Heute in den Feuilletons

Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
22.04.2004. Die Zeit löst die Krise der Geisteswissenschaften mit Drittmitteln. In der taz analysieren die Dokumentarfilmer Eyal Sivan und Audrey Maurion die DDR als "suizidales System". Und auch Richard Wagner bekennt in der FR, dass er niemals mehr Minol tanken würde. In der SZ fürchtet Anthony Giddens die Auswirkungen eines Nein im britischen EU-Referendum. Die NZZ hält ein feines Ohr an wummernde Rock-Verstärker. Die FAZ weiß, was Aznar hätte wissen können.

Zeit, 22.04.2004

Schweres Teil heute. Fünf Artikel im Feuilleton widmen sich der Krise der Geisteswissenschaften. Entweder ändern sie sich, oder sie gehen unter, erklärt Martin Spiewak kühl. Die Studenten sind faul - die der Soziologie "haben die 30-Stunden-Woche verwirklicht - im laufenden Semester wohlgemerkt" - und die Professoren ziehen seit zwanzig Jahren aus diesen Missständen keine Konsequenzen: "Wenn die Studenten lesefaul sind: Warum führt man keinen Lesekanon ein und prüft ihn? Wenn die Erstsemester schlecht vorbereitet aus den Schulen kommen: Warum verordnet man wie in den USA keine Lese- und Schreibkurse? Viel wurde in der Vergangenheit über den Sinn der Geisteswissenschaften diskutiert, ob sie Orientierung bieten oder Modernisierungsschäden kompensieren sollen. Solche theoretischen Debatten sind überflüssig, wenn die Geisteswissenschaften ihre Aufgaben erfüllen."

Ulrich Greiner (hier), der Historiker Achatz von Müller (leider nicht online) und der Philosoph Martin Seel (hier) versuchen zu begründen, dass die Geisteswissenschaftler durchaus von Nutzen sind - woran doch eigentlich nur besonders unfähige Naturwissenschaftler zweifeln - weichen in ihren Artikeln jedoch der Frage aus, ob wir so viele davon brauchen.

Jörg Lau geht das Problem von der praktischen Seite an, er hat sich an die FU Berlin begeben, die unter "viel zu vielen Langzeitstudenten und Studienabbrecher" in den Geisteswissenschaften gelitten hat und jetzt, nachdem dieses Problem offenbar gelöst wurde, wie ein Phönix aus der Asche gestiegen ist. Es gibt sogar einige Drittmittelstars. Zum Beispiel die Theaterwissenschaftlerin Erika Fischer-Lichte, die im Uni-internen Ranking auf Platz 6 liegt. "'Ach wissen Sie', sagt die Vorzeigefrau, 'der Drittmittelantrag ist auch nur eine Textsorte, die man erlernen kann.' Sie beherrscht auch andere Textsorten - ihre 'Geschichte des Dramas' ist ein Standardwerk des Fachs." Auch der Literaturwissenschaftler Gert Mattenklott hat ein Händchen für Drittmittelbeschaffung, was seine Schattenseiten hat, wie der Professor gesteht: "Die 'Forschungsinseln der Seligen' bilden, meint er, einen zunehmend abgeschotteten Bereich zum Rest des akademischen Lebens." Alles in allem fährt die FU jedoch ganz gut mit ihrer Strategie, "einerseits bodenständig auf den traditionellen Fächern, was die Lehre angeht", zu beharren, und andererseits "in der Forschung auf kulturwissenschaftliche Interdisziplinarität" zu setzen, meint Lau.

Weitere Artikel: Der marokkanische Schriftsteller Tahar Ben Jelloun erzählt, wie man in Tanger zu begreifen sucht, dass aus dieser Stadt die Attentäter von Madrid kamen. Hanno Rauterberg porträtiert den tansanisch-britischen Architekten David Adjaye, dessen erster großer Bau - eine Reihe von Bibliotheken im Osten Londons, Adjaye nennt sie "idea stores" - gerade eröffnet wurde. Claudia Herstatt berichtet über vier Kunstmessen in Köln. Abgedruckt ist eine tragische Liebesgeschichte von Irene Dische.

