Heute in den Feuilletons

Diese weißrussische Form der Selbstgeißelung

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
20.09.2012. Völlig fassungslos steht die Welt vor dem neuen Anbau des Stedelijk Museums in Amsterdam. In der FR fordert Tariq Ramadan einen verantwortungsvollen Umgang mit der Meinungsfreiheit. In der Zeit sieht Salman Rushdie das Problem ganz woanders: "Wir leben in einer Gesellschaft, deren Plage die Rückkehr der Religionen ist." Das Blog critic.de fragt: Darf ein Filmemacher wie Til Schweiger, der Millionen aus der Filmförderung erhält, seine Filme an der Presse vorbeischmuggeln?

Welt, 20.09.2012

Fassungslos steht Hans-Joachim Müller vor dem neuen Anbau des Stedelijk Museums in Amsterdam, den der Volksmund schon "Badewanne" getauft hat: "Man wird in Amsterdam nichts entdecken, worauf die ridiküle Gebäudeform Bezug nehmen könnte, nichts, was auf die Museumsfunktion weisen oder zwingend aus ihr resultieren würde. Mels Crouwel stellt sein neues Haus vor das alte, beide haben optisch nichts miteinander zu tun. Aber in der Art, wie das Museum aus dem Jahr 2012 vor dem Museum aus dem Jahr 1895 gestikuliert, degradiert es den Altbau zum bloßen Anhängsel, zum allenfalls brauchbaren Kunstcontainer, der selbst keinerlei Darstellungsqualitäten mehr besitzt."

Weiteres: Theaterdirektor Jürgen Schitthelm zieht sich mit 73 Jahren aus der Leitung der Schaubühne zurück, im Interview wirft er einen Blick zurück. Hanns-Georg Rodek weist darauf hin, dass die supererfolgreiche Actionserie "Resident Evil" eine deutsche Produktion ist, "auch wenn die Constantin Schweizern gehört". Cornelius Tittel findet Susanne Gaensheimers Wahl der Künstler für den deutschen Pavillon in Venedig - Santu Mokofeng, Dayanita Singh, Ai Weiwei und Romuald Karmakar - total konventionell. Besprochen wird Lorene Sacfarias Weltuntergangsfilm "Auf der Suche nach einem Freund für das Ende der Welt" mit Keira Knightley.

Im Forum fragt Ulli Kulke, warum sich von den Kritikern des Mohammed-Videos eigentlich niemand für die - vor allem in islamischen Ländern - verfolgten Christen interessiert: "Inzwischen weiß man, dass jener beanstandete Film wohl von Kopten gedreht wurde. Dabei handelt es sich um eine christliche Glaubensgemeinschaft in Ägypten, die dort für viele Muslims als Freiwild gilt. Erst Anfang vergangenen Jahres kamen bei einem Anschlag auf eine koptische Kirche in Alexandria 21 Gläubige ums Leben. Irak, Iran, Afghanistan, Pakistan, überall dort, wo man jetzt wegen des Tatbestandes der Beleidigung mit Mordaufrufen massenhaft durch die Straßen zieht, sind sich ansässige Christen seit vielen Jahren ihres Lebens nicht mehr sicher."

FR/Berliner, 20.09.2012

Im Gespräch mit Michael Hesse distanziert sich Tariq Ramadan von der Gewalt in den arabischen Ländern, als deren Urheber er die Salafisten ansieht. Auch für ein Verbot des Videos "Die Unschuld der Muslime" sei es zu spät. Vielmehr gehe es darum, "im Westen darüber zu diskutieren, wie man mit einer kleinen Gruppe von Menschen umgehen will, welche die noblen Rechte wie Meinungsfreiheit für ihre Zwecke nutzen, um andere zu stigmatisieren und Hass zu schüren. Die Menschen, die hinter dem Video stecken, erzeugen eine Art Krebs."

Nicht online bespricht Sabine Vogel Salman Rushdies Erinnerungen an die Zeit der Fatwa, und Sebastian Moll war dabei, als Rushdie das Buch in New York vorstellte.

