Heute in den Feuilletons

Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
05.07.2001.

NZZ, 05.07.2001

Joachim Güntner hat über die Konzentration im deutschen Buchhandel recherchiert. "Man stelle sich vor, die Buchverlage des Holtzbrinck-Imperiums in Deutschland würden mit denen der Verlagsgruppe C. H. Beck fusionieren: Es gäbe ein Rauschen im Blätterwald bis weit in die Feuilletons hinein. Im deutschen Buchhandel ist kürzlich Vergleichbares passiert, aber die Aufregung beschränkte sich auf die Branche. Den Kulturjournalisten war die Fusion der Grossbuchhändler Phönix und Thalia keine nähere Einlassung wert." Dabei ist der neue Konzern größer als jeder Publikumsverlag!

Naomi Bubis porträtiert einen israelischen Popstar: "Der Autodidakt und Rebell Aviv Geffen, der mit provokativen Texten über Drogen, Selbstmord, Gewalt, Einsamkeit und Liebeskummer den Nerv der Jugend trifft, hat Kultstatus in Israel. Seine Generation hat er in dem Hit 'Fucked up Generation' verewigt; seine Lieder sind emotionales Ventil für eine von Krieg, Tod und Terror geprägte Jugend. Die Menschen lieben oder hassen, verehren oder verpönen ihn. Kein anderer Musiker schreibt so radikale Texte gegen Politik und Armee, attackiert so ungeniert das Establishment, zeigt in Videoclips soziales Elend und gesellschaftliche Randgruppen."

Weitere Artikel: Peter Niklas Wilson stellt das britische Musiklabel Emanem vor, das sich der improvisierten Musik widmet. Hanno Helbling kommentiert eine im Vatikan geplante Reform des Bischofsamts. "Ces." kommentiert die Sicherung der Finanzierung für den Neubau der Stiftung "Topographie des Terrors" durch Peter Zumthor. Tilman Urbach schreibt zum Tod von Mordecai Richler. Besprochen werden einige Bücher, darunter ein Krimi von Shane Maloney und Erzählungen von Raymond Carver (siehe unsere Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

SZ, 05.07.2001

Sonja Zekri (kannten wir diesen Namen nicht bisher aus der FAZ?) fürchtet eine "Instrumentalisierung der Sprache als Maßstab für Zuwanderung" und nimmt damit auf das Zuwanderungsgesetz Bezug, das einen Sprachunterricht fordert. Sie hätte "mit den Zielen der Integration nichts mehr zu tun. Sie gleicht dem Rückzugsgefecht einer Gesellschaft, die die Notwendigkeit von Zuwanderern begreift, aber sich nicht mit der Tatsache abfinden will, dass diese Ausländer, genauso wie die Immigranten vor vierzig Jahren, ihre Kultur und ihre Prägung mitbringen." Und doch: Sollte, wer Deutscher werden will, nicht auch deutsch können?

Ulrich Raulff (ehemals FAZ) kommt auf einen Vortrag des Althistorikers Stefan Rebenich zu sprechen, der sich mit dem Fall Helmut Berve befasste ? Berve war der führende Althistoriker der Nazi- und der Nachrkiegszeit. Gab es da Kontinuität oder einen Bruch? Eher Kontinuität, meint Raulff. In seinen bis heute gelesenen Standardwerken findet er "das durch so viele Seiten durchscheinende Wasserzeichen des Nazismus".

Viele amerikanische Bücher werden heute in der SZ besprochen. Petra Steinberger stellt das Buch "The Seventies ? The Great Shift in American Culture, Society and Politics" von Bruce Schulman vor, das die Siebziger als ein entscheidendes Jahrzehnt rehabilitieren will. Und Wolf Lepenies schreibt über zwei Bücher, die "mit den Mythen im amerikanischen Sport aufräumen". eines davon, Andrei S. Markovits' und Steven L. Hellmans "Offside", stellt die Frage, warum die USA so viele eigene Sportarten, aber zum Beispiel kaum den guten alten europäischen Fußball pflegen.

