Heute in den Feuilletons

Der Balkan ist mondän

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
29.04.2008. In der FR meint der Soziologe Peter Wagner: Die Italiener haben eine korrupte Regierung gewählt, weil sie selbst korrupt sind. Die Blogs antworten auf den Offenen Brief der Musikindustrie. Im Perlentaucher fragt Andre Glucksmann: Warum hat die Linke den Geist von 1968 verraten? Christoph Schlingensiefs Inszenierung von Werner Braunfels' Jeanne-d'Arc-Oper hat die Kritik fasziniert. SZ liegt im Balkanfieber.

FR, 29.04.2008

Der in Trient lehrende Soziologe Peter Wagner zieht eine absolut deprimierende Bilanz der Wahlen in Italien. Die Italiener wählten eine korrupte Regierung, weil sie selbst korrupt sind. Denn Wagners Meinung nach hatte die Regierung Prodi zum Beispiel im Kampf gegen Steuerhinterziehung und Bürokratismus durchaus Erfolge vorzuweisen. "Aber die Regierung hatte übersehen, dass in ihrem Land so viele Bürger von dem Mangel an Ordnung profitieren, dass derartige Erfolge sich nicht in Wählerstimmen übersetzen lassen würden... Steuerhinterzieher, Bilanzfälscher, Profiteure von undurchsichtigen Gesetzesregelungen und Fremdenfeinde hatten ein Interesse am Sturz der Regierung. Aber viele von ihnen trauten sich vor der Wahl nicht, dies öffentlich zuzugeben, und bekannten sich zu ihren Sünden nur im Schutz der Wahlkabine."

Weitere Artikel: Harry Nutt extemporiert in Times mager über ehemalige Politiker, die mühsam das Alltagsleben wieder erlernen müssen (und dabei wie Tony Blair schon mal beim versehentlichen Schwarzfahren erwischt werden). Christian Thomas unterhält sich mit dem Architekten Christoph Mäckler über die Gründung des Instituts für Stadtbaukunst (mehr hier). Peter Michalzik stellt das letzte Programm Elisabeth Schweegers als Intendantin des Frankfurter Schauspiels vor. Und Dirk Pilz wirft einen Blick auf 13 Jahre Intendanz Wolfgang Engels in Leipzig, die der Regisseur mit einer Inszenierung von Michail Bulgakows "Moliere oder Die Verschwörung der Heuchler" abschließt.

Besprochen werden Janaceks selten gespielte Oper "Die Ausflüge des Herrn Broucek" in Frankfurt und weitere Ereignisse der Region.

NZZ, 29.04.2008

Die NZZ erscheint heute ein wenig kleinteilig. Anneke Bokern stellt den Anbau für das Architekturmuseum in Oslo vor, den der 83-jährige Pritzker-Preis-Träger Sverre Fehn entworfen hat. Thomas Fischer berichtet von einer - als "linguistisches Attentat" angefeindeten - Rechtschreibreform in Portugal. Joachim Güntner widmet sich der Meldung, dass Bertelsmann nun mit einer Reader's-Digest-Ausgabe der Wikipedia Geld machen will. Stefan Hentz schreibt zum Tod des Klarinettisten Jimmy Giuffre.

Besprochen werden eine Aufführung von Modest Mussorgskys "Boris Godunow" im Zürcher Opernhaus und Bücher, darunter Jürgen Habermas' Essays "Ach, Europa", Horace Engdahls Aphorismen "Meteore", Olivier Adams Roman "Klippen", Marlene Streeruwitz' Trauertirade "Der Abend nach dem Begräbnis der besten Freundin", Joseph Vogls Buch "Über das Zaudern" (mehr in unserer Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

TAZ, 29.04.2008

An der Inszenierung von Christoph Schlingensief liegt es nicht, dass Walter Braunfels' nachgelassenes Werk "Jeanne d'Arc" so gewaltig scheitert, meint Niklaus Hablützel. "Über drei sehr lange Akte hinweg kommt es fast nie zu Momenten, die ihrer Originalität wegen aufhorchen ließen. Es ist ein ständiges, oft süßliches, hin und wieder milde aufbrausendes, stets gemessenes Dahinschreiten einer am Schreibtisch ausgedachten, aufgeschriebenen Musik, die alles zu können scheint, aber nichts bewirkt."

