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All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Aus dem Archiv
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons - Archiv

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

Februar, 2012

Pralinenschachtel aus Titan und Juwelen

29.02.2012. In der FR erzählt Götz Aly, was nach  Beate Klarsfelds Kiesinger-Ohrfeige geschah. In der taz erklärt Ilija Trojanow, warum ihm vor der wachsenden Überwachungsindustrie graut. In der SZ sieht Gustav Seibt Joachim Gauck sehr wohl als Bürgerrechtler. In der NZZ erklärt Bahman Nirumand, warum die Wahlen im Iran mehr denn je eine Farce sind. Im Blog der NYRB erklärt Human Rights Watch, warum Frauenrechte in den arabischen Ländern erstmal zurückstehen müssen. Und Malise Ruthven pilgert ins British Museum. Mehr lesen

Rechtfertigung des Wegschauens

28.02.2012. Laut Martin Walser im European bleibt uns schon aus ästhetischen Gründen nichts übrig als an Gott zu glauben. Das Niemanlab feiert den "noblen Hyperlink" und ermuntert Journalisten, ihn auch zu setzen. Hamed Abdel-Samad bleibt im Publik Forum trotz allem optimistisch in bezug auf die weiteren Aussichten des arabischen Frühlings. Die taz dankt Mahmud Achmadinedschad, der deutsche Journalisten professionelles Risikomanagment lehrte, Hans-Christoph Buch in der FR nicht. In Irights.info erklärt die Juristin Andrea Lohse, warum Zeitungsverleger keine Chance mit ihren Protesten gegen die Snippets von Google News haben. Mehr lesen

Eigenständige Kopfmodernisierung

27.02.2012. Retromanie in Hollywood: Die Oscars gehen an eine französische Hommage an den amerikanischen Stummfilm, an eine amerikanische Hommage an Lumière und Mélies und an die eiserne Lady.  Die Welt erklärt, was Westalgie ist. Die FAZ lässt sich vom Vegetarismus nicht überzeugen. In der taz porträtiert Gabriele Goettle den Soziologen Wilhelm Heitmeyer. Die NZZ spürt dem Unbehagen am Copyright nach. Mehr lesen

Erhöhte Plastizität aller Dinge

25.02.2012. Irights.info informiert, dass die Zeitungsverleger jetzt doch keinen gerechten Anteil von Google mehr wollen. In der Welt erzählt William Boyd, wie ihm in seinem Wien die Idee zu einem Roman kam. In der NZZ verteidigt der Städtebauhistoriker Vittorio Magnago Lampugnani die europäische Altstadt. Die SZ macht Lebenszeichen in der russischen Satire-Szene aus. Die FAZ begleitet Wim Wenders auf Oscar-Wahlkampftour in Hollywood. Mehr lesen

Schnee weht durch zerschossene Fenster

24.02.2012. Spiegel Online bringt die letzte Reportage der in Syrien getöten britischen Reporterin Marie Colvin. In der NZZ erklärt der serbische Autor Dragan Velikic, warum manche Kräfte in seinem Land gar nicht an einem EU-Eintritt Serbiens interessiert sind. In der Welt erzählt der Schriftsteller Michal Hvorecky von den größten Demonstrationen in der Slowakei seit 1989. Gestern vor siebzig Jahren starb Stefan Zweig - und damit werden die Rechte an seinem Werk frei. Die Israelische Nationabibliothek macht den Anfang und publiziert seinen Abschiedsbrief. Mehr lesen

Und fette Drums

23.02.2012. Die taz ordnet das Cinema of Transgression avantgardehistorisch ein. In der FR erklärt die Pasionaria der Londoner Riots, Speech Debelle, welche Musik sie wirklich gerne hört. Die Welt erklärt, warum Anna Netrebko und Valery Gergiev und andere Künstler für Putin sind. Die SZ fordert den EUGh auf, Acta abzuservieren. Die Zeit macht zwei Seiten Kracht. Mehr lesen

