Heute in den Feuilletons

Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
24.07.2004. Außer der FAZ finden eigentlich alle Zeitungen den neuen Walser gut. In der Welt befürwortet Leon de Winter den Irak-Krieg immer noch. Der Tagesspiegel interviewt Nike Wagner zu Schlingensief. Auch die SZ stimmt uns ausführlich auf Salzburg und Bayreuth ein.

Welt, 24.07.2004

"War es vielleicht doch falsch, George W. Bush wegen des Irak-Krieges zu verteidigen?" Leon de Winter (mehr hierliest sicherheitshalber noch mal seine älteren Debattenbeiträge, die den Krieg befürworteten, um sich selbst zu antworten: "Lassen Sie sich nicht irremachen von den Bush-Bashers. Auch im Irak wollen Menschen Freiheit. Auch im Irak wollen Menschen ihre wahnsinnigen Tyrannen nur in James-Bond-Filmen sehen, um sie auszulachen."

Tilman Krause meint in seiner Kritik von "Der Augenblick der Liebe", dass dieser Roman "in erzählerischer, in sprachlicher Hinsicht zu den Höhepunkten Walser'scher Prosa zu zählen ist", auch wenn ihm die Anspielungen auf frühere Debatten auf die Nerven fallen. "Fürs Abgründige und Ausgepichte, für Anspielungsreichtum und Deutungsamplitude brauchen wir eben einstweilen doch noch die Alten. Egal ob als würdige oder als unwürdige Greise. So sieht es aus in good old Germany."

TAZ, 24.07.2004

Gerrit Bartels attestiert dem neuen Walser viel Gutes und Schönes: "Und wie souverän, nüchtern und manchmal rabiat weiß Walser auch sonst die Zürnsche Liebes- und Lebensproblematik aufzuzäumen! Hier die Beziehung zwischen dem 'Durchschnittsmenschen' und 'Immerschonidioten' Zürn, der allerdings mit beneidenswert viel Selbsterkenntnis und Reflexionsvermögen ausgestattet ist, und seiner Ehefrau Anna; ihr beider oft wortloses, jahrelang eingeübtes Eingespieltsein; ihr Aufeinanderangewiesensein; ihre Augenblicke der Liebe in der Ehehölle. Und dort die Beziehung zwischen dem immer wieder entflammbaren 'Terrassenmenschen' Zürn und Beate Gutbrod, deren spätes körperliches und durchaus befriedigendes Zusammenkommen gleichzeitig der Beginn ihres 'Auseinanderkommens' ist, wie das dritte Kapitel schon in der Überschrift raunt."

Christoph Twickel berichtet von der blühenden Reggae-Szene in Panama und stellt einige ihrer Protagonisten vor: "'Mein Vater und seine Cousins spielen bis heute in einer Calypso-Band', erzählt Ernesto Brown, der Mitte der Achtziger als 14-Jähriger mit 'Nes y Los Sensacionales'eine der ersten panamesischen Reggae-Crews gründete. 'Das war etwas, was mich während meiner Jugend immer begleitet hat.'Was ihn noch begleitete, waren Drogen- und Alkoholprobleme, eine Anklage wegen Vergewaltigung und schließlich - während einer Messe in Colons berüchtigter Strafanstalt 'Nueva Esperanza'- das christliche Erweckungserlebnis."

Außerdem: Über das Theaterfestival in Avignon informiert Jürgen Berger. Dort wurden der "assoziierte Künstler" und Schaubühnen-Chef Thomas Ostermeier und sein Schauspiel-Star Anne Tismer teils frenetisch gefeiert. Unterm Strich aus Bayreuth über Schlingensiefs "Parsifal": "Wolfgang Wagner soll von der Inszenierung ganz angetan sein." Rudolf Walther kann das Gejammer um die Rechtschreibreform nicht mehr hören.

In der zweiten taz fasst Jörg Schallenberg das wenig erbauliche Schauspiel um die skandal- und prozessumrankten Kinder von Franz Josef Strauß bündig zusammen. Sabine Stamer trägt der verstorbenen Inge Meysel jetzt, wo es zu spät ist, die Liebe der Linken hinterher.

