Magazinrundschau

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag Mittag

Die Magazinrundschau

10.01.2006. In Clarin schildert John Berger die stumme Botschaft israelischer Siedlungen in Palästina. Im Guardian will Pankaj Mishra nichts mehr hören von Schriftstellern in Hotels. Im Nouvel Obs spricht Michel Rocard als wohl einziger Franzose schlecht über Mitterand. Magyar Hirlap ärgert sich über ein Online-Spiel zum ungarischen Aufstand von 1956. Folio macht Statistik lebendig. Outlook India beschreibt den neuesten Schrei von Fitness mit Weisheits-Aura. Der New Yorker hat 2005 wenigstens einen guten Film gesehen: Fatih Akins "Gegen die Wand". Und die New York Times untersucht "the hottest thing on earth" - die Maler der Leipziger Schule.

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03.01.2006. In Granta beobachtet Lindsey Hilsum den Einzug der Chinesen nach Afrika. Al Ahram beschreibt den Kulturschock über den Wahlerfolg der Muslimbrüder. Im Espresso warnt Umberto Eco vor einem Exzess der Veränderung. Das ungarische ES-Magazin begleitet den Schriftsteller Miklos Meszöly im Geiste durch Triest. Der New Yorker findet Woody Allens "Match Point" leicht deprimierend. Im Spiegel sieht Karl Schlögel Europa im Osten neu erstehen. Das New York Times Magazine porträtiert Julia Timoschenko.

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27.12.2005. In Prospect begrüßt Robert Skidelsky Veteranen der Volksarmee im Salon der alten Familienvilla in der Mandschurei. Der Merkur beobachtet zufrieden, wie Aktionäre heute Topmanager aus dem Amt jagen. In der New York Review of Books durchlebt Ian Buruma den Kampf Louis gegen Schmeling. In Magyar Hirlap erzählt Peter Nadas, wie es ist, eine Frau zu sein. Literaturen erforscht das Verhältnis von Schriftstellerpaaren. In Le Point erzählt Alain Robbe-Grillet wie ihn Gott in der Badewanne besuchte. Der Economist weiß, warum Japaner so vernarrt sind in Roboter. In der Gazeta Wyborcza entdeckt Maciej Zaremba ein neues Gespenst in Europa.

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20.12.2005. In der Lettre streift Iain Sinclair durch die Londoner City. In der Kommune macht sich Karol Sauerland einen Reim auf die polnische Politik. Nepszabadsag beäugt ein ganz neues Phänomen in Ungarn: Schriftstellerinnen. Im Nouvel Obs debattieren Regis Debray und Marcel Gauchet über die Republik als Konkurrenz zur Religion. Die Weltwoche hat Gott im Schläfenlappen gefunden. Im Guardian stellt Harold Bloom den literarischen Stellvertreter Amerikas vor. In der Gazeta Wyborcza analysiert Kinga Dunin die Bedeutung schwul-lesbischer Literatur für Polen. Im New York Times Magazine stellt Pankaj Mishra einige Tibeter vor, die partout nicht erleuchtet werden wollen.

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13.12.2005. In Al-Ahram wirft Gamal Nkrumah den Franzosen vor, sich auf Kosten Afrikas zu bereichern. Der New Yorker fürchtet um die Zukunft der New York Times. Im Nouvel Obs will sich der Historiker Marc Ferro die Moral der Geschichte nicht vorschreiben lassen. The Nation beschreibt Folter mit Metallica. Der Spectator lauscht den Sorgen superreicher Kunstsammler. In der Gazeta Wyborcza streitet der Theaterregisseur Piotr Tomaszuk für sein Recht, Jesus mit Bart und nackten Brüsten ans Kreuz zu nageln. In Elet es Irodalom warnt Peter György vor dem Infotainment. Und im TLS feiert George Steiner Karl Kraus.

