Heute in den Feuilletons

Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
14.02.2002. In der FR gratuliert Oskar Negt seinem Freund Alexander Kluge zum Siebzigsten. Die FAZ erklärt uns, warum Werner Heisenberg so kostbar für die Nazis war. Die SZ lässt aus Anlass des Kluge-Geburtstag gleich eine ganze Intellektuellenarmee salutieren und eine Berliner Zeitung denkt über eine süddeutsche und eine Frankfurter Zeitung nach.

NZZ, 14.02.2002

Bernhard Fetz schreibt den Geburtstagsartikel für Alexander Kluge: "Die Filme und Texte Kluges bringen scheinbar Unvereinbares zusammen. Sie erproben, wie Bilder, Töne und Zitate zusammenpassen könnten." Und das Unvereinbarste ist, dass er mit dem Fernsehen noch richtig schick Geld verdient!

Und sonst überwiegen die Besprechungen: Sie gelten der Ausstellung "Frequenzen (Hz)" in der Schirn, neuen Fado-Alben von Amalia Rodrigues und Cristina Branco, der Oper "Medea" von Rolf Liebermann in Paris und einigen Büchern, darunter Gaetan Soucys Roman "Das Mädchen, das die Streichhölzer zu sehr liebte", neuen Gedichten von Sarah Kirsch und Erzählungen von Rick Moody.

SZ, 14.02.2002

Alexander Kluge wird siebzig und die SZ präsentiert eine ziemlich bunt gemischte Gratulantenschar. Einen ungewohnt ehrfürchtigen Christoph Schlingensief zum Beispiel, für den Kluge "eine Wiederaufbereitungsanlage für bereits zu Ende gedachte Dinge" darstellt, "ein Chronist, der das sammelt, was zwischen der Zeit zu finden ist. Sozusagen ein Archäologe der Zwischenräume". Seinen "Kratzfuß" vor Alexander Kluge macht auch Günther Gaus. "Er bleibt intellektuell, wo andere ihren Gefühlen freien Lauf lassen. Er ist ein Profi. Am augenfälligsten wird das in seinem maßlosen Fleiß. Nach meiner Langzeit-Beobachtung des politischen Gewerbes, während der ich einige Jahre selbst politisch tätig war, ähnelte Kluge in seiner Unermüdlichkeit Herbert Wehner." Hilmar Hoffmann würdigt vor allem Kluges filmhistorische Leistung: "Kluge ist nichts Geringeres gelungen, als Kunst in die Lebenspraxis einzuführen." Weitere Gratulationen gibt es von Hannelore Hoger, Oskar Negt, Klaus Zehelein und Romuald Karmakar.

Christiane Schlötzer berichtet aus der Türkei, wo sich der Verleger eines Aufsatzes des amerikanischen Linguisten Noam Chomsky vor Gericht verantworten musste, weil Chomsky im Text mit einem Satz die Unterdrückung der Kurden erwähnt hatte (mehr hier). Grundlage der Anklage sei das türkische Antiterrorgesetz gewesen, dass immer noch als Abschreckungswaffe gegen kritische Intellektuelle diene. Aufgrund dessen seien in den letzten Jahren Hunderte von Schriftstellern, Journalisten, Politikern angeklagt und viele auch verurteilt worden. "Nun wurden vor wenigen Tagen jene Paragraphen vom Parlament geändert - 'liberalisiert', wie es die Regierung sieht. Faktisch sind die Reformen aber marginal, das Strafgesetzbuch ist weiterhin so vage, dass alles von den Gerichten abhängt", schreibt Schlötzer.

Andreas Zielcke kritisiert den Aufruf 58 konservativer amerikanischer Intellektueller (darunter Francis Fukuyama und Samuel P. Huntington) für einen gerechten Krieg. "Der Aufruf rechtfertigt die Institution des 'gerechten Krieges', er rechtfertigt damit aber noch lange nicht den konkreten von der amerikanischen Regierung betriebenen Krieg ... Der andere Punkt: Die Verfasser übersehen, dass sich die politische Weltgeschichte in einer Übergangsphase befindet, welche die Gültigkeit der kanonisierten völkerrechtlichen Prinzipien in Frage stellt".