Die Soziologin Natalia Hantke berichtet im taz mag über ihre Feldforschungs-Erfahrungen in Oranienburg: "'Und was arbeitet ihr?', fragte ich. 'Arbeitslos, arbeitslos, arbeitslos, arbeitslos ?' Der Nette zeigte mit den Finger auf jeden der am Tisch Sitzenden. 'Wir sind alle arbeitslos.' - 'Gibt es keine Arbeit für euch?' - 'Hier gibt es für keinen Arbeit!' - 'Und was macht man in der Freizeit so?' Das Gespräch schien sich langsam zu stabilisieren. Also glaubten sie mir - das war schon mal was. Man würde uns heute wahrscheinlich nicht mehr verprügeln! 'Am Dienstag kommen wir hierher - alles halber Preis!' - 'Aha, und was noch?' - 'Am Samstag fahren wir hier in der Nähe in eine Disko - dann gibt es noch ein Schwimmbad, da kann man auch bowlen.'- 'Aha.' - 'Das wärs'." Jutta Heess' Reportage informiert darüber, wie schwierig es für Erwachsene ist, schwimmen zu lernen.

Besprechungen: Unter anderem Rezensionen zu neuen israelischen Romanen, nicht mehr so neuen Kriminalromanen, Axel Hackes Deutschlandbuch und Bruno Mansers "Tagebücher aus dem Regenwald". (Mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr.)

Und Tom.

FAZ, 24.07.2004

Richard Kämmerlings findet es nicht gut, dass der einstige Hausgott dieser Zeitung Martin Walser in seinem neuen Roman nochmal auf die Debatten über die Paulskirchenrede und seinen letzten Roman "Tod eines Kritikers" anspielt: "Warum macht Walser das? Warum verzichtet er nicht auf diese - schwache und oberflächliche - Analogie, die er für seinen Plot gar nicht braucht?... Auch Walser muss klar sein, dass die Situation des liebeskranken Zürn, der seine Befreiung aus den Fesseln der Ehe feiert und das schlechte Gewissen gegenüber seiner Frau rationalisiert, nichts mit der des engagierten Intellektuellen zu tun hat, der an symbolischem Ort eine öffentliche Rede über den Umgang mit dem Holocaust hält." Und Kämmerlings schließt: "So ist sein Buch kein Skandal - zum Glück, denn wer will schon Skandalbücher lesen -, sondern nur eine Enttäuschung."

Deutsche Manager muss man nicht ihrer Habgier wegen kritisieren, sondern wegen ihrer Irrationalität, meint Jürgen Kaube. "... man kann doch von Personal, das ernsthaft denkt, es selbst bestimme höchsteigen wahlweise den Gewinn, den Umsatz, die Umsatzrendite, den Cash Flow, den Börsenkurs oder am besten gleich die ganze Existenz der Organisation, der zu dienen es einmal bestellt wurde, und sei an alledem darum zu beteiligen, man kann doch von solchem Personal nicht viel anders denken als von Leuten, die sich zutrauen, mit Pendeln Lottozahlen bestimmen oder die kleine Nadeln in die Modelle von Nahestehenden stecken."

Neue Themen: Niklas Maak stellt zwei der "interessantesten Vorstädtebauprojekte Frankreichs" vor, die man zur Zeit auch in der Ausstellung "Arc en reve" in Bordeaux betrachten kann. Jordan Mejias wirft einen Blick in amerikanische Zeitschriften, die sich mit dem Wahlkampf beschäftigen.

Alte Themen: Andreas Rossmann beklagt noch einmal die Selbstgefälligkeit der Kölner im Ungang mit ihrem Dom und der Unesco. Martin Kämpchen berichtet, dass der viktorianische Bahnhof von Bombay zum Weltkulturerbe ernannt wurde. Henning Ritter erzählt, wie Braunschweigs Kunst- und Naturalienkabinett dem Kunstmuseum weichen musste. Und Michael Siebler beschreibt ausführlich neue Rekonstruktionsversuche des Markttors von Milet im Berliner Pergamonmuseum. Felicitas von Lovenberg nennt Emily Dickinsons "Dichtungen" ihr Lieblingsbuch.

