Magazinrundschau

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag Mittag

Erfinden, erfinden, erfinden

06.05.2008. Im TLS schreibt der Tenor Ian Bostridge über Musik im Totalitarismus. Der New Yorker stellt die Gruppe "Intellectual Ventures" vor. Caffe Europa beschreibt den Versuch Aldo Moros, Kommunisten und Katholiken zu versöhnen. Nepszabadsag und Elet es Irodalom analysieren den in Ungarn manchmal falsch verstandenen Begriff "Wettbewerb". Die London Review of Books erklärt, warum Südafrikas Thabo Mbeki die verbrecherische Regierung Robert Mugabes unterstützt. In der Weltwoche zeigt die Geigerin Julia Fischer, dass sie auch mauern kann.

Vorbereitung auf den neuen Big Man

29.04.2008. Literaturen sucht im aktuellen Publikationsrausch zu '68 ein Buch über die Gleichberechtigung. Das TLS porträtiert den Mann, der in England dem Sex eine Sprache gab. In Outlook India sieht der Politologe Kishore Mahbubani die kulturelle Dominanz des Westens versiegen. Die New York Review of Books untersucht die Dominanz der Nationalkonservativen in Putins Russland. Le Monde des livres berichtet von einem Streit unter Historikern über die Rolle des Islam im Mittelalter. Der Economist sieht die Pressefreiheit in Osteuropa in Gefahr. Die New York Times porträtiert den ägyptischen Schriftsteller Alaa Al Aswany.

Finger weg von meinen Würstchen

22.04.2008. In der Weltwoche plädiert Tom Ford für volles, natürliches Schamhaar. Vanity Fair gibt Bill Keller die Schuld an der schwindenden Timeshaftigkeit der Times. Im Espresso bedauert Umberto Eco die schwindende Bedeutung der Zeitungen insgesamt. Die Times streitet um das English Breakfast. In L'Express will der Werbefachmann Maurice Levy die Werbung von Grund auf revidieren. Die LRB erlebt das Glück französischer Malerei, Nepszabadsag  das Glück Leipziger Malerei, das TLS das Glück deutscher Romantik, der Economist das Glück japanischer Konzeptkunst, Al Ahram das Glück russischer Fotokunst. Und der New Yorker lernt Englisch mit Li Yang.

Herzrasen a la Bollywood

15.04.2008. Elet es Irodolam weiß: Die "kleine Literatur" muss nicht politisch sein, um politisch zu sein. World Affairs verteidigt Hirsi Ali, Bruckner und Berman gegen Buruma, Garton Ash und Ramadan. Rue89 erarbeitet ein Schwarzbuch der Zensur. Im TLS stöhnt der Gerontologe Raymond Tallis: Zuviel Hirn ist des Feuilletonisten Tod. Outlook India ist ganz aufgeregt: Revolution im Cricket! Vanity Fair springt mit den Russen ins kalte Wasser. In Semana spricht sich Hector Abad gegen literarischen Protektionismus aus. In der New York Review of Books hat Tony Judt herausgefunden: die Amerikaner lieben den Krieg, weil sie ihn nicht kennen.

Grundstück, Kanone, blanke Augen, Gradara

08.04.2008. Die New Left Review stellt das einflussreichste intellektuelle Magazin Chinas vor. Outlook India fände es peinlich, den Dalai Lama peinlich zu finden. Die Generation "1.000 Euro" hat es ins italienische Kino geschafft, meldet Caffe Europa. In Nepszabadsag erklärt der Philosoph Gaspar Miklos Tamas, die Tage der antisemitischen Journalisten seien vorbei. Folio begeistert sich für die Kompositionen des Elektroingenieurs William Sethares. Vanity Fair nimmt den Chemie-Konzern Monsanto auseinander. Die Weltwoche empfiehlt eine Kulturgeschichte des abendländischen Geschlechtslebens.

Genozid böse, China trifft Mitschuld

01.04.2008. In den Blättern nimmt Jürgen Habermas Stellung zu der vom Perlentaucher und signandsight.com lancierten Debatte über Islam in Europa. Der Merkur belegt, dass Adorno Hoffnungen in die Nazis setzte, die leider auch enttäuscht wurden. In La vie des idees feiert der Philosoph Philippe Lacour den wahren DJ des digitalen Wissens. In Literaturen bespricht Micha Brumlik die neue Carl-Schmitt-Biografie von Christian Linder. Nepszabadsag fühlt dem bewusstlosen Körper Ungarns den Puls. In Edge.org erklärt der Evolutionsbiologe Iain Couzin, warum die Mormonengrille ihre Artgenossen gern ins Hinterteil beißt. New Republic präsentiert im Titelbild den Wunschkandidaten der Demokraten.

Im Grunde sind wir alle Versager

25.03.2008. Die New York Times ist fast schon reif für eine feindliche Übernahme durch Murdoch, fürchtet Howell Raines in Portfolio. Der New Yorker betrachtet den Niedergang des amerikanischen Zeitungsmarktes insgesamt. ResetDoc untersucht die Rolle von Immigranten im italienischen Wahlkampf. In Europa philosophiert Leszek Kolakowski über Erfolg. In Rue89 erklärt Aharon Applefeld, worüber er mit 268 schreiben will. Die Weltwoche fragt: Wer riskiert eigentlich noch etwas in der deutschen Literatur?

Schlanker, fieser Bürgerschreck

18.03.2008. In der Lettre erzählt ein chinesischer Leichenwäscher, wie er einst einen toten Rotgardisten verschönte. Schlechtes Englisch ist kein Grund für Selbstmord, findet Outlook India. Der Spectator tanzt Kizomba in Harlesden. Im Middle East Quarterly erklärt der Journalist Mohamed Sifaoui, warum Al Qaida für den Irakkrieg betete. Großes Theater sorgt bei Al Ahram für eine Depression. Im Guardian erinnert sich Blairs Stabschef Jonathan Powell an eine Tischrunde mit Sinn Fein. Nepszabadsag will nicht mehr Ostmitteleuropa sein.

Die dem Käse innewohnende Schlechtigkeit

11.03.2008. Vanity Fair enthüllt eine skandalöse Geheimoperation der Bush-Regierung. Tygodnik Powszechny vermisst die französische Poesie eher nicht. In der NYRB findet Nicholson Baker sogar den Vandalismus in Wikipedia hinreißend. Edwy Plenel kündigt die neue Online-Zeitung Mediapart an. L'Espresso denkt über die Bösartigkeit von Käse nach. Expert Sibir untersucht den Kunstmarkt in Sibirien. Dem indischen Tiger macht ein fauler Zahn zu schaffen, weiß der Economist.

Werben Sie gute Spione an

04.03.2008. Die London Review of Books sorgt sich um den Second-hand-Journalismus von Zeitungen. Prospect macht uns bekannt mit der chinesischen Intellektuellenszene. Al Ahram erklärt, warum die Ägypter am liebsten Fahnen made in China kaufen. Caffe Europa fragt: wo war Tariq Ramadan, als Milan Kunderas Bücher auf der Buchmesse in Kairo verboten wurden. Der Guardian macht Bekanntschaft mit Luthers PR-Mann. Die Gazeta Wyborcza untersucht das Selbstbewusstsein polnischer Arbeitnehmer.