Magazinrundschau

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag Mittag

Die Magazinrundschau

14.06.2005. Le Monde diplomatique bezweifelt die Demokratiebegeisterung der libanesischen Zedernrevolution. Al Ahram wünscht sich ein Museum für Abu Ghraib. In Le Point kritisiert Peter Sloterdijk das französische Nein als Heldentum von verwöhnten Kindern. Reportajes analysiert den Machtkampf in Bolivien. Im Nouvel Obs erklärt Emmanuel Todd den Zusammenhang zwischen EU, Deutschland und Osteuropa. In Plus-Minus fordert Julia Tymoschenko die Europäer auf: Zahlt Steuern! In der New York Times plädiert Joseph Lelyveld für ein kleines bisschen Folter.

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07.06.2005. Im Express erinnert Adam Michnik daran, dass Europa als Gegenmodell zum Totalitarismus entstand, nicht zum Liberalismus. In der Gazeta Wyborcza sieht Timothy Garton Ash die Rettung Europas durch Großbritannien voraus. Der Spectator sieht nur eine Rettung für Europa: seine Zerschlagung. Der Economist findet, das sei Großbritannien bereits gelungen. In Plus-Minus verlangt Ralf Dahrendorf einen Grundstandard für die Subklasse. Die New York Review of Books staunt über die beispiellose Korruption der Bush-Regierung. Andrzej Stasiuk beschreibt in Ozon die Roma-Siedlungen im slowakischen Rudnany. Im ES-Magazin feiert Otto Tolnai die Renaissance der ungarischen Literatur. Die Guardian Book Review stellt eine neue Mao-Biografie vor.

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31.05.2005. In Le Point geißelt Bernard-Henri Levy die Ängstlichkeit der Wohlversorgten, die Non gestimmt haben. In der Gazeta Wyborcza befürchtet Bronislaw Geremek, die Franzosen wollten nur noch mit den reichen Ländern Europas zusammenarbeiten. DU widmet sich ganz Imre Kertesz. In der London Review of Books erklärt David Runciman, warum das Internet der Feind einer sachlichen Diskussion ist. Joachim Fest ist Albert Speer auf den Leim gegangen, erklärt Marcel Reich-Ranicki im Spiegel. Im Merkur feiert Lee Siegel die Sopranos als Retter des Gangsterfilms. Das ES-Magazin erinnert an den Örley-Kreis. Die New York Times feiert den Herausgeber eines geldvernichtenden Magazins.

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24.05.2005. Im Spiegel stellt Juli Zeh die Gretchenfrage. In Polityka findet Adam Krzeminski die Rebellion schöner Dreißigjähriger in deutschen Filmen eher kopflos. Der britische Spectator erkennt die Wiederkehr der drei hässlichen deutschen As. Die New York Review of Books erkundet das jüdische Jahrhundert. In Magyar Narancs erklärt Mihaly Dobrovits das Phänomen des Postgymnasiasten. Der New Yorker erklärt uns Intelligent Design. Für Prospect ist sexy shopping die neue Religion. Outlook India feiert mit einer Sondernummer den indischen Film. Le Monde diplomatique erklärt, wie man im Iran Lust auf Analverkehr signalisiert. Die New York Times sorgt sich um die Freiheitsrechte in Großbritannien.

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17.05.2005. Der New Yorker macht Tina verantwortlich für den drastischen Anstieg von Aids bei Amerikas Homosexuellen. In Le Point streiten Alain Finkielkraut und Francois Geze über den "Rassismus gegen Weiße". Die London Review liefert eine Reportage aus dem Nordirak. Espresso stellt das Online-Kunstportal Rhizome vor. In der Gazeta Wyborcza meditiert Kinga Dunin über das Bild des Fremden in Polen. Commentary erklärt den Unterschied zwischen Dietrich Fischer-Dieskau und Richard Tauber. Al Ahram verteidigt Brecht gegen seine Interpreten. Le Monde diplomatique enthüllt, was im Iran ein auf links getragener Tschador bedeutet. Der Economist rühmt "Freakonomics" für seine unkonventionelle ökonomische Weisheit.