Besprochen werden die Spätwerke des Jazzers Cecil Taylor ("Diese Musik ist ein Schock. Seit fünfzig Jahren", behauptet Konrad Heidkamp), Daniel Barenboims Aufführung der 32 Beethoven-Sonaten in Wien ("Abstürze und Höhenflüge" beschreibt Volker Hagedorn mit kritischer Hingabe), Michael Schorrs Film "Schultze gets the blues", wo ein hinreißender Horst Krause als entlassener Bergarbeiter Schultze "seinen stattlichen Hintern von alleine hochbringt", Quentin Tarantinos "große sarkastische Familienzusammenführung" "Kill Bill 2" und die neuen Choreografien von Sasha Waltz in Berlin und William Forsythe in Frankfurt: "Der Dilettantismus im Tanz wäre nie zu solchem Renommee gelangt, wenn die Leute rechtzeitig Buh gerufen hätten und die Kritiker weniger feige wären", ruft böse Evelyn Finger.

Auf den Literaturseiten ärgert sich Dieter E. Zimmer über Michael Maar: Er hält es für "unwahrscheinlich", dass Nabokov Heinz von Lichbergs "Lolita" kannte. Aufmacher ist Fritz J. Raddatz' Besprechung des ersten Bandes der Tagebücher von Harry Graf Kessler: "Schade, dass Sitte und Anstand es verbieten, Verlag und Herausgebern eine Kiste Champagner zu schicken. Verdient hätten sie es." (Wir finden eine Sitte, die das Verschenken von Champagner verbietet, zutiefst unsittlich.)

"Der Islam ist auf dem Rückzug", behauptet der irakische Philosoph Sadik al-Azm im Interview auf den politischen Seiten. "Schauen Sie in den Sudan oder nach Iran. Das Modell, dass die Islamisten uns geben, sind die Taliban in Afghanistan. Und als die Taliban gestürzt wurden, gab es nicht die kleinste Gegenstimme aus der islamischen Welt ... Die Islamisten produzieren nur negative Modelle." Der amerikanische Publizist Charles Murray feiert Europa (schmuggelt dabei allerdings Nordamerika auf unseren Kontinent): "Du warst absolut außergewöhnlich."

TAZ, 22.04.2004

"Darin liegt das Paradox der DDR: Man überwachte alles, man sah alles, aber dass die Wende kam, dafür war man blind," sagen die Filmemacher Eyal Sivan und Audrey Maurion in einem Gespräch mit Cristina Nord über ihren Stasi-Film "Aus Liebe zum Volk". "Nun ist das nicht nur eine Frage von Machteffekten, sondern auch eine des Mainstreams. Der schaut sich nämlich immer nur die Ränder an, nicht sich selbst. Dadurch verliert er die Urteilsfähigkeit und beginnt sich selbst zu zerstören - als Effekt einer paranoiden, kriminellen Macht. Auf die Spitze getrieben wird dies heute in der Figur des Selbstmordattentäters: In ihr kommt es zur totalen Überblendung von Selbstzerstörung und der Zerstörung anderer. Wenn man so will, war die DDR ein suizidales System."

Auf der Meinungsseite erklärt Tariq Ali im Interview kategorisch: "Solange US-Soldaten im Irak sind, gibt es keinen Frieden."

Weitere Artikel: Uwe Rada berichtet Neues von der Never-Ending-Story der Gedenkstätte "Topografie des Terrors" in Berlin: Offenbar ist man kurz davor, Peter Zumthors Entwurf endgültig zu kippen. Besprochen werden Gil Mehmerts Bühnenversion von Hans Falladas Wirtschaftskrisenklassiker "Kleiner Mann - was nun?" am Münchner Volkstheater, Michael Schorrs Debütfilm "Schultze gets the Blues", der neue Film mit Drew Barrymore "50 erste Dates" und zwei Bände mit Frieda Grafes Schriften zum Film (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

Schließlich TOM.