Weitere Artikel: Regine Kollek und Ingrid Schneider, Mitglieder des Ethikrats und der Enquetekommission des Bundestags, stellen kritische Fragen an die Deutsche Forschungsgemeinschaft und die Bundesregierung zu ihrer Kontrollfunktion beim Import und Forschen mit Stammzellen. Helmut Schödel interviewt den Theaterregisseur Armin Holz, der das Zeug zu einem Shootingstar habe, aber keiner sein will. Eva-Elisabeth Fischer schreibt zum Tod des kanadischen Romanciuers Mordecai Richler. Thierry Chervel beschreibt die Verzweiflung der Verleger über die kommende Reform des Urhebervertragsrechts. Und Florian Schneider macht sich im Anschluss an die Berliner Tagung "Gut zu wissen" Gedanken über Sinn und Unsinn einer Cyberdemocracy.

Auf der Filmseite porträtiert Susan Vahabzadeh den Dreamworks-Chef Jeffrey Katzenberg, der jetzt mit "Shrek" einen Anti-Disney-Animationsfilm vorlegt (den Tobias Kniebe rezensiert). Außerdem geht's um die Filme von Terence Davies, die in der Retro des Münchner Filmfests gezeigt werden.

Besprochen wird außerdem Daniel Goldins Choreografie "Stimmen, Hände, brüchige Stille" im Tanztheater Münster.

FR, 05.07.2001

Auch Claus Leggewie (der übrigens eine schicke Website hat) kritisiert die Sprachenforderung im geplanten Zuwanderungsgesetz: "Hierzulande vertraut man lieber dem vormundschaftlichen Staat als selbstfabrizierten Tellerwäscherkarrieren und der wuseligen Autonomie ethnischer Gruppen oder religiöser Sekten, auf welcher die Selbstamerikanisierung Amerikas beruhte. Schon 1916 gab der Publizist Randolph Bourne die Parole von 'Transnational America' aus, gerichtet gegen das Konzept einer angloamerikanischen Leitkultur , aber auch gegen die Erinnerungslosigkeit des 'Schmelztiegels'. 'Transnational Europe' ist längst auf dem Weg, aber wir möchten Einwanderer weiterhin zu Kulturbürgern bekehren und sehen nicht, dass den Meisten soziale Teilhabe reicht und Patriotismus - der 'Stolz, ein Europäer zu sein' - nur wenigen Fremden am Herzen liegt."

Die dumpfe Angst vor dem kommenden Euro schildert Roderich Reifenrath: "Die Deutschen verharren in einer Mischung aus Halbwissen, Unbehagen und Resignation vor dem Unvermeidlichen, obwohl sich keiner aufbäumt und nichts zu sehen oder zu hören ist von Besorgnis erregenden Versuchen, der politischen Aktion den Protest entgegenzuschleudern. Definitiv lässt sich sagen, dass Anfang des nächsten Jahres der Euro ohne jede Begeisterung auf den Girokonten, in den Geldbeuteln und Sparstrümpfen der Europäer Einzug halten wird. Wer heute die Absicht hat, am 1.1. 2002 ein Feuerwerk für das symbolträchtige europäische Großereignis zu zünden, muss sich fragen lassen, wo er die Jubelmassen für seine Schalmeien und Lobsänger auftreiben will."

Weitere Artikel: Frank Keil erzählt vom sagenhaften Erfolg des Hamburger Machtclubs mit seinen Slam-Poetry-Lesungen ("draußen vor der Tür kann man jungen Menschen lauschen, die ernsthaft erörtern, Literatur zu studieren. Und dazu schimmert aus der Jackentasche das kleine, gelbe Reclamheftchen hervor"). Judith Jammers berichtet, dass nach der Tate Modern in London weitere britische Kraftwerke in Museen umfunktioniert werden sollen.

