Magazinrundschau

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag Mittag

Kunstwerke sprechen als Individuen

09.03.2021. Die NYT versucht zu hören, was die in Amerika gelandeten Kunstschätze aus Afghanistan ihr sagen wollen. Tablet denkt über Bekenntniszwang und Meinungsfreiheit nach. The Atlantic würdigt großartige weibliche Kriegsreporter. Africa is a Country schildert die immer noch existierende Erbsklaverei in Mali. The Point entdeckt die Meteorologen Albert Camus und Adrien Proust. American Prospect schaudert vor den neuen global agierenden privaten Sicherheitsdiensten. Die LA Review of Books taucht ein ins Werk des ukrainisch-sowjetischen Dichter Mykola Baschan.

Ich vermisse die Zukunft

02.03.2021. Der New Yorker fragt: Was wird aus der Frauenbewegung in Afghanistan, wenn die Taliban übernehmen? In Elet es Irodalom schreibt Laszlo F. Földenyi einen Abschiedsbrief an die Universität für Theater- und Filmkünste in Budapest. Der Guardian porträtiert eine echte Superheldin: Frida Guerrera, die in Mexiko verschwundene Frauen aufspürt. Pitchfork hört futuristischen Pop aus dem Japan der 80er, als der Kapitalismus noch als positive Utopie erschien. Die New York Times erzählt, was die ultraorthodoxen Juden in Israel durch Corona lernten.

Eine Million Augen

23.02.2021. Der New Yorker recherchiert, warum die Covid-Sterberaten in den westlichen Industrieländern so viel höher sind als in Afrika und Asien. Auch autoritäre Staaten bekommen Covid nicht in den Griff, meint La vie des idees mit Verweis auf Polen. In Elet es Irodalom erklärt László Krasznahorkai, warum er beim Schreiben nichts von Punkten hält. Denik Referendum würdigt den letzte Woche verstorbenen Philosophen Jan Sokol. Das New York Magazine porträtiert die amerikanische Filmemacherin Chloé Zhao.

Transgressive Moves

16.02.2021. Die Hongkong Review lässt sich modisch von Mosambik beeinflussen. Die New York Times spürt dem kulturellen Einfluss Japans auf Frankreich nach. Africa is a Country erinnert sich wehmütig an die Hindi-Kinos im Ostafrika der 70er. The Internationalist fragt: Wer ist schwarz? New Frame blickt verstört auf den Fremdenhass in Südafrika. Die London Review erinnert an den Algerienkrieg.

Die Bandbreite unserer Akzente

09.02.2021. Alternative Wahrheiten? Das klingt sehr nach den Wissenschaften, meint der tschechische Soziologe Zdeněk Konopásek in Novinky. Belarus heute, das ist wie Prag 1968, meint Viktor Martinowitsch in Eurozine. Klimaschutz aus Eigennutz - warum nicht, meint das New York Magazine. Elet es Irodalom betrachtet das Denkmal der Mörder, das nicht zwischen Tätern und Opfern des Holocaust unterscheiden will. Trauma statt Transgression ist der neue Trend der Kunst, behauptet Liberties.

Die Unmittelbarkeit des Todes

02.02.2021. Der Rolling Stone erzählt am Beispiel eines Highways, wie viel und wie wenig gleichzeitig die USA mit ihrem Krieg in Afghanistan erreicht haben. Im New Statesman erklärt John Gray, warum eine Welt ohne Unglück und Zwietracht nur eine Dystopie sein kann. Die New York Review of Books würdigt die japanische Fotografie. Die Stadtstaaten am Golf sind heute noch echte Sklavengesellschaften, meint Aeon mit Blick auf die Wanderarbeiter dort. A2larm erinnert an die Pockenepidemie in Polen 1963. Die Äthiopier sollten einen kritischen Blick auf die Geschichte ihres Landes werfen, wünscht sich in der London Review die äthiopisch-amerikanische Schriftstellerin Maaza Mengiste.

Barriere gegen das Draußen

26.01.2021. GQ erzählt, wie der ruandische Kriegsverbrecher Félicien Kabuga jahrzehntelang der Justiz entkam. Im Merkur analysiert Christoph Möllers den Niedergang der SPD. Hlidacipes würdigt die deutsch-tschechischen Samstage für die Nachbarschaft. Eurozine erinnert an die Fotoschule Charkow, die den unperfekten sowjetischen Menschen zeigte. Wired erzählt, wie paramilitärische Waffenausbildung für Zivilisten in den USA zur Mode wurde. Die New York Times staunt über den neuen amerikanischen Wunsch zu verschwinden.

Der König ist schwanger

19.01.2021. Im Guardian schildert Gulbahar Haitiwaji die grauenvollen Umerziehungsmethoden in den chinesischen Lagern für die Uiguren, in denen sie selbst zwei Jahre zubrachte. Nature erzählt, wie wir unsere Körperformen finden. In 168 ora beschreibt der Schriftsteller Janos Hay den Wandel auf dem Land in Ungarn. Im Filmdienst sucht Till Kadritzke nach dem Begehr eines Films. Im New York Magazine wirft der Schriftsteller Nicholson Baker einen gründlichen Blick in die Labore für Virologie auf der Welt.

Mit dem Chor der Waliser Minenarbeiter

12.01.2021. In Lapham's Quarterly erzählt Sisonke Msimang vom Zulu-Gangster Nongoloza und den Nineviten, die auch Teil des Freiheitskampfes in Südafrika waren. In 168 ora denkt die Regisseurin Eszter Csákányi über Corona als Generationenerfahrung nach. Die LRB feiert Georgias Stacey Abrams als Politikerin der Stunde. Simon Reynolds hört in Pitchfork Virginia Astleys pastoral-bukolische Musik von 1983 und denkt an Thatcher. Der New Yorker erklärt die Vorteile der Genschere Crispr.

Flieg erst mal los

05.01.2021. The Atlantic liest Yang Jishengs Geschichte der chinesischen Revolution. Grubstreet sucht vergeblich eine Bucatini-Nudel in den USA. Der New Yorker stellt die neue Newsletter-Abo-Plattform Substack vor. In der London Review klärt Perry Anderson über die faschistischen Ursprünge der ersten Mitglieder des EuGH auf. En attendant Nadeau bewundert den ungarischen Autor und investigativen Journalisten Arpád Soltész. Quillette studiert die Neue Rechte in den USA.