Magazinrundschau

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag Mittag

Das Ausmaß des öffentlichen Ärgers

21.08.2018. Der Guardian resümiert, wie gründlich die BDS-Kampagne in dreizehn Jahren das Koordinatensystem im Nahen Osten zerschossen hat. Eurozine singt ein Loblied auf die Kritikerinnen des feministischen Mainstreams. HVG beobachtet, wie Orbans Oligarchen in den Medien auf Skalpjagd gehen. Rue 89 lädt zum Essen mit Baron Samedi und Maman Brigitte. Der New Yorker feiert mit Alex Katz die Sensation der äußeren Erscheinung. Künstliche Intelligenz mag effizient sein, erkennt der New Statesman, aber sie ist nicht demokratisch. Auf Paley Matters lernt Alan Moore mit Agent Nummer 6, wie höllisch klug die Arbeiterklasse ist.

Verrückte Wände

14.08.2018. Ohne die kleinen Magazine gibt es keine neue Architektur, ruft Eurozine. Der Believer hört Miles Davis' "Nardis" mit Bill Evans. In Novinki erinnert der Regisseur Robert Sedláček an den Studenten Jan Palach. Spiked staunt über die Apartheid in Amsterdam. Le Monde diplomatique besucht Swasiland, die letzte absolute Monarchie Afrikas. Der Guardian versucht zu begreifen, warum Matteo Salvinis national-soziale Politik so gut bei den Italienern verfängt. Die NYT zieht eine desaströse Bilanz des Afghanistankrieges.

Mit Tausenden Lichtern

07.08.2018. Im Merkur vermessen Gaia und der Astronom Aleks Scholz das  Universum. Das New York Magazine bilanziert die große Rezession seit 2008. In Quillette bekennt sich der kanadische Arzt Ali A. Rizvi stolz als atheistischer Muslim - wie Millionen andere Muslime auch. Auch in der Türkei setzt der Cumhuriyet-Journalisten Özgür Mumcu im Interview mit Novinky auf die Säkularen. Eurozine fragt, warum Online-Diskussionen immer so aus dem Ruder laufen. Longreads sucht nach den unreinen Ursprüngen der Country-Musik. Und die New York Times bilanziert eine seit über hundert Jahren angekündigte Katastrophe: den Klimawandel.

Die Schurken waren die Präsidenten

31.07.2018. Die New York Review of Books sucht den tiefen Staat und findet ihn im Weißen Haus. Silicon Valley rückt nach links und frönt nach dem Libertarismus jetzt dem Liberaltarianismus, informiert Wired. Ludwig Erhard wäre begeistert. Bei Lidovky empfiehlt der türkische Autor Murat Uyurkulak seinen ungeduldigen Kollegen, sich ein Beispiel an Homer zu nehmen. Die London Review liest die beste de-Gaulle-Biografie, die selbstverständlich aus England kommt. Die New York Times erzählt, wie man mit Yoga, Nationalismus und Religion zum Milliardär wird.

Die Scham und die Pracht

24.07.2018. Der New Yorker schickt Reportagen über Brexit-Britannien und das Polen Kaczyńskis. In Serbien haben sich die Neulinken als Nachfahren von 1968 etabliert, nicht die Reformkommunisten, notiert Laszlo Vegel in Magyar Narancs. Der Guardian möchte Emily Brontë gerade mal als "schwierige Frau" würdigen. In Eurozine fragt Carl Cassegård nach den Kosten einer individualisierten Solidarität. Wired sucht mit Jonathan Albright nach rechten Diskursknotenpunkten im Web. The Nation kritisiert die amerikanischen Medien, die nur noch Trump, Trump, Trump, Trump bringen.

Wunsch zur Neuerfindung

17.07.2018. In Vanity Fair verkündet Tim Berners Lee, wie er das Internet revolutionieren will. Die London Review of Books erklärt, warum Anthony Powell verglichen mit Proust vielleicht der bessere Autor ist. In Magyar Narancs denkt die Schriftstellerin Edina Szvoren über die Gründe für Erfolg und Misserfolg von Übersetzungen nach. La Vie des Idees fragt, was genau eigentlich der Mehrheitswille ist. Der New Yorker erklärt, wie der Internethandel ländliche Identitäten in China verändert. Der Believer lernt von Clarice Lispector, dass man sich zu seiner Wiedergeburt auch ohrfeigen kann.

Unbehagen am Liberalismus

10.07.2018. Das New York Magazine porträtiert den afroamerikanischen Maler Henry Taylor. The Atlantic fragt, was Transsexualität und was Pubertät ist. In Eurozine erklärt David Goodhart den Anywheres, dass ihnen gerade ihre Arroganz gegenüber den Somewheres zum Verhängnis wird. Der Guardian denkt über die Philosophie George Soros' nach. Im Jacobin Magazin erklärt David Graeber, was ein Bullshit-Job ist. Wired fürchtet einen Krieg im All.

Fürstenkultur vom Feinsten

03.07.2018. Erschütterungen ahoi. Noch nie sind in Britannien über einen so langen Zeitraum die Realeinkommen gesunken, warnt John Lanchester in der London Review of Books. Der New Yorker grübelt, wie ein bedingloses Grundeinkommen aussehen müsste, das nicht neue Ungerechtigkeiten schafft. La vie des idees staunt über das ökonomische Imperium der katholischen Kirche in Irland. Elet es Irodalom begutachtet den Umbau Ungarns von der illiberalen Demokratie zur Christdemokratie. Wired analysiert das neue Selbstbewusstsein der IT-Arbeiter im Silicon Valley.

Stress der Straße

26.06.2018. Harper's blickt sich um in den toten Zonen von New York. Osteuropa porträtiert die liberalen Autokratien in der EU. Menschenrechte ist nur ein anderes Wort für Neoliberalismus und Antitotalitarismus, schäumt Pankaj Mishra in der London Review of Books. Der Spectator träumt von einer farbenblinden Gesellschaft. Naiv, schimpft die New York Review of Books. Linkiesta erteilt Alexander Dugin das Wort.  Der Rolling Stone besucht das Mannkind Johnny Depp.

Landschaft des Verstehens

19.06.2018. Jetzt wird schon mit Hilfe der Virtual Reality Jagd auf Flüchtlinge gemacht, ächzt Wired. Die Republik recherchiert, wie der  FC Kreml für sich die Fußball-WM klarmachte. In Magyar Narancs spürt Imre Bartók seinem Widerwillen gegen die Ordnung nach. Der Guardian ermittelt in der Welt der Kunstfälscher. Die New York Times reitet mit John Kidd, dem Gaucho der James-Joyce-Exegese, gegen die Gauleiter der Wirtschaftlichkeit.