Perlentaucher, 20.09.2012

Flavio Soriga, eine Rothaut aus der Campidano-Ebene bei Cagliari, ist Argentinier, Grieche, Lusitanier und vor allem - Sarde. Was hat Europa mit ihm zu tun, fragt er. "Eine ganze Menge, denn Europa ist, glaube ich, was wir sein wollen, wir alle, die wir in den letzten vierzig Jahren geboren wurden und aufgewachsen sind mit Erasmus, den Billigflügen, dem Basic English, das wir allesamt so einigermaßen beherrschen, Inselindianer und Frankfurter Bürger, die sich die gleiche Musik anhören, im Kino die gleichen Filme anschauen und zum Arbeiten die gleichen Computer benutzen."
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Stichwörter: Argentinien, Europa, Musik

Aus den Blogs, 20.09.2012

Ziemlich entsetzt ist Mathias Plüss im Blog von dasmagazin.ch über die Leserreaktionen auf einen Artikel der FAZ zum Holocaust in Polen. Der Artikel sprach über polnische Kollaborateure, ohne zu verschweigen, wer die eigentlich Schuldigen waren. Ausgerechnet in den Kommentaren zu diesem FAZ-Artikel aber bestätigen die Leser die schlimmsten Vorurteile über den "Internetpöbel". Die Kommentare sind um so populärer, je schärfer sie gegen Polen schießen, so Plüss: "Am meisten Empfehlungen (201) verbuchte ein Beitrag unter dem Titel 'Polen war kein Opfer von Stalin, Polen war mindestens genauso ein Täter!' Man braucht nur eine Zehntelsekunde an die Massaker von Katyn (mehr als 20.000 polnische Offiziere und Intellektuelle auf Stalins Befehl ermordet) zu denken, um den brutalen Zynismus dieser Aussage zu erkennen."

Til Schweigers Praxis, seine neuen Filme nur erlesenen Claqueuren vorab zu zeigen, ist bekannt. Aber ist dies angesichts der umfangreichen Inanspruchnahme öffentlicher Mittel auch wirklich hinnehmbar, fragt sich Frédéric Jaeger auf critic.de, der nachgerechnet hat und im Fall von Schweigers neuem Film "Schutzengel" auf insgesamt knapp drei Millionen aus öffentlichen Mitteln zur Geschäftsrisikoabminderung eines Privatunternehmers kommt, der diese Mittel an einer kritischen Öffentlichkeit vorbei investiert. "Die Regelungen zur Filmförderung enthalten keine Punkte zum Umgang mit der Presse. Folgerichtig beziehen sich die verschiedenen Verantwortlichen bei den Filmförderungen auf diese Lücke. ... Die FFA fördert im konkreten Fall mit 300.000 Euro (...) - ob aber gleichzeitig gewahrt ist, dass eine öffentliche Auseinandersetzung mit fairen Mitteln (d.h. gleicher Zugang für alle akkreditierten Pressevertreter) stattfindet, das ist jenseits ihrer Möglichkeiten. Klar kann jeder nach Filmstart ins Kino gehen und erst dann schreiben, aber das ist wider die Gepflogenheiten, auch weil bis dahin das Marketing und die bevorzugten Journalisten den Vortritt haben, um redaktionelle Plätze zu belegen und auf das wirtschaftlich entscheidende Startwochenende einzuwirken."

Perlentaucher, 20.09.2012

Rüdiger Wischenbart kann es nach Interventionen allerhöchster Stellen gegen die neuen Karikaturen nicht fassen: "Ich kenne und liebe das Pariser Satiremagazin Charlie Hebdo seit mehr als drei Jahrzehnten, und wollte nicht verzichten auf die Unmengen an Zeichnungen, in denen neben Sexualität gerade auch Religion, mit immer wieder herausfordernden Darstellungen der Vertreterinnen und Vertreter aller Weltreligionen, gut erkennbar und drastisch zum Grundbestand der Satire gehören und aufregen. Bitte warum soll Charlie Hebdo jetzt davon abrücken, nur weil - nach derzeitigem Nachrichtenstand - ein paar christliche Fundamentalisten in Kalifornien einen Film gedreht haben, der zu ausufernden Reaktionen in einigen islamischen Ländern Anlass gab?"