Pressestellenhafte Hauptsatzrealität

22.02.2012. Die Spanier bekommen in der Krise langsam Angst und zwar echte Angst, konstatiert der Schriftsteller Antonio Orejudo in der NZZ. Im Tagesspiegel erklärt der Autor Nikos Dimou, warum es ein Unglück ist, Grieche zu sein. Welt und FAZ sind begeistert vom erweiterten Städel-Museum in Frankfurt. Die SZ findet, es ist kein Wunder, dass Protestanten Präsidenten werden: Die können reden. Anders als ein Viertel der Deutschen, die laut FAZ nicht richtig lesen und schreiben können. Mehr lesen

Im literarischen Straflager

21.02.2012. Joachim Gauck ist der Mann der Stunde, auch in den Feuilletons. Die FAZ erklärt seinen Freiheitsbegriff. Er sei der erste von den Medien gekürte Bundespräsident, gibt die Welt skeptisch zu bedenken. Die taz nörgelt. Die NZZ findet es richtig, dass der Suhrkamp Verlag Robert Service' Trotzki-Biografie veröffentlicht. SZ und Tagesspiegel greifen nochmal in die Kracht-Debatte ein. Der Perlentaucher erklärt, warum gerade die Auskäufer von Autorenrechten den Begriff des "Geistigen Eigentums" so verteidigen. Mehr lesen

Die Leistung der freien Presse

20.02.2012. Die FR ist sehr zufrieden mit der Rolle der Medien in der Causa Wulff. Die NZZ sieht das von außen ganz anders und fand die deutschen Zeitungen abstoßend selbstgerecht. In der Welt fürchtet der ungarische Regisseur Bence Fliegauf, dass sich Europa auf den chinesischen Weg macht: "Das wäre der Tod jeder Kultur." Insgesamt schreiben die Kritiker recht positiv über den Wettbewerb der Berlinale, auch wenn jeder Kritiker die Bären im einzelnen anders vergeben hätte. Mehr lesen

Gut gemacht

18.02.2012. 17 Autoren werfen dem Spiegel in einem Offenen Brief vor, Georg Diez' Artikel über Christian Krachts Roman "Imperium" überschreite die Grenze zur Denunziation. In der taz wirft der syrische Journalist Ali al-Atassi dem Westen Tatenlosigkeit vor. Der Friedenspreis hat Boualem Sansal beim algerischen Regime nicht beliebter gemacht, berichtet der Tagesspiegel. In der SZ überlegt der Ideenhistoriker Jan-Werner Müller, warum die europäischen Intellektuellen immer provinzieller werden. Die FAZ stellt einen tschechischen Comic über die Vertreibung der Deutschen vor. Alle loben den Berlinale-Wettbewerb. Mehr lesen

Nur Spiel, nur Stil, nur Attitüde

17.02.2012. In der FR spricht Peter Nadas über seine "Parallelgeschichten" und über die aktuelle Lage in Ungarn. In der NZZ fürchtet der schottische Autor John Burnside die schottische Unabhängigkeit - aus Angst vor dem Feudalismus. Techdirt zählt mal zusammen, wie oft in den USA in den letzten Jahren Copyright-Verschärfungen beschlossen wurden: genau fünfzehnmal in dreißig Jahren. Die SZ stellt den griechischen Aphoristiker Nikos Dimou, der geistvoll an seiner Heimat litt. In der FAZ vermisst Pierre Nora die kulturelle Gärung in den deutsch-französischen Kulturbeziehungen. Mehr lesen

Das werden die Brüder bitter bereuen

16.02.2012. 25.000 Freunden auf Facebook gefällt die Idee, Hamsa Kaschgari hinzurichten, meldet Spiegel Online (und anders als mit Mohammed-Zeichnungen scheint Facebook hiermit kein Problem zu haben). Deutsche Feuilletons interessieren sich aber viel mehr für den Krach um Kracht. Er hat jetzt eine Lesung in Berlin abgesagt, weil der Spiegel ihn schmähte. SZ und Freitag feiern seinen Roman "Imperium" als Meisterwerk der Ironie. Nein, er ist ein Schmarrn, meint die FR. Aber eigentlich erscheinen heute ja Peter Nadas' "Parallelgeschichten", die Joachim Sartorius im Freitag wahrhaft groß findet. Für die Zeit berichtet Jonathan Littell aus Syrien. Mehr lesen