Besprochen werden die CD "Blowback" von Tricky, die Ausstellung "Ars Viva 00/01" im Zentrum für Kunst- und Medientechnologie in Karlsruhe, der Film "Shrek", eine Lesung Derek Walcotts in Bünde, und CDs des Musikers Vert, der sich offensichtlich von Keith Jarrett inspirieren ließen.
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TAZ, 05.07.2001

Der "Proletarier ist eine uncoole Angelegenheit" ? und das muss ausgerechnet die linke Berliner Volksbühne erfahren, die mit ihrer "Rollen Road Show" in der Berliner Bezirke zieht. Die Begegnung mit dem Proletarier fand nach dem Bericht von Esther Slevogt im Märkischen Viertel statt: "Der Mann aus dem elften Stock will wissen, wieso hier dauernd angebrannte Toasts an die Wand genagelt werden. Dass die deutsch-britische Performance-Gruppe Gob-Squat aus Toasts in sieben verschiedenen Bräunungsstufen das Porträt von Ulrike Meinhof pixelt, die in den Sechzigerjahren im Märkischen Viertel Sozialarbeiterin war, quittiert er mit Achselzucken. 'Sie müssen mal nächstes Wochenende kommen", sagt er, "da macht die GeSoBau hier ein Sommerfest mit Rummel und Feuerwerk!'" Künstler sind Helden!

Weitere Artikel: Marina Collaci bespricht eine Ausstellung über die römische Arena in der Antike. Hanns Zischler denkt über Godards "Außer Atem" nach, der wieder in den Kinos gezeigt wird. Besprochen werden die Ausstellung "Murnau Manila Minsk" über das Goethe-Institut im Deutschen Historischen Museum und der Film "Shrek".

Am Ende Tom.

FAZ, 05.07.2001

Claudius Seidl (ehemals SZ!) schreibt über einen Film, den er beim Münchner Filmfest gesehen hat: "Missing Allen", ein Dokumentarfilm von Christian Bauer über das Verschwinden seines Kameramanns Allen Ross. Dabei ist er auf einen "gruseligen Plot" gestoßen, "der ins Milieu der Sekten und Kulte führt, aufs Terrain von Verschwörungstheorie und -praxis, in die große amerikanische Paranoia; es gibt Verbindungen zu David Koresh, Timothy McVeigh und eine Anleitung zum Töten moderner Vampire mittels einer gutgezielten Kugel und postmortaler Kastration. Es sind die Versatzstücke eines Horrorfilms, der nicht dadurch realistischer wird, dass er Fragmente einer wahren Geschichte zeigt."

Jordan Mejias bedauert, dass die exquisite Architektencombo Herzog & de Meuron und Rem Kohlhaas nun doch nicht das von dem Investor Ian Schrager geplante New Yorker Hotel bauen werden. Wie ein "gigantisches Paar Hosen" hätte das Hotel ausgesehen. "Schon die Bilder des Modells gaben in der Tat Anlass zum Staunen. Wild gezackte Fensterlöcher, in unregelmäßiger Größe in die Blechfassade gestanzt, und die sich nach oben verjüngende Masse des kubistisch bearbeiteten Hauptturms brachten schräge Dissonanzen in eine weithin im industriellen neunzehnten Jahrhundert verharrende Gegend." Nun soll aber ein Ersatzmann zur Verfügung stehen, und "niemand würde behaupten, dieser Architekt, der den Namen Frank Gehry trägt, sei zweite Wahl".