Weitere Artikel: Petra Steinberger beschreibt  einen Vorort von San Diego, der traurige Berühmtheit erlangte, weil dort vor knapp einem Jahr ein Fünfzehnjähriger in der Schule zwei Mitschüler erschoss. Ulrich Herbert zählt Gründe auf, warum das neue Hochschulrahmengesetz nachgebessert werden muss. Der New Yorker Rockmusiker Andrew W.K. ("I get wet") spricht über das Wunder des Heavy Metal. Gerd Hammer schreibt über die Auseinandersetzungen um das Erbe der 1978 verstorbenen Kunstsammlerin Sophie Lissitzky-Küppers. Veronika Schöne freut sich, dass Ursula Keller das Literaturhaus Hamburg schon zehn Jahre lang leitet, obwohl sie das ursprünglich bloß ein Jahr tun wollte. Und Kerstin Klein gratuliert dem langjährigen dtv-Chef Heinz Friedrich zum achtzigsten Geburtstag.

Besprochen werden: Der Film "Schwer verliebt" ("Shallow Hal" ) von Bobby und Peter Farrelly, in dem Gwyneth Paltrow eine 200 Kilo-Frau spielt, und Pedro Costas Film "In Vandas Zimmer". Weiter Filme auf der Berlinale: die Wettbewerbsfilme "Amen" (nach Hochhuths "Der Stellvertreter") von Konstantin Costas-Gavras und "Iris" von Richard Eyre (ein Porträt der Iris-Murdoch-Darstellerin Judi Dench finden Sie hier) und Dokumentarfilme. Schließlich Bücher, darunter Philipp Roths neuer Roman "Der menschliche Makel" (siehe auch unsere Bücherschau heute ab 14.00 Uhr)

FR, 14.02.2002

Nun hat auch die FR mit Michel Houellebecq über Sex, Religion, dickbäuchige Deutsche in Thailand und sein neues Buch gesprochen.

"FR: Was machen Sie also demnächst?
Houellebecq: Ich spiele Ball mit meinem Hund in Berlin.
FR: Sie wollen einige Zeit in Berlin verbringen?
Houellebecq: Ich habe die vage Idee, dass Berlin der ideale Ort sein könnte, um aus 'Plattform' ein Film-Drehbuch zu machen. Mit Deutschen als Hauptfiguren."

Auch in der Frankfurter Rundschau gratuliert Oskar Negt seinem Freund Alexander Kluge zum siebzigsten Geburtstag. Auszugsweise kann man den gleichen Beitrag noch in der SZ lesen. "Du versenkst Deine kreative Selbstbezogenheit so in die Sachverhalte, dass sie nur noch als allseits belebende Energie auf andere ausstrahlt...."

Rüdiger Wischenbart berichtet von der Multimedia-Messe "Milia" in Cannes: "Wer dieser Tage in Cannes die Milia besuchte, konnte Überraschungen und Entdeckungen am besten da erleben, wo nicht viel Neues und kaum Sensationelles von Katzenjammer und von Phantomschmerz angesichts enttäuschter Träume ablenken. Die Veranstalter der Milia hatten sich angesichts der schwierigen Lage entschlossen, die wichtigsten Baustellen der Innovation vorzuführen: Die Unterhaltungsmedien der nächsten Generation, das interaktive Fernsehen, der Breitbandzugang zum Internet sowie mediale Inhalte für die mobile Kommunikation - also Spiele fürs Handy".

Stefan Koldehoff schreibt über den ins Zwilicht geratenen sogenannten "Kunstfahnder" Clemens Toussaint, dessen Name auch im Zusammenhang mit dem Streit um das Erbe von Sophie Lissitzky-Küppers genannt worden ist.

