Heute in den Feuilletons

Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
17.07.2003. Das Wachstum hat ausgedient, in Zukunft stellt sich die Sinnfrage, welche von Dirk Baecker in der FR auch gleich beantwortet wird. In der taz beklagt Chen Kaige den Verlust des höheren Sinns in China. Die NZZ stellt die Frauenfrage im Islam neu. Die Zeit dekliniert die europäischen Vorurteile. Die SZ wendet sich gegen den Missbrauch der Sterbehilfe. Die FAZ sah in Syrakus Minerva auf dem Seil tanzen.

Zeit, 17.07.2003

Herzhaft gähnt das Sommerloch. Die Zeit aber lässt sich nicht beirren und stopft ihm mit einem Dossier über die gegenseitigen europäischen Vorurteile todesmutig das Maul. Im Dossier schreiben neun europäische Schriftsteller, darunter Robert Gernhardt ("nichts gegen andere Völker"). Auf der Feuilleton-Aufmacherseite sind sämtliche Vorurteile aller europäischen Länder gegen alle anderen europäischen Länder schachbrettartig auf einen Bierdeckel notiert (was man im Internet leider nicht darstellen konnte). Endlich erfahren wir zum Beispiel was "der Österreicher" über Belgier denkt. "Kinderschänder: Können nicht bergauf fahren. Ansonsten völlig uninteressant."

Jens Jessen erklärt in einem beistehenden Text das Prinzip der Zeit-Recherche: "Im Zweifel hat sich die Redaktion für die größere Dummheit entschieden, denn unter Vorurteilen nach den vernünftigsten zu forschen käme einer Rehabilitierung gleich."

Außerdem interviewt Katja Nicodemus den französischen Regisseur Claude Chabrol, dessen neuer Film "Die Blume des Bösen". Er sagt manches Erwartbare über und gegen die französische Bourgeoisie, findet aber auch zu einem abgewogenen Urteil über amerikanische Weine: "Es gibt schon ein paar sehr gute Tropfen von drüben. Lassen Sie es mich so ausdrücken: Die durchschnittliche Qualität der amerikanischen Weine ist eindeutig schlechter als die der französischen. Aber es gibt durchaus ein paar, die ganz ordentlich sind. Zu den besten gehören sicher die Weine von Francis Ford Coppola, die er auf seinem Gut in Napa Valley produziert. Sie entsprechen etwa einem Carbonnieux eines guten Jahrgangs. Also einem guten Bordeaux."

Weitere Artikel: Wolfram Goetz malt das Desaster der Kölner Kulturpolitik aus. Michael Mönniger kommentiert den Streik der französischen Bühnenarbeiter und -künstler, die nun nach 500 Stunden Arbeit kein Anrecht mehr auf ein Jahr Arbeitslosengeld haben. Jörg Lau bedauert die Entlassung des Leiters des italienischen Kulturinstituts in Berlin, Ugo Perone, durch Silvio Berlusconi. Slavoj Zizek fürchtet angesichts der amerikanischen Ratlosigkeit im Irak, dass sich nun ein neues Mittelalter auf die Menschheit senkt (auch der Perlentaucher veröffentlicht heute einen Artikel von Slavoj Zizek, eine Antwort auf eine Polemik von Jörg Lau im Märzheft des Merkur) . Eva Schweitzer porträtiert den amerikanischen Satiriker Jon Stewart.

Besprochen werden Hans-Christoph Blumenbergs Film "Planet der Kannibalen", eine Ausstellung des deutschen Modeschöpfers Bernhard Wilhelm in Kraichtal und Hasko Webers Inszenierung von Ibsens "Peer Gynt" in Stuttgart.

