macht

03.01.2014. Die Washington Post erklärt mithilfe von Snowden-Papieren, wie die NSA das Netz in Besitz nehmen will. Die Welt porträtiert den rechtsextremen und postkolonialen Komiker Dieudonné, dem durch ein mögliches Tourneeverbot in Frankreich unverdiente Aufmerksamkeit zuteil wird. Schriftsteller Alberto Nessi erinnert in der NZZ an Stalins Staatsdichter Maxim Gorki, der einst Ossip Mandelstam einen Pullover, aber keine Hosen genehmigte. David Chipperfield und Okwui Enwezor erklären in der SZ, wie sie das Haus der Kunst in München sanieren wollen. Die FAZ eröfffnet eine Reihe zum Ersten Weltkrieg. Mehr lesen

Einfach nur weiter twittern?

02.01.2014. Die taz erzählt ein weiteres Kapitel über die kulturelle Gleichschaltung in Ungarn. Die FAZ will die Förderung für Dokumentarfilme erhalten wissen. Die SZ kapiert beim besten Willen die Texttafeln im Deutschen Museum nicht. In der SZ erklärt der Historiker Achim Landwehr, warum Akademiker bloggen sollten.Der Tagesspiegel begibt sich nach Umeå, eine der beiden europischen Kulturhauptstadte des Jahres, und staunt über die Modernität der Stadt. Und mit Jerry Lewis sagen wir, was zum frohen neuen Jahr nicht verschwiegen werden darf. Mehr lesen

Die am wenigsten schreckliche Welt

31.12.2013. Im Spiegel enthüllen Jacob Applebaum und andere Neues über die NSA und ihre Art und Weise, Computer und Iphones anzuzapfen. Währenddessen spotten Netzautoren bei Twitter über ein CBS-Video, in dem ein EX-NSA-Chef Edward Snowden als Verräter bezeichnet - und das sich CBS von Microsoft sponsorn lässt. In der taz fragt Stephan Wackwitz: gibt es eine Coolness des Alterns? Die NZZ erzählt, wie die Kultur nach Perm kam. Die Welt sucht nach einem gemeinsamen Nenner für die Jugendunruhen in der ganzen Welt. Im kolumbianischen Magazin El Espectador traut sich Héctor Abad, ein Intellektueller und zugleich ein Optimist zu sein. Zu den wenigen Gründen, 2013 gute Laune zu haben, zählte unserer Meinung nach Pharell Williams. Guten Rutsch, also! Mehr lesen

Mit Freunden zu einem Hunde-Essen

30.12.2013. Tobias Schwarz erinnert in den Netzpiloten an eine Niederlage der Öffentlichkeit im Jahr 2013 - die Verabschiedung des Leistungsschutzrechts. Für die taz porträtiert Gabriele Goettle Berlins berühmte Obdachlosenärztin Jenny De la Torre. Die Welt empfiehlt dringend einen Besuch bei Eva Hesse und Gertrud Goldschmidt in der Hamburger Kunsthalle. Die SZ ist empört über Europas schmutzige Flüchtlingspolitik. Und eine Insiderin wirft Martin Scorsese vor, dass er den Wolf der Wall Street glorifiziert. Mehr lesen

Abend bei Grass. Nieren.

28.12.2013. In der FAZ beschreibt Hülya Özkan, wie Tayyip Erdogan seine frommen Anhänger gegen die Mächte der Finsternis in Stellung bringt, womit er aber nicht seine korrupten Minister meint. Nur zur Hälfte positiv bilanziert die SZ die Erfolge des investigativen Journalismus in diesem Jahr. Die taz findet in den Tiefen des Darknet Mittel und Wege zur digitalen Mündigkeit. Die Welt bricht eine Lanze für die Twitteratur. Die NZZ bringt Auszüge aus Max Frischs "Berliner Journal". Mehr lesen

Die entscheidenden Diskursstellungen

27.12.2013. Der Economist erklärt, warum westliche Akademiker sich nicht trauen, den Namen Liu Xiaobo auszusprechen. Die NZZ weist uns in die Szene der ethnografischen Mp3-Blogger ein. Die taz guckt sakte-TV. Die SZ hat Lars von Triers Porno gesehen. Für die Welt ist Jonas Kaufmanns Tenor ein Instrument der Wahrheitsfindung. Nun ist es raus: Heidegger war Antisemit, meint die Zeit. Und der Tagesspiegel lernt im Iran, wie man gleichzeitig fromm sein und gut Geld verdienen kann.  Mehr lesen