Der "Muff von zweihundert Jahren" steigt Ekkehard Knörer bei der dreitägigen Nationalkultur-Konferenz des Goethe-Instituts in Berlin in die Nase. "Wer sich erinnert, dass das Goethe-Institut jahrzehntelang stolz darauf war, gerade das nicht Staatstragende in aller Welt als deutsch zu verkaufen, dem durfte angesichts dieser Versammlung hochmögender Geister wirklich der Schreck in die Glieder fahren. Was mag als Nächstes kommen nach dieser Wiedervorlage der Nationalkultur als reanimierter Humanismus? Der Vorschlag, das Lateinische statt des ungeliebten Englisch als Wissenschaftssprache wiederzubeleben?"

Weiteres: Auf einer Bremer Podiumsdiskussion über die Zukunft des Jazz im öffentlich-rechtlichen Radio notiert Christian Broecking Unmut bei den Redakteuren und Visionslosigkeit bei den Verantwortlichen. Stefan Reinecke wird bei einem Jenaer Symposion Zeuge, wie mit Alexander Mitscherlich und seiner "Unfähigkeit zu trauern" abgerechnet wird. Reinecke spricht auch mit dem Historiker Martin Dehli über Mitscherlich. In der zweiten taz berichtet Claudia Emmerling, wie wenig Ahnung die Arbeitsvermittler der Agentur für Arbeit bei der Vermittlung von arbeitslosen Journalisten haben.

Und Tom.
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Perlentaucher, 29.04.2008

Der Perlentaucher bringt einen Auszug aus dem Buch "Mai 68 explique a Nicolas Sarkozy" von Andre Glucksmann und Raphael Glucksmann. Glucksmann hat gute Erinnerungen an 1968. Verraten wurde der Geist des Mai für ihn von der heutigen Linken, die sich in sonnigen Illusionen wiegt und bei Korruption züchtig die Augen senkt. "In Deutschland erreichte die Operation Luftschloss ihre höchste Intensität, als sich die Grünen unter die Fittiche des Kanzlers Schröder begaben. Der große Mann hat sich dann an den Kreml verkauft und fand sich im Zivilleben als Funktionär der Gasprom und Vasall von Petrozar Putin wieder. Unser tugendhafter Sozialist hatte die beiden letzten Wochen seiner Amtszeit damit verbracht, ein Bündnis Berlin-Moskau zu schmieden, das auch für ihn selbst sehr einträglich ist."

Aus den Blogs, 29.04.2008

Vielleicht verlieren unsere Qualitätsmedien auch deshalb Leser, weil ihre politischen Journalisten den Politikern allzu ähnlich geworden sind, vermutet Klaus Jarchow in der Medienlese: "So richtig angefangen, das sehe ich zumindest so, hat alles zu Zeiten des großen 'Medienkanzlers'. Eine der sicherlich unbeabsichtigten Folgen des rotgrünen Projekts war es, dass ein geradezu WG-hafter und egalitärer Umgang untereinander in die Politik Einzug hielt: Politik und Presse, Hausherr und Wachhund, begegneten sich unversehens auf Augenhöhe."

Netzpolitik.org zitiert ein Gutachten der Kommission für Jugendmedienschutz, wonach Netzsperren, wie sie jüngst von der Musikindustrie und Herbert Grönemeyer und vielen anderen gefordert wurden, in "erheblichem Umfang in die Meinungsfreiheit der Inhaltsanbieter, die Informationsfreiheit der Nutzer sowie die Berufsfreiheit der Internetprovider eingreifen".

In Lunatic Fringe antwortet Pavel in einem Offenen Brief an die Kanzlerin dem Verband der Musikindustrie: "Kulturschaffende waren bereits im vorigen Jahrhundert durch das Aufkommen von Kompaktkassetten, Videorecordern, Photokopiergeräten und CD-Brennern vom Ruin bedroht. Als plötzlich jedermann Kopien und Mitschnitte von Rundfunksendungen anfertigen konnte und diese an seine ganzen Freunde verschenkte, hat das die Kultur zwar beflügelt, aber das konnte ja niemand wissen. Das darf sich nicht wiederholen."

