Magazinrundschau

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag Mittag

Die Magazinrundschau

24.10.2006. Atlantic Monthly bewundert die Manipulationsfähigkeit Hillary Clintons. In Outlook India protestiert Arundhati Roy gegen die Todesstrafe für Mohammed Afzal. Im Guardian erklärt Jay McInerney, wie billiger Wein den Gaumen schult. Elias Khoury interpretiert den Nobelpreis für Orhan Pamuk in Al Ahram als Rache des Textes am Autor. Bernard-Henri Levy will Putins Gewissensbiss sein. In Elet es Irodalom denken Peter Nadas und Peter Esterhazy über die Revolution von 1956 nach. Die Gazeta Wyborcza erinnert daran, dass es 1956 auch in Polen eine kleine Revolution gab. Die New York Times fährt nach Afghanistan.

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17.10.2006. Im NRC Handelsblad blickt Ian Buruma auf larmoyante Neocons und fragt stirnrunzelnd: Wo bleibt die Debatte? In der Gazeta Wyborcza erklärt Neocon Norman Podhoretz den islamischen Fundamentalismus zum neuen Totalitarismus. Auch der Economist macht einen neuen Faschismus aus - in Putins Russland. In al-Sharq al-Awsat fordert der Historiker Abdesselam Cheddadi die arabische Welt auf, ihren Ibn Khaldun wieder zu lesen. Der Spectator sieht Südafrika in ernsten Schwierigkeiten. Express stellt die neue Philosophie vor, die eine alte ist. Der New Yorker rühmt deutsche Universitäten des 19. Jahrhunderts.

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10.10.2006. Vanity Fair spürt dem Massaker von Haditha nach. Al-Sharq al-Awsat staunt, dass muslimische, intellektuelle Frauen das Bild des Islam in Amerika bestimmen. Outlook India pfeift auf die Tarnkappe der Fiktion. Der Spiegel weiß, was Putin in Deutschland einkaufen will. In Semana steht Orhan Pamuk zu seiner Bürgerlichkeit. du widmet sich Rebecca Horn. Cui prodest - wem nützt es, fragt die Gazeta Wyborcza nach dem Mord an Anna Politkowskaja. In der Weltwoche erklärt Lorenzo de Medici, warum es in Ordnung geht, dass sein Geschlecht ausstirbt. Die New York Times spielt Spore.

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03.10.2006. Keine Feuilletons heute, aber dafür gibt's eine schöne ausführliche Magazinrundschau. Literaturen beugt das Knie vor Johannes Fest. In Al-Hayat untersucht die libanesische Soziologin Dalal al-Bizri den arabischen Blick auf "den Anderen". In Elet es Irodalom verneigt Bela Tarr sich vor dem "anderen" Gabor Body. Die New York Review of Books kennt eine Sache, die noch heißer ist als GoogleBooks: Espresso Printing! Outlook India fürchtet sich vor Pervez Musharraf. Das TLS glaubt zu wissen, warum Günter Grass so lange über seine SS-Mitgliedschaft geschwiegen hat. Die Lettre druckt die besten Reportagen der Welt. In der Gazeta Wyborcza zieht Salman Rushdie den Hut vor Künstlern in islamischen Ländern. Der Express schämt sich, Franzose zu sein. Die New York Times feiert den Bariton Thomas Quasthoff.

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26.09.2006. In der New York Review of Books denkt Timothy Garton Ash über den Islam in Europa nach. In Outlook India fragt Vikram Seth, ob seine Bisexualität ihn zu einem Kriminellen macht. In Nepszabadsag verteidigen Peter Esterhazy und Peter Nadas ihren Ministerpräsidenten Gyurcsany - auch wenn er gelogen hat. Im Nouvel Obs schreibt Julian Barnes eine neue "Madame Bovary". Economist, Al Ahram und Le Point grübeln über die Regensburger Rede.

