Magazinrundschau

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag Mittag

Warum nicht nach den Sternen greifen?

11.12.2007. In Outlook India fragt Priyamvada Gopal die Linke: Warum schweigt ihr, wenn Taslima Nasrin verfolgt wurde? In der New York Times fragt Ayaan Hirsi Ali die gemäßigten Muslime: Warum schweigt ihr, wenn 20-jährige Vergewaltigungsopfer ausgepeitscht werden? Im Espresso erklärt Umberto Eco dem Papst: Religion ist Kokain fürs Volk. In The New Republic fordert James Wolcott Blitz und Donner von der Literaturkritik. In Nepszabadsag erklärt Imre Kertesz atonale Prosa. Die Gazeta Wyborcza kommentiert den Niedergang des Stalinismus in Nordkorea. Der Spectator trinkt indischen Wein. Das du-Magazin reicht zum Abschied ein Alphabet des Verschwindens.

Die Metaphysik des Opfers

04.12.2007. Outlook India kürt Indien nach der Hetzjagd auf Talisma Nasrin zum humorlosesten Land der Welt. Der New Yorker staunt über unerreichbare Eitelkeit von Tagebuchschreibern. Im Nouvel Obs erklärt Garri Kasparow seine Guerillataktik gegen den Kreml. Europa warnt vor der gefährlichen Bestie des russischen Nationalismus. Der Merkur verteidigt die freie Gesellschaft. Nepszabadsag möchte das Übel der ungarischen Parteien an der Wurzel packen. Portfolio beschreibt, wie Gratis-Videos im Internet der Pornoindustrie zu schaffen machen. Der Economist versucht, den Erfolg einer Website zu messen - in Hits, Click-Throughs, Impressions und Anfragen. Il Foglio feiert ein italienisches Wunder: das Lyrikmagazin Poesia.

Software in chinesischen Köpfen

27.11.2007. In der Boston Review zeichnet Abbas Milani das ultimative Porträt Mahmud Achmadinedschads. Outlook India untersucht eine neue Männerbewegung gegen Ex-Ehefrauen. In Literaturen feiert Daniel Kehlmann die federnde Grammatik des Heinrich von Kleist. Nepszabadsag und Elet es Irodalom grübeln intensiv über die ungarische Krise. Der New Yorker trotzt einer Sauerei. Al Ahram staunt über islamisches Leben in New York. Im Nouvel Obs erklärt Anthony Giddens das europäische Sozialmodell für gescheitert. Der Spectator findet: ein Kretin gehört nicht ins Gefängnis, auch wenn er Bin Laden feiert. Die New York Times sucht Selbstmordattentäter in Marokkos Tetouan.

Miklos Tamas Gaspar: Für die Diktatur gibt es keine Entschuldigung

20.11.2007. In der Gazeta Wyborcza hält der Philosoph Michael Sandel nichts von weltanschaulicher Neutralität. In Bookforum widmet sich John Banville der Pulp-Literatur. Im Express aktualisiert Garri Kasparow die völlig veraltete Liste des Westens von russischen Oligarchen. Il Foglio sieht die Mitgift-Morde an Ehefrauen von Informatikern in Bangalore steigen. Outlook India erklärt, warum sich so viele Frauen im Londoner Vorort Southall vor den Zug werfen. In Elet es Irodalom macht sich der Philosoph Miklos Tamas Gaspar Gedanken über die posthume Wirkung der Securitate. Die New York Times untersucht den schlaf-industriellen Komplex.

Michael Wolff: Steve Jobs kontrolliert auch dich

13.11.2007. Für Vanity Fair steht Steve Jobs kurz vor dem Status eines "Der, dessen Name nicht genannt werden darf". Etwas mehr Zivilcourage wünscht sich der Soziologe Elemer Hankiss in Nepszabadsag von den ungarischen Journalisten. Il Foglio stellt den neuen Konkurrenzsender zu Al Dschasira vor. Commentary porträtiert einen begnadeten Musikkritiker, der keine Noten lesen konnte. In Elet et Irodalom stellt die in Siebenbürgen lebende Literaturwissenschaftlerin Eva Cs. Gyimesi einen neue transsilvanische Zeitschrift für Europa vor. Le Point erklärt Marcel Gauchet zum neuen Platon.