Welt, 29.04.2008

Triumphal findet Manuel Brug Christoph die "Jeanne D'Arc" von Walter Braunfels (mehr hier) an der Deutschen Oper Berlin. Inszeniert werden musste sie nach Aufzeichnungen des schwer erkrankten Christoph Schliengensief: "Eine unter schwierigsten Bedingungen herausgekommene Premiere eines hoch komplizierten, gewichtigen Werkes. Der man in keinem Moment die Anstrengung anmerkte. Da wurde die komplexe, vor allem die Bläser immens fordernde Partitur großartig musiziert, obwohl der nimmermüde Dirigent Ulf Schirmer mit vielen falschen Noten im Aufführungsmaterial und Abstimmungsproblemen zu kämpfen hatte. Da sangen die Chöre mit nie nachlassender Stimmkraft. Und da war jeder der vielen Solisten in dem für sie unbekannten Werk richtig und vokal gut klingend besetzt."

Uta Baier hat sich in Halle eine Ausstellung angesehen, die Arbeiten des Malers Einar Schleef zusammen mit denen junger Künstler aus dem Förderprogramm von Sachsen-Anhalt zeigt. "Der Gegensatz zwischen den so eigenständigen, fast unheimlich kraftvollen Bildern Schleefs und den leisen Attitüden, dem vorsichtigen Stipendiaten-Tasten nach einem Thema ist riesig. Bei Schleef: Furor, Bildmacht, Unabhängigkeit, Sog. Bei den 41 jungen Künstlerpositionen: meist angepasste Müdigkeit, schlappe Gesten, besinnlich Gefälliges."

Zum Auftakt der Retrospektive Israelisches Kino im Berliner Zeughaus porträtiert Igal Avidan den Potsdamer Ralf Dittrich vor, der offenbar zahlreiche israelische Filmklassiker gerettet hat. Berthold Seewald sinniert in der Randspalte anlässlich der Volksentscheide in Berlin und Münster über den Bürgersinn und die Kunst. Dankwart Guratzsch berichtet von einer Tagung zum Architekten Hans Poelzig, die sich mit der Frage beschäftigte, ob Gebäude wie die einstige IG-Farben-Zentrale in Frankfurt das Böse bergen können. Johanna Schmeller annonciert das erste arabische Museum in Deutschland, das bis 2015 in Nürnberg entstehen soll. Roman Rhode stellt die kubanische Frauenband Anacaona vor. Matthias Heine hat sich die Uraufführung des Stückes "Tierreich" der serbischen Autorin Biljana Srbljanovic angesehen.

Berliner Zeitung, 29.04.2008

Wolfgang Fuhrmann zeigt sich bei manchen Nuancierungen recht beeindruckt von Schlingensiefs Inszenierung der sehr katholischen Walter Braunfels' Jeanne-d'Arc-Oper an der Deutschen Oper Berlin, auch die privaten Anspielungen über die Krankheit Schlingensiefs nimmt er zur Kenntnis: "Das auffällige Dominieren von Krankenhausbetten (nach dem gescheiterten Angriff auf Paris bekommt Johanna sogar eine Infusion) und die riesige Zeichnung einer menschlichen Lunge, die mehrfach vom Schnürboden herabgesenkt wird, können so als private Zeichen gelesen werden, wie ja überhaupt ein 'Schlingensief-Abend' Bestandteil eines Universums aus privaten Bezügen und Obsessionen ist, die Fortspinnung einer Arbeit am persönlichen Mythos."