NZZ, 20.09.2012

In den siebziger Jahren verschleppte, folterte und tötete der Repressionsapparat der autoritären PRI-Regierung in Mexiko Tausende militante Regierungsgegner. Erst jetzt beginnt eine Auseinandersetzung mit dem bislang verdrängten schmutzigen Krieg, berichtet die Kulturwissenschaftlerin Anne Huffschmid - und sieht Parallelen zur Gegenwart: "Der Terror ist heute nicht primär politisch motivierte Aufstandsbekämpfung, sondern Ressource in einem kaum überschaubaren Krieg zwischen konkurrierenden Drogenkartellen, zivilen Komplizen und korrupten Eliten. Identisch aber ist das Gefühl der Ohnmacht, das tiefsitzende Misstrauen gegen alle Staatsgewalt - und die Wahrnehmung der impunidad, der Straffreiheit, als Konstante des mexikanischen Rechtssystems."

Weiteres: der Schweizer Botschafter Paul Widmer schildert die "mission impossible" der beiden Schweizer Gesandten im Nazireich. Geri Krebs wirft einen Blick auf das Programm der 60. Ausgabe des internationalen Filmfestivals San Sebastián und vermeldet: das Festival trotzt der Krise. Besprochen wird Juan Goytisolos Roman "Reise zum Vogel Simurgh" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

Aus den Blogs, 20.09.2012

In der arabischen Welt gibt es keineswegs nur Hass und Ausschreitungen, sondern auch Szenen des Friedens und der Freude wie diese Hochzeitsfeier in Saudi Arabien:


Stichwörter: Saudi-Arabien

TAZ, 20.09.2012

Gabriela M. Keller berichtet über das neue Stück "Assassinate Assange" der Regisseurin Angela Richter, das ursprünglich von "Supernerds" handeln sollte, die es zu Starruhm, Macht und Erfolg bei Frauen gebracht haben. Nachdem sie Wikileaks-Gründer Julian Assange kennengelernt hat, machte sie ihn zur Hauptfigur ihres Stücks. "Einen tragischen Helden des Internetzeitalters, der steil aufsteigt und jäh abstürzt. 'Für mich ist er ein neuer Prototyp überhaupt, nicht der typische Alpha Male oder Macho; und vielleicht ist es ja das, was die Leute so an ihm irritiert', sagt die Dramatikerin. 'Ich habe ihn als sehr überlegt und ruhig erlebt. Er hat eine fast feminine Sanftheit an sich.'"

Auf den vorderen Seiten geht es um das Mohammed-Hassvideo. Unter anderem lesen wir über Reaktionen in anderen europäischen Ländern, Daniel Bax informiert über die Haltung der Bundesregierung, die eine Kinovorführung des Films verhindern will. Rudolf Balmer schließlich berichtet über die Mohammed-Karikaturen in der aktuellen Ausgabe des französischen Satireblatts Charlie Hebdo, die zur vorsorglichen Schließung einiger Botschaften führte. Die taz zeigt außerdem einen Screenshot von Vorder- und die Rückseite des Magazins, online sind allerdings nur die übersetzten Sprechblasen und Bildunterschriften.

Weiteres: Thomas Gesterkamp schreibt über den morgen beginnenden zweiten Männerkongress der Uni Düsseldorf mit dem Titel "Scheiden tut weh", auf dem Referenten wie Gehrhard Amendt und der mitveranstaltende antifeministische Verein Agens einen "Resonanzboden für radikalere Strömungen" bilden, "die sich im Internet austoben". Besprochen werden das neue Album "Will Happiness Find me" der estnischen Künstlerin Maria Minerva, der Dokumentarfilm "Call Me Kuchu" von Malika Zouhali-Worrall und Katherine Fairfax Wright über die schwierige Lage von Queers in Uganda, der Essay "Judentum und Popkultur" des Kulturwissenschaftlers Caspar Battegay und Karl Heinz Bohrers Jugenderinnerungen "Granatsplitter" (mehr dazu in unserer Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

Und Tom.

