Magazinrundschau

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag Mittag

Timothy Garton Ash: Die Zeit wird Günter Grass verzeihen

24.07.2007. Im Spiegel verteidigt Alexander Solschenizyn den KGB-Mann Wladimir Putin. In der New York Times porträtiert Bernhard-Henri Levy Nicolas Sarkozy als Freibeuter nationaler Identitäten. Magyar Hirlap versteht die Wut der Kaczynskis auf Europa. Nepszabadsag spürt es in Ungarns Tiefe gären. In Edge bereitet uns Kevin Kelly darauf vor, ein halberwachsenes Technium gehen zu lassen. Der New Yorker porträtiert Abraham Burg, den Herold des Zionismus und seines Endes. Der Spectator feuert Boris Johnson an, der jetzt Bürgermeister von London werden will. Für die New York Review of Books gibt Timothy Garton Ash Günter Grass einen halben Punkt. Und der Economist vermisst Reiche in Berlin.

Seyla Benhabib: Anatolien hat gesprochen

17.07.2007. Die ungarische Demokratie ist in Gefahr, warnt Peter Nadas in Elet es Irodalom. In Nepszabadsag betrachtet Eszter Babarczy verwirrt die Symbolpolitik des Westens. Im New Yorker beschreibt William Dalrymple das Dilemma der bürgerlichen Opposition in Pakistan. In Reset.doc erklärt Seyla Benhabib den Kampf zwischen alten und neuen Eliten in der Türkei. Der Nouvel Obs staunt über die neue französische Justizministerin Rachida Dati. Der Economist beschreibt die Wende zur digitalen Projektion im Kino.

Michail Ryklin: Russland und die Berufsverbrecher

10.07.2007. Osteuropa hat sein ganzes neues Heft Warlam Schalamow und seinen Erzählungen aus dem Gulag gewidmet. Michail Ryklin beschreibt aus diesem Anlass die traditionsreiche Verbindung zwischen russischer Politik und dem Berufsverbrechertum. Outlook India beobachtet einen Imagewandel der Südinder. Einfach toll findet Nepszabadsag die Sexszenen, mit denen die EU für Europa wirbt. In der Revista de Libros stellt sich Alberto Fuguet den idealen Kritiker vor. In al-Sharq al-Awsat erinnert sich der israelische Schriftsteller Sami Michael an den Irak, die Heimat, in der er geboren wurde. Polen lacht über Stasi-Akten im Teatr Osmego Dnia, erzählt die Gazeta Wyborcza. In der New York Times schickt John Irving eine Liebeserklärung an Günter Grass.

Benny Lai: Der Geruch der Priester ist unergründlich

03.07.2007. Foglio erschnuppert den Geruch der Priester. Der Merkur analysiert den Opfernationalismus in China. Die London Review erinnert an das Ereignis in China, dessen Name nicht genannt werden darf. Der New Yorker schreibt über die Frage, die sich Jean Sibelius einmal zu oft gestellt hat. Outlook India wirft Salman Rushdie ein übersteigertes Interesse am Küssen vor. Die Gazeta Wyborcza versucht, die Grenzen der antideutschen Phobie auszuloten. Die New York Review of Books beschreibt Putins Waffen der Wahl für die Presse. Nepszabadsag sorgt sich um die Überalterung Osteuropas. Al Ahram verzweifelt an der arabischen Welt. Die Weltwoche bescheinigt Hillary Clinton die Emotionalität einer Parkuhr.

Mircea Cartarescu: Ich lebte in grauenhafter Einsamkeit

26.06.2007. In der Lettre erzählt Mircea Cartarescu von der ersten Frau, mit der er Sex hatte. Das TLS sieht Russlands Zukunft dunkelschwarz. Przekroj stellt den Informatiker Lukasz Foltyn vor, der in die Politik geht. Outlook India zeigt die Grenzen für Habermas' Konzept der Öffentlichkeit in Indien auf. Der New Yorker ahnt, warum Murdoch das Wall Street Journal kaufen möchte. Elet es Irodalom denkt über die - noch - westeuropäische Öffentlichkeit nach. In Trouw beschreibt der protestantische Prediger Sam Janse den wunden Punkt der Niederländer in Afghanistan. Der Economist vergleicht zwei Bücher zur Postkolonial-Geschichte Indiens. Die Weltwoche findet die documenta zu elitär.

