Magazinrundschau

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag Mittag

Mein Ich-Inhalt ist sehr klein

04.01.2022. Der New Yorker sieht die Iraner schon als die Herren des Nahen Ostens: Die Waffen dafür haben sie jedenfalls. Bloomberg porträtiert den Koblenzer Tobi Lütke, der von Kanada aus Amazon Konkurrenz macht. In Atlantic kritisiert David Brooks die amerikanischen Konservativen als unamerikanisch und unkonservativ. Die London Review blickt auf den illegalen Ölhandel Nigerias, der nur wenige reich macht. The Intercept fragt: Ist mein Impfausweis ein Überwachungstool? Im Van Magazin dreht Heiner Goebbels ein Orchester um neunzig Grad.

Avatar de luxe

21.12.2021. Auch Joe Biden beendet die Drohnenangriffe der USA nicht, lernen die New York Times und The Intercept. Bloomberg bewundert die Kreativität, mit der der Shop "The Dematerialised" gelangweilte Nabobs schröpft. En attendant Nadeau erzählt die Geschichte des Nachlasses von Céline. Die London Review erkennt: Russland führt tatsächlich einen Krieg gegen die Ukraine. In A2Alarm fordert Regisseurin Vera Lacková, endlich den Roma-Widerstand gegen Hitler zu würdigen. Quietus verzeichnet den Schaden, den die britische Musikindustrie durch den Brexit erlitten hat.

Mit Nescafé-Tinte und einem Hühnerknochen

14.12.2021. Spricht sie die Wahrheit oder eine Lüge, wenn sie spielt, fragt sich die Schauspielerin Anouk Grinberg in La vie des idees. Die USA werden zu einem Minderheitenregime, fürchtet Lawrence Lessig in der der NYRB. In Eurozine erklärt Timothy Snyder, warum Memorial der russischen Regierung ein Dorn im Auge ist: Es sammelt die kleinen Wahrheiten. Pitchfork hört mit viel in der Pandemie geschulten Geduld Ambient Jazz. Der New Yorker sucht ein ablenkungsfreies Schreibgerät.

Falsche Kosmopoliten

07.12.2021. Rest of World erzählt, wie die chinesische LGBTQI-Szene im Netz ausgelöscht wird. Die World Socialist Web Site fragt, ob die New York Times noch den Unterschied zwischen Geschichte und Narrativ kennt. Der Merkur geißelt das antiaufklärerische Politikverständnis der verwöhnten Deutschen. In Liberties fragt der Übersetzer Benjamin Moser, wie wir in fremde Kulturen eintauchen können, wenn wir unsere eigene kaum noch kennen. The Atlantic warnt vor dem Aufbau eines Apparats für Wahldiebstahl durch die Republikaner.

Gift ins Brot gemischt

30.11.2021. Der New Yorker blickt in die Kerker, in die libysche Milizen für die EU afrikanische Migranten sperren. Die LRB ringt in Delhi nach Luft. Eurozine stellt sich dem Hexenglauben in Papua-Neuguinea entgegen. Elet es Irodalom hofft, dass die ungarische Gesellschaft mit einer neuen Verfassung ihre Souveränität zurückgewinnt. Im Guardian wirft Jill Lepore einen Blick auf die Gesellschaft und zurück schaut ein blasses, übellauniges Wesen, das den ganzen Tag vor dem Bildschirm hockt. Le Monde raubt dem reaktionären Medienmogul Vincent Bolloré das Weihwasser. Und der Filmdienst setzt sich der Vehemenz des frömmelnden Kinos aus.

Fröhliches Mitsing-Delirium

23.11.2021. Rest of World wirft in Singapur einen Blick auf den fast schon perfekten Überwachungsstaat. Welche Auswirkungen der Klimawandel auf eine 11-Jährige in Afghanistan haben kann, erzählt Unherd. Atlantic staunt, wie links die neue Rechte in den USA ist. Nonsite erzählt die faszinierende Geschichte des Privilege Walks. The Intercept fragt, ob Interpol wirklich von einem Beamten aus den Vereinigten Arabischen Emiraten geleitet werden sollte. Collectors Weekly stellt den Architekten und Möbeldesigner Jock Peters vor.

Eine etwas chaotische Gemeinschaft

16.11.2021. In Atlantic nimmt Anne Applebaum die Autocracy Inc. unter die Lupe. Die Afrikaner waren auch vor der Kolonisierung oft schwulenfeindlich, erklärt David Tonghou Ngong in Africa is a Country. Was Kunststudenten als Kamikazeflieger qualifiziert, erklärt die LRB. Im New Yorker fürchtet Masha Gessen um die Pressefreiheit in Russland. The Nation gibt der Ukraine die Schuld am andauernden Krieg im Donbass. Im New York Magazine deutet David Wallace-Wells die Klimakrise als Betrug des Nordens am Süden.

Tragischer Realismus

09.11.2021. Bloomberg wirft einen langen Blick auf Togo und stellt fest: Die können Digitalisierung. Der amerikanische Staat ist nicht die Plantage, ruft der Jurist Richard Thompson Ford in Liberties. Der New Yorker stellt uns die obersten Drogenhändler von Honduras vor: Präsident Juan Orlando Hernández und sein Bruder Juan Antonio. Osteuropa liest Putins jüngste Rede zur russischen Geschichte und stellt fest: Die Ukraine ist jetzt aufgegangen in Russland. Die London Review beschäftigt sich mit den kriegerischen Thesen des ökologischen Leninisten Andreas Malm. Die New York Times hat Appetit auf Sushi und stößt auf die Moon Sekte.

Ein Archipel des Denkens

02.11.2021. Einwanderer gesucht! Wanderarbeiter räumen jetzt nach Klimakatastrophen in den USA auf. Im Merkur versichert Verfassungsrechtler Christoph Möllers: Talent und Intelligenz finden sich eher im  Schachclub als im Golfclub. Facebook ist auch nicht dümmer als Goldman Sachs glaubt die Boston Review und fordert umfangreiche Offenlegungspflichten für die sozialen Medien. Elet es Irodalom würdigt den den Lyriker István Kemény. Harper's fürchtet eine militärische Explosion im Weltall.

Sprengen sich zwei Termiten in die Luft

26.10.2021. The Atlantic beobachtet, wie der Hedgefonds Alden Global Capital ungeniert Lokalzeitungen aussaugt. So mutig kann ungarisches Theater sein, staunt HVG über die neue Inszenierung von Béla Pintér. In Eurozine erklärt Myroslaw Marynowytsch den Unterschied zwischen russischen und ukrainischen Dissidenten. In der NYRB zeichnet Alma Guillermoprieto ein vernichtendes Porträt von Nicaraguas Daniel Ortega. Die London Review lernt, warum die Regierung im Libanon Auswanderer liebt. Der New Yorker bewundert Ohrwürmer mit zwei Penissen.