Magazinrundschau

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag Mittag

Listen aller Mädchen und Frauen

17.08.2021. Der Krieg in Afghanistan ist vorbei. Für uns. Für viele Afghanen hat er gerade erst angefangen. Nach 20 Jahren Aufbauarbeit, mit Geld in der Höhe (auf heutige Verhältnisse umgerechnet) des Marshallplans für Deutschland - wie konnte das alles in einem derartigen Desaster enden? Der New Statesman, Spectator, Unherd, der New Yorker und Atlantic suchen nach Antworten.

Lyrisch, viszeral und roh

10.08.2021. In der LRB fragt der Autor Adewale Maja-Pearce, ob es eine gute Idee ist, die Benin-Bronzen an Nigeria zurückzugeben und kommt nach Schilderung der Wirren im Land zu dem Ergebnis: eindeutig nein. Das NYT Mag bringt eine fulminante Reportage über die Demokratie-Aktivistin Nancy Tao Chen Ying und das drohende Schicksal Taiwans. Elet es Irodalom wirft einen düsteren Blick auf das Orban-Regime. Neotext würdigt die großen Koloristinnen der Comic-Kunst.

Die Macht der Salbung

03.08.2021. Bloomberg beobachtet den Ausverkauf des brasilianischen Regenwaldes unter Jair Bolsonaro. De Nederlandse Boekengids stellt sich "Commons" als eine Praxis vor, die bewusst betrieben wird. Der New Yorker beschreibt, wie die Republikaner versuchen das Wahlsystem der USA zu untergraben. Im Film Dienst empfiehlt Alexander Kluge eine Senkung der Ich-Schranke. Die New York Times trifft sich mit Gaddafis Sohn Saif.

Ein Sprengkopf, eine Stirn

27.07.2021. Das New York Magazine porträtiert den Whistleblower Daniel Hale, der das Drohnen-Tötungs-Programm Barack Obamas publik machte. Magyar Naranc kommentiert den Einsatz der Pegasus-Spionagesoftware gegen ungarische Journalisten und Oppositionelle. Der Guardian macht uns bekannt mit der Neuen IRA. Himal blickt mit einer Bande Affen auf die Ungleichheit in Delhi. In Eurozine erinnert Slavenka Drakulic an die Schriftstellerin Irena Vrkljan und ihre écriture féminine. Ceska pozice erklärt, wann die weibliche Namensendung -ová feministisch ist und wann nicht. Die New York Times ermuntert zu Gen-Food, das uns bald vor Krebs schützen soll.

Ich war hübsch, und sie hat mich nicht verlassen

20.07.2021. Die LRB recherchiert die Umstände der Ermordung des haitianischen Präsidenten Jovenel Moïse. Die Hedgehog Review erkundet die dunkle Seite des Fortschrittsidealismus. Harper's erzählt an einem Beispiel aus Alabama, wie schwierig es in den USA ist, einen Betriebsrat zu gründen. Die Islamisten sprechen jetzt woke, erzählt Ayaan Hirsi Ali in Unherd. New Frame und Africa is a country analysieren die Gewaltwelle in Südafrika. In Quietus erzählt Stephen Thrower von der Post-Punk/Industrial-Band Coil, wie konservativ die schwule Musikpresse zu Beginn der Achtziger war. In Atlantic beschreibt der uigurische Dichter Tahir Hamut Izgil die furchteinflößende Atmosphäre in Xinjiang.

Ohne Hallo zu sagen?

13.07.2021. Warum soll eine grüne Energiewende möglich sein, aber keine weltweite Gewerkschaftsbewegung, fragt die LRB. In Pitchfork spricht Questlove über das "Harlem Cultural Festival" von 1969, über das er einen Dokumentarfilm gemacht hat. Wie lange wollen wir noch den Gringos die Schuld an der Misere in Lateinamerika geben, fragt der Salsa-Sänger und Politiker Rubén Blades in El Pais Semanal. In Harper's antwortet der Historiker Matt Karp auf das 1619-Projekt der New York Times. Newlines schaut dem Genozidleugner Peter Handke beim Verfertigen seiner alternativen Fakten zu. Die Blätter staunen über die zunehmende Korruption in Britannien. American Affairs sieht die Moderne an ihr Ende gekommen.

Finde den Bullen

06.07.2021. In Atlantic fragt der Jurist Jonathan Zittrain, was es bedeutet, wenn Wissen nicht mehr in einer verlässlichen Version verfügbar ist. In Qantara plädiert der algerische Islamwissenschaftler Said Djabelkhir für eine Reform des Islam und die Abschaffung der Fatwas. Intercept erzählt, wie schwer es interreligiöse Paare in Indien haben. In Himal rollt der Historiker Sujit Sivasundaram die Geschichte der modernen Welt vom Indischen und Pazifischen Ozean aus auf. Der Rolling Stone taucht ein in die chinesische Rockszene.

Unsere geisterhafte Verfassung

29.06.2021. Atlantic sucht bei den Amerikanern vergeblich nach gemeinsamen Werten. Auch Denik N vermisst einen Wertekompass bei den Tschechen. La vie des idees fragt, wie Irland sich säkularisieren kann, wenn an den Schulen weiter das katholische Wertesystem gilt. Peter Nadas denkt in Elet es Irodalom über Vor- und Nachteile der digitalen Fotografie nach. Die London Review fragt, warum Afrika so wenig interessiert ist an sich selbst. Der New Yorker ortet einen Gelbhaubenkakadu in einem Gemälde von Mantegna und überlegt, wie der australische Vogel dahin kam.

Es wird doch jedes Jahr besser

22.06.2021. In Osteuropa rekonstruiert der Historiker Bert Hoppe das Massaker in der Schlucht von Babyn Jar 1941. Die London Review beschreibt, wie Äthiopiens Militärregierung das Aushungern als eine Strategie der Aufstandsbekämpfung betreibt. Unherd hat eine Idee, wie man sensible Leser befrieden und viele neue Jobs im Verlagswesen schaffen kann. In En attendant Nadeau erklärt Olivier Mannoni, warum er seine erste Übersetzung von "Mein Kampf" in den Papierkorb warf. In Elet es Irodalom singt Görgyi Földes ein Loblied auf die zeitgenössische ungarisch-jüdische Literatur. Harper's blickt in die satten, verängstigten Gesichter von TikTok-Influencern.

Er war Bing Crosby aus der Hölle

15.06.2021. Die London Review erzählt die Geschichte des Konflikts um Nagorny-Karabach und fragt: Wann beginnt ein Bürgerkrieg? In Magyar Narancs erzählt Peter Nadas, warum Andersartigkeit die Essenz seiner Freundschaft mit Peter Esterhazy war. In Persuasion erzählt der Venezolaner Carlos Hernández von seiner Flucht nach Kolumbien. MicroMega würde Matteo Salvini gern "Bella Ciao" singen hören. In epd film blickt Georg Seeßlen zurück auf die große Zeit des Hongkong-Kinos. Bloomberg Businessweek recherchiert Trumps nicht abnehmenden Einfluss auf die Republikaner.

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