Jörg Altwegg schreibt zum Tod des Chansonniers Sacha Distel. G.R.K. schreibt zum Tod des Filmkomponisten Jerry Goldsmith. Andreas Platthaus schreibt zum Tod des Journalisten Bodo Hauser. Gemeldet wird außerdem der Tod Serge Reggianis.

Besprochen werden die Ausstellung "Malerei" im Karlsruher Museum für Neue Kunst, eine Ausstellung der Fotogramme von Flores M. Neusüss im Georg-Kolbe-Museum Berlin und Bücher, darunter Martin Walsers neuer Roman "Der Augenblick der Liebe" ("kein Skandal ..., sondern nur eine Enttäuschung", findet Richard Kämmerlings. Mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr.)

Auf der Schallplatten- und Phonoseite geht's um neue CDs von The Hives, Everlast und Lüül, Opern von Scarlatti, John Coriglianos zweite Symphonie für Streichorchester und eine Einspielung der Klavierkonzerte Nr. 1 und 2 von Rachmaninow mit Krystian Zimerman, Seiji Ozawa und dem Boston Symphony Orchestra: "Man muss nur wenige Minuten der Aufnahme hören, um zu spüren, dass hier ein Komponist ernst genommen wird, der immer noch völlig unverdient im Ruch eines Salonlöwen steht", schreibt eine begeisterte Julia Spinola.

In der Frankfurter Anthologie stellt Ludwig Harig ein Gedicht von Clemens Brentano vor:

"Abendständchen

Fabiola
Hör, es klagt die Flöte wieder,
Und die kühlen Brunnen rauschen.

Piast
Golden wehn die Töne nieder,
Stille, stille, laß uns lauschen!

Fabiola
Holdes Bitten, mild Verlangen,
Wie es süß zum Herzen spricht!

Piast
Durch die Nacht, die mich umfangen,
Blickt zu mir der Töne Licht."

Anzeige

FR, 24.07.2004

Im Grünwalder Stadion in München, der einstigen Spielstätte von 1860, gibt Josef Bierbichler den Karl Valentin, mit manchem Drum und Dran. Marion Ammicht war dabei: "Da muss schon einer vom Schlage Bierbichlers her, um diesen Raum zu bespielen. Ganz allein ist er jedoch nicht. Starreporter Günther Koch heizt ein und schickt noch vier Musiker rund um Heimspiel-Komponist Sebastian Hess auf die kleine Ersatzspielfeldbühne vor den Zuschauerrängen. Droben auf der Tribüne lärmt ein kleiner Trupp Sechzger-Fans, drunten im Graben sägen Bauarbeiter als Overtüre einen riesigen Holzlöffel aus einem Stamm, den Karl am Ende seines Auferstehungsversuch dann noch einmal abgeben wird."

Außerdem: Der Historiker Wolfgang J. Mommsen (mehr) porträtiert Kaiser Wilhelm II. und informiert dabei auch über den neueren Stand der Forschung. Daniel Kothenschulte schreibt den Nachruf auf den Filmkomponisten Jerry Goldsmith. Ulrich Clewing stellt das ambitionierte Projekt zur Umgestaltung der Museumsinsel in Berlin vor, dessen Vollendung noch einige Zeit auf sich warten lässt. Rudolf Walther gratuliert der sozialdemokratischen Theoriezeitschrift Neue Gesellschaft zum Fünfzigsten. In Times Mager erzählt Peter Michalzik vom mehr als schwierigen Verhältnis zwischen Christoph Schlingensief und seinem Parsifal-Sänger Endrik Wottrich und macht aus seinen Sympathien für den Regisseur keinen Hehl.