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10.05.2005. Im Nouvel Obs ruft Jürgen Habermas der französischen Linken zu: Sagt ja zu Europa. In Foreign Affairs klärt Bernard Lewis islamische Despoten über die Sünde des Istibdad auf. Im polnischen Plus-Minus erinnert Norman Davies die Westeuropäer an Stalins "kleine Sünden". Der Economist würdigt Stalins einzige gute Tat. Im Guardian vermisst Adam Thorpe eine gemeinsame Erinnerung an den Ersten Weltkrieg. Elet es Irodalom feiert die jüngste ungarische Historikergeneration. Der New Yorker stellt fest: Pop macht schlau. Al Ahram porträtiert arabisch-amerikanische Stand-Up-Komiker. Die New York Times versucht Emir Kusturica zu verstehen.

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03.05.2005. Im polnischen Magazin Ozon stößt Andrzej Stasiuk an seine Toleranzgrenze. In Reportajes sieht Francis Fukuyama die Europäer kurz vor dem Ende der Geschichte. In der Gazeta Wyborcza verkündet Adam Michnik die polnische Variante der Kapitalismuskritik: non serviam. Der Merkur empfiehlt gegenüber dem Iran ein wenig "tough love". In Le Point singt Bernard Lewis ein Lob auf die Empfindlichkeit. In Nepszabadsag warnt der kanadische Anwalt von Yukos-Chef Chodorkowskij vor einem Schröder-Putin-Pakt. Das TLS weiß, warum Künstler Wittgenstein lieben. Folio stirbt in schwarzweiß. In der New York Times erklärt Thomas L. Friedman: Die Welt ist eine Scheibe.

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26.04.2005. Die New York Review of Books beschreibt, wie die amerikanischen Konservativen die liberalen Intellektuellen zum wahren Klassenfeind stilisieren konnten. Für den New Yorker bedeutet die Wahl Joseph Ratzingers zum Papst das totale Aus für die Öffnung der Römischen Kirche, der Espresso hält ihn gar für einen Neocon der katholischen Kirche. In Le Point erklärt sich Pierre Nora zum Dinosaurier. Al Ahram interviewt den arabischen Übersetzer von Elfriede Jelinek. Im Guardian erklärt Tariq Ali die Vorzüge der Zensur für die Kunst. Der Spectator empfiehlt den Franzosen Nein zur europäischen Verfassung zu sagen. In Magyar Naranc fordert der Ethologe Vilmos Csanyi ein Planetenmanagement. Die New York Times freut sich über die erfolgreichen Book on Demand-Verlage.

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19.04.2005. In der Magyar Lettre International entwirft der russische Schriftsteller Dimitrij Prigow die Hypernation der Zukunft. In der Gazeta Wyborcza ruft Adam Michnik Polens moralischen Revolutionären zu: Ohne mich! In der Kommune geißelt Gerd Koenen die Blödigkeit des Kunstsystems. Im New Yorker erinnert sich Saul Bellow an La France. In der London Review erzählt Eric Hobsbawm von einer Begegnung mit politischen Geistern. Le Monde diplomatique erinnert daran, dass der 8. Mai 1945 auch der Beginn des algerischen Unabhängigkeitskrieges war. Plus-Minus erinnert an das Massaker von Katyn vor 65 Jahren. In der New York Times erinnert sich Salman Rushdie an einen Schlagabtausch zwischen Bellow und Grass, in dem er das Opfer war.

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12.04.2005. In der New York Review of Books hoffen Timothy Garton Ash und Timothy Snyder auf eine neue Welle der Befreiung Europas als Folge der ukrainischen Revolution. In Magyar Narancs erinnert Endre Bojtar daran, dass die Balten nicht seit 1945, sondern erst seit 1991 frei sind. Im New Yorker erinnert sich Jonathan Franzen an einen Familienurlaub 1969. Der Figaro feiert die Anti-Modernen als die einzig wahren Modernen. Nepszabadsag porträtiert den Komponisten der Selbstmörderhymne "Gloomy Sunday". Im Espresso fürchtet sich der Philosoph Umberto Galimberti vor den Papa-Boys. Das TLS sieht zu viele Brüste in Mo Yans neuem Roman.