Magazinrundschau

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag Mittag

Einer der stolzeren Siege

10.12.2013. Osteuropa berichtet über Homophobie in Russland und konservative Homosexuelle in Tschechien. Im Frieze Magazin erklärt der Künstler Alejandro Jodorowksy, warum ein Künstler heute drei oder vier Eier von Melonengröße braucht. Telerama, New Yorker und Rolling Stone widmen sich Glenn Greenwald. Das TLS liest zwei Bücher über den Pazifikraum. In Prospect fordert Daniel Mendelsohn Literaturstudenten auf: erst lesen lernen, dann theoretisieren.

Wie ein kaukasischer Dolch

03.12.2013. Vladimir Lenin oder Louis Vuitton - das ist heute keine Wahl mehr, meint der argentinische Schriftsteller Martín Kohan in Perfil. The Nation widerspricht indirekt mit einem Porträt des demokratischen Sozialisten Victor Serge. In Lapham's Quarterly berichtet der Autor Simon Winchester von einem fatalen Fehler, den er als Assistent eines Bestattungsunternehmers machte. Die LRB staunt über eine Bezos-Spende. Humanities porträtiert den Darwin-Antipoden Louis Agassiz. Die NYRB stellt sich dem Lenny-Problem.

Unvergänglich attraktiv

26.11.2013. Prospect erzählt, wie das FBI undercover bei Jean-Paul Sartre und Albert Camus in die Schule ging. Im New Yorker beklagt der Großgalerist David Zwirner das Florieren seiner Branche. In The Nation befasst sich David Rieff mit Margarete von Trottas in den USA sehr heiß diskutierten Film über Hannah Arendt. Atlantic schickt uns als Spielfiguren in die neue Arbeitswelt. In den Blättern geißelt András Bruck die Diktatur der Unehrlichkeit in Ungarn. In Le Point verteidigt Bernhard-Henri Levy die Steuern gegen das gemeine bretonische Volk. Das TLS feiert die Furchtlosigkeit der italienischen Autorin Elena Ferrante. Aeon kämpft mit rosa Nashörnern gegen Halluzinationen.

Kurzform für erotische Intrige

19.11.2013. Reuters untersucht, wie der Ayatollah Khamenei zu 95 Milliarden Dollar kam. Die Bretonen sind keine Linken, sie mögen nur Paris nicht, erklärt Le Monde. In London gilt Karl Ove Knausgards Werk als Kathedrale der Langeweile, erzählt Zadie Smith in der NYRB. Auch die Mittelschicht wählt Jobbik, weiß Magyar Narancs. Der New Yorker verliebt sich in das Google-Auto. Vanity Fair besucht die Schwulensaunas des Vatikan.

Eine zauberhafte Story

12.11.2013. Rue 89 erklärt uns die Revolte in der Bretagne. Vanity Fair lernt mit dem Indianervolk der Awa die Vorteile pluraler Vaterschaft kennen. Im Espresso ruft Wolfgang Blau, einst online-Chef bei der Zeit, jetzt beim Guardian, deutschen Zeitungen zu: Denkt global! In Magyar Narancs schildert Autor Laszlo Vegel die Tücken der doppelten Staatsbürgerschaft. Le Monde diplomatique geißelt das Freihandelsabkommen zwischen EU und USA als Geheimhandelsabkommen. Und n+1 möchte Facebook vergesellschaften.

Privatsphäre ist Diebstahl

05.11.2013. Die NYT fragt, wie das Internet die Literatur verändert. Das TLS lernt, was eine ideale Übersetzung ist. The New Republic vermisst die Malerinnen in einer Ausstellung amerikanischer Nachkriegsmaler. The Nation zeigt, wie China mit seinen Konfuzius-Instituten sein Image manipuliert. In Rue89 wartet Ai Weiwei immer noch auf seine formale Anklage. Elet es Irodalom findet heraus, dass viele junge Ungarn am liebsten in einer Diktatur leben würden. Die LRB lernt das erste Gebot für einen Spion kennen: Finde eine Frau.

Lassen Sie uns ehrlich sein

29.10.2013. Im Guardian sieht der Unternehmer Jean-Louis Gassée kein Kraut mehr gegen die totale Überwachung gewachsen. Elet es Irodalom freut sich über den Buchpreis für Terézia Mora. Guernica berichtet über die Flüchtlingswelle von Syrien nach Armenien. Die Technology Review erklärt, warum Krebsmedikamente so teuer sind. In der NYRB skizziert Claire Messud das Dilemma Albert Camus'.

Sammelort von Halunken

22.10.2013. Grantland nimmt Harvey mit den Scherenhänden aufs Korn. Im Guardian überlegt Will Self, wie das Internet die Rolle des Kritikers verändert. Aeon besucht in der Wüste von Mexiko Charles Ross' Landschaftskunstwerk "Star Axis". In HVG erklärt Imre Kertész: Ich bin nun kein Holocaust-Clown. Humanities beschreibt Stéphane Mallarmés Versuch als Selbstverleger. The New Republic liest David Nirenbergs kosmopolitische Geschichte des Antisemitismus. Nautilus wagt sich an die Dorabella-Chiffre Edgar Elgars.

Kompromittierte Grazie

15.10.2013. Outlook India findet Zensur in Indien, aber keinen Zensor. Vice lernt die Vielfalt der Rebellen in Libyen kennen. Der Merkur erkundet das Wir. Port lässt sich von Scheich Majed Al-Sabah mit Oud einnebeln. Micromega fürchtet, dass es Italien wie der DDR ergehen wird. Wired begutachtet den Brennnesselausschlag auf dem Busen von Kriegerinnen. Die Verlagsbranche ist längst nicht exklusiv genug, findet Literaturagent Andrew Wylie in The New Republic. Magyar Narancs stellt den Zitherspieler Félix Lajkó vor, der zwei Monate die Charts der Weltmusik anführte. n+1 bewundert schöne Surferkörper. Der Rolling Stone beschreibt die Ängste schwuler Schüler in den Südstaaten.

Kultur-Pidgin

08.10.2013. In El Pais Semanal erklärt der Schriftsteller Mia Couto, warum in Mosambik das, was man nicht sieht, am wichtigsten ist. Die LRB sieht patriotisch-christliche "Nachtwölfe" durch Putins Russland ziehen. In der NYRB lernt John Banville von Reiner Stach, was es bedeutete, Kafka zu sein. Quaterly Conversation stellt den ungarischen Autor Miklós Szentkuthy vor. The Virginia Quarterly Review porträtiert Harry Belafonte als zornigen Bürgerrechtler. Und der Rolling Stone erzählt die Geschichte des Welthits "The Lion Sleeps Tonight", dessen Melodie viele Weiße reich machte, nur nicht ihren Komponisten, den Zulu Solomon Linda.