Bioforschung macht uns zum Tier, meint der Freiburger Philosoph Gerold Prauss: "Kultur ist wesentlich Kultur aus Selbstbesinnung: Nur ein Tier, das auch noch jenes Wissen von sich hat und so zum Beispiel die Gewissheit seines zukünftigen Todes hat, bringt all die Geistesleistungen hervor, die wir als unsere Kulturgeschichte kennen. Als Kultur in diesem Sinne aber wird sie mehr und mehr im Dienst des Tiers in uns bewusst von uns zurückgenommen und ersetzt durch die in Technik mündende empirische Naturwissenschaft, die mit so etwas wie Geist als Selbstbesinnung schlechthin nichts zu schaffen hat." Schlimm! Und noch ein Artikel zur Frage vom CDU-Politiker Christian Wagner, der von seiner Partei einen eindeutigen Standpunkt fordert, denn: "Nützlichkeit rechtfertigt nicht jeden Eingriff in das Innerste des Menschen."

Weitere Artikel: Zhou Derong schreibt über Auseinandersetzungen zwischen moslemischen Uiguren und Han-Chinesen an der Westgrenze Chinas. Jan Schweitzer erzählt, wie peinlich man es in der Uni Lübeck fand, als dort eine "heiße Kartoffel", genauer gesagt: tiefgefrorene Stammzellen entdeckt wurden. Peter Gorsen beschreibt erste Ausstellungen im Wiener Museumsquartier. Dirk Schümer schreibt in seiner Kolumne "Leben in Venedig" über den Selbstmord des Lyrikers Mario Stefani. Pia Reinacher hat sich die wiedereröffnete Schweizerische Landesbibliothek angesehen. Carla Ranicki schreibt zum Tod des kanadischen Romanciers Mordecai Richler. Auf der Bücher-und-Themen-Seite begleitet Regine Halentz Naturwissenschaftler auf der Suche nach den letzten Fragen.

Besprochen werden der Film "Shrek", das Musikfestival "Jazz Baltica", ein "Rigoletto" in Köln, eine Ausstellung des Künstlers Steve McQueen in der Kunsthalle Wien und die Ausstellung "Raffael und die Folgen" in der Stuttgarter Staatsgalerie.

Zeit, 05.07.2001

Karl-Heinz Bohrer hatte in seiner viel beachteten Antrittsvorlesung zur Gadamer-Professur in Heidelberg von der "Erinnerungslosigkeit" der Deutschen gesprochen, womit er ein mangelndes Verhältnis der Deutschen zu all ihrer Geschichte meint, die vor der Nazizeit liegt. Den Grund dafür sieht er nicht nur im alles überschattenden Holocaust, sondern auch in seiner moralisierenden Aufarbeitung. Gustav Seibt gibt ihm in einem kleinen Essay recht, findet aber, dass "die Ursachen für das schwach ausgebildete Fernverhältnis tiefer liegen und weiter zurück reichen: Es hat in Deutschland überhaupt keine Tradition. Die deutsche Literatur hat keine klassische Gesamtdarstellung der deutschen Geschichte hervorgebracht. Es gibt den deutschen Michelet oder den deutschen Hume nicht. Gerade die literarisch gelungensten Werke der großen Geschichtsschreiber des deutschen Historismus handeln von nichtdeutschen Gegenständen: Rankes 'Päpste' beispielsweise überragen seine 'Deutsche Geschichte im Zeitalter der Reformation' bei weitem."

Ob die kommende Rezession nicht auch ihr Gutes hat, fragt allen Ernstes Jan Ross: "Natürlich, Rezession hieße Arbeitslosigkeit und damit Unglück für viele. Aber man könnte sich auch mit bescheidenen Ersparnissen wieder ein Eigenheim leisten... und vielleicht würden die Leute ein bisschen mehr Zeit auf Freunde und Familie verwenden, statt pausenlos mit Geldverdienen und Geldausgeben beschäftigt zu sein." Wir wollten gerade eine Lockerung des Arbeitsrechts vorschlagen, damit auch Zeit-Redakteure eine Chance auf die Freuden der Rezession bekommen, da lesen wir, dass Ross sich der Problematik seiner Argumentation voll bewusst ist: "Das ist die Hauptcrux der Reichtumskritik: der Hang zur Verlogenheit; moralisch gefährdend scheinen vor allem die Glücksumstände der anderen zu sein, man selbst fühlt sich den Versuchungen des Wohllebens durchaus gewachsen."

