Heute in den Feuilletons

Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
07.04.2007. In der taz erinnert sich Michael Buback an seinen Vater Siegfried Buback, der vor dreißig Jahren von der RAF ermordet wurde: "Die Opfer waren auch Helden". Die Welt beißt in der Ausstellung "Schmerz" auf die Zähne. Für die NZZ betreten Kurt Flasch, Bora Cosic, Etgar Keret und andere Gegenwelten. Der SZ wird bei Robert Mugabe unheimlich. Die FAZ arbeitet sich Stück für Stück, Körperteil für Körperteil an den von Dietrich Buxtehude vertonten Membra Jesu Nostri patientis sanctissima aufwärts. Die FR bringt zu Ostern eine Geschichte von David Foster Wallace, und für die Berliner Zeitung hat Alexander Osang eine Ostergeschichte geschrieben.

NZZ, 07.04.2007

Welche Zeitungen auch immer Sie über Ostern lesen, die NZZ sollte dabei sein. Inspiriert von Piranesis "Carceri" hat Martin Meyer für die Beilage Literatur und Kunst Autoren gebeten, ihre "Gegenwelten" zu beschreiben.

Der Philosoph Kurt Flasch erlebt seine Gegenwelt jeden morgen zehn bis fünfzehn Minuten im Bett: "Ich rede von den ersten Minuten nach dem Aufwachen. Immer wenn die böse Außenwelt es erlaubt, bleibe ich noch zehn Minuten liegen und lasse die Einfälle kommen, wie sie wollen. Ich störe ihr Durcheinander nicht; ich genieße eine Viertelstunde der Phantasie. Ich bin Frühaufsteher, die Arbeit wartet auf mich, ich weiß das auch und beginne bald meinen methodisch angelegten Alltag. Aber diese paar Minuten lasse ich ihn warten."

Der irische Autor John Banville beschreibt die Kunst als Gegenwelt: "In der Kunst finden wir vielleicht keine Tatsachen, aber wir finden Wahrheit. Und möglicherweise ist dies die wirkliche Quelle jenes schmerzhaften, schneidenden Gefühls von gleichzeitigem Erkennen und Fremdheit, von Gewinn und Verlust, das wir im Angesicht großer Kunst erfahren; des Gefühls nämlich, dass diese Welt unsere Heimat ist und dass wir doch nicht in ihr daheim sind; dass die Welt immer Gegenwelt ist."

Der israelische Schriftsteller Etgar Keret erzählt von einem fast unmerklich entstandenen "Strand-Staat": "Die meisten Einwohner Israels sind sich der Existenz des jungen, bescheidenen Staates nicht bewusst und halten ihn in ihrer Einfalt für den 'Frischmann-Strand, Tel Aviv'. Den Gouverneur des Frischmann-Strand-Staats, Uzi-Computer, stört das nicht wirklich, eher im Gegenteil. 'Ganz ehrlich', sagt Uzi zu mir, während er sich auf dem Sand ausstreckt, 'es ist besser so. Die Nase unten halten. Wenn die Leute entdecken würden, dass wir hier noch einen neuen, hebräischsprachigen Staat errichtet haben, weißt du, was für ein Tanz dann losgeht? Dann kreuzen hier Flüchtlinge auf. Man wird uns in der Uno verurteilen. Wer weiß, vielleicht erklärt uns auch noch irgendein Blödmann den Krieg.'"

Außerdem: Hans Keilson (mehr) überlegt, was die "deutsch-preußisch-christliche 'Gegenwelt'" aus dem Holocaust gelernt hat. Anne Weber (mehr) beschreibt die französische und die deutsche Sprache als Gegenwelten. Bora Cosic (mehr) phantasiert "manchmal von einem Gemischtwarenladen, wie es sie früher, in meiner Kindheit, gegeben hat. Wo sich fast alles von der Welt befand, so dass sie draußen gar nicht zu existieren brauchte." Roman Bucheli (mehr) erzählt von Gegenwelten in Büchern, Michael Krüger (mehr) von Momenten der Leere. Für Johannes Gelich (mehr) ist das Wasser - und der Tod im Wasser - eine Gegenwelt, für Angelika Overath (mehr) sind es Kinder: "Wer hat von der heiligen Theresa erzählt, wie sie am Herd stand und eine Vision nahen fühlte, sich ihr aber nur so weit überliess, dass ihr darüber die Fische in der Pfanne nicht verkamen?"