Weitere Medien, 20.09.2012

Auch die Titanic wartet im Oktober mit einem furchterregenden Titelbild auf.


Stichwörter: Titanic

FAZ, 20.09.2012

Im Aufmacher empfiehlt Regina Mönch das Buch "Neukölln ist überall" des Neuköllner Bürgermeisters Heinz Buschkowsky, das für sie nicht nur eine Analyse der Zustände ist, sondern auch einen Weg weist, "weil in Neukölln nicht nur überbordende Straßengewalt zu besichtigen ist und eine sich offenbar immer von Neuem reproduzierende Bildungsabstinenz, sondern weil dort ein Klima der Offenheit herrscht, in dem Konflikte erkannt werden und man darüber streitet in einer Art, die von der Konsenskultur des politischen Mainstreams abweicht. Das regt die Phantasie an und erzeugt Hoffnung. Man wird in Deutschland wenig Vergleichbares finden."

Ingo Petz berichtet von der weißrussischen Konjunktur des Wortes "zjarpez", ("ertragen") vor den vom Regime inszenierten Wahlen: "In den Aphorismen des jungen Fotografen Sjarhej Hudzilin, die er in dieser Woche auf der Internetseite der Zeitung Nascha Niva veröffentlicht hat, kommt das Wort 'zjarpez' gleich mehrere Male vor. In einem heißt es: 'Speziell für die Weißrussen hat Facebook neben den Funktionen 'Gefällt mir' und 'Teilen' die Funktionen 'Ertragen' und 'Ertragen mit Freunden' gestellt.' Jetzt, wo am Sonntag Parlamentswahlen anstehen, wird diese weißrussische Form der Selbstgeißelung noch etwas leidenschaftlicher als sonst betrieben."

Weitere Artikel: Richard Millet, der in Frankreich gerade wegen eines "Loblieds" auf Breivik seine Stelle im Lektorat von Gallimard verloren hat, wettert im Gespräch mit Olivier Guez gegen den Verfall von Sprache und Nationalkultur und bekräftigt neuerlich seine Bewunderung für die "formale Perfektion der Breivikschen Tat" (auch wenn er sie "monströs" findet). Jordan Mejias berichtet von der New Yorker Buchpräsentation von Salman Rushdies Memoiren, wo der Autor wenig über die aktuellen islamistischen Ausschreitungen zu sagen hatte (siehe auch sein Auftritt in Jon Stewarts "Daily Show"). Jürgen Kaube berichtet von José Manuel Barrosos Abstecher nach Oehrlinghausen, Niklas Luhmanns einstigem Wohnort, den der Präsident der Europäischen Kommission bei der Reise zur Documenta auch unbedingt besuchen wollte. Magdalena Ebertz porträtiert die beiden syrischen, im Pariser Exil lebenden Künstler Khaled al Khani und Fares Helou. Andreas Kilb spricht mit Michael Haneke.

Auf der Medienseite berichtet Andreas Nefzger vom Prozess gegen die NDR-Redakteurin Doris Heinze, in dem heute das Urteil erwartet wird.

Besprochen werden neue Gould-Einspielungen, die Ausstellung "Bronze" in der Royal Academy in London (bei der Gina Thomas "aus dem Staunen nicht heraus" kommt), eine Verdi-Aufführung in Köln und Bücher, darunter Clemens J. Setz' Roman "Indigo" (mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr).

Zeit, 20.09.2012

Salman Rushdie spricht mit Susanne Mayer darüber, wie die 1989 von Ajatollah Chomeini verhängte Fatwa sein Leben verändert hat. Die religiöse Sprengkraft habe er damals unterschätzt, gibt Rushdie zu, und konstatiert, dass sich die Welt seitdem verändert hat: "Wir leben in einer Gesellschaft, deren Plage die Rückkehr der Religionen ist. Nicht nur des Islams. In Amerika sehen Sie die Erstarkung der christlichen Rechten, in Indien eine Erhebung des rechten Hinduismus. Pakistan ist heute ein dunkler Ort."