Besprochen werden: die beiden Berlinale-Beiträge "Iris" von Richard Eyre und "A Beautiful Mind" von Ron Howards, Animationsfilme von James Benning ("Sogobi") und Hayao Miyazaki ("Chihiros Reise") ebenfalls auf der Berlinale, das fünfzehnte Berliner Medienkunstfestival "Transmediale", Bianca Lis Einstandschoreografie "Der Traum des Minotaurus" an der Komischen Oper Berlin, Daniel Slaters Inszenierung der vom 11. September aus der Versenkung geholten Rossini-Oper "Maometto II" in Strassburg, Adolphe Adams Oper "Si j' etais roi" in Karlsruhe und Bücher, darunter Olga Tokarczuks Roman "Taghaus, Nachthaus" (siehe auch unsere Bücherschau heute ab 14 Uhr)
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TAZ, 14.02.2002

Dietrich Kuhlbrodt nutzt die Wiederaufführung von Alexander Kluges Film "Die Patriotin" für einen Geburtstagsartikel: "Gibt es eine Kluge-Schule? Nein! Merkwürdig. Wir brauchen ihn also. Mein Wunsch: er möge doch an einem seiner sonntäglichen Prime-Time-Termine (vor vier Tagen: "Siegfrieds Tod") zu den Cartoon-Strategen der "Simpsons" Kontakt aufnehmen, damit man tags drauf zur Prime Time in Pro7 (kommerziell) erfahren und wahrnehmen kann (rezipieren und kontextualisieren, verflucht noch mal), wie es auch dort funktioniert, den Mainstream mit den Mitteln des Mainstreams zu untergraben." Und auch die Schriftstellerin Kathrin Röggla gratuliert.

Im einzigen filmfremden Beitrag des Feuilletons befasst sich Dirk Knipphals mit der Heisenberg-Debatte zwischen SZ und FAZ: "Wer hier wem was auswischen wollte und was das damit zu tun hat, dass in der SZ ehemalige FAZler, in der FAZ aber Feuilletonisten sitzen, die vor allem ihre Wissenschaftskompetenz verteidigen müssen, das detailliert zu analysieren kann man getrost zukünftigen Feuilletonhistorikern überlassen. Rein als Kunstwerk betrachtet, ist dieser Debatte - bei aller Liebe zum konkreten Wissen der dritten Kultur - allerdings eine gewisse Grobschlächtigkeit nicht abzusprechen."

Der Rest ist definitiv Kino: Harald Fricke findet die Hark- und Jätexzesse in Joel Hershmans Gefängnisfilm "Greenfingers" etwas ermüdend. "Ein Film für Genießer sozusagen mit netten Tempowechseln", schreibt dafür Detlef Kuhlbrodt über Christophe Gans' Film "Pakt der Wölfe".

Auf den Berlinale-Seiten befasst sich Manfred Hermes mit "European Sixties"-Filmen und dem dort herrschenden Einklang von Politik und Ästhetik. Besprochen werden unter anderem die Wettbewerbsfilme: "The Royal Tenenbaums" (mehr hier) von Wes Anderson und Costa-Gavras Hochhuth-Verfilmung "Amen" (mehr hier) sowie eine Reihe unabhängiger chinesischer Filme im Internationalen Forum des Jungen Films "Fokus China".

Auf der Internetseite der taz spricht der britische Webkünstler und Publizist Matthew Fuller in einem lesenswerten Interview über versteckte Ideologien und Kulturelle Codes in Computerprogrammen.

Schließlich Tom.

FAZ, 14.02.2002

In einem kleinen Hintergrundartikel betont Götz Aly, dass Werner Heisenberg – wie etwa Furtwängler – zu jenen Intellektuellen gehörte, die für das Regime wertvoll waren, weil sie gerade nicht Nazi waren. "Offensichtlich reiste Heisenberg freiwillig als Emissär und Kulturpropagandist des Deutschen Reiches, sein Treffen mit Bohr gehörte zweifellos zu den auch den Auftraggebern bekannten Motiven der Reise. Offensichtlich versuchte er dänische Kollegen zur Kooperation zu gewinnen, und offensichtlich stieß er dabei auf Ablehnung und Widerspruch."