Burhan Ghalioun: Die Verschwörungstheorie ist unser Feind

06.11.2007. In der New York Review of Books blickt Sergei Kowaljow deprimiert auf das byzantinische System Putin. In al-Sharq al-Awsat erklärt der französisch-syrische Soziologe Burhan Ghalioun die Verschwörungstheorie zum Feind aller arabischen Länder. In der Gazeta Wyborcza erklärt der Philosoph Bronislaw Lagowski, warum die Linke im polnischen Volk nicht ankommt. In Le Point weist Philip Roth jeden Versuch, eine Erektion auf eine Trivialität zu reduzieren, entschieden zurück. Im New Statesman beschreibt Wole Soyinka die Manuskript-Illuminationen auf afrikanischen Lastwagen. Das TLS kritisiert selbstsüchtigen, antidemokratischen Kaffeekonsum. Im Economist wirft Gott eine Handgranate.

Volker Gerhardt: Die Romantik beginnt 1750

30.10.2007. Der New Yorker rekapituliert die Geschichte der Universalbibliothek und entdeckt viele viele Perlentaucher. Outlook India porträtiert den ersten indisch-amerikanischen Gouverneur in der Geschichte der USA. Der Merkur erklärt, wer die Zeche für die Franc-Zone bezahlt. Die Gazeta Wyborcza erinnert an den Untergrundverlag Nowa. In Nepszabadsag denkt der Dichter Akos Szilagyi über asymmetrische Kriege nach. Der Economist erklärt den Begriff "bewaffnete Sozialarbeit". In Le Point hält Peter Sloterdijk seinen Geigerzähler an den Reaktor französischen Irrsinns. Im New Statesman fragt der Dramatiker Kwame Kwei-Armah, warum schwarze britische Schauspieler in die USA gehen müssen, wenn sie eine Karriere wollen.

Norman Stone: Was hilft Armenien?

23.10.2007. Die New York Review of Books bezweifelt, dass der Islam eine an sich friedliche Religion ist. Przekroj befürchtet, der Kosovo könne die EU spalten. Im Spectator verbittet sich Norman Stone die Einmischung der Politik in die Geschäfte der Historiker. In Letras Libres nennt der Schriftsteller Gabriel Zaid die größten Irrtümer in den kulturellen Debatten auf. In der Gazeta Wyborcza plädiert die Philosophin Barbara Skarga für einen europäischen Patriotismus. In Le Point behauptet der Philosoph Rene Girard: Wir sind fast am Ende. Im TLS behauptet Martha Nussbaum, dass nicht alle Menschen gleich mies sind. In der Weltwoche behauptet Roger Schawinski, dass die Weltwoche so gut ist, weil die anderen Zeitungen so mittelmäßig sind.

Alex Ross: Das wohltemperierte Internet

16.10.2007. Der New Yorker stellt das wohltemperierte Internet vor. In Magyar Narancs sucht der Schriftsteller Richard Fekete im Internet den Kontakt zum Publikum, den die Zeitschriften meiden. Der Economist beobachtet Graswurzelorganisationen mittelalter Vorstädter im Netz. Der Spectator begutachtet ein chinesisches Gefängnis von innen. Reset.doc diskutiert Moscheenbau in Italien. Il Foglio kennt einen ganz dicken. In der Weltwoche erklärt der Agrarwissenschaftler Norman Borlaug den Reichen und Verwöhnten: es gibt kein Null-Risiko. In Salon.com diskutieren die zehn mächtigsten Frauen Hollywoods.

BHL Ich mag diese chauvinistische Linke nicht

09.10.2007. Wie kann man noch links sein, fragt Bernard-Henri Levy im Nouvel Obs. Trouw feuert die niederländische Integrationsdebatte an. Il Foglio stellt den einzigen Indianer vor, der Mussolini unterstützte. Die New York Review of Books feiert das beste Buch über Mozart. Elet es Irodalom feiert Magda Szabo. Im New Republic erklärt Steven Pinker den semantischen Unterschied zwischen Liebemachen und ficken. Der New Statesman sucht nach dem Erbe Che Guevaras. Die New York Times fürchtet das englische Verleumdungsrecht.