SZ, 17.07.2003

Fuat S. Oduncu, Arzt und Medizinethiker am Münchner Uniklinikum, und Wolfgang Eisenmenger, Direktor des Instituts für Rechtsmedizin an der Universität München, gehen scharf mit der niederländischen Euthanasiepraxis und dem wachsenden Missbrauch der Sterbehilfe ins Gericht: "Durch die Legalisierung der aktiven Sterbehilfe und der sich damit zunehmend einschleichenden gesellschaftlichen Akzeptanz wird die mit dieser Praxis idealisierte 'Freiheit zum Tod' letztlich zu einer 'Unfreiheit zum Leben' pervertiert. Bei einer derartigen Legalisierung geraten zwangsläufig mehr und mehr Menschen, die trotz psychischer oder organischer Leiden und unheilbarer Krankheit weiterleben oder ihre moribunden Angehörigen am Leben lassen wollen, in einen Rechtfertigungszwang. Befürworter begründen ihre Forderung nach aktiver Sterbehilfe häufig damit, dass es die einzige Hilfe sei, die sie einem unheilbar Schwerkranken in seiner aussichtslosen Situation noch geben könnten. Diese Form der 'Sterbehilfe' kann aber schon faktisch keine echte Hilfe sein, weil sie primär nicht das Leiden, sondern den kranken Mitmenschen selbst beseitigt. Ebensowenig ist sie die einzige Hilfe, weil Sterbende in Wirklichkeit nicht das 'erlösende Gift', das heißt wirklich den Tod wollen, sondern etwas ganz anderes, nämlich menschliche Zuwendung und wirksame Schmerzmittel. "

Christopher Schmidt erinnert uns dankenswerter Weise daran, "dass Urlaub ursprünglich 'Erlaubnis' bedeutet, die Lizenz, dem Dienst fernzubleiben. Urlaub hat man nicht einfach, man wird beurlaubt. Und keine andere Sprache außer dem Deutschen kennt Urlaub als Tätigkeitswort: Urlauben. Wer 'urlaubt', legt eben noch lange nicht die Hände in den Schoß - ein nützlicher linguistischer Wink, dass Urlaub keineswegs gleichbedeutend ist mit Ferien, also Ruhe- und Feiertagen."

Weitere Artikel: Jörg Häntzschel ist enttäuscht über die Entmachtung Daniel Libeskinds bei der Neubebauung von Ground Zero. Nicht Libeskind, sondern David Childs vom amerikanischen Architekturkonzern SOM werde nun beauftragt, den 540 Meter hohen 'Freedom Tower' zu bauen. Susan Vahabzadeh berichtet, dass Quentin Tarantino für seinen neuen Film "Kill Bill" bisher 155 Drehtage gebraucht hat und auf dem besten Weg ist, sich die Kubrick-Gedächtnismedaille zu verdienen. Produzent Harvey Weinstein will den Film nun in zwei Teilen herausbringen Von Knut Hornbogen erfahren wir, dass die Schweizer Büromöbelfirma USM Haller eine Plagiatsklage gegen das Stuttgarter Designbüro "formfarm" zurückgezogen hat, weil im Zuge der Ermittlungen herausgekommen sein soll, dass USM-Haller ihr berühmtes Kunst-Möbel auch nur aus einem anderen Entwurf weiterentwickelt hat. Ulrich Raulff hat sich mit Peter Glotz über dessen demnächst erscheinendes Buch "Die Vertreibung" unterhalten. Alex Rühle schreibt über den "Berufsdogmatiker und Holocaustleugner" Roger Garaudy, der seinen neunzigsten Geburtstag feiert. "mea" schließlich klärt uns über die spezifischen Probleme bei der Restaurierung des Hinterns von Michelangelos David auf und nimmt zur Verdeutlichung einen Vergleich mit dem Hintern Mel Gibsons zu Hilfe, der das Projekt finanziell unterstützt.