Abgedruckt wird auch ein Auszug aus einem SS-Gutachten über Heisenberg, das seinen Wert für das Regime herausstreicht: "Heisenberg selbst kommt aus einer Schule jüdischer Auffassungsweise und Methodik in der Physik, bei welcher der in der Theorie aufgebaute Formalismus unabhängig davon, wie weit die Natur ihn bestätigen oder als dem natürlichen Geschehen nicht entsprechend erweisen wird, allein bereits die einzig zu wertende Leistung ist. Heisenbergs erste großen Leistungen tragen daher ebenfalls ein artfremdes Gepräge. In späteren Jahre jedoch dringt in der Heisenbergschen Arbeitsmethodik mehr und mehr die artgemäße anschauliche Denkweise durch." Gott, diese Leute hatten eine Schacke!

Joseph Hanimann würdigt die Arbeit einiger Institutionen zur Vermittlung des deutschen Theaters in Frankreich und umgekehrt, um dann desillusioniert festzustellen: "Das enorme Interesse für deutsche Texte, das Heiner Müller und Thomas Bernhard einst zum festen Bestand der französischen Theaterprogramme machte, ist vorbei. Umgekehrt reißt man sich seit dem Tod von Bernard-Marie Koltes auch in Deutschland nicht mehr gerade um französische Stücke."

Abgeschlossen wird heute Carl Zuckmayers Geheimdienstreport mit einem ganzseitigen Artikel über Emil Jannings, dem wir folgende Passage entnehmen. Jannings "hatte immer unaufgefordert allen Leuten erzählt, dass seine Mutter jüdischer Abstammung sei... Ernst Lubitsch - der zu Emils besten Freunden gehörte und ihn heute mit unversöhnlichem, alttestamentarischem Hass verfolgt, - schwört darauf, dass die Mutter wirklich jüdisch war, - erzählt, dass er in der Zeit, als beide zusammen junge Reinhardtschauspieler waren, jeden Samstag mit Emil nach Haus zu seiner Mutter gegangen sei, weil sie den besten Schabbes-Scholeth gekocht habe. Auch wir haben die Mutter gekannt. Ich gebe nicht viel auf Aussehen - man täuscht sich da oft genug über 'semitisch' oder 'arisch', - aber die Mutter Jannings - sah aus. Und zwar nicht arisch."

Weiteres: Dieter Bartetzko erinnert daran, dass das Thema der Vertreibung und auch der "Wilhelm Gustloff" schon einmal populär war in Deutschland – vor vierzig Jahren, in Filmen wie "Nacht fiel über Gotenhafen" mit Sonja Ziemann. Von Stefanie Peter erfahren wir, mit welcher Aufmerksamkeit die Polen alle Neuerscheinungen von Günter Grass verfolgen und dass sie nun gar ein Grass-Museum in Danzig planen. Eberhard Rathgeb gratuliert Alexander Kluge zum Siebzigsten. Dirk Schümer lässt es in seiner Venedig-Kolumne um Richard Wagner gehen.

Auf der Berlinaleseite finden wir ein Interview mit dem Regisseur von "A Beautiful Mind", Ron Howard. Bert Rebhandl bespricht diesen Film und die "Royal Tenenbaums" (mehr hier). Und Tilman Spreckelsen wirft einen Blick auf das Kinderfilmfest (da die Berlinale so überaus trockene Internetseiten hat, verweisen wir lieber auf die von einem jungen Filmfan erstellten Seiten zum Kinderfilmfest.) Auf der Medienseite erzählt Matthias Rüb, wie der Milosevic-Prozess die serbischen Medien spaltet. Und Jürgen Kaube widmet eine Folge der Reihe "Stimmen" dem ja tatsächlich sehr charakteristischen Organ von Alexander Kluge.

Auf der letzten Seite klärt uns Christian Schwägerl über kommende Fortschritte der Biowissenschaften auf: Nach der Erforschung des Humangenoms wird es immer stärker um die Beschäftigung mit Eiweißen gehen – er stellt die Berliner "Proteinstrukturfabrik" vor, die in der Proteomik vorangeht. Kerstin Holm schreibt ein kleines Porträt der russischen Journalistin Julia Latynina, die in sehr erfolgreichen Unterhaltunsromanen die russische Nachwendegesellschaft spiegelt. Und Michael Jeismann macht uns mit einem Aufruf amerikanischer Intellektueller "für einen gerechten Krieg" bekannt – unterzeichnet unter anderem von Samuel Huntington, Amitai Etzioni und Francis Fukuyama.