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19.09.2006. Outlook India erinnert an die 65.000 indischen Gefallenen des Ersten Weltkriegs. Die Weltwoche beschreibt den neuen Internetboom als eine Art Mitmach-Party. In der London Review of Books sucht Tony Judt nach den amerikanischen Liberalen und findet nur Bedienstete. Il Foglio porträtiert die sozialdemokratische Europaabgeordnete Lilli Gruber. In der Polityka untersucht Adam Krzeminiski polnische Ängste vor deutschen Revanchisten. Elet es Irodalom besucht den Garten der Dohany-Synagoge von Budapest, heute ein Massengrab. Das TLS ackert sich durch 2000 Jahre ärztliches Versagen. Im Figaro analysiert der Philosoph Philippe Raynaud den Erfolg der extremen Linken in Frankreich. Die New York Times ruft das Zeitalter der Satire aus.

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12.09.2006. Im Guardian sieht Martin Amis das Zeitalter des Horrors heraufziehen. Die Weltwoche besucht den tschetschenischen Ministerpräsidenten und Gangster Ramsan Kadyrow. Folio nimmt das Bombengeschäft privater Militärfirmen unter die Lupe. Al Ahram sieht sich eingekeilt zwischen amerikanischen Imperialisten und islamischen Fundamentalisten. Il Foglio bewundert Roms Bürgermeister. Der Merkur inspiziert die neue deutsche Klassengesellschaft. Radar hört den Tango nur noch als Klopfen von unter der Erde. Le Monde entlarvt Katrina als den größten Raubzug aller Zeiten. Der Spiegel warnt vor der Globalisierung. Das TLS hält ein ein flammendes Plädoyer für den Empirismus. Elet es Irodalom trauert um den Dichter György Faludy, der keinen anderen Identitätsnachweis als seinen Bibliotheksausweis besaß. Und die New York Times Book Review bespricht Ian Burumas Buch über den Mord an Theo van Gogh.

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05.09.2006. Der New Yorker porträtiert Junior, ein echtes Problemkind und Amerikas wertvollster Al-Qaida-Informant. Im Spectator fordert Alan Dershowitz eine liberale Initiative zur Terrorbekämpfung. Outlook India feiert die neue Gandhi-Jugend, die Motorrad-Rallyes für den Frieden mit Pakistan veranstaltet. In Literaturen rühmt Ilija Trojanow das Talent der Bombaywallas zur giftigen Liebeserklärung. Polityka preist Olga Tokarczuks neues Buch über die sumerische Göttin Inanna. Der Economist erzählt vom Spiel synthetischer Biologen mit BioBricks. Nepszabadsag geißelt die Haltung der USA während des Ungarn-Aufstands von 1956. Der Nouvel Obs schildert die prekäre Lage verarmter Schriftsteller. Und die New York Times warnt vor bescheidenen Amerikanern.

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29.08.2006. Vanity Fair sieht die New York Times am Internet und Arthur Sulzberger jr. untergehen. In Elet es Irodalom fragt Rudolf Ungvary, warum Günter Grass nach seinen Erfahrungen im Dritten Reich schweigt, wenn der Iran Israel bedroht. Im Express sprechen Ornette Coleman und Bob Dylan über ihre Musik. Im Spiegel beschreibt Salman Rusdie die islamischen Terroristen als bourgeoise Abenteurer. Il Foglio empfielt UN-Soldaten im Libanon Rossinis "Die Italienerin in Algier" als Handbuch für Benehmen im Feindesland. Die Gazeta Wyborcza beobachtet den Aufbau einer nationalen ukrainischen Geschichtsversion. Prospect feiert den sowjetischen Schriftsteller Wassilij Grossman. In den Blättern für deutsche und internationale Politik erklärt der inhaftierte iranische Philosoph Ramin Jahanbegloo seinen Begriff des "weichen Universalismus". In Babelia wettert der holländische Architekt Felix Claus wider den Geniekult seiner Zunft. Wired erklärt den Erfolg des Internetmagazins Pitchfork.

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22.08.2006. Die Wochenzeitung Wprost enthüllte jetzt, dass Zbigniew Herbert für den polnischen Geheimdienst gearbeitet hat: Die Gazeta Wyborcza amüsiert das nicht. Der New Yorker betrachtet Daniel Libeskinds Denver Art Museum. In Outlook India ruft Taslima Nasrin ein dreifaches Hurra auf Ayaan Hirsi Ali. Heti Vilaggazdasag will sich weder von Günter Grass noch von Istvan Szabo mehr belehren lassen. De Groene Amsterdammer erklärt, warum die Website der University of Virginia im Iran nicht gefunden werden kann.