Magazinrundschau

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag Mittag

Ich bin die einzige Frau hier

03.04.2018. Il Mulino erforscht die Ideologie des Chavismus in Venezuela. Die LRB feiert den Pullover für Frauen. Die Romanischen Studien erklären, warum die Poststrukturalisten 1968 so alt aussahen. In Cinema Scope erklärt Paul Schrader, warum er den Tarkowski-Ring nicht überschreitet. Der New Yorker porträtiert die pakistanische Dokumentarfilmerin Sharmeen Obaid-Chinoy. Im New Statesman erklärt John Gray, wie die 68er den Kapitalismus retteten. 

Rohrleitungen der Kognition

27.03.2018. Im New Yorker untersucht der britische Philosophen Andy Clark die Verkabelungen unserer Seelenmaschine. Die LRB zuckt beim Skandal um Facebook und Cambridge Analytica die Schultern: So ist halt der Kapitalismus. Radikale Doktrinen sind vor allem eins, radikal intolerant, meint der Politologe Michael Walzer in Eurozine. Das TLS lernt, dass Biokühe in den Cotswolds auf Kindermädchen bestehen. Die NYT begleitet die französische Astrobiologin Nathalie Cabrol in die Atacama Wüste Chiles. Longreads erzählt von zweifelhaften, aber sehr teuren Krebsbehandlungen in Deutschland.

Von amourösem Adel

20.03.2018. Die LRB denkt über eine Art sexuelles Grundeinkommen für alle nach. In Aeon beobachtet der Historiker Martin Jay den Begriff "Entfremdung" bei seiner Wanderung von links nach rechts. In der LARB sieht der Philosoph Ron Srigley nur noch einen Zweck in Universitäten: die reibungslose Produktion von genormten Verwaltungsangestellten. The Atlantic überprüft die Arbeit des deutschen Bundesamts für Migration und Flüchtlinge.

Think Pink!

13.03.2018. Gentlemen's Quarterly riskiert sein Leben in Kiew. Das TLS liest die überraschend instinktsicheren Akten des FBI zu James Baldwin. Der New Yorker erkundet die Grenzen der Meinungsfreiheit bei Reddit. Die ungarischen Magazine betrachten wehmütig den Protest der Slowaken nach dem Mord an Jan Kuciak. Pitchfork feiert das Genre der HipHop-Kritik. Die New York Review of Books erinnert an die Zeit, als homosexuelle Maler im Amerika der Fünfziger die extreme Männlichkeit des Abstrakten Expressionismus brachen.

Von Adam im Stich gelassen

06.03.2018. Der New Yorker lässt sich vom MI 6 über die Konspiration Trumps mit dem Kreml informieren. In 168 ora vergleicht der Anthropologe Tamás Dávid-Barett die ungarische Gesellschaft mit der englischen. Fake News und Sexismus gehören zusammen, seit die Schlange Eva verführte, erklärt Anne Enright in der LRB , die auch ins Herz der Brexiteers blickt. Korruption kann töten, warnt Martin M. Šimečka in Dennik N.  Der Rolling Stone blickt auf die Folgen des Klimawandels in den USA. In En attendant Nadeau erklärt Arundhati Roy: Einen Roman schreiben ist ein Akt der Liebe.

Eine komplett anarchistische Perspektive

27.02.2018. Europa ist ein Granatapfel, kein Pfirsich, erklärt der rumänische Kunsthistoriker Andrei Pleșu in Eurozine. In Brooklyn Rail kritisiert der französische Politologe Nedjib Sidi Moussa die "Muslim-Fabrik" der Linken. Der Guardian beschreibt den Faschismus für Hipster der italienischen CasaPound. The Atlantic erzählt, wie der amerikanische Großlobbyist Paul Manafort dem Putin-Kumpan Wiktor Janukowytsch ins Amt zurück verhalf. Der New Yorker erzählt, wie Pablo Escobar zum Volkshelden und Hollywoodliebling wurde. Wired erzählt, wie die russische Internet Research Agency den Wahlkampf von Trump unterstützte.

Fromme Illusionen

20.02.2018. Der Guardian beobachtet Widderkämpfe in Algerien. Juergen Tellers sozialistisch-realistisches Titelfoto für die neue polnische Vogue kommt nicht gut an, erzählt das tschechische Magazin Respekt. In Magyar Narancs stöhnt László F. Földényi über die Auswirkungen der Postmoderne: Festivalfilme und Buchmessenliteratur. In der New York Review of Books kann Enrique Krauze dem Chavismo von Venezuelas Nicolas Maduro aber gar nichts abgewinnen. Und Karl Ove Knausgaard erliegt in der New York Times dem Lächeln einer 102-jährigen Russin.

Hausaufgaben für die linke Gehirnhälfte

12.02.2018. Bloomsberg plaudert mit nordkoreanischen Hackern. Wo sind die Autoren aus der Arbeiterklasse, fragt die Schriftstellerin Kit de Waal Im Guardian. Autor Javier Cercas denkt in El Pais Semanal über Kunst und correctness nach. Fotograf Jeff Wall propagiert im Believer das eigene Urteil in der Kunst. Im New York Magazine fragt Quincy Jones: Was kennen diese jungen Musiker eigentlich? In Eurozine hofft der Historiker Ferenc Laczó auf eine Europäisierung des Holocaustgedenkens.

Jagdgrund für Menschenhändler

06.02.2018. Der Guardian erzählt wie Flüchtlinge in Europa zu Sklaven werden. Dissent denkt über den Begriff des "Neoliberalismus" nach. In Slate.fr lernt die Soziologin Agnès de Féo den Niquab als Revanche erkennen. In epd-Film schreibt Georg Seeßlen über das Dilemma schwarze Superhelden. Die LRB staunt über den ersten britischen Wohlfahrtsstaat. Nicht jeder gute Programmierer ist ein unsozialer Nerd, meint Bloomberg. In der NYRB widmet sich Ian Bostridge der unlösbaren Dissonanz in Händels "Messias".

Paradigma toppt Syntagma

30.01.2018. Der Believer sucht auf Haiti mit Voodoo den guten Gott Bondye. HVG denkt über die Tücken einer staatlichen Künstlerrente nach. In der NYRB möchte Kenan Malik lieber über das britische Empire diskutieren, als die 43 Prozent der Briten zu ignorieren, die es heute noch für eine gute Sache halten. In El Pais Semanal möchte Filmemacherin Isabel Coixet lieber stark als "empowert" sein. Die Popzeitschrift feiert das hinreißend Ambitionslose von Fernsehserien aus den 70ern.  La vie des idees nimmt die Krisenhändler im Kulturbereich aufs Korn.