Bereits gestern zitierte die Berliner Zeitung zum Fall der russischen Dissidentin Anna Mikhalchuk die Berliner Polizei. Mikhalchuk war tot in der Spree aufgefunden worden. Obwohl jetzt bekannt geworden ist, dass Steine in ihren Taschen gefunden worden sind, geht die Polizei nach wie vor von Selbstmord aus. "'Bei unseren Ermittlungen haben wir keinerlei Hinweise auf ein Verbrechen gefunden', sagte Polizeisprecher Bernhard Schodrowski gestern auf Anfrage. Das Todesermittlungsverfahren sei aber noch nicht abgeschlossen." Der Polizei war vorgeworfen worden, dass sie nicht intensiv genug ermittelt hat.

Tagesspiegel, 29.04.2008

Mehr Schlingensief als Braunfels erlebte Christine Lemke-Matwey bei der Uraufführung von Walter Braunfels' Oper aus den dreißiger Jahren, "Jeanne d'Arc". Und das fand die Kritikerin auch gut so: "So wenig es darum geht, dem Repertoire ein verschüttetes Oeuvre an sich zurückzugeben, als Ausweis archäologischer Emsigkeit, so sehr hat man doch den Eindruck, dass Braunfels' acht 'Szenen aus dem Leben der Heiligen Johanna' in jeder konventionelleren, erzählerischeren Inszenierung verloren wären (und damit das Schicksal von Franchettis 'Germania' oder Zemlinskys 'Traumgörge' an der Deutschen Oper teilten). Denn was beginnen mit der Tatsache, dass das Vakuum der inneren Emigration (das Stück auf ein eigenes Libretto entsteht zwischen 1938 und '42, der 'Halbjude' Braunfels hat sich an den Bodensee zurückgezogen) hier eine längst überlebte, regelrecht abgestorbene Ästhetik hat einfrieren helfen? Wie verfahren mit einer dröhnenden Männerfantasie, die selten mehr als schwarz gegen weiß setzt, nämlich Johannas erleuchtete Melismen und blühende lyrische Ausdruckskunst gegen die martialischen Glockenschläge, das gelenkige Parlando, die düstere Farbenpracht der Mächtigen auf Erden? Und wie um alles in der Welt eine Erlösungsfabel beglaubigen, die mit 'Wunder!'-Rufen schließt?"

SZ, 29.04.2008

Christian Jostmann war beim Balkan-Fever-Festival in Wien und räumt mit ein paar Vorurteilen auf: "Dass der Musik Südosteuropas stets das Label der Authenti- und Ethnizität aufgedrückt wird, ist dem Initiator des Festivals, Richard Schuberth, ein Ärgernis. 'Der Balkan ist mondän', sagt er, und Karandila und die anderen Bands geben ihm recht, von Stars der Roma-Musik wie den Taraf de Haidouks (hören) bis zum armenischen Oudspieler Haig Yazdjian (hören). Ein musikalischer Subkontinent ist zu entdecken, auf dem Thrakien an Louisiana grenzt, Arabien und Kuba in Hörweite sind. Und mittendrin liegt Wien."

Weitere Artikel: Der Schriftsteller Georg M. Oswald antwortet auf Helmut Böttigers Kritik (mehr) an der Formlosigkeit vieler deutscher Romane, indem er die Form seines eigenen Romans "Vom Geist der Gesetze" erklärt. Syrien gibt bei der Plünderung Bagdads gestohlene Kunstobjekte zurück, die Beamte bei Grenzkontrollen konfiszierten. Karl Bruckmeier schreibt zum Tod des Jazz-Klarinettisten und Komponisten Jimmy Giuffre. Kaspar Renner hörte zu, als in Berlin Dichter über die richtige Art der Übertragung diskutierten.

SZ-online meldet: "Im Internet wird er schon als geschasst gehandelt - sein Arbeitgeber hält aber nun an Mario Frank als Spiegel-Geschäftsführer fest." Falsch. Nicht das Internet, sondern die Medienseite der SZ-Printausgabe hatte gestern die voraussichtliche Ablösung von Mario Frank durch den 44-jährigen ehemaligen Dokumentationsjournalisten Matthias Schmolz gemeldet.