Das Klavier, das Murmeln, das Sich-Setzen

15.02.2012. Düster sind Bernard-Henri Lévys Visionen in der Griechenland-Krise in der Welt. Noch immer nicht so richtig in Gang kommen will die vom Spiegel lancierte Debatte über die Frage, ob Christian Kracht mit rechtsextremem Gedankengut kokettiert. Die taz diagnostiziert jedenfalls eher auf "spleenige Leere". In der FAZ feiert Domink Graf Zbynek Brynychs Film "Nacht von Lissabon". Und wie steht's um das geistige Eigentum, wenn Urheber die ausschließlichen Nutzungsrechte daran abtreten, fragt ein Rechtsanwalt. Mehr lesen

Neugierde ist der Modus Operandi

14.02.2012. Die taz fragt: Warum ist in Deutschland eigentlich nur Alexander Kluge modern? In der Welt erzählt Kluge, was er mit Adorno gemein hat. UN Watch begrüßt die neuen Repräsentanten Libyens in der UN, wo sie gleich einen deutlichen Standpunkt in der Schwulenfrage vertraten. Die FAZ singt eine Hymne auf Dagmar Manzel. Le Monde fragt, worauf Bismarck hinaus will. In der FR lobt Götz Aly die Integrationsfähigkeit der SED. Außerdem mehr über Ai Weiwei und die Katzen und Douglas Coupland und die Hunde.  Mehr lesen

Da war aber vor allem: die Stimme

13.02.2012. Christian Petzolds "Barbara" stößt auf die Begeisterung sämtlicher Filmkritiker. Überhaupt, so die Welt, ist die Bilanz des Berlinale-Wettbewerbs in den ersten Tagen erstaunlich positiv. Im Tagesspiegel denkt der bald achtzigjärige Alexander Kluge über Lebensläufe nach. In der taz erklärt Friedrich Küppersbusch, wie teuer es werden kann, sich selbst zu zitieren. In der NZZ kritisiert Abraham B. Jehoschua die religiösen Fundamentalisten in Israel. Spiegel Online und einige Blogs erzählen die Geschichte des saudischen Journalisten Hamsa Kaschgari, dem wegen eines Tweets die Todesstrafe droht. Alle sind bestürzt über den frühen Tod Whitney Houstons. Mehr lesen

Für Ohrfeigen geboren

11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen

Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase

10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen

Wegfall von Arbeit

09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen

Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren

08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen

Der Graf von Sandwich war in Gefahr

07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen

2000PutIN, 2012PutOUT

06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen

Die ganze Welt inventarisieren

04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen

Hunde und Katzen, Liebe und Tod

03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen

Einschlusslöcher am Gebäudesockel

02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen

So sehr ich Warhol schätze

01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt  antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen

Archiv: Bücherschauen

Scheinbar flüchtiger Strich

26.07.2016. Die FAZ sieht der Invasion der "neuen Wilden" wie Bärenklau, Waschbär und Co. nach der Lektüre von Fred Pearce gelassen entgegen. Die FR sucht mit Dieter Henrichs "Sein oder Nichts" das Unvordenkliche. Die Finnen können auch warmherzig witzig, lernt die SZ mit Olli Jalonens Roman "Von Männern und Menschen". Die taz verliebt sich in die junge Prostituierte aus "Fräulein Rühr-mich-nicht-an". Mehr lesen

Heute in den Feuilletons

Dekorativ-degoutante Dekadenz

20.01.2014. Widersprüchliche Auskunft geben die Zeitungen über Karin Beiers siebenstündiges Atridenfluchspektakel "Die Rasenden" nach Euripides, Sartre, Aischylos und Hofmannsthal. Die NZZ hält den Erkenntnisgewinn für so mittel, die FAZ für null, und für die Welt steht fest: Das Hamburger Schauspielhaus ist zurück. In der Berliner Zeitung befasst sich Anetta Kahane mit der Diskrepanz zwischen dem Äußeren Beate Zschäpes und ihren Taten. Springteufel Morozov ploppt heute in der SZ auf. Mehr lesen

