Magazinrundschau

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag Mittag

Abstrakte Modelle der Differenz

13.08.2019. In Lidove noviny erklärt der rumänische Schriftsteller Vlad Zografi, warum ein Physikstudium alle rationalistischen Illusionen beseitigt. Eurozine stellt eine dreiteilige Doku über rumänische Immigranten in Britannien vor. Der New Yorker versucht zu verstehen, was ein Rassist ist. La Regle du Jeu beschreibt den Bevölkerungsaustausch in Texas. Die New York Times lernt von dem Rohingya Futhu, dass es auch einen Genozid des Verstandes gibt. Und Le Monde diplomatique begreift, warum es in Tunesien so schwierig ist, das Erbrecht zu ändern.

Positiver Katastrophenfall

06.08.2019. Der Schriftsteller William T. Vollmann reist auf den Spuren Melvilles nach Französisch-Polynesien. Der Altphilologe Angelo Tonelli beschreibt die fernöstlichen Einfluss auf das antike Griechenland. Chaohua Wang ruft den Demonstranten in Hongkong mit Bruce Lee zu: Sei Wasser, mein Freund! Der Islamwissenschaftler François Déroche stellt Varianten des Koran vor. Georg Seeßlen porträtiert mathematisch hochbegabte Zikaden. Und Javier Marias erklärt, warum "nicht wissen zu wollen" eine Befreiung sein kann.

Daten des Horrors

30.07.2019. Im New Yorker erklärt John Lanchester die moderne Wirtschaft. Das tschechische Forum 24 berichtet von einer Kampagne gegen häusliche Gewalt in Russland, die den drastischen Hashtag "Ich wollte nicht sterben". In 032c erklärt der Philosoph Eugene Thacker den kosmischen Horror. Die NYRB erzählt, wie den Nazis vergeben wurde, wenn sie Raketen zum Mond bauen konnten. La vie des idees feiert die Geburt der Aufklärung aus Raubdruck, Urheberrechtsbruch und Illegalität. Die NYT schildert die Zerschlagung der Universität von Ankara.

Das Jahr ohne Sommer

23.07.2019. Das TLS taucht ein in die Farbenwelt der abstrakten Expressionistinnen. La vie des idees friert im Römischen Reich. Der New Yorker resümiert unser Automobilzeitalter. Eurozine erzählt, wie gut britische Anwälte mit der Unterdrückung der Presse verdienen. Der Guardian versteht die katholischen Philippiner nicht. The Atlantic dokumentiert den Einfluss Chinas auf deutsche Universitäten. In HVG würdigt Gaspar Miklos Tamas die ewig junge Agnes Heller.

Ist das Kunst oder schon Verbrechen?

16.07.2019. Der Guardian staunt über das Ausmaß der Korruption des ANC. In 168 ora findet der Kadar-Biograf György Földes die Gleichsetzung des Orban-Regimes mit dem Kadars etwas sehr bequem. In American Interest ruft der russische Autor Boris Akunin dem Westen zu: Helft der Ukraine! Respekt feiert die Präsidentin der Slowakei, Zuzana Čaputová, als neuen Havel. In der London Review wünscht sich Adam Tooze eine neue, europafreundlichere deutsche Regierung. Die New York Times porträtiert den russischen Künstler Pjotr Pawlenski.

Mr Xxx Stalin

09.07.2019. Mit einer Aktualisierung zu Raymond Geuss. Der Guardian erklärt, wie kinderleicht man in London sein Geld wäscht. Wie einfach eine grundlegende Ethik im Technologiesektor sein könnte, erklärt der Sci-Fi-Autor Ted Chiang in GQ. Literarni noviny möchte keine neue Mariensäule in Prag. In Literary Hub unterhalten sich Nadifa Mohamed und Aleksandar Hemon über den Blick des Migranten. The Point kommuniziert über Habermas. Pacific Standard beobachtet genetische Erweckungsversuche der amerikanischen Kastanie. Die NYT beobachtet Anzeichen von Leben in einem toten Schweinehirn.

Das gaullo-imperiale Denken

02.07.2019. Wahlrecht für Frauen gab's in Amerika schon vor tausend Jahren, lernt der New Yorker. Ob tausend oder hundert Jahre, trotz Feminismus hat sich die Lage für Frauen verschlechtert, stellt die London Review fest. La Règle du jeu betrachtet das Desaster westlichen Nicht-Intervenierens in Syrien. Der Guardian gibt uns den Essex-Man. Die NYRB betrachtet die gespaltene Wählerschaft der Demokraten. Cinema Scope porträtiert den Musiker Scott Walker und seine Liebe zu Robert Bresson. Die NYT lässt sich erklären, was das russische Wort bardag bedeutet.

Die letzte Frau auf Erden

24.06.2019. Die NYRB fragt, ob es in den USA Konzentrationslager geben kann. Die Ausbeutung afrikanischer Migranten, beobachtet der Guardian, läuft jedenfalls in Kalabrien wie geschmiert. El Pais und El Faro erkunden die Südgrenze von Mexiko. Atlantic findet heraus, dass Flug MH370  aus dem Cockpit heraus zum Absturz gebracht wurde. Der New Yorker erkundet den Macronismus. Aktualne beobachtet das Erwachen der tschechischen Bürgergesellschaft. La vie des idées fordert, Notre Dame als gotische Kathedrale zu rekonstruieren und nicht als romantisches Gemälde. Und die Paris Review bringt eine Eloge Italo Calvinos auf Natalia Ginzburg.

Geh nicht nach Haiti!

17.06.2019. La vie des idées fragt, ob der Staat rassistisch sein kann oder eher seine Institutionen diskriminierend. Le Monde diplomatique erkundet die Ökonomie der Migration im Niger. Überwachen und Ausbeuten funktioniert aber auch mit Shared Workspaces ganz gut, weiß das New York Magazine. 168 ora steht fassungslos vor der Zerstörungswut der ungarischen Regierung. The Nation spürt dem amerikanischen Liberalismus nach. Die LRB revidiert mit Sibylle Lacan die Imago ihres Vaters. Und die New York Times erinnert an das Feuer bei Universal, das Masteraufnahmen von Duke Ellington bis John Coltrane verschlang.

In Gold, Silber und Elfenbein

11.06.2019. Tablet schildert das Dilemma der weißen Linken in den USA. La vie des idees präsentiert ein großes Dossier zum grassierenden Begriff der "Rasse". Stephen Holmes und Ivan Krastev analysieren in Eurozine die Angst vor der Diversität in Osteuropa. In Magyar Narancs sieht Agnes Heller schwarz für die ungarische Akademie der Wissenschaft. Die New York Review of Books liest, wie das Königreich Kongo einst Portugal die Zähne zeigte. Der Film-Dienst möchte an das Archivmaterial der Öffentlich-Rechtlichen.