Besprochen wird der bisher nur auf französisch erschienene Briefwechsel zwischen Simone de Beauvoir und ihrem Geliebten Jacques-Laurent Bost.

NZZ, 24.07.2004

Andrea Köhler hat - im Gegensazu zu einigen ihrer Kollegen - ein schönes, "komisches, trauriges, rabiates" Buch gelesen: Martin Walsers "Augenblick der Liebe", an dem "die Indienstnahme von La Mettries Gewissensdiskurs das Unerheblichste" sei: "Der Augenblick der Liebe spielt sich ab zwischen holdem Blödsinn und dramatischem Gefühlstrara, zwischen Leid und Lächerlichkeit. Erzählt wird aus der Perspektive Gottlieb Zürns, wobei der Blickwinkel Beates in Kapitel zwei ein Gastspiel gibt, das klingt, als kolportiere Gottlieb, was in Beates Kopf vorgeht. Das ergibt ein zeitverschobenes Duett, das in etwas Drittem mündet: dem typisch Walser'schen Zustimmungsverneinungscrescendo."

Peter Hagmann berichtet von der Schlacht, die derzeit in Österreich um die Nachfolge des Salzburger Festspielleiters Peter Ruzicka tobt, wobei die eine Front zwischen ÖVP und SPÖ verläuft, die zweite zwischen Wien und Salzburg, "das in der Hauptstadt für provinziell gehalten wird und sich gerade darum von dort nichts vorschreiben lassen will". Alice Vollenweider besucht den Tessiner Lyriker Fabio Pusterla. Marc Zitzmann schreibt zum Tod des Chanconniers und Schauspielers Serge Reggiani.

Besprochen werden eine Edward-Hopper-Schau in der Londoner Tate Modern, eine Wieder Ausstellung übr das Fragment, und Bücher, darunter Yasunari Kawabatas Erzählung "Schneeland", Jean-Pierre Martins Monumentalbiografie zu Henri Michaux.

In Literatur und Kunst ist diesmal eine Besprechung von John Updike zu der großen Childe-Hassam-Retrospektive im New Yorker Metropolitan Museum, zu lesen. Carola Muysers blickt auf das Werk des avantgardistischen Franz von Lenbach. Christina Thurner porträtiert die Choreografin Anne Teresa De Keersmaeker, die beweise, wie politisch und gleichzeitig bewegend zeitgenössischer Tanz sein kann. Rolf Urs Ringger bringt uns Strawinskys Miniaturen "Berceuses du chat" näher.

Egon Voss stellt ein politisches Lied von Richard Wagner, das erst kürzlich aufgefunden wurde:

"So wär' verloren der völker ehre,
verloschen der freiheit licht?
und vor der fürsten mordendem heere
bestünde das volksrecht nicht?"

Tagesspiegel, 24.07.2004

Die Autorin und Wagner-Urenkelin Nike Wagner spricht im Interview mit Christine Lemke- Matwey über die allgemeine Verblödung, ihre Arbeit in Weimar und natürlich über den Grünen Hügel: "Bayreuth aufzubrechen ist sehr schwer, das erleben wir ja gerade wieder... Das Gralshütertum ist schon massiv. Warum tut sich denn ein Christoph Schlingensief so schwer? Weil es nicht reicht, den grünen Hügel mit medialen Events zu etikettieren, mit Leuten, die hier ihre Erstbegegnung mit dem Medium Oper feiern dürfen. Auch wenn dabei im Einzelnen neue Perspektiven herauskommen und die Optik mal wieder verändert wird - das Problem ist die Zusammenhanglosigkeit. Hier das süßliche Verpackungsdesign von Philippe Arlaud, dort die Asylantenästhetik der Rakete Schlingensief: Genügt das für Bayreuth? Das ist kein Konzept, sondern pures Gewürfel. "