Besprochen werden die Uraufführung von Walter Braunfels' Oper "Jeanne d'Arc" durch Christoph Schlingensief in Berlin, eine große Expressionisten-Schau im Von-der-Heydt-Museum in Wuppertal und Bücher, darunter Ken Folletts neuer Mittelalter-Roman "Die Tore der Welt" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

Nachtrag vom 30.4.: Stephan Speicher kommentiert die Nachfolgeregelung in Bayreuth, wie sie von Wolfgang Wagner gehandhabt wird: "'Erpressung' durch Wolfgang Wagner ist ein hartes Wort. Seinerseits war es allerdings auch ein hartes Vorgehen. Die Politik in München und Berlin will nicht 'wie die Geier auf der Stange sitzen' und auf den Tod des alten Festspielchefs warten. Aber wenn der jene Grundsätze nicht anerkennen will, die er selbst ausgehandelt und bestätigt hat - und selbstverständlich trägt die alles bestimmende Stiftungsurkunde seine Unterschrift -, ja dann muss man eben warten. Sich jetzt auf das Gespann Eva/Katharina einzulassen, das befriedigt nur die administrativen Bedürfnisse."

Außerdem beschreibt Harald Eggebrecht die Entstehung der Wagner-Dynastie. Und Helmut Mauro erzählt die Geschichte der von Wolfgang erfundenen Richard-Wagner-Stiftung.

FAZ, 29.04.2008

In der Hirnserie erklärt der Hirnforscher Wolf Singer, warum Meditation den Geist jung hält: "Menschen mit Meditationserfahrung weisen eine verkürzte Aufmerksamkeitslücke auf. Sie können ihre Aufmerksamkeit in viel kürzeren Abständen auf schnell aufeinanderfolgende Reize konzentrieren. Wenn wir älter werden, wird dieser 'attentional blink' immer länger. Wir brauchen immer mehr Zeit, um die Aufmerksamkeit auf den je nächsten Reiz zu lenken. Meditierende können dieser altersabhängigen Zunahme entgegenwirken. Ein siebzigjähriger Meditierender kann einen ebenso kurzen 'attentional blink' haben wie ein dreißigjähriger Mensch."

Weitere Artikel: Oliver Jungen macht sich große Sorgen über die Blogs, die Angela Merkel und den Offenen Brief der Musikindustrie (über den die FAZ unseres Wissens gar nicht berichtet hat) "verhöhnen": "Wir treiben auf einen ideologisch überhöhten Kulturkrieg zu, obwohl ihn niemand will. " In der Glosse kennt Andreas Rossmann die Gründe für die fulminante Ablehnung eines Musikhallen-Neubaus in Münster. Patrick Bahners zieht die Lehren aus dem Streit um den Bundesverfassungsgerichtskandidaten Horst Dreier. Mark Siemons wurde in Peking Zeuge einer Tagung, bei der es um die eventuell vorhandene Differenz zwischen westlichen und östlichen Universalismen ging. Lorenz Jäger hat das zweite Heft der neuen, dem Werk von Peter Hacks gewidmeten Zeitschrift "Argos" gelesen. Dirk Schümer freut sich, dass ein Park in der italienischen Kleinstadt Boves nun nach Claus Graf Stauffenberg benannt ist. Ingeborg Harms hat in deutschen Zeitschriften Aufsätze unter anderem zu den Themen Selbstdistanz und Rechnen als aufklärerische Lebensform gefunden. Kerstin Holm informiert auf der Medienseite nun etwas ausführlicher über ein neues Gesetz, das es der russischen Kulturaufsicht möglich macht, Medien wegen Verleumdung zu schließen.

Besprochen werden die neue Notwist-Platte "The Devil, You and Me", die Frankfurter Aufführung von Leo Janaceks Oper "Ausflüge des Herrn Broucek, Jürgen Goschs Züricher Inszenierung von Roland Schimmelpfennigs Stück "Hier und Jetzt", Christoph Hagels "Zauberflöte" in der Berliner U-Bahnstation "Bundestag", eine Amsterdamer Ausstellung mit Werken von Tobias Rehberger, eine CD mit Evelyn-Waugh-Interviews und -Aufnahmen und Judith Schalanskys Roman "Blau steht dir nicht" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).