Die Juristin Seyran Ate? spricht mit Evelyn Finger über Blasphemie, Fundamentalismus und ein Aufführungsverbot provokanter Werke: "Unsere deutsche Rechtsprechung ist sehr vernünftig. Gerade weil wir die Versammlungs- und Meinungsfreiheit, die Kunst- und Pressefreiheit so stark machen, findet Gotteslästerung nur selten statt. Wenn wir die Aufführung verbieten, schließen wir uns dem Streit der Extremisten auf beiden Seiten an."

Weitere Artikel: Jens Jessen stellt Überlegungen an, wie das Internet generell Widersprüche und Konflikte erzeugt. Katja Nicodemus sieht im Anti-Mohammed-Film einen Blasphemie-Porno und rät davon ab, darin die Ursachen für die heftige Proteste zu suchen oder "den Clip durch ein Verbot noch weiter aufzuwerten". Ursula März bilanziert: Bettina Wulff nervt, aber ihre Klage gegen Google ist legitim. Hanno Rauterberg wirft einen Blick auf die Befindlichkeit der Gegenwartskunst und stellt fest: "Heute mag kaum noch ein Künstler den Bürgerschreck geben". Ijoma Mangold porträtiert den Essayisten und Schriftsteller Karl Heinz Bohrer zum 80. Geburtstag.

Besprochen werden Michael Hanekes Cannes-Gewinner "Liebe" (den Iris Radisch "atemberaubend" und "grandios" findet), der Fernsehfilm "Der Fall Jakob von Metzler" (berührend und differenziert, urteilt Heinrich Wefing), eine Inszenierung des ganzen "Faust" in Frankfurt (bei der der von Günter Krämer inszenierte "Faust II" Thomas E. Schmidt deutlich mehr zusagt als Stefan Puchers "Faust I"), die Aufführung aller drei überlieferten Opern Claudio Monteverdis in der Komischen Oper (bei Volker Hagedorn überwiegt die Bewunderung für diesen "kreativen Kraftakt") und Bücher, darunter Ulf Erdmann Zieglers Roman "Nichts Weißes" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

Auch in der Politik geht es um "Die Unschuld der Muslime": sechs Journalisten widerlegen in einem Artikel die "Legende vom Flächenbrand" und weisen nach, wie die Verlierer der Revolution antiwestliche Stimmung schüren. Der ägyptische Islam-Minister Scheich Talaat Afifi versteht im Interview nicht, warum man in den USA Mohammed beleidigt: "Wir Muslime beleidigen ja auch keinen Propheten. Mose, Jesus, Noah - das sind alles Heilige für uns. Das kann man unserer Religion nicht nehmen: Wir respektieren andere Religionen, auch wenn wir denken, dass sie falsch sind."

SZ, 20.09.2012

Henning Klüver durchstreift die neuen Räume der Casa di Goethe in Rom. Lothar Müller trifft Jürgen Schitthelm, der nach 50 Jahren als Direktor der Schaubühne in Berlin das Haus verlässt. Viel deutet darauf hin, dass es sich bei dem kürzlich von der Kunsthistorikerin Karen L. King vorgestellten Papyrusfragment, demzufolge Jesus eine Frau gehabt haben könnte, um keine Fälschung handelt, schreibt der Theologe Peter Lampe. Susan Vahabzadeh spricht mit Michael Haneke über dessen neuen Film "Liebe". Ai Weiwei wird auf der kommenden Biennale in Venedig Deutschland vertreten, meldet Catrin Lorch.

Auf der Medienseite sieht Niklas Hofmann mit dem Monetarisierungsversuchen von Twitter das mögliche Ende des Mikroblogging-Service nahen.

Besprochen werden der Dokumentarfilm "Call Me Kuchu", Ibsens "Baumeister Solness" und eine Genesis-Bearbeitung, mit der das Zürcher Schauspiel seine Saison eröffnet, David Pountneys "Fürst Igor"-Aufführung an der Hamburgischen Staatsoper und Bücher, darunter Salman Rushdies Memoiren (mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr).