Magazinrundschau

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag Mittag

Wir sind in Belgien eingewandert

15.09.2015. Atlantic, der Guardian und der New Yorker besprechen Timothy Snyders neuen Band über den Holocaust, "Black Earth". In Standpoint fragt Nick Cohen angesichts des Erfolgs von Jeremy Corbyn fassungslos: Warum liebt die Linke die klassisch reaktionäre Macht? In Foreign Policy erzählt Masha Gessen, wie 2000 neue junge Polizisten den korrupten Polizeiapparat in der Ukraine ablösen sollen. Die ungarischen und tschechischen Magazine fragen: Welche europäischen Werte vertritt Osteuropa?

Wie eine riesige Ouvertüre

08.09.2015. Im New Yorker erklärt John McPhee, wie man einen inspirierten Sachtext schreibt. In der London Review guckt John Lanchester auf die Sachbuch-Bestenliste der Amerikaner und stellt fest: Die glauben an neue Sachen. In Nepszabadsag fordert Gáspár Miklós Tamás vollkommene Gerechtigkeit für Flüchtlingen und Roma. Im Guardian erklärt Salman Rushdie, warum ihm der Begriff "Islamophobie" falsch erscheint. Michel Houellebecq meint dagegen: Angst kann man haben. Der Espresso beugt sich über die Katastrophe des Mezzogiorno. In Guernica erklärt Filmregisseur Hubert Sauper: Nur der Dokumentarfilmer ist frei.

Die unvermeidliche Eruption

01.09.2015. Im Merkur erklärt Ernst-Wilhelm Händler, welche Frage den Kunstbetrieb wirklich umtreibt. Flüchtlinge sind Kandidaten für die Freiheit, ruft BHL in La regle du jeu. Die Ungarn zögern, das so zu sehen. The Nation entdeckt die Literatur der Levante. Der New Yorker porträtiert den arabisch-israelischen Autor Sayed Kashua. Der Economist bestaunt die neue Virtual Reality. In Eurozine erklärt Bodó Balázs, warum Schwarzkopien manchmal ein Akt der Notwehr sind.

Kontext von Liebe

25.08.2015. Der New Yorker begibt sich in die Banlieues von Paris und stellt fest: Auch Muslime wählen den Front National. In Les inrockuptibles beklagt Filmregisseur Gaspar Noé das Verschwinden der Sexszene. Die Macht der Kalifen ist verführerischer als ihr Glaube, vermutet Prospect. Das TLS probiert einen pouf à l'inoculation. Wired feiert die neuen Science-Fiction-Stars.

Ersatzobjekte für den Klassenkampf

18.08.2015. In Guernica taut Etgar Keret das Hebräische auf. n+1 fragt: Warum recherchieren Journalisten kaum noch? In El Pais Semanal erklärt der argentinische Sojakönig Gustavo Grobocopatel, warum Kapitalismus gut ist für die Demokratie. In The New Inquiry erklärt Yahdon Israel, wie schwierig es ist, schwarz und man selbst zu sein. Walter Lacqueur erzählt in Tablet, wie die Frankfurter Schule 1942 am Holocaust vorbei schaute. Die NYT beschreibt die Politik der sexuellen Versklavung in den Territorien des IS.

Mit deinen Augen, Allen Ginsberg

11.08.2015. Das TLS schildert dichterische Osmosen. In Harper's beschreibt Masha Gessen die Angst der Finnen vor einer neuen Finnlandisierung. In Elet es Irodalom fragt der Literaturkritiker Csaba Károlyi, wie man heute noch in den staatlichen Medien Ungarns arbeiten kann, ohne sich zu korrumpieren. Das New York Magazine porträtiert den Meister der Wiederauferstehung: Alki David. In Respekt erklärt der Dominikanerpriester Tomasz Dostatni Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Polen und Tschechen. Vanity Fair fürchtet sich vor zu viel unverbindlichem Sex.

Weder Tragödie noch griechisch

04.08.2015. Wer kontrolliert die Meinungsfreiheit im Netz, fragt der New Yorker. Wer will überhaupt noch Meinungsfreiheit, fragt der iranische Blogger Hossein Derakhshan in Medium. Die Kids werden heute eben lieber Social Media Millionäre, vermutet Vanity Fair. Wer ist hier bildungsfern, fragt der Merkur. In HVG bewundert die Übersetzerin Lidia Nadori den Mut deutscher Autoren, wenn auch nicht unbedingt ihren Stil. Hospodarske noviny verabschiedet sich vom Dichter des Klaviers, Ivan Moravec. Der Rolling Stone schmuggelt sich in den Jemen.

Definitiv eine Pause

28.07.2015. Computer und das Netz entwickeln sich kaum noch weiter. 2045, ja selbst 2060 wird nicht viel anders aussehen als 2015, behaupten John Markoff in Edge und Maciej Cegłowski in seinem Blog Idle Words. Dafür stellt die Gentechnologie gerade unser Leben auf dem Kopf, behauptet Wired und fordert Regeln für Biologen. In der New York Review of Books fragt ein sich als Anonymus tarnender Politiker angesichts von Isis: Was haben wir übersehen? Im Guardian entgegnet Pankaj Mishra: Dass Geld alle Ideale zerstört? Die New York Times schildert die bedrückende Lage der Christen im Nahen Osten. Außerdem gibt es zwei große Mathematikerporträts: von Terry Tao in der NYT und von John Horton Conway im Guardian.

Roboterarm im Einsatz

21.07.2015. Guernica schreibt eine Poetik der Informationsflut. The Hedgehog Review beobachtet das Verschwinden des Körpers im Datenstrom. Auch Polen muss sich an mehr ethnische Vielfalt gewöhnen, fordert der Soziologe Alexander Smolar. Migranten können auch durch ihre Abwesenheit sehr präsent sein, versichert László Szilasi in HVG. Chinesische Schriftsteller spekulieren lieber an der Börse als zu schreiben, lernt Rue89. El Pais Semanal begutachtet den Reiskorn-Look der Koreanerinnen.

Land des Schweins und Honigs

14.07.2015. Der Guardian staunt, wie viele britische Sklavenhalter es gab. In Literarni noviny erklärt Katja Petrowskaja: Ich bin viel russischer als Putin. Wer glaubt noch an Europa, fragt Timothy Garton Ash in Hospodarske noviny. Roads & Kingdoms bestellt Schweinswürstchen in Tel Aviv. Der New Yorker bebt vor dem Andreasgraben.