Magazinrundschau

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag Mittag

Direkt an die chinesische Polizei

01.06.2021. Osteuropa erinnert an die zehntausenden Belarussen, die immer noch fürchten müssen, wegen einer Demonstration in einem Straflager zu landen. Die Public Domain Review erinnert an das Massaker von Tulsa. Der Philosoph Jens Soentgen erkundet für den Merkur das Braunkohlerevier von Hambach. Tablet beschreibt den Streit in Frankreich um den Islamismus als Streit zwischen Gilles Kepel und Olivier Roy. Fast Company erinnert an Lois Lew, die als vielleicht einziger Mensch der Welt in Echtzeit die chinesische Schreibmaschine von IMB beherrschte. Der New Yorker schickt eine Reportage über den Kobaltabbau im Kongo.

Die ganz normale Hölle des Daseins

18.05.2021. Rest of World schildert am Beispiel burmesischer Blogger, wie das zarte Pflänzchen der Demokratie in Myanmar zertreten wird. HVG würdigt das architektonische Erbe des Realsozialismus. Die LRB ist froh, dass wenigstens ein britischer Verlag Blake Baileys Philip-Roth-Biografie veröffentlicht. In Global Voices fragt Ai Weiwei, welche Geheimnisse die chinesische KP hat. NeoText erinnert an die farbenprächtigen Cover des Science-Fiction-Illustrators Paul Lehr. Tehelka berichtet über 'Hexenjagden' in Indien.

Durch die Linse der Troubles

11.05.2021. Africa is a Country würdigt die äthiopischen Filmemacherinnen. Lidove noviny feiert die surrealistische Malerin Toyen. Der New Yorker begibt sich mit Tim Harper in den asiatischen Underground des 20. Jahrhunderts. La vie des idees nimmt die französischen Funktionseliten aufs Korn, die mit ihrer Gehorsamskultur in Ruanda so kläglich versagt haben. In der London Review blickt der Historiker Colin Kidd zurück auf die Troubles. In Unherd malt sich der Dichter Colm Toibin ein Irland aus, das nie geteilt wurde.

Eine Frage der Kaste

04.05.2021. Himal staunt, wie sehr die Bauernproteste die klassen- und kastenbezogenen Gegensätze in Indien im Kleinen widerspiegeln. Die London Review erklärt, warum gerade linke arabische Intellektuelle zu den schärfsten Kritikern von Edward Said gehörten. Quillette erklärt, warum James Baldwin mit seiner Ablehnung des Protestromans richtig lag, auch wenn er seine Haltung später änderte. A2larm porträtiert den Roma-Rapper Gipsy.cz, der in seiner Autobiografie am Mythos vom familiären Zusammenhalt in Romafamilien kratzt. Der New Yorker benennt das Haupthindernis für die Unabhängigkeit Schottlands.

Lass dir Zeit, UN

27.04.2021. Die Burmesen fühlen sich von der Welt verlassen, warnt Atlantic. In Südafrika ist der Klassenkampf in der Schwebe, diagnostiziert Africa is a Country, angesichts der maroden ANC-Politik. Bellingcat und Osteuropa erklären den Hintergrund der Ausweisung russischer Diplomaten durch Tschechien, die mit der Explosion für die Ukraine bestimmter Munition eines bulgarischen Waffenhändlers zusammenhängt. Der Guardian überlegt, wie man Whiteness abschaffen kann. Pitchfork hört den 'climate grief' in klassischer Musik.

Speziell Metzger, Pilzsammler und Gärtner

20.04.2021. Walrus erklärt, warum Immigration in Kanada weitgehendst akzeptiert ist. In der London Review erklärt John Lanchester die Magie der internationalen Finanzwirtschaft am Beispiel der Entstehung eines Öltankers. Der New Yorker überlegt, wieviel Geld Nordkoreas Hacker ihrem Staat einbringen. Respekt fragt sich, wie groß der Einfluss Russlands in Tschechien wirklich ist. Buzzfeed erzählt, wie die indische Regierung die sozialen Medien zur Überwachung, Zensur und Gängelung der eigenen Bevölkerung nutzt. Himal erklärt, wie in Indien die Meritokratie vom Kastenwesen profitiert.

Eine Art Pirat

13.04.2021. In Krytyka erklärt der ukrainische Autor Mykola Riabchuk, warum er immer noch in Europa lebt und nicht in Eurasien, wie es die EU gern hättte. Le Monde diplo berichtet von den cinq coléreuses, den fünf wütenden Tagen einer Jugendrevolte im Senegal. Tablet betrachtet die illustren Gäste aus dem Nahen und Fernen Osten, die 1943 ein Außenlager des KZ-Sachsenhausen besichtigten. En attendant Nadeau liest die Briefe des syrischen Oppositionellen Yassin Al Haj Saleh an seine Frau. In epd film skizziert Georg Seeßlen ein neues Kino nach Corona.

Nicht verwirklichte Zukunft

30.03.2021. Die London Review vermisst den Herkules unter den Vögeln, der der Fressgier der Menschen zum Opfer fiel. Africa is a country schildert den Rassismus in Tunesien. Intelligenz wird oft als Arroganz ausgelegt, bedauert Tim Parks im New Statesman mit Blick auf Matteo Renzi. A2larm erinnert sich an das tragische Pathos der Chansonsängerin Hana Hegerová. Wired birgt dank Deep Learning einen Audioschatz.

Mehr Poesie als Logik

23.03.2021. In Atlantic suchen Anne Applebaum und Peter Pomerantsev das Internet der Zukunft. Im New Statesman erwärmt sich John Gray für den Humor Derridas. Himal schildert die verzweifelte Lage vergewaltigter Frauen in Indien. Osteuropa verzweifelt an der Trägheit der russischen Bevölkerung. Bloomberg erzählt, wie man sich über beflockte Nasopharyngealtupfer zerstreiten kann. Harper's sucht die klassischen Gauner unter den Tieren. Das New York Magazine überlegt, warum der Westen so versagt hat in der Coronabekämpfung.

Leute stehen einfach auf extreme Dinge

16.03.2021. Bloomberg sieht das indische Kastensystem Einzug halten in amerikanische IT-Konzerne. Quietus zieht die Klänge der Venus denen des Mars vor. Die LRB porträtiert den sozialistisch-neoliberalen Traum, der Singapur ist. La vie des idees und Eurozine betrachten die Finessen russischer Unterdrückungspolitik. Die Technology Review erklärt, warum Facebooks nur mit Fake News weiter wachsen kann. Der New Yorker verzeichnet einen wachsenden Trend zu Polyamorie wie Polygamie.