Besprochen werden eine Ausstellung von Fotografien Jane und Louise Wilsons in Berlin, eine Ausstellung über "Malerei und Skulptur im Wettstreit" in München, Monteverdis "L'Orfeo" in Barcelona und die Ausstellung "Frequenzen (Hz)" in der Schirn.

Zeit, 14.02.2002

Katja Nicodemus hat die taz verlassen und bekleidet nun die ehrenvolle Position der Filmredakteurin bei der Zeit. Ihr erster Artikel ist der Berlinale gewidmet. Sie erinnert daran, mit welcher Emphase der deutsche Film im Wettbewerb annonciert wurde. Aber nach den ersten Tagen ist sie desillusioniert: "Mit Tom Tykwers 'Heaven' prallte die Selbstversicherungsrhetorik allerdings auf die Wirklichkeit der Leinwand. Ein cineastischer Verpuffungseffekt war zu beobachten, und schon nach einer Woche Festival sind die Bilder dieses Eröffnungsfilms äonenweit entfernt, entschwunden, verblasst."

Es ist nicht wahr, meint Thomas E. Schmidt im Aufmacher, dass das Leid der Vertriebenen im Nachkriegsdeutschland verschwiegen worden sei - wie es Grass in seiner neuen Novelle behaupte. Er erinnert sich an seine Kindheit: "Ein unendlich breiter Strom mündlicher Überlieferung hat die Erlebnisse in Krieg und Bombennächten bis in die Gegenwart getragen, unvergessen auch die 'Gustloff' auf den Familienfeiern der sechziger und siebziger Jahre - Rituale der Klarstellung, wer wirklich gelitten hat und wer nicht, während die Rebellion gegen die narrative Selbstgerechtigkeit schon in den Brausegläsern zu schäumen begann."

Gisela Dachs unterhält sich mit dem israelischen Schriftsteller Sami Michael, der einen Frieden zwischen Israelis und Palästinensern zwar für möglich hält, aber auch eine bittere Bilanz der letzten Jahrzehnte zieht: "Nach 100 Jahren Krieg sind die Bevölkerungen .. extremistischer geworden als ihre Führungen. Ehud Barak hatte keine Mehrheit mehr in der Knesset, als er zu den Verhandlungen nach Camp David fuhr. Auch Arafat, wenn er damals unterschrieben hätte, wäre sich der Unterstützung seines Volks nicht sicher gewesen. Wer heute die Politik bestimmt, das sind die Herden."

Weiteres: In der Leitglosse denkt Ulrich Ladurner über die Ohrfeige nach, die Nanni Moretti jüngst der italienischen Linke versetzte. Peter Kümmel hat sich ein halbes Dutzend Shakespeare-Aufführungen in Berlin und Hamburg angesehen und fragt: "Ist es etwa unmöglich, in diesen Zeiten Shakespeare zu spielen?" Gerrit Bartels stellt die Rockmusikkapelle Black Rebel Motorcycle Club vor. Beate Clausnitzer denkt über die Plakataktion der Bundesregierung für die Familie nach. Volker Ullrich meldet, dass verloren geglaubte Jugendbriefe Otto von Bismarcks wieder aufgefunden wurden. Und Hanno Rauterberg hat einen neuen Bau des Architekten Daniel Libeskind besucht - einen Ableger des Londoner Imperial War Museums in Manchester.

Im Aufmacher des Literaturteils widmet sich Ulrich Greiner dem neuen Roman von Philip Roth - "Der menschliche Makel".

Im Politikteil finden wir einen Essay des irischen Schriftstellers Colm Toibin: "Wem gehört die nordirische Vergangenheit?". Im Wissen-Teil unterhält sich Jörg Lau mit dem Philosophen Volker Gerhardt, der die Gentechnik befürwortet. Im Leben schreibt Jürgen Krönig: "Wenn Rupert Murdoch nach Deutschland expandieren will, wird ihn niemand aufhalten." Na, hoffentlich kauft er nicht die Zeit!