Besprochen werden eine Richard Hamilton-Werkschau im Kölner Museum Ludwig, Ernest Blochs Oper "Macbeth" an der Wiener Staatsoper (eine "atemberaubende schwarze Psychorevue"), William Malones Horrorfilm "Feardotcom", Chen Kaiges neuer Film "Xiaos Weg" (hier ein Gespräch mit Kaige), eine Ausstellung im Münchner Instituto Cervantes, die dem Filmemacher und Kinotüftler Jose Val del Omar gewidmet ist (inklusive del-Omar-Filmprogramm im Filmmuseum) und Bücher, darunter Patrik Ouredniks "Geschichte Europas im 20. Jahrhundert" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

TAZ, 17.07.2003

Claudia Lenssen hat mit dem chinesischen Regisseur Chen Kaige über seinen neuen Film "Xiaos Weg", die Opfer der Kulturrevolution und die Nähe Chinas zur westlichen Welt gesprochen: "In China ist die Situation äußerst hart. Der Transfer vom Kommunismus in die Ökonomie des freien Marktes ist ein brutaler Prozess. Das gilt für den Einzelnen wie für die ganze Gesellschaft. Wir haben alles verloren, woran wir geglaubt haben, und sehen nichts Neues an spiritueller Kraft. Deutschland hat nach dem Krieg Identität gewonnen. In China sehe ich das nicht. Wie, frage ich mich, gleichen wir die gewaltige Zerstörung an Geist und Bewusstsein aus? Das Problem der kulturellen Leere ist unser großes Thema."

Weitere Artikel: Susanne Messmer, Anke Leweke, Kolja Mensing, Harald Peters und Detlef Kuhlbrodt erinnern sich an ihre erste Begegnung mit David Lynchs Film "Blue Velvet", der jetzt wieder in die Kinos kommt. Auf der Meinungsseite erinnert Ulrike Herrmann an die 1973 verstorbene DDR-Schriftstellerin Brigitte Reimann, die in diesen Tage siebzig Jahre alt geworden wäre - und an ihr berühmtes Buch "Franziska Linkerhand". Christian Semler findet ein "Zentrum gegen Vertreibung" ziemlich überflüssig.

Besprochen werden Adam Shankmans Komödie "Haus über Kopf" mit Queen Latifah und Steve Martin und eine Walter-Niedermayr-Ausstellung im Museum der bildenden Künste in Leipzig.

Und noch Tom.
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FR, 17.07.2003

"Die Wachstumsmaschine hat ausgedient", befindet der Soziologe Dirk Baecker (mehr hier) über die deutsche Wirtschaft. Die Schuld daran gibt er der deutschen Managementkultur, die erst die Gründe ihres Erfolgs und später ihres Misserfolgs nicht ausreichend reflektiert hätten. "Die Intelligenz des deutschen Modells steckt in der Form der Netzwerke innerhalb und zwischen den Betrieben und Professionen der deutschen Wirtschaft. Wir werden nicht darum herumkommen, diese Intelligenz überall dort, wo sie vorkommt, zum Reden zu bringen und ihr zuzuhören, wollen wir die sozialen und psychischen Desaster des Betriebsabbaus und Sozialabbaus vermeiden. Die Wachstumsmaschine hat ausgedient, die Zukunft gehört der Sinnfrage, die niemand allein und nur für sich, sondern alle nur miteinander, und zwar: abweichend voneinander, beantworten können. Jeder Sozialabbau ist das Ergebnis eines Kommunikationsversagens. Und dafür muss man Manager, die es besser wissen müssten, mitverantwortlich machen."

Klaus Bachmann kommentiert die Abschaffung des sogenannten Völkermordgesetzes in Belgien: "Mit dem belgischen Völkermordgesetz verschwindet die einzige Möglichkeit, blutige Diktatoren und ihre Schergen vor einen Richter zu bringen, wenn deren heimatliche Justiz versagt. Für solche Fälle gibt es zwar seit dem Juli 2002 den Internationalen Strafgerichtshof in den Haag, doch der ist nur für Taten zuständig, die nach dem Inkrafttreten seines Statuts begangen worden sind. In einzelnen Staaten können Ausländer zwar auch dann wegen Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord angeklagt werden, wenn sie ihre Taten im Ausland verübt haben, doch in der Regel müssen sie sich dann auf dem Territorium des jeweiligen Landes befinden oder Bürger desselben zu Opfern gemacht haben."