Sie sind schon denkend

18.01.2014. Die ersten Reaktionen auf Barack Obamas Rede sind zwiespältig bis kritisch. The Verge und die Electronic Frontier Foundation vergleichen Obamas Maßnahmen Punkt für Punkt mit Forderungen von Bürgerrechtsgruppen. Wir binden Julian Assanges CNN-Interview ein: Der Wikileaks-Gründer kritisiert vor allem, dass die Geheimgerichte nicht abgeschafft werden. Auch Deutsche Politiker reagieren laut FAZ bis hin zur CDU recht skeptisch auf Obamas Rede. Außerdem: Arno Schmidt in der taz. Und Luc Bondys Pariser Marivaux-Inszenierung mit Isabelle Huppert allüberall. Mehr lesen

Bei der Kante hat man nur eine Chance

17.01.2014. In der Berliner Zeitung erzählt Marina Hoermanseder, warum sie so gerne Korsette aus Leder macht. In der FAZ bangt die Ökonomin Shoshana Zuboff um Barack Obama, der in seiner heutigen NSA-Rede gewaltig versagen könnte. Die NSA bringt sowieso nix, hat die SZ herausgefunden. Man kann Schriftsteller nicht züchten, ruft die Welt der Zeit zu. Die NZZ hält dem lauernd anmutenden Blick eines Papstes namens Innozenz stand. Mehr lesen

Der Heintje-Effekt

16.01.2014. In der taz fordert Steve McQueen, dass sich Briten und Amerikaner in punkto Vergangenheit an die eigene Nasen fassen. Die NZZ fordert ungewöhnliche Lehrer. Im Freitag erinnert Wolfgang Müller die reaktionären Aspekte am Werk Arno Schmidts. Kenan Malik plädiert in seinem Blog gegen das Verbot der Dieudonné-Shows. Die Zeit arbeitet den Fall Beltracchi auf und bringt selbstkritische Anmerkungen zum Literaturbetrieb. Außerdem im Freitag: ein Interview mit Karl Ove Knausgård und Armond Whites Kritik an Steve McQueens Film "12 Years a Slave". Mehr lesen

Es toben Bassläufe wie Harpyien herauf

15.01.2014. In der FAZ antwortet Evgeny Morozov auf Sascha Lobo und rät jenen Staaten, die uns NSA und Co. bescherten, uns von Google und Co. zu befreien. Die New York Times erklärt, wie die NSA Computer infiltriert, die nicht im Netz sind. Verlage jammern zwar rum, aber laut kress.de verdienen sie prächtig: dank überlasteten Redakteuren und unterbezahlten Freien. Die SZ geriet bei Mahler unter Kirill Petrenko in Ekstase. Und wenn Russland und die USA auf Franziska Augstein hören, ist demnächst auch Friede in Syrien. Mehr lesen

Gar kein Platz mehr für Gezicke

14.01.2014. Die NZZ verfolgt mit Entsetzen den Erfolg des Films "Fack ju Göhte". Die SZ traut sich nach Sankt Pauli. Für die FAZ reist Andrzej Stasiuk nach Belzec. In der Welt entpuppt sich Rolando Villazón als Rolando-Villazón-Bewunderer. Die taz fordert mit Thomas Mießgang eine neue Kultur der Unhöflichkeit. Mehr lesen

Seltsam sacht, schwebend fast

13.01.2014. Die NZZ ging nach Halberstadt, John Cage hören. In der taz freut sich Jochen Schimmang über die Wiederentdeckung des Autors Christian Geissler. Die französischen Medien fragen: Wie privat oder wie öffentlich ist François Hollandes Affäre mit einer Schauspielerin? Nicht das Internet ist kaputt, meint Martin Weigert in Netzwertig in einer Replik auf Sascha Lobo in der Sonntags-FAZ, sondern der Mensch in seinem Sicherheitswahn. Die SZ sucht nach glasklaren Tatbeständen, um einst von den Nazis requirierte Kunstwerke zu restitutieren. Mehr lesen

Mit offensiver Offenheit

11.01.2014. Mit Übertreibung ist der Dekadenz der Banker und Broker nicht beizukommen, stellt die taz zu Martin Scorseses Film "The Wolf on Wall Street" fest. Die Welt erinnert an eine Zeit, als die Öffentlich-Rechtlichen ihr Publikum noch überforderten. Die NZZ plädiert dafür, die Werke türkischstämmiger Künstler in Deutschland nicht länger bloß als Zeugnisse von Migration und Hybridität zu begreifen. Die SZ würdigt die Verdienste des chinesischen Kurznachrichtendienstes Weibo. Und die FAZ verneigt sich vor Arno Schmidt. Mehr lesen