FR, 22.04.2004

"Minol ist wieder da! Die Tankstellenkette der DDR. Soll man nun dort tanken, um sich an die Vergangenheit zu erinnern?" fragt ein missmutiger Richard Wagner. "Nostalgie als Marketing ist nicht neu, aber so schamlos wie in der Ostalgie-Form gab es sie kaum. 'Klar, bin ich eine Ost-Frau' lautet der Titel eines jüngst erschienenen Buchs. Ist die DDR nicht auch ein Wirtschaftsfaktor? Haben die Ostalgie-Shows des vergangenen Jahrs nicht das Werbegeschäft der Privatsender belebt und hat der Film 'Good bye, Lenin' im deutschen Kino nicht das meiste Geld seit langem eingespielt? Die Produktionsfirma Senator-Film ist trotzdem pleite. Ein weiterer Beweis: Die DDR kann Deutschland nicht retten."

"Ist das schon das neu errichtete Stadtschloss? Oder eine Dependance von Disney World? Aber warum steht dann Bertelsmann am Klingelschild?" fragt auf der Medienseite Oliver Gehrs anläßlich eines Besuchs in der Berliner Botschaft des Gütersloher Medienkonzerns. "So ein Gebäude, das aussieht, als sei es im 18. Jahrhundert entstanden, aber vor zwei Jahren noch gar nicht stand, bringt selbst hartgesottene Berlin-Touristen ins Grübeln."

Weitere Artikel: "Werden Sie, sehr verehrter Herr Ministerpräsident, namens des Bayrischen Freistaates zum Hüter, Wächter und Inhaber dieser Krone deutscher Kulturhäuser!" schreibt Friedrich Dieckmann in einem offenen Brief an Edmund Stoiber, von dem er sich ein rettendes Engagement das älteste deutsche Literaturhauses Schloss Wiepersdorf erhofft, dessen Überführung in die Bundeskulturstiftung am bayrischen Einspruch gescheitert ist. Peter Neitzke feiert den zwanzigsten Geburtstag von James Stirlings Stuttgarter Staatsgalerie ("Die Postmoderne ist auch älter geworden"). In Times mager findet es Anneke Bokern unbegreiflich, dass Peter Paul Rubens ("Zellulitäre Matronen in Bonbonfarben", "geschosshohe Farborgien in Babyblau und Altrosa") jetzt plötzlich als hip gilt.
Anzeige

SZ, 22.04.2004

Ein zumindest im sporadisch funktionierenden E-Paper der SZ namenloser Autor unterhält sich mit dem britischen Theoretiker des "Dritten Wegs" Anthony Giddens (mehr hier und hier) über Tony Blairs Entscheidung, ein Referendum über die EU-Verfassung durchzuführen. Glücklich ist Giddens nicht damit, aber er macht sich Mut: "Das Referendum zu verlieren, wäre eine Katastrophe für Großbritannien, und es wäre eine Katastrophe für Europa. Bekanntlich reicht ein Nein eines Landes, die Verfassung zu Fall zu bringen. Aber ein Nein ist vermeidbar. Die öffentliche Meinung der Briten zu Europa ist in ähnlichen Situationen schon gedreht worden, und nach meinem Gefühl sind die Leute tief in ihrem Herzen pragmatisch."

"War Österreich das bessere Europa?" fragt der schwedische Romancier Richard Swartz ("Ein Haus in Istrien") mit nostalgischem Blick auf Kaiser Franz Joseph, die katholische Kirche, die k.u.k. Armee und das Wiener Kaffeehaus - und meint: ja.. "Diese vier Institutionen ... trugen mehr als alles andere zur kosmopolitischen Atmosphäre des Imperiums bei; in ihnen und mit ihnen entstand zwar keine soziale Harmonie, aber doch ein modus vivendi für die überwiegende Mehrheit der Bürger in Österreich-Ungarn ... Und das heutige Europa? (...) Das Kaffeehaus wird leer bleiben ohne eine europäische Öffentlichkeit, die ihren Namen verdiente."