Weitere Artikel: In der Kolumne Times Mager sinniert Hilal Sezgin über das Rauchen als kunst- und absichtsvoll zelebrierte Selbstzerstörung. Verena Mayers Gerichtsreportage befasst sich mit dem Verfahren gegen einen Berliner Fahrdienstleiter, der unter anderem den Nestle-Konzern erpresste, um den Liebhaber seiner Frau loszuwerden.

Besprochen werden der neue Rene-Pollesch-Abend "LSD" am Stuttgarter Staatsschauspiel, wo Florian Malzacher die Frauen plötzlich nicht mehr schreien, sondern flüstern hörte: und zwar von der Liebe, eine Thomas-Schütte-Ausstellung im Kunstmuseum Winterthur, William Melones Schock-Thriller "Feardotcom", wo man sich Gerhard Midding zufolge und frei nach Tucholsky wunderbar "unter Niveau" gruseln kann.

NZZ, 17.07.2003

Für Rebecca Hillauer ist der Kampf um Frauenrechte in islamisch geprägten Ländern noch lange nicht gewonnen: In Afghanistan ist außer in Kabul alles beim Alten, im Irak droht eine Fundamentalisierung und das iranische Regime reagiert brutal auf die Studentenbewegung. Am Beispiel Palästina lässt sich besonders gut ablesen, dass Frauenrechte stets mit der allgemeinen politischen Entwicklung verwoben sind, meint Hillauer: "Bei der ersten Intifada saßen in den Bürgerkomitees viele Frauen: oft in Führungspositionen. Die meisten ohne Kopftuch. Eines Tages riefen islamistische Gruppen die Frauen auf, sich zu verschleiern. 'Die Landesverräterin ist diejenige, die kein Kopftuch trägt', schrieben sie auf Plakate." Aber es gibt auch Licht am Horizont: Wenn religiöse und nicht-religiöse Frauen sich zusammenschließen, können sie mehr bewirken, erklärt Hillauer. So setzte in Marokko ein Dachverband aus zehn Frauenorganisationen bei den letzten Parlamentswahlen eine Frauenquote von dreißig Prozent durch. Ihre Taktik: "Wir setzen uns nicht nur für Frauenrechte ein, sondern wir beziehen auch bei anderen gesellschaftlichen Fragen Stellung, fordern zum Beispiel einen wirksameren Umweltschutz."

Christoph Fellman verrät, dass das diesjährige Paleo Festival in Nyon die Creme de la Creme der "nouvelle scene francaise" wie zum Beispiel Yann Tiersen (mehr hier) oder Carla Bruni (mehr hier) zu bieten hat: "Die Musik von Benjamin Biolay, Keren Ann oder Coralie Clement klingt auffällig konservativ, und auch der Retro-Look wie der cinephile Zitatenschatz dieser Platten verweisen auf die sechziger und frühen siebziger Jahre, als König Gainsbourg Frankreich regierte und die Hardys und Birkins um sich scharte."

Weitere Artikel: Rainer Hoffmann meldet, dass das Plakatmuseum am Niederrhein endlich ein repräsentatives Domizil in Emmerich gefunden hat - bescheiden beansprucht es, die "besten Plakate am Ende des 20. Jahrhunderts" zu präsentieren. Samuel Herzog erinnert an den extravaganten Dandy und Maler James Abbott McNeill Whistler aus Anlass seines 100. Todestags.

Besprochen wird Jacques Dutronc neues Album "Madame L'Existence", das 25. Copenhagen Jazz-Festival und einige Bücher, darunter Assia Djebars "Frau ohne Begräbnis", die Lebensgeschichte einer algerischen Unabhängigkeitskämpferin (mehr dazu in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).