Über die Mode des Plagiats in Spanien berichtet Erich Hackl. Da ist zum Beispiel der Lyriker Luis Alberto de Cuenca, "der sich zum Staatssekretär für Kultur hochgedichtet hat. Im Oktober des Vorjahres erschienen unter dem Titel 'El heroe y las mascaras' (Der Held und die Masken) seine gesammelten Essays. Darunter war einer, den er 1988 an der Universidad Menendez Pelayo vorgetragen hatte. Die Druckfassung umfasst 13 Seiten, nun stellt sich heraus, acht davon hat de Cuenca wortwörtlich von dem britischen Gelehrten Philip Gosse abgeschrieben, der Bequemlichkeit halber aus der spanischen Übersetzung. Erwähnenswert ist auch, dass es sich bei dem plagiierten Werk um eine Geschichte der Piraterie handelt." Als eine Zeitung den Fall öffentlich machte, beschwerte sich de Cuenca über das "Fehlen ethischer Werte" in der Presse!

Weitere Artikel: Jörg Lau wundert sich in der Leitglosse, dass nun nicht mehr Abgeordnete, sondern Kusinen Gerhard Schröders den Kunsttrog "Der Bevölkerung" von Hans Haacke im Reichstag mit Erde füllen. Christof Siemes ist für die Serie "Richtung Europa", die von den osteuropäischen EU-Kandidaten handelt, nach Estland gefahren und porträtiert den Ex-Dissidenten Heiki Ahonen, der ein Museum der Erinnerung an die Besetzungen des Landes durch die Nazis und die Sowjets aufbaut. Caus Spahn erzählt, wie Hans Werner Henze zu seinem 75. Geburtstag in Hamburg Hof hielt. Thorsten Jantschek resümiert die Rede von Jürgen Habermas zur Biopolitik.

Besprochen werden die CD "Bodily Functions" von Matthew Herbert, der Film "Shrek" und das Zürcher Festival der Monologe.

Aufmacher des Literaturteils ist eine Rezension philosophischer Trostbücher durch Ludger Lütkehaus (siehe auch unsere Bücherschau ab 14 Uhr). Außerdem resümiert hier Ulrich Greiner das Klagenfurter Wettlesen.

Hinzuweisen ist auch auf den Aufmacher des Lebens: Salman Rushdie schreibt hier über die Band U 2, die ja auch in seinem letzten Roman eine Rolle spielt (und man kann sich wieder mal fragen, woher eigentlich die Anziehungskraft dieser unsäglichen Band auf doch nicht ganz dumme Kulturschaffende wie Wim Wenders und Rushdie rührt). Im Wissen-Teil wird über den "endlosen Streit" um den Import von Stammzellen nachgedacht. Im Interview fordert der Rechtsmediziner Jochen Taupitz hier flexible Gesetze.

Auch ein Blick auf Seite 1 könnte lohnen: Ein gewisser Michael Naumann mischt sich da in die Berliner Kulturpolitik ein. Er schlägt vor, dass ein gewisser Peter Stein mit seinem "jungen, begabten Ensemble" ein gewisses leerstehendes Thater am Halleschen Ufer übernimmt: "Mit einem Etat von 20 Millionen Mark, unterstützt von privaten Sponsoren, ließe sich dort der schönste Kunstskandal inzenieren." Naumann sollte Kulturminister werden!
Unbedingt lesenswert, wenn auch mehr dem Bereich der politischen Kultur in Deutschland zuzuschlagen, ist das Dossier,das sich in einer glänzenden Recherche mit der skandalösen Feigheit der deutschen Staatsanwaltschaften in der Leuna-Affäre auseinandersetzt. Hoffentlich weckt das zumindest den Ehrgeiz der journalistischen Konkurrenz.