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06.12.2005. Die Franzosen streiten weiter über die Intellektuellen: Ist Alain Finkielkraut ein Ikonoklast? Oder doch eher ein Neo-Reac?, fragen Le Point und der Nouvel Obs. Pascal Bruckner findet im Obs jedenfalls, dass Finkielkraut mit seinen Äußerungen zu den französischen Jugendunruhen einen Nerv getroffen hat. Der Spectator sieht Al Dschasira immer mehr als Teil des Establishments, die Nation dagegen als journalistisches Vorbild. Die New York Review of Books untersucht die Funktionstüchtigkeit amerikanischer Medien. Outlook India protestiert gegen die Fatwa-Epidemie in Indien. Der New Yorker zeichnet die Ausbildungsjahre Osama bin Ladens nach. Und Ozon fragt, ob Volker Schlöndorff wirklich die Geschichte der Solidarnosc verfilmen kann.

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29.11.2005. Im New Yorker stellt Seymour Hersh die amerikanische Spezialeinheit in Syrien vor. Im Merkur spottet Wolfgang Kemp über die Unesco. Die Weltwoche besucht Ilse Aichinger. Der Spiegel besucht Giuliano Ferrara, Chef der spannendsten Zeitung Italiens. Der Economist wundert sich über die Männlichkeitskriterien amerikanischer Eliteuniversitäten. Der Spectator will für die Pressefreiheit ins Gefängnis. Outlook India untersucht die Mama-Industrie. Monotheismus ist in Wahrheit Atheismus, verkündet Jean-Luc Nancy in Literaturen. Le Point staunt über die neuen Ikonoklasten in Frankreich. Paul Berman in The New Republic auch: Er sieht in Frankreich das neue Zentrum des Anti-Antiamerikanismus. Das ungarische ES-Magazin warnt vor Berliner Schulen. In der New York Times besteht Harold Bloom auf dem Unterschied zwischen Jesus und Jesus Christus.

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22.11.2005. Die New York Review of Books besucht die radikale Religionsschule Haqqania in Pakistan. In Outlook India erinnert sich der Künstler Rajeev Sethi, wie Indira Gandhi ihm die beste Korrektur für schlechtes Design empfahl. Im Express streiten Caroline Fourest und Francois Burgat über islamischen Feminismus. In der chilenischen Revista de Libros beklagt Rafael Gumucio den verheerenden Einfluss von Nabokov und Borges. Im Guardian kritisieren Schriftsteller das geplante Blasphemieverbot in Großbritannien. Im ungarischen Heti Vilaggazdasag warnt Janos Ladanyi vor den Folgen der Armut bei den Roma. In der New York Times singt Jonathan Lethem ein Loblied auf Italo Calvino. Der Espresso freut sich über den neuen Pirelli-Kalender.

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15.11.2005. Auch in den Magazinen geht es vor allem um Frankreich. Der Spectator vermutet hinter den Aufständen eine islamische Verschwörung. Die Weltwoche und Le Point sehen dagegen nichts als infantile Selbstzerstörung. Der New Yorker hält in Sachen Integration das amerikanische Modell für das erfolgreichste. In Foreign Policy erklärt Lawrence Lessig, warum er keine Europäer in der Icann will. Im TLS erzählt die Pianistin Angela Hewitt, wo man die besten Flügel kauft. Die New York Times will keine Preise mehr an Schriftsteller vergeben.

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08.11.2005. Das ES-Magazin feiert einen Jahrhundertroman: Peter Nadas' "Parallele Geschichten". Im Spiegel sieht Hans Magnus Enzensberger in den Islamisten radikale Verlierer, wie es auch die Nationalsozialisten waren. Der New Yorker fragt, ob die CIA ihre Gefangenen im Ausland legal töten kann. Polen wird immer noch durch die Grenze von 1918 geteilt, stellt Polityka angesichts der Präsidentschaftswahlen fest. Verhindert die fehlende Aufarbeitung der französischen Kolonialgeschichte eine Integration der Einwanderer?, fragt Le Nouvel Observateur. George Bush benimmt sich wie ein Kommunist, bemerkt der Spectator. Religiöse Autoritäten in Ägypten verhindern das Erscheinen eines Buches über den Wahabismus, meldet Al Ahram. Jane Austens "Stolz und Vorurteil" ist die Fruchtfliege der literarischen Darwinisten, weiß das New York Times Magazine.