Magazinrundschau

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag Mittag

Wildheit und Vergeltung

07.11.2017. Im Guardian erklärt Jonathan Franzen, wie man seine Gedanken ordnet. Wired findet heraus: Wer weder links noch rechts ist, ist ein Bot. Die NYRB blickt auf das klägliche Ende, dem sich der Krieg in Syrien entgegenschleppt. n+1 zeigt, wie mit Uber der junge und potente Verbraucher dem Bürger davonfährt. Eurozine bricht eine Lanze für das Europäische Reich. Elet es Irodalom versucht Ungarn aus seiner demokratischen Müdigkeit zu rütteln. Und Osteuropa erkennt im Jubiläum die Revanche des Staates an der Revolution.

Urbane Melancholie

31.10.2017. The Atlantic bereist den Rust Belt und wird immer ratloser. Martin Amis hat in Esquire nichts als Verachtung für die Trump-Wähler in Ohio. Salon warnt: Am Reich des Nicht-Realen haben wir alle mitgebaut. In HVG denkt Gabor Nemeth über politisch korrekte Sprache nach. Lapham's Quarterly trauert um den Verlust der jesidischen Kultur. Im Merkur besingt Karl Schlögel die Schönheit Petersburgs. In Pitchfork feiert Simon Reynolds die Dance Music von Burial.

Einmal Freiheit

24.10.2017. Emmanuel Carrère studiert für den Guardian die Verführungskunst Emmanuel Macrons am lebenden Objekt. La regle du jeu denkt über den feinen Unterschied zwischen Verführung und Belästigung nach. In Eurozine erklärt Slavenka Drakulic den Katalanen, was es braucht, um einen Bürgerkrieg auszulösen. Die London Review würdigt Mut, Verstand und Genie der vor 100 Jahren geborenen Carson McCullers.

Klempner werden?

17.10.2017. Kapitalismus und Gleichberechtigung vertragen sich nicht, lernt Alena Wagnerova in Novinky. Die New York Times staunt über den Internationalismus der neuen Rechten. Die LRB sieht schwarz für Kurdistan. La vie des idees liest Identitätsmuster aus der Gänseleber. Im New Yorker erinnert sich Jonathan Franzen an den Rassismus im New York der Achtziger.

Die besten Jahre unseres Lebens

10.10.2017. In der New York Times fragt Thomas Chatterton Williams Ta-Nehisi Coates, warum Weiße auch im negativen Sinne immer etwas Besonderes sein sollen. Carlo Ginzburg erklärt in der New York Public Library, wie er Jude wurde. Der Merkur kreist um Exoplaneten. Die Paris Review erinnert an die sowjetische Kampffliegerin Lilja Litwjak. Hospodarske noviny würdigt den tschechischen Dichter František Listopad. In Film Comment erklärt Regisseur Todd Haynes, warum man in New York keine Spur der Siebziger mehr findet.

Im Knochenraum

04.10.2017. Anne Applebaum in der New York Review of Books über die Zukunft Europas, Gábor Schein in Elet es Irodalom über die Post-Orbán-Zeit, Wayne Bell in Quietus über seine Musique Concrète für das "Texas Chain Saw Massacre", Jiri Pehe in Novinky über den Geist Mitteleuropas und GQ über den Mord an Kim Jong-nam.

Götter der Objektivität

26.09.2017. Nationalismus muss nicht hässlich sein, versichert der Guardian mit Blick auf die Katalanen. Bei den Katalanen ist er sogar besonders hässlich, meint dagegen Letras Libres. Wired und das TLS suchen nach der Wahrheit. In Novinky sucht Ivan Krastev nach zukunftsgerichteten Ideologien. Und Bloomberg möchte sein Wasser lieber nicht von Nestlé kaufen müssen.

Im Nebel unser Irrtümer

19.09.2017. In A2 stellt Filmemacherin Marta Dzido die Frauen in der Solidarnosc-Bewegung vor. Linkiesta porträtiert den Kandidaten der Cinque Stelle für das Amt des Premiers, den 31-jährigen Luigi Di Maio. Der Guardian erzählt, wie Luxemburg die Ausbeutung des Weltalls vorantreibt. In El Espectador denkt Hector Abbad über die Möglichkeiten Gesichtserkennung nach. Der New Yorker bewundert die phantastischen 3-D-Haute-Couture Iris van Herpens. Die LRB feiert die bislang beste Filmdoku über den Vietnamkrieg vor.

Quellen der Andersartigkeit

12.09.2017. Die NYRB staunt über die Folgenlosigkeit der aufgedeckten Korruption in der Fifa. MicroMega staunt über die Unveränderlichkeit der Korruption in Italien. Der Guardian lernt von den Großgrundbesitzern Londons, was reich wirklich ist. Der New Yorker analysiert die Möglichkeit eines Nuklearkriegs mit Nordkorea. In Lapham Quarterly erklärt Suki Kim, warum man gerade als ängstlicher Mensch in Nordkorea überlebt. Granta beleuchtet die bedrückende Situation der Rohingya in Birma. In En attendant Nadeau erklärt Kamel Daoud, warum in muslimischen Ländern Häresie Pflicht ist.

In diesem Moment lebendig

05.09.2017. Robert Rauschenberg dachte nie verkehrt rum - mit einer Ausnahme, lernt The Nation. Im Guardian versucht Hilary Mantel Prinzessin Diana zu verstehen. Die London Review zeichnet ein durch und durch unsympathisches Bild Saudi-Arabiens. Je reicher, desto separatistischer, stellt Javier Cercas mit Blick auf die Katalanen fest. Die LA Review of Books lernt den Klassenkampf von unten im neuen "Planet der Affen"-Film. In Eurozine fragt Marci Shore: Ist Derrida schuld an Trump und Putin?