FAZ, 17.07.2003

Hingerissen hat Dietmar Polaczek die Aufführung von Giorgio Barberio Corsettis "Von Tieren, Menschen und Göttern" nach Ovids "Metamorphosen" in den antiken Steinbrüchen von Syrakus verfolgt: "Das Risiko ist hoch, wenn ein Ort mit soviel historischer Bedeutung aufgeladen ist wie die archäologische Zone der nach Thukydides 733 vor Christus gegründeten Stadt, die bald die mächtigste in ganz Sizilien wurde. Die Magie und Größe der Umgebung lässt Mittelmaß unbarmherzig zum Nichts schrumpfen. Corsetti hält stand, macht die Magie des Ortes zur Theatermagie und multipliziert sie." Die Götter hebt er ganz einfach in die Höhe: "Minerva/Athene (Agathe Olivier) tanzt auf dem Seil wie die hochmütige Arachne beim Webewettbewerb, dessen sich verschlingende Fäden als Gigantographie auf die Felswände projiziert wabern. Arachne erhängt sich hoch an der Felswand, die beleidigte Minerva verwandelt sie in eine Spinne. Arachne, der Schatten tatsächlich eine schwarze Spinne, beginnt ihre Fäden an den Wänden zu spinnen und verschwindet hoch oben in einer Nische."

Ingeborg Harms bewundert einen "postmodernen Nachfahr der Brüder Grimm", den deutschen Modedesigner Bernhard Willhelm, dessen Kleider gerade in der Ursula Blickle Stiftung in Kraichtal ausgestellt werden. Zu sehen sind steife Faltenröcke, mit "surfenden Affen bestickte Mäntel" oder mit Totenköpfen bedruckte Kinderschlafanzüge. "Nicht zuletzt die moderne Normierung durch körperbetonte Kleidung wird von Willhelms abstrakten Figurinenschnitten und ablenkenden Dekorereignissen in Frage gestellt. Dass er deutsche Mode mache, wie immer wieder zu lesen ist, entbehrt nicht der Ironie. In seinem Heimatland hätte er kaum eine Chance gehabt, denn er zerrt systematisch ans Licht, was unter die Wahrnehmungsschwelle seiner Landsleute fällt, all das, was uns läppisch erscheint oder rundheraus peinlich ist."

Weitere Artikel: Roland Reuß und Peter Staengle präsentieren zwei wiedergefundene Kleisthandschriften: das Gedicht "Auf die Rückkehr des Königs im Frühjahr 1809 (wenn ise statt gehabt hätte)" und eine Albumeintragung Kleists. Heinrich Wefing sucht nach Hinweisen für Arnold Schwarzeneggers Kandidatur zum kalifornischen Regierungschef. Jürg Altwegg gratuliert dem Philosophen Roger Garaudy zum Neunzigsten. Auf der Filmseite schreibt der Regisseur Nico Hofmann eine Hommage auf Götz George, der am Mittwoch 65 Jahre alt wird. Auf der letzten Seite liefert Margarete van Ess vom Deutschen Archäologischen Institut in Berlin eine "erste konkrete Bestandsaufnahme der Kulturzerstörung im gesamten Irak". Mark Siemons erzählt, dass die Urne mit Herbert Marcuses Asche von den USA nach Berlin auf den Dorotheenstädtischen Friedhof überführt wird. Und Dietmar Dath stellt die Studie "Slayer Slang" vor, die sprachliche Neuschöpfungen der Serie "Buffy, the Vampire Slayer" untersucht.

Auf der Medienseite berichtet Gina Thomas, dass die britische Regierung sich demnächst für die Irak-Berichterstattung der BBC rächen könnte: "wenn demnächst die Debatte über die 2006 fällige Erneuerung der Royal Charter beginnt, die den öffentlich-rechtlichen Status der Körperschaft begründet." Jörg Thomann ist unzufrieden mit Google News: "Fragwürdig ist der Nutzen einer Auflistung von hundert Artikeln zu einem Thema, von denen achtzig auf ein und demselben Agenturtext basieren." M.L. schließlich meldet den tödlichen "Unfall" des ukrainischen Reporters Wolodymyr Jefremow, der genauso gut ein Mord gewesen sein könnte.

Besprochen werden die Fotoausstellung "The American Scene 2000" im Berliner Martin-Gropius-Bau, Pepe Planitzers Film "Ein Schiff wird kommen", Margret Steefatts Biografie der Milena Jesenska und Durs Grünbeins Essayband "Warum schriftlos leben?" (siehe auch unsere Bücherschau heute ab 14 Uhr).