Magazinrundschau

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag Mittag

Denken in Bildern

28.04.2015. Warum gewinnen schwule Männer den Kampf für die gleichgeschlechtliche Ehe, während Frauen die Kampf um das Recht auf Abtreibung verlieren, fragt The Nation. Im Guardian erzählt Orhan Pamuk, wie die Arbeiten von Anselm Kiefer ihn lehrten, dass er kein Künstler war. In Telerama erklärt der Historiker Jean-Claude Caron, warum heute niemand mehr auf die Barrikaden geht. The New Republic stellt die Black Ducks vor, arabische Atheisten. Bloomsberg macht eine Kreuzfahrt mit Chinesen. In Hospodarske noviny erinnert sich Kim Novak an Hitchcock. Die New York Times verfolgt die Wege der Ratten in New York.

Is it possible? It's Günter Grass!

21.04.2015. Der Völkermord an den Armeniern war eben das: ein Völkermord, notiert die Financial Times. Auch Israel sollte das als Tatsache anerkennen, meint Tablet. Die NYRB erzählt, wie ukrainische Oligarchen die Ostukraine unterstützen. In Eurozine warnt Mykola Riabchuk vor einem neuen Totalitarismus in der Ukraine. In der LRB fragt sich Christopher Clark, wer Kaiser Wilhelm II. ganz ernst nahm. La Vie des idees fordert mehr künstlerischen Patriotismus. Pitchfork sucht den Wert der Musik. Und Aeon fragt: Warum explodieren unsere Gehirne nicht, wenn wir Filme sehen?

Herrenpassion

14.04.2015. Der Guardian analysiert die psychologische Kriegsführung Putins. Dichten sollte sich nicht nur die Mittelschicht leisten können, fordert die Lyrikerin Virág Erdős in Nepszabadsag. Der New Yorker erklärt, warum die erste Marsreise an einem Glas Nutella scheitern könnte. Le Monde diplomatique beschreibt die rücksichtslose Ausbeutung Russlands durch seine korrupte Elite. In Ceska pozice erklärt Filmemacher Štěpán Altrichter, warum gute Filme selten von satten Regisseuren gedreht werden. The Chronicle erklärt, warum Frauen demnächst die Welt regieren. In Medium erinnert sich Colin Robinson, wie er in den 70ern verbotene Bücher nach Tschechien schmuggelte. Al Ahram wird warm ums Herz mit Don Quichotte.

Das Athen des Westens

07.04.2015. Die New York Review of Books schickt Joseph Mitchell zur Hölle für seine giftige Mischung aus Fakten und Fiktionen. Vanity Fair porträtiert die Zarnajew-Verteidigerin Judy Clarke. NPR entdeckt das Innenleben afro-amerikanischer Männer. Zehn mal mehr Milliardäre macht zehn mal mehr teure Kunst, schlussfolgert La vie des idees. Quarterly Conversation untersucht die neue Frivolität Antal Szerbs. Wired erklärt, wie teuer billige chinesische Waren in Wirklichkeit sind.

Hand aufs Knie

31.03.2015. In Eurozine denkt der Philosoph Alberto Toscano über Fanatiker nach. Der New Yorker porträtiert den Großen Vorsitzenden Xi Jinping. Vice erklärt, warum die Ugander heute über Gewalt lachen können. Telerama erinnert an das Schweigen über die Schoah in Israel. Im Guardian erklärt Will Self seine Liebe zu Wolkenkratzern. Wired beschreibt den Kampf um Sand. Die LRB versenkt sich in die Akten des MI5 über Eric Hobsbawm. New Criterion lehrt Griechisch in Malawi. Die NYT besucht die britische Künstlerin Sarah Lucas.

In der peripheren Pfütze

24.03.2015. Al Ahram stellt erste Pläne für die neue Hauptstadt Ägyptens vor. Im Guardian ahnt David Graeber, warum wir immer noch arbeiten müssen: Um die verdammten Hippies unter Kontrolle zu halten. In Ceska pozice erklärt der der tschechische Philosoph Václav Bělohradský, warum man mit Populisten reden muss. Im Espresso stellt Roberto Saviano den salvadorianischen Autor Oscar Martinez vor. Der Rolling Stone schickt eine Reportage aus dem Irak, Longreads fährt durch Spitzbergen und Guernica erzählt vom Leben einer berufstätigen Frau in Teheran.

Am Abend vor dem Morgenstress

17.03.2015. London ist Hauptstadt des Kunstlieds! In der NYRB feiert Tenor Ian Bostridge eine dreibändige britische Enzyklopädie der Schubert-Lieder. In Eurozine erklärt Mykola Rjabtschuk, warum Russland an der orthodox-slawischen "Ummah" hängt. Der New Yorker besucht die Hauptstadt der plastischen Chirurgie. Die LRB skizziert den Preis, den Russland für die Destabilisierung der Ukraine zahlt. In Telerama versucht der Historiker Pierre-Jean Luizard, den Erfolg des IS zu verstehen. Der Guardian entdeckt Brecht für die Bourgeoisie. In der New York Times erklärt Karl Ove Knausgård, wie er in Schweden und Amerika seine norwegische Identität begriff.

In komfortabler Nostalgie

10.03.2015. Die größten Fiktionen werden heute von Unternehmen erzählt, nicht von Schriftstellern, behauptet Tom McCarthy im Guardian. In Telerama fordert der Mittelalter-Historiker Patrick Boucheron, sich in der Kritik der republikanischen Werte zu üben. Respublica analysiert den polnischen Streit um den oscarprämierten Film "Ida". Tablet besichtigt die "israelfreie Zone" Bradford in Britannien. Die NYT erklärt die Vorzüge von junk DNA.

Die Pathosfloskeln des Kulturgutschutzes

03.03.2015. The Nation sucht die Grundidee der Filme Godards. Der New Yorker guckt seinem persönlichen chinesischen Zensor bei der Arbeit zu. Im Merkur hat Walter Grasskamp nichts gegen den Verkauf von ein paar Warhols. Die LRB winkt 47 Prozent aller Jobs leise Adieu. El Pais Semanal analysiert die rechten Politiker mit der linken Dialektik in Lateinamerika. Wired schildert den Informationsaufstand in Nordkorea. Ceska pozice stellt den Orientalisten Alois Musil vor, der schon vor siebzig Jahren den Dialog der Religionen pflegte. Die New York Times schickt Karl Ove Knausgaard durch die USA.

Der Teufel wartet immer

24.02.2015. Die NYRB denkt darüber nach, wie sich in Frankreich die republikanische Idee auch gegenüber strenggläubigen Muslimen durchsetzen lässt. Atlantic möchte lieber die Salafisten stärken, bevor ihre Anhänger zum IS überlaufen. In Telerama plädiert der Rapper Abd Al Malik dafür, verstärkt den Spiritualismus des Islam lehren. In Italien ist es auch nicht leicht, den Säkularismus durchzusetzen, erzählt MicroMega. National Geographic appelliert, unser rationales Hirn wenigstens beim Impfen einzusetzen. Das Internet ist nicht nur gut für Sex-Addicts, sondern auch für Asexuelle, lernt Wired.