Weitere Artikel: Jens Bisky verteidigt den Kunstsammler Friedrich Karl Flick und sein Arrangement mit den Staatlichen Museen zu Berlin, das es erlaubt, seine große Kunstsammlung sieben Jahre lang in Berlin auszustellen, gegen "antikapitalistische Ressentiments", die gern mit dem Namen des Sammlers verbunden werden. Jeanne Rubner berichtet von der Eröffnung der Hertie School Of Gouvernance durch Gerhard Schröder in Berlin. Fritz Göttler freut sich, dass mit "Die fetten Jahre sind vorbei" von Hans Weingartner endlich mal wieder ein deutscher Beitrag im Wettbewerb des Filmfests in Cannes vertreten ist. In einem Interview mit Anke Sterneborg spricht Drew Barrymoore über ihren neuen Film "50 First Dates" und Regieambitionen. Ulrich Kühne erinnert an den Erfinder der Atombombe J. Robert Oppenheimer, der heute vor hundert Jahren geboren wurde. "sus" meldet, dass George Clooneys Vater Nick Clooney (der Sohn sieht besser aus) für den Kongress kandidiert und ganz Hollywood hinter sich hat. Fritz Göttler gibt Ausblicke auf die 4. Architekturfilmtage in München.

Auf der Medienseite meldet Klaus Ott, dass die FAZ mit juristischen Gutachten gegen die Medienkartellpläne von Wirtschaftsminister Clement ankämpft.

Besprochen werden eine Ausstellung des Picasso-Dossiers des französischen Inlandgeheimdiensts DST im Musee de la Prefecture von Paris, Peter Segals Film "50 First Dates", Michael Schorrs Debütfilm "Schultze gets the Blues", Johann Kresniks Tanzabend "Hundert Jahre Einsamkeit" nach dem Roman von Gabriel Garcia Marquez am Theater Bonn und Bücher, darunter Walter Kempowskis zehnter Roman "Letzte Grüße" (mehr ab 14 Uhr in unserer Bücherschau des Tages).

Welt, 22.04.2004

In der Welt fordert Joachim Gauck mehr Mut beim Aufbau Ost (und West): Nach dem Krieg haben die Älteren in der Bundesrepublik "oftmals ihr beschädigtes Ansehen durch wirtschaftlichen Erfolg definiert. Natürlich ist nach Jahrzehnten eine Zivilgesellschaft entstanden. Aber in ihr haben - ohne jeden Druck eines Diktators - viele Menschen ihre Rolle als Bürger gleich Mitverantwortlicher eingetauscht gegen die Rolle des Zuschauers, dem sogar die Wahlen zuwider geworden sind. Der Zeitgeist hat nicht viel dagegen - es gibt so reizende Arten, sich zu amüsieren, dass regelrecht Stress entsteht. Die Gestressten dieser schönen neuen Welt und die vom alten Ossitum Geprägten schauen sich an wie fremde Freunde, und manchem Ossi scheint es, er müsse schnell und intensiv teilhaben an jener Wessiwelt, die zumal auf bestimmten TV-Bildschirmen dem Leben so einen faszinierenden Reiz gibt. Aber wenn sich zwei Arten von Ohnmacht begegnen, wird nichts geschehen."
Stichwörter: Joachim Gauck, Wahlen

NZZ, 22.04.2004

Ueli Bernays singt ohne näheren Anlass eine Hymne auf den Verstärker, der "Wirkung und Ästhetik des Rock'n'Roll geprägt" hat und gibt dabei auch zu bedenken: "Spricht man von Verstärkern, denkt man gewöhnlich an obere Grenzwerte. Wesentlich für die Ästhetik des Amplifying ist aber gerade auch die Möglichkeit, leise Töne, feine Regungen hörbar werden zu lassen. Billie Holiday, die ihre eigene Stimme als 'illegitimate' bezeichnete, weil sie über keine klassische Gesangstechnik verfügte, verstand es, mit dem Mikrofon die emotionalen Untertöne ihrer geschmeidigen Stimme zur Geltung zu bringen. Auch das sogenannte Croonern von Sängern wie Frank Sinatra, in dem die Stimme trotz Emphase und Fortissimo noch natürlich klingt, wurde erst durch elektronische Verstärkung ermöglicht."

