Magazinrundschau

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag Mittag

Dostojewski wäre klarer gewesen

26.05.2020. In der New York Review of Books hält die Schriftstellerin Marilynne Robinson einen großen Abgesang auf das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. In HVG ist der Philosoph Gáspár Miklós Tamás entsetzt über die giftige Atmosphäre zwischen Ungarn und Rumänien. The Intercept erklärt die Strategien, mit denen evangelikale Trump-Anhänger gläubige Schwarze und Latinos vom Wählen abhalten wollen. In Nautilus erklärt der Erfinder Joe Jones, warum Roboter nie die Weltherrschaft übernehmen werden.

Gott hat mich zu Q geführt

19.05.2020. The Atlantic bringt eine tolle Reportage zu Verschwörungstheorien und ihren Fans. In Eurozine erzählt Enda O'Doherty vom herzlichen Hass zwischen den politischen Parteien Irlands. Der New Yorker sucht im Iran den Nachfolger von Ali Chamenei. Wired gruselt sich vor einer chinesischen Stimmmuster-Datenbank. Der Guardian gruselt sich vor einer westlichen Public-Private-Partnership zwecks Massenüberwachungen. Richtig geweint wird nur im Cinéma d'Auteur, behauptet La Regle du jeu. Elet es Irodalom geißelt den "Vulgärschmittismus" Viktor Orbans.

Ein Platschen im Südpazifik

12.05.2020. Die New York Times erklärt, warum die Republikaner gegen Briefwahlen sind. Die New York Review of Books und The Nation tauchen ein in die Schule der Anthropologie Franz Boas. Der New Yorker beobachtet einen Milliardär auf dem Weg in den Tongagraben. In Eurozine erklärt der polnische Politikwissenschaftler Ernest Wyciszkiewicz, wie Russland versucht, Polen zu einem Haupttäter des Zweiten Weltkriegs umzuschreiben.

Aus dem Nachttopf von Sedna

05.05.2020. Corona ist alles, nur kein Gleichmacher, erkennt das New York Magazine. In Indien können Wanderarbeiter sich kaum vor Epidemien schützen, informiert La vie des idees. Erntehelfer in Deutschland auch nicht, kritisiert A2larm. Der New Yorker erklärt die Bedeutung von "Rauchmeldern" für Pandemien. Il Post forscht nach, warum gerade in der Lombardei so viele Menschen sterben mussten. Collector's Weekly bewundert die Rockkonzert-Plakate von Randy Tuten. Die LRB hält sich vor einem Grönlandhai die Nase zu.

Urerlebnis der Revolte

28.04.2020. Die New York Review of Books bestaunt Werke des Sowjetrealismus, die schon Matisse imponierten. Eurozine beschreibt das Geschäftsmodell osteuropäischer Klickfabriken. Die New York Times hofft auf panvirale Impfungen im Kampf gegen Corona. En attendant Nadeau studiert Rimbaud und die Commune. Bloomberg begibt sich in die Post-Lockdown-Hölle von Wuhan. Walrus schildert eine Erziehung zur Orgasmusfähigkeit.

Ich schalte meine Radare ein

21.04.2020. Der Guardian erzählt, wie Saudi-Arabien mit viel Geld Indonesien islamisiert. In Lidove noviny erzählt der 92-jährige Pavel Kohut aus reichlicher Erfahrung, wie man mit Krisen umgeht. Der New Yorker begutachtet das Ergebnis von Trumps Rückzug aus Syrien. La vie des idees erzählt, wie polnische Regierung und katholische Kirche zusammenarbeiten, um Frauenrechte auszuhebeln. Die London Review beobachtet die Chinesen, die seltsame westliche Sitten studieren. Vanity Fair betrachtet den Hai an Jack Dorseys Fersen.

Tantrische Nerdgasmen

14.04.2020. Longreads folgt nächtelang einem japanischen Unbekannten durch die Straßen Tokios. In der Johannesburg Review of Books erklärt der Schriftsteller Nuruddin Farah, warum er in Afrika eine Anomalie ist mit seinem Infragestellen der Traditionen. In The Atlantic sieht Aatish Taseer in Indien mit dem Säkularismus auch seine Staatsbürgerschaft flöten gehen. Die Boston Review zieht für Corona Lehren aus dem Kampf gegen Aids in den USA und die Cholera in Hamburg. La vie des idees trauert um den europäischen Traum. Die New York Times erlebt eine Epiphanie mit Weird Al.

Die Form bedeutet: Knusper

07.04.2020. Jeden Tag ein Werk von Beethoven stellt Slipped Disc vor. Bill Buford schwingt für den New Yorker die Rasierklinge zwecks Scarification eines Baguettes. Lidove noviny erinnert an die einst weltberühmten böhmischen Gitarren. In der London Review lernt Neal Ascherson: Informationen sind königliches Eigentum. Der Guardian sieht eine Rückkehr der Konzentrationslager auf der ganzen Welt. Dem Rolling Stone wird heiß im Meer. Die New York Times sucht das Cannabis für den besten Trip.

Wenn sich ein Infizierter nähert

31.03.2020. Der New Statesman zeichnet unsere Zukunft im Bio-Überwachungsstaat. Elet es Irodalom und 168 ora staunen über die Selbstentmachtung des ungarischen Parlaments. Die London Review blickt in das Loch, in dem Mexiko-Stadt bald verschwinden könnte. Vanity Fair starrt auf die blutgetränkte Wüste, die Brasilien zu werden droht. Robin Detje stiert im Merkur in den Abgrund einer Abteilungssitzung der SPD. A2 ergibt sich der Virokratie, vorausgesetzt sie ist befristet.

Die gefesselte Schönheit

24.03.2020. In der NYRB stellt Tim Wu klar: Überwachungskapitalismus gabs schon vor Facebook, Fake News vor Twitter und effiziente Werbung schon vor Google. Außerdem empfiehlt Coco Fusco Kubaphilen zwei neue Romane für ein Leben nach Fidel. La vie des idees staunt über die Fortschritte der Bio-Informatik. The Atlantik starrt auf die Trümmer des öffentlichen Dienstes in den USA. Der New Yorker feiert den nackten Houdini. In der NYT erklärt Werner Herzog, warum seine Generation einzigartig ist.