Jeder Passant ein Mörder

10.01.2014. Das TLS erzählt, wie französische und tschechische Surrealisten 1935 über Kunst und Revolution diskutierten. Die NZZ bewundert die Blumensamen-Designs von Paul Smith. Ein Untersuchungsausschuss der EU erklärt die Massenüberwachung durch NSA und GCHQ für illegal, berichtet der Guardian. Die Welt bewundert Martha Argerich beim Nägel lackieren. Als E-Book ist "Mein Kampf" ein Besteller, meldet Gawker. Die SZ schleicht mit dem legendären Superverbrecher Fantomas durch Paris. Mehr lesen

Absolute Theatermanie

09.01.2014. Im Tagesspiegel erklärt die schwarze Autorin Zadie Smith, warum alle weißen Figuren in ihrem Roman "London NW" als solche ausgewiesen werden, während die Hautfarbe der anderen Personen nicht benannt wird. Die taz erklärt, warum das digitale Filmerbe zurück auf Zelluloid soll. In der NZZ schreibt die russische Schriftstellerin Elena Chizhova über das traurige Leben der Architekten in Petersburg. In der Zeit feiern Haruki Murakami und Thomas Hitzlsperger ihr Coming Out - der eine von beiden als Superman. Mehr lesen

Zeit für eine Rasur

08.01.2014. In der taz spricht Ilija Trojanow über die Wirkungen des Schriftstelleraufrufs gegen den digitalen Überwachungsstaat und wettert über "Defätisten, die es sich auf dem Hochsitz der pessimistischen Weltanschauung" bequem machen. Die NZZ stellt die Seite Alfredflechtheim.com vor, die von mehreren Museen erstellt wurde. Die Welt bewundert den alten Mann Robert Redford und das Meer. Die FAZ veröffentlicht einen Aufruf für Liu Xia. Und die SZ überlegt, wer sich Dissident nennen darf. Mehr lesen

Solange man es nicht schwul nennt

07.01.2014. In der FAZ beklagt der Philosoph Marco Wehr die fatale Wissenschaftsgläubigkeit der Politik - und der Wissenschaft selbst. In der NZZ erklärt Shlomo Sand, was er meint, wenn er von der "Erfindung des jüdischen Volkes" spricht. Die Welt erkundet die "Macht der Machtlosen". Die SZ möchte die Achse Paris-Berlin-Warschau stärken. Und die taz staunt über den Kurator Kaspar König, der behauptet, in Russland alles zu dürfen. Mehr lesen

Wir dynamisieren das Hamsterrad

06.01.2014. In der NZZ erinnert Bora Cosic an den jugoslawischen Architekten und Freund Bogdan Bogdanovich. Der Guardian bringt einen Auszug aus Claudia Roth Pierponts neuer Philip Roth-Biografie. In der FAZ wendet sich Kunsthistoriker Jeffrey Hamburger entschieden gegen die Ökonomisierung der Wissenschaft. In der Welt legt der Historiker Thomas Weber ein Wort für die deutschen Soldaten des Ersten Weltkriegs ein. Und Necla Kelek fordert, dass die Kinder der Roma und Sinti von der Politik nicht im Stich gelassen werden. Mehr lesen

Wie die Krallen einer Katze auf Glas

04.01.2014. In der Welt verlieren Andrzej Stasiuks Augen die Bodenhaftung. In der FR erzählt Steve McCurry, was die Zeit mit dem Fotografen und dieser mit der Zeit macht. In der NZZ spricht Junot Díaz über das Schreiben und die Zeit. Spiegel Online zitiert eine Studie über das immer religiösere Weltbild der Amerikaner: Ein Drittel nimmt die Bibel wörtlich. Die taz fordert analogen Protest gegen digitale Überwachung. Mehr lesen

Die Melodie der Macht

03.01.2014. Die Washington Post erklärt mithilfe von Snowden-Papieren, wie die NSA das Netz in Besitz nehmen will. Die Welt porträtiert den rechtsextremen und postkolonialen Komiker Dieudonné, dem durch ein mögliches Tourneeverbot in Frankreich unverdiente Aufmerksamkeit zuteil wird. Schriftsteller Alberto Nessi erinnert in der NZZ an Stalins Staatsdichter Maxim Gorki, der einst Ossip Mandelstam einen Pullover, aber keine Hosen genehmigte. David Chipperfield und Okwui Enwezor erklären in der SZ, wie sie das Haus der Kunst in München sanieren wollen. Die FAZ eröfffnet eine Reihe zum Ersten Weltkrieg. Mehr lesen

Einfach nur weiter twittern?