Im Feuilleton macht Marco Frei mit dem Komponisten Salvatore Sciarrino einen Spaziergang durch dessen Geburtsstadt Palermo. Der Schriftsteller Antonio Orejudo denkt über die Zukunft der spanischen Sprache nach.

Besprochen werden Becketts Stück "Warten auf Godot" in der Inszenierung von Matthias Hartmann am Bochumer Theater, Opern von Händel und Donizetti in Wien, die Aufführung von Verena Weiss' Tanztheaterstück "Ich ist ein anderer" im Theater Luzern und Bücher, darunter Ljubko Dereschs Roman "Die Anbetung der Eidechse oder Wie man Engel vernichtet" (mehr in unserer Bücherschau des Tages heute ab 14 Uhr).

Welt, 07.04.2007

Für die "Literarische Welt" porträtiert Paul Badde die römische Theologin Anna-Luisa Rigato, die in einer alten römischen Kirche im Jahr 1995 ein Brettchen entdeckte: "ein Brett aus altem Nussholz, 687 Gramm schwer, 25 Zentimeter lang, 14 Zentimeter breit und 2,6 Zentimeter dick, darin eingeritzt fast unleserliche Graffiti. Würmer, Insekten und Pilze drohten die Tafel zu zerstören. Es ist der älteste Text der Evangelien, ist Dottoressa Rigato überzeugt, und mehr noch, er ist älter als alle Evangelien, älter als die Texte von Markus, Matthäus, Lukas und Johannes - die jedoch alle von eben diesem Stück Holz berichten, auf dem auf hebräisch, griechisch und lateinisch geschrieben steht 'Jesus von Nazareth, König der Juden'."

Im Feuilleton stellt der Schriftsteller Martin Ahrends fest: "Feiertage sind ein Segen". Aus österlichem Anlass geht Berthold Seewald neuesten Forschungen über König David nach. Gerhard Midding schreibt zum Tod des italienischen Filmregisseurs Luigi Comencini. Besprochen werden eine Ausstellung über die Herzogin Anna-Amalia in Weimar (der Tilman Krause in der Literarischen Welt auch seinen "Klartext" widmet), Konzerte des "Heidelberger Frühlings" und Vivaldis Oper nach "Orlando furioso" in Magdeburg. Im Forum schreibt der Altphilologe Winfried Stroh über die Vorzüge des Lateinischen.

Eckhard Fuhr beschreibt in seiner Kolumne "Fuhrs Woche" einen unscheinbaren Stab, den man in der Berliner Ausstellung "Schmerz" besichtigen kann: "Er ist aus Holz, knapp einen Meter lang, fest mit Leder umwickelt. Als es noch keine Narkose gab, bekam man einen solchen Beißstab zwischen die Zähne, wenn einem zum Beispiel ein Bein abgesägt wurde. Mehr konnte man nicht tun. Das Berliner Exemplar trägt unzählige Zahnabdrücke, Spuren, die der Schmerz hinterlassen hat. Der Stock ist ein Schmerzprotokoll. Er erzählt von Momenten unvorstellbarer Pein, aber er schweigt über die, die sie erlitten. Der Schmerz hat sich in diesem Stock verewigt."

TAZ, 07.04.2007

Michael Buback, Sohn des vor dreißig Jahren ermordeten Generalbundesanwalts Siegfried Buback, erinnert sich unter der Überschrift "Die Opfer waren auch Helden" an seinen Vater: "Wie schwer seine dienstliche Pflicht angesichts der Überlast der Aufgaben, vor denen die Bundesanwaltschaft stand, war, wurde uns erst nach seinem Tod klar. Die Angeklagten im Stuttgarter Baader-Meinhof-Prozess - und dies war nur eine von sehr vielen Staatsschutz- und Revisions-Strafsachen der Behörde - hatten mehr Verteidiger, als mein Vater Beamte auf Planstellen verfügbar hatte. Ihm standen insgesamt etwa 25 Oberstaatsanwälte und Bundesanwälte zur Seite. Allein Andreas Baader hatte bei Eröffnung des Stammheim-Verfahrens 21 Verteidiger, davon sieben Pflichtverteidiger."

Klaus Walter macht sich anlässlich der neuesten RAF-Debatte vor allem Sorgen um den Graben zwischen rechts und links, den übelmeinende Menschen einfach zuschütten wollen: "Man muss kein Kachelmann sein, um zu wissen, woher der postideologische Wind weht, um zu erkennen, dass im Zuge der neuen RAF-Debatte vor allem linke Erfahrungshorizonte zugeschüttet werden."

Weitere Artikel: Petra Schellen berichtet von der unsicheren musikalischen Zukunft der baulich spektakulären Hamburger Elbphilharmonie. Dirk Knipphals spießt aktuelle Äußerungen deutscher Bischöfe auf. Besprochen werden zwei große Fotoausstellungen mit Bildern der amerikanischen Landbevölkerung in Frankfurt und Essen und das Hamburger Eröffnungskonzert von Bob Dylans Deutschlandtour. In der zweiten taz geht Barbara Dribbusch der Frage nach: "Werden 50-jährige Frauen automatisch von ihren Männern verlassen?" Peter Unfried hat den verbrauchsarmen Toyota Prius Hybrid getestet. Dem Fernsehsender Phoenix gratuliert Bettina Gaus zum zehnten Geburtstag.

Im Dossier des taz mag schreibt Dirk Knipphals über die Gefühle, die ihn vor der österlichen Rückkehr in seinen Heimatort beschleichen. Josefine Janert hat Rehmsdorf in Sachsen-Anhalt besucht, wo sich einst ein KZ befand, das Imre Kertesz als "armseliges Provinz-Konzentrationslager" bezeichnet hat.

Rezensionen gibt es unter anderem zu Christoph Heins neuem Roman "Frau Paula Trousseau" (Maja Rettig ist bitter enttäuscht), zu John Cheevers Roman "Die Geschichte der Wapshots", zur Anthologie "Pop seit 1964" und zu Peter Temples Kriminalroman "Kalter August" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

Und hier Tom.
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FR, 07.04.2007

In Übersetzung abgedruckt wird eine zuvor im New Yorker erschienene Geschichte des Autors David Foster Wallace mit dem Titel "Gute Menschen", über die es im Begleitkommentar heißt: "Es ist eine Geschichte, wie sie in Deutschland undenkbar geworden ist. Wann wurde das letzte Mal in der deutschen Literatur mit solchem Ernst, mit so viel Sympathie auf zwei Menschen gesehen, die sich bei ihrem Tun fragen, wie sich Jesus wohl an ihrer Stelle verhalten hätte?"

Weitere Artikel: Ina Hartwig kommentiert die seltsamen Bilder von Mahmud Ahmadinedschad und den britischen Soldaten. Kathrin Rosendorff porträtiert die Boy-Band Wagner Love.

Besprochen werden die im Hamburger Bahnhof und im Medizinhistorischen Museum der Charite gezeigte Doppel-Ausstellung zum Thema "Schmerz", die Frankfurter Uraufführung von Wolfgang Spielvogels neuem Stück "Schmusen", die Choreografie "Es war die Nachtigall und nicht die Lerche..." des Co.Lab.TanzTheaters, Marieluise Thieles Choreografie "Chaises ! petites" und Gabriele Rechs Kasseler Inszenierung von Leos Janaceks Oper "Katja Kabonova".

SZ, 07.04.2007

Axel Timo Purr erzählt, wie Robert Mugabe, der Präsident Simbabwes, vom Revolutionär zum paranoiden Unterdrücker wurde, der er heute ist: "Nach den Toten sind es von 2000 an aber vor allem die Geister aus der Vergangenheit, die Mugabe heimsuchen. So interpretiert zumindest der Mugabe-Biograf und Historiker Stephen Chan die unheimlichen Gerüchte um Mugabe und sein zunehmend paranoides Verhalten: 2000 ließ er die Farmer vertreiben und gab das Land an Getreue, vor allem aus dem Militär; das einst reiche Agrarland verkam zum Bettler. Ortschaften, in denen bei den Wahlen mehrheitlich für die Opposition gestimmt worden war, wurden mit Baggern zerstört."

Weitere Artikel: In London hat Alexander Menden den wegen seines Museums-Insel-Neubau-Entwurfs gerade umstrittenen Star-Architekten David Chipperfield besucht. Burkhard Müller war im italienischen Arezzo, wo man Piero della Francesca feiert, den berühmten Sohn der Stadt. Franziska Augstein meldet, dass Gerhard Besier, der Scientology-freundliche Direktor des Dresdner Hannah-Arendt-Instituts, seinen Hut nehmen muss. Den Advent des neuen Buchs des Theologen Joseph Ratzinger - beziehungsweise des ersten theologischen Buchs des Papstes Benedikt XVI. - verkündet Alexander Kissler. Auf der Literaturseite beginnt der Kriminalautor Friedrich Ani eine Reihe über klassische Autoren der Kriminalliteratur mit einer Hommage an Cornell Woolrich.

Besprochen werden Hans Neuenfels' Münchner Inszenierung von Brechts "Baal", der zweite Film um die "Wilden Hühner", die große Weegee-Ausstellung in Berlin, eine Inszenierung von Händels "Giulio Cesare" in Wien und Bücher, darunter Christian Krachts und Ingo Niemanns Verschwörungsbüchlein "Metan" und eine Neuausgabe von Johann Joachim Spaldings Klassiker aus dem 18. Jahrhundert "Die Bestimmung des Menschen" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

Für den Aufmacher der SZ am Wochenende hat Tobias Kniebe in Los Angeles die "Simpsons" bzw. ihre Macher besucht - dort ist gerade alles wegen des ersten Kinofilms in großer Aufregung. Harald Hordych porträtiert den anthroposophisch gesinnten Porsche-Enkel Peter Daniell Porsche. Julia Werner erklärt, wo der Papst seine Mode kauft. Auf der Historien-Seite geht es um die Predigtstuhl-Seilbahn - und die Zweifel daran, dass die Israeliten je in Ägypten waren. Abgedruckt wird eine Erzählung des Schriftstellers Jochen Missfeldt mit dem Titel "Das wunderbare Gewicht meiner Tochter".

FAZ, 07.04.2007

Zu Ostern legt uns Eleonore Büning eine Aufnahme der Membra-Kantatenfolge von Dietrich Buxtehude ans Herz. "Zuerst werden die Füße des Gekreuzigten besungen, fünfstimmig, nach Nahum 1, Vers 15: 'Siehe, über die Berge kommen die Füße eines guten Boten, der da Frieden kündet.' Zu dem Wort 'pace' - Frieden - rutscht der letzte Ton der Schlussformel glücklich hinüber ins Dur. Überhaupt ist diese Passionskomposition harmonisch äußerst elaboriert, sie steckt voll interessanter Ausweichungen. Dem Wort des Propheten folgt eine von schmachtendem Violinritornell unterbrochene Aria in drei Strophen, worin dann konkret auch die Schläge, Nägel, Wunden durchdiskutiert werden, getreu der von Arnulf von Löwen geschaffenen Dichtung, die Dietrich Buxtehude seiner 1680 komponierten Kantatenfolge 'Membra Jesu Nostri patientis sanctissima' BuxWV 75 (Die heiligsten Gliedmaßen unseres leidenden Jesus) zugrunde gelegt hatte. Stück für Stück, Körperteil für Körperteil arbeitet sich das Werk aufwärts."

"Modern und frisch" findet Eric Pfeil "Fornica", die neue CD der Fantastischen Vier. "So modern wie eine gutlaufende bekiffte Media-Agentur und so zwangsnachdenklich, wie es sich für alternde Berufsjugendliche auf der Kippe zur Vierzig gehört. Wem es zu aufpeitschend wird, was die vier Raprentner hier veranstalten, der kann ja zwischendurch kurz eine CD lang die harfende Mittzwanzigerin Joanna Newsom einschieben. Möge die Jugend ruhig Harfe spielen, bis überall Bärte sprießen - manche Sachen, diese Einsicht beschleicht einen nach 'Fornika', sollte man wohl doch lieber den Erwachsenen überlassen: HipHop zum Beispiel."

Weitere Artikel: Jörg Thomann betrachtet mit gebremster Freude populäre deutsche Fernsehkomiker. Michael Gassmann bewundert Papst Benedikts XVI. jüngst veröffentlichtes Apostolisches Schreiben "Sacramentum Caritatis" als rhetorisches Meisterstück, da es die Liturgiereform sowohl als gelungen wie auch als korrekturbedürftig beschreibt. Dieter Bartetzko macht einen Osterspaziergang zur renovierten Gerbermühle am Main. Jordan Mejias gratuliert dem Reporter Seymour Hersh zum Siebzigsten. Jürg Altwegg liest französische Zeitschriften, die sich mit Nicolas Sarkozys Plan befassen, ein "Ministerium für Immigration und nationale Identität" zu errichten.

In Bilder und Zeiten macht sich Henning Ritter Gedanken über Zufälle. Lisa Zeitz besucht den Künstler William Wegman. Tilmann Lahme schreibt eine Hommage auf die "Sopranos". Martin Schmitz erklärt im Interview, was man sich unter einem Lehrauftrag in Spaziergangswissenschaft vorzustellen hat: "Die Spaziergangswissenschaft oder Promenadologie beschäftigt sich mit der Wahrnehmung von Stadt und Land unter Berücksichtigung aller Möglichkeiten der Fortbewegung." Die Uni Kassel hat dazu auch was zu sagen.

Besprochen werden die Ausstellung "Schmerz" im Hamburger Bahnhof und im Medizinhistorischen Museum der Charite in Berlin, Brechts "Baal" in der Inszenierung von Hans Neuenfels im Münchner Volkstheater, die Ausstellung "Nichts als Kultur - Die Pringsheims" im Jüdischen Museum München, Konzerte bei den Osterfestspielen in Salzburg, eine Retrospektive des Künstlers Pravoslav Sovak im Leopold-Hoesch-Museum in Düren, die Aufführung von Christoph Nußbaumeders Stück "Offene Türen" in Mannheim, die neue Klassikausstellung in Weimar und Bücher, darunter Robert Gernhardts letztem Prosaband "Denken wir uns" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

Auf der Schallplatten- und Phonoseite nimmt sich Richard Kämmerlings den Rat des Zeit-Kollegen Thomas Groß zu Herzen und watscht als "postkritischer Kritiker" die englische Band The View ab. Besprochen werden weiter die neue CD von Air und britische Bratschenkonzerte von Benjamin Britten, William Walton und Sally Beamish mit der Bratschistin Tatjana Masurenko.

In der Frankfurter Anthologie stellt Hans Christoph Buch ein Gedicht von Friedrich Christian Delius vor:

"Paläontologie Frühreife Melancholie

Die Walfischin, wie sie arglos
ihr Junges säugt, weiß nicht,
dass sie mitschuldig ist an der Harpune.
..."