Magazinrundschau

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag Mittag

Masturboote, das Porndecahedron und ein Planetarium

09.08.2011. Erst der Säkularismus gibt uns jene Fülle, die uns die Religionen nur versprechen, behauptet James Wood im New Yorker. Rue89 zeigt tolle Videos mit den Neuen Philosophen aus der Zeit, als sie tatsächlich neu waren. Nein, die Stadt ist kein Sumpf, meinte das TLS, noch kurz vor den Londoner Krawallen. Die New York Times betritt mit Nicholson Baker den Velvet Room.

Männer, die Dinge geregelt bekommen

02.08.2011. Anders Breivik ist den Dschihadisten ähnlicher als ihm lieb ist, meint Kenan Malik in Eurozine. Magyar Narancs sieht ihn eher in der Nähe der rechtsextremen ungarischen Garde. Outlook India findet es einleuchtend, dass er sich auch an der Hindu-Bewegung orientierte. Al Ahram erklärt: Israel ist schuld. An Norwegen. An Griechenland. Und am ganzen Rest. Im Merkur geißelt Karl Heinz Bohrer deutschen Provinzialismus. Die Blätter beobachten während des Mauerbaus HME bei harmlosem Tun. Der Guardian bekommt eine Pariser Lektion in aufgeklärtem Geschmack.

ABC1-Leser

26.07.2011. Bloomberg bereitet uns auf den Code War vor. Etwas europäischer wünscht sich El Pais Semanal die spanischen Demonstranten. Caffe Europa vertraut dem Netz. Der New Yorker misstraut dem britischen Leser. Le Monde sieht den Eurabia-Mythos wachsen. Der Guardian feiert ein Meisterwerk über Nekrophilie. Magyar Narancs analysiert die Ressentiments ungarischer und rumänischer Bürgerrechtler. Die NYT reist in den Jemen.

Auf der Suche nach Ärger

19.07.2011. Outlook India prophezeit 9000 Kontroversen in 900 Sprachen. Illegaler Handel mit vertraulichen Informationen ist keine Spezialität der Murdoch-Presse, weiß der Spectator. In Words without Borders steht Boualem Sansal bis zum Hals im Krieg. Il Sole 24 Ore folgt den Windungen des Curzio Malaparte. Polityka feiert Polens Glücksniveau. Bloomberg Businessweek freut sich über Dienst und Daten von Spotify. Lasst uns nicht allein mit Victor Orban, fleht Magyar Narancs. Prospect hört "La Boheme" in einer Bar. Der New Yorker stellt das kernige Team Ruanda vor.

In Japan wäre ich Catull

12.07.2011. Vanity Fair gibt der Inzucht die Schuld am britischen Abhörskandal. Der Economist fordert: Schuldige in den Knast. In Al Ahram klagt der ägyptische Prediger Amr Khaled: Wir haben keinen Traum. Outlook India begutachtet die Autoren-Variante des Amazon-Rezensenten. In Le Monde erklärt Ulrich Beck den Franzosen: Wir sind nicht romantisch. In Eurozine beschreibt Julian Casanova das Dilemma der spanischen Erinnerungspolitik. Das TLS reitet mit dem Soldatenpoeten Sir John Suckling. Open Democracy erklärt, wie man in Russland ein Klassiker wird.

Wir wollten den Süden sehen

05.07.2011. In The New Republic beobachtet Michael Lewis Mark Twain und Hunter S. Thompson, wie sie ihre Rolle spielen. Outlook India betrachtet gut gebaute Chamar-Jungs mit Attitude. Rue 89 berichtet über einen Boykott BHLs durch einige syrische Autoren. Das New York Magazine porträtiert Bradley Manning. Elet es Irodalom feiert die Berliner Ausstellungen zu Lajos Kassak. Guernica sucht nach den Spuren von Borges in Texas. Im TLS macht Virginia Woolf einen Vorschlag zum Schutz vor zu vielen Büchern.

Blond oder groß oder jüdisch?

28.06.2011. In Literaturen erklärt der Philosoph Byung-Chul Han seine neueste Entschöpfung. Der New Yorker erklärt, warum man nur beim Online-Dating die wahre Liebe findet. Foreign Policy macht den Russen Hoffnung auf Revolution. Nepszabadsag sieht Ungarn als Vorreiter für den neuen Kasernenhofkapitalismus. Warum scheitern Mafias an der Globalisierung, fragt die LRB. Das Smithsonian trinkt nur noch antikes Bier. Wie denken Muslime über Darwin, fragt der Chronicle. Für den Spectator ist Arabien das schwule Paradies.

Sind wir gute Vorfahren?

21.06.2011. Craig Mod sieht die Zukunft des Buchs: Sie ist flüssig. Magyar Narancs wünscht keine Kalorientabelle neben einem in Gänsefett getauchten Langosch. Das New York Magazine besucht Ex-Hüsker-Dü-Frontman Bob Mould. Der Boston Globe stellt seine Uhr auf Mecca-Time. In The Atlantic lehnt Christopher Hitchens den Gandhiismus ab. In der NYT findet er David Mamets Konversion zur politischen Rechten einfach lahm. In der Lettre erklärt Liao Yiwu, wie er seine Reportagen baut.

Mit meiner Frau, nein

14.06.2011. In Himal erklärt Pervez Hoodbhoy, warum nicht mal Dschihadisten um Osama bin Laden trauerten. In Rue 89 erklärt Habibou Bangre, warum marokkanische Ehemänner beim Sex nur den halben Spaß haben. Dem Spectator vergeht in New York der Appetit. Der Rolling Stone porträtiert den einzigen Mann, der Rupert Murdoch wie einen Linken aussehen lässt. In Poetry spürt Clive James dem Klang von Eliots ABC Restaurants nach.

Datenfluss, der nie beginnt

07.06.2011. Die NYRB fürchtet, dass man ihr künftig ins Gehirn schauen kann. Der Economist prophezeit unsere Versklavung durch SARTRE. In Prospect schildert Lionel Shriver die Freuden des manipulierenden Einwirkens auf einen Tennisball. Die jungen Ungarn sehnen sich nach dem 19. Jahrhundert, fürchtet Elet es Irodalom. In Rue 89 macht Jeff Jarvis den Journalismus zum Prozess. In Vanity Fair fordert Christopher Hitchens: die Amerikaner sollen sich mit Indien verbünden statt mit Pakistan.