SZ, 24.07.2004

Unter der Überschrift "Das Nichts Sagendste" widmet sich der Aufmacher unserem liebsten Sommerlochthema. Heute darf zur Abwechslung mal der "Vorsitzende der Forschungsgruppe Deutsche Sprache" Reinhard Markner die Rechtschreibreform verabschieden. In alter Schreibung, klarer Fall von FAZ-Neid: "Das von der Kultusministerkonferenz Anfang Juni beschlossene Update der Reform ist ein Patch, das kaum einen Programmierfehler wirklich behebt. Die Prognose, daß die Popularität der Reform auch weiterhin auf niedrigem Niveau stagnieren wird, dürfte daher kaum zu beanstanden sein. Niemand sehnt sich nach der amtlich verordneten Freiheit, künftig bei Weitem oder bei weitem, 8fach oder 8-fach, Leid tun oder leidtun schreiben zu dürfen."

Salzburg: Kritisch begrüßt wird das heftig umstrittene neue Museum der Moderne auf dem Mönchsberg in Salzburg. Eine Sonderseite gilt den Festspielen. Christopher Schmidt denkt über Festivals im allgemeinen nach ("der Dutyfree-Bereich des Theaters"). Reinhard J. Brembeck deutet Henry Purcells von Jürgen Flimm und Nikolaus Harnoncourt auf die Bühne gebrachte "Semi-Opera" "King Arthur" als heiteres Gegenstück zu sämtlichen Bühnenweihfestspielen. Reinhard Schulz stellt die Composers in Residence György Kurtag und Jörg Widmann vor. Im Interview äußert sich Falk Richter zu seiner Inszenierung von Tschechows "Die Möwe".

Bayreuth: Reinhard J. Brembeck kritisiert das Theater um die Schlingensief-Oper als provozierten Medien-Hype, hofft aber trotzdem, dass mehr daraus wird. Im Interview äußert sich der Rückkehrer Pierre Boulez zu seinen Bayreuth-Erfahrungen - und zu Schlingensief: "Er ist intelligent und versteht sehr gut. Er hat mich voriges Jahr im Sommer besucht. Ich habe ihn erzählen lassen, weil ich ihn kennen lernen wollte. Es war interessant, ich bin vollkommen überzeugt von ihm." Der Parsifal-Sänger Endrik Wottrich sieht das ganz anders: "ein Gräuel, unerfreulichste Probenzeit meines Lebens, nicht ans Konzept gehalten, nur der eigenen Laune verpflichtet."

Sonst: Michael Struck-Schloen verabschiedet den zuletzt sehr erfolgreichen Ruhrtriennale-Leiter Gerard Mortier. Holger Liebs hat in der Münchner Pinakothek der Moderne eine Ausstellung über "Amerikanische Kunst der Neunziger" gesehen. Den Nachruf auf den Schauspieler Serge Reggiani schreibt Fritz Göttler.

Besprochen werden unter anderem Sven Friedrichs "ehrgeizige" Wagner-Essays, eine Porsche-Biografie, Arno-Schmidt-Soziologisches und der neue Roman von Martin Suter. (Zu all dem mehr in der Bücherschau des Tages.)

In der SZ am Wochenende ruft Jeanne Rubner "Hilfe, ich bin produktentfremdet!" und wünscht sich weniger Funktionen an elektrischen Geräten. Gabriela Herpell porträtiert Jeff Tweedy, den Kopf der Band "Wilco". Die "in Stein gehauenen Herrschergespenster" des weithin unbekannten Berliner Lapidariums stellt Claus Heinrich Meyer vor. Lilli Brand erzählt eine Fallgeschichte: "Ein Mann, eine Braut, zwei Koffer und jede Menge Heroin." Im Interview äußert sich der Filmkomponist Lalo Schifrin ("Mission Impossible") zum Thema "Groove" und zu neuen Kontexten für seine Musik: "Wissen Sie, was neulich der Herausgeber einer Hiphop-Zeitschrift zu mir sagte: Ich sei ein Guru des HipHop. Können Sie sich das vorstellen? Weil sie einfach alles von mir sampeln und dafür auch bezahlen, bin ich jetzt ein Guru des Hiphop. Wenn ich meine Kontoauszüge so betrachte, könnte er sogar Recht haben."