Besprochen werden Ausstellungen mit Werken Eva Hesses in Wien und Sol LeWitts in Graz ("nach Abwägen all der unterschiedlichen Prämissen möchte man vermuten, dass zumindest auf der Ebene der künstlerischen Selbstvergewisserung Hesse und LeWitt nicht zu vergleichen sind", meint Gabriele Schor), Sasha Waltz' Schubert-Abend in Berlin und einige Bücher, darunter Thomas Stangls Roman "Der einzige Ort" (mehr hier).

FAZ, 22.04.2004

Die spanischen Geheimdienste hätten vor Al Qaida gewarnt sein müssen, stellt Paul Ingendaay, der als Beleg dafür das Buch "Terrorismo global" heranzieht, in dem der spanische Terrorismusforscher Fernando Reinares detailliert aufgeschlüsselt, wie sich Al Qaida in Spanien festgesetzt hat. Auch ein ausführlicher Report in "El Mundo" über Pleiten, Pech und Pannen bei der Fahndung legt für Ingendaay den Schluss nahe, dass es sich seitens der spanischen Behörden um "freiwillige Blindheit" handelte: "Haben sie ihr Wissen und ihre Ahnungen - man scheut sich, von 'Analysen' zu sprechen - mit der gebotenen Dringlichkeit an die entsprechenden Stellen weitergegeben, damit all dies Material - man scheut sich, von 'Erkenntnissen' zu sprechen - die spanische Regierung erreichte? Und hat die Regierung daraus die richtigen Schlüsse gezogen? Die Antwort auf diese Fragen, sechs Wochen nach den Madrider Anschlägen, ist ein geradezu ohrenbetäubendes Nein."

Weiteres: Dirk Schümer berichtet, dass Italien die Evolution aus dem Lehrplan für die Basisschulen strecht: "Die frei werdende Schulzeit wird unter anderem mit Nähen und Sticken ausgefüllt." In der Randglosse fragt sich "rik", wo eigentlich die Antifa und Feministinnen waren, als Thor Kunkel vorgestern (am 20. April!) im IG-Farben-Haus der Frankfurter Uni las. Beglückt wird gemeldet, dass zum ersten Mal seit elf Jahren wieder ein deutscher Film in Cannes läuft: Hans Weingartners "Die fetten Jahre sind vorbei".

Manfred Wundram fürchtet schweren Schaden für die räumliche Erscheinung des Schwäbisch Gmünder Münsters. Zwei Rampen sollen in den Chorumgang gebaut werden. Bert Rebhandel stellt den israelischen Filmemacher Eyal Sivan vor, von dem demnächst zwei Filme in die Kinos kommen: "Aus Liebe zum Volk", eine Montage aus Stasi-Material, und "Route 181" über die Vertreibung der Palästinenser im Jahr 1948. Andreas Platthaus berichtet vom Dresdner Filmfest, auf dem er international konkurrenzfähige Kurzfilme aus Deutschland gesehen hat.

Christian Geyer erinnert an den Vater der amerikanischen Atombombe, Julius Robert Oppenheimer, der vor hundert Jahren geboren wurde und gern in der Nähe von Faust, Hamlet und Krischna verortet wird. Gerhard R. Koch gratuliert dem Bassbariton Franz Mazura zum Achtzigsten. Auf der Medienseite meldet Michael Hanfeld, dass Spiegel TV künftig Sendezeit an Focus TV abgeben muss.

Auf der letzten Seite entnimmt Jürgen Kaube der Liste der hundert einflussreichsten lebenden Personen im "Time Magazine", dass man Amerikaner oder gegen die Amerikaner sein muss. Arno Strohmeyer untersucht die Rolle des Osmanischen Reichs bei der Staatenbildung in Europa. Und Dieter Bartetzko bewundert Ingeborg Flagge, die als Direktorin des Frankfurter Architekturmuseums eine Etaterhöhung durchgesetzt hat.

Besprochen werden Heiner Geobbels Musiktheater "Eraritjaritjaka" am Thetre Vidy in Lausanne, ein Nono-Konzert des Ensemble Modern in Frankfurt, Robert Schindels und Lukas Stepaniks Film "Gebürtig" und Frank Westermanns Erkundungsreise "Ingenieure der Seele. Schriftsteller unter Stalin" (mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).