02.01.2014. Die taz erzählt ein weiteres Kapitel über die kulturelle Gleichschaltung in Ungarn. Die FAZ will die Förderung für Dokumentarfilme erhalten wissen. Die SZ kapiert beim besten Willen die Texttafeln im Deutschen Museum nicht. In der SZ erklärt der Historiker Achim Landwehr, warum Akademiker bloggen sollten.Der Tagesspiegel begibt sich nach Umeå, eine der beiden europischen Kulturhauptstadte des Jahres, und staunt über die Modernität der Stadt. Und mit Jerry Lewis sagen wir, was zum frohen neuen Jahr nicht verschwiegen werden darf. Mehr lesen

Die am wenigsten schreckliche Welt

31.12.2013. Im Spiegel enthüllen Jacob Applebaum und andere Neues über die NSA und ihre Art und Weise, Computer und Iphones anzuzapfen. Währenddessen spotten Netzautoren bei Twitter über ein CBS-Video, in dem ein EX-NSA-Chef Edward Snowden als Verräter bezeichnet - und das sich CBS von Microsoft sponsorn lässt. In der taz fragt Stephan Wackwitz: gibt es eine Coolness des Alterns? Die NZZ erzählt, wie die Kultur nach Perm kam. Die Welt sucht nach einem gemeinsamen Nenner für die Jugendunruhen in der ganzen Welt. Im kolumbianischen Magazin El Espectador traut sich Héctor Abad, ein Intellektueller und zugleich ein Optimist zu sein. Zu den wenigen Gründen, 2013 gute Laune zu haben, zählte unserer Meinung nach Pharell Williams. Guten Rutsch, also! Mehr lesen

Mit Freunden zu einem Hunde-Essen

30.12.2013. Tobias Schwarz erinnert in den Netzpiloten an eine Niederlage der Öffentlichkeit im Jahr 2013 - die Verabschiedung des Leistungsschutzrechts. Für die taz porträtiert Gabriele Goettle Berlins berühmte Obdachlosenärztin Jenny De la Torre. Die Welt empfiehlt dringend einen Besuch bei Eva Hesse und Gertrud Goldschmidt in der Hamburger Kunsthalle. Die SZ ist empört über Europas schmutzige Flüchtlingspolitik. Und eine Insiderin wirft Martin Scorsese vor, dass er den Wolf der Wall Street glorifiziert. Mehr lesen

Abend bei Grass. Nieren.

28.12.2013. In der FAZ beschreibt Hülya Özkan, wie Tayyip Erdogan seine frommen Anhänger gegen die Mächte der Finsternis in Stellung bringt, womit er aber nicht seine korrupten Minister meint. Nur zur Hälfte positiv bilanziert die SZ die Erfolge des investigativen Journalismus in diesem Jahr. Die taz findet in den Tiefen des Darknet Mittel und Wege zur digitalen Mündigkeit. Die Welt bricht eine Lanze für die Twitteratur. Die NZZ bringt Auszüge aus Max Frischs "Berliner Journal". Mehr lesen

Die entscheidenden Diskursstellungen

27.12.2013. Der Economist erklärt, warum westliche Akademiker sich nicht trauen, den Namen Liu Xiaobo auszusprechen. Die NZZ weist uns in die Szene der ethnografischen Mp3-Blogger ein. Die taz guckt sakte-TV. Die SZ hat Lars von Triers Porno gesehen. Für die Welt ist Jonas Kaufmanns Tenor ein Instrument der Wahrheitsfindung. Nun ist es raus: Heidegger war Antisemit, meint die Zeit. Und der Tagesspiegel lernt im Iran, wie man gleichzeitig fromm sein und gut Geld verdienen kann.  Mehr lesen