al-Sayed Yassin: Geheimnis der Klassenunterschiede

19.06.2007. Der amerikanische General Antonio M. Tabuga erklärt Seymour Hersh im New Yorker, dass die USA in Abu Ghraib die Genfer Konvention verletzen. Il Foglio verfällt auf der Biennale dem Charme der Zwangsminimalisten aus Rumänien. Die London Review of Books stellt eine Geschichte der Berliner Mauer vor. In al-Sharq al-Awsat erzählt der Journalist al-Sayed Yassin, warum er in den Fünfzigern ein Muslimbruder wurde. Elet es Irodalom bestreitet, dass die ungarische Schwiegertochter Clemenceaus Schuld hat am Verlust großer Teile des ungarischen Staatsgebiets. Im Guardian streitet Hitchens für Marx. New Criterion untersucht das Desaster der Kunstwelt.

Peter Esterhazy: In Polen gibt es noch Intellektuelle

12.06.2007. Die New York Review of Books beobachtet den internationalen Dschihad im Libanon. In Elet es Irodalom staunt Peter Esterhazy über liberale Intellektuelle unter Polens Katholiken. Outlook India porträtiert die Bhuttos als shakespeareanische Königsfamilie. Einfach naiv findet der Historiker Henri Beunders in Trouw Al Gores Buch "Assault on Reason". Im Nouvel Obs erklärt Umberto Eco den Unterschied zwischen einem Piemontesen und einem Neapolitaner. Al Ahram stellt den magischen Realisten Ibrahim Farghali vor. Die New York Times widmet sich der pekuniären Ungleichheit. Vanity Fair erzählt, wie man in den USA dagegen kämpft. Der Spectator erzählt, wie man in Deutschland dagegen kämpft.

William Pfaff: Mit Sarkozy wird es aufregend

05.06.2007. du fährt vom Schwarzwald ans Schwarze Meer - immer auf der Donau. Die New York Review of Books freut sich, dass Frankreich endlich wieder aufregend wird. Für die London Review of Books ist Fritz Stern perfekt - für die Deutschen. In De Groene Amsterdammer verteidigt Boudewijn Chabot den "guten Tod". In Plus-Minus erklärt Cristian Mungiu, warum die Osteuropäer seinen Film "4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage" lieben. Im Economist warnt Tony Blair vor der Raffinesse des islamistischen Terrors. Elet es Irodalom erzählt von ungarischen Schriftstellern in Berlin. Die New York Times weiß, was Jesus beim Abendmahl aß: Fliegenpilze.

Paul Berman: reactionary turn in der intellektuellen Welt

29.05.2007. In The New Republic konstatiert Paul Berman mit Blick auf Kontroverse um Tariq Ramadan und Ayaan Hirsi Ali einen reactionary turn in der intellektuellen Welt. Neo Rauch versetzt dem New Yorker einen zeitgenössischen Stich. In Trouw erklärt die Soziologin Jolande Withuis das Desperadotum für weiblich. Literaturen reist nach Neapel. Al Ahram fragt: Was - außer einem Dresscode - will die islamistische Partei Al-Gamaa Al-Islamiya? Die Weltwoche untersucht die Erziehung der Haute volee in Schweizer Internaten. In Tygodnik Powszechny schlägt Peter Esterhazy den Kopf gegen die Wand. Die New York Times wundert sich über die deutsche Ethik der Reue.

Agnieszka Holland: Eliten werden nicht dekretiert

22.05.2007. Im Spectator fragt sich Rian Malan, warum ein unfähiger, korrupter und tödlicher Politiker wie Robert Mugabe so viele Fans außerhalb Simbabwes hat. Der New Yorker stellt drei Bücher zum Sechstagekrieg vor. Il Foglio erzählt, wie die Agnellis sich Klasse ins Haus holten. In Europa warnt Agnieszka Holland vor der Vertreibung der Eliten in Polen. In Le Point erklärt Georges-Arthur Goldschmidt, warum er Günter Grass' Autobiografie nicht mochte. Im Guardian kritisiert Pankaj Mishra den moralischen Bankrott des Westens nach dem 11. September. In Reset.doc fragt Ayaan Hirsi Ali, was an Zwangsheiraten links sein soll. al-Sharq al-Awsat untersucht die "Intifada der Frauen" in der Türkei.