Magazinrundschau

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag Mittag

Die Magazinrundschau

02.01.2007. Die London Review of Books ahnt, warum Hannah Arendts Kritik des Karrierismus derzeit gemieden wird. Der Merkur erklärt, warum die Serie "24" unsere heutige Gesellschaft so gut beschreibt. In ScienceGuide überlegt Frits van Oostrom, warum die Niederlande keinen Churchill, Washington, Walesa oder Mandela haben. Literaturen denkt über den Islam als Dienstboten-Religion nach. Der Economist beschreibt die Franzosen als wahre Künstler der Konversation. In Le Point wünscht sich Kenzabure Oe das französische Modell der Kreuzung der Kulturen als Vorbild für Japan. In Elet es Irodalom denkt Peter Nadas über die Identität der EU nach. Im New Yorker erzählt Julian Barnes, wie ihm die kläglichen Reste seines Glaubens ausgetrieben wurden.

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19.12.2006. Prospect überlegt, ob Kapitalismus Demokratie braucht. In Tygodnik Powszechny behauptet der Schriftsteller Jerzy Pilch: Glückliche Menschen schreiben keine Bücher. Die Revista de Libros feiert den chilenischen Boswell Adolfo Bioy Casares. Der Economist verfrachtet FU und Humboldt-Uni in den Flughafen Tempelhof. Die Gazeta Wyborcza fürchtet, Castros Kuba könnte Pinochets Chile nacheifern. In Le Point mahnt Bernard-Henri Levy, dass mit Castro bald noch ein lateinamerikanischer Diktator straflos im Bett sterben wird. Magyar Hirlap erinnert an die von Stalin ausgelöste Hungersnot in der Ukraine. Das TLS erzählt, wie Margaret Thatcher von einem spanischen Außenminister bezirzt wurde. Die Weltwoche wird von Taliban entführt. In der New York Times denkt Peter Singer über faires Spenden nach.

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12.12.2006. In der Lettre beschreibt Bora Cosic die Dekadenz der Belgrader Kultur. Der Economist rügt die Macho-Kultur der deutschen Presse. In Vanity Fair überlegt Christopher Hitchens, warum Frauen ihn nie zum Lachen bringen. Der New Yorker weiß, welches Buch Verleger jedes Jahr aufs Neue glücklich macht. Al-Sharq al-Awsat berichtet über Auseinandersetzungen im Arabischen Schriftstellerverband. Im Figaro fordert Pascal Bruckner eine Kultur des Mutes im Westen. Die London Review beobachtet ein Beispiel von Biosentimentalität. Tygodnik berichtet, wie der Papst in Istanbul beinahe zum Islam übergetreten wäre.

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05.12.2006. Folio sucht Freiheit - in China, Russland, Arabien und dem Knast. Nepszabadsag verneigt sich vor Monstern in Röcken und stolzen Feen - und Magda Szabo, die beide beschrieben hat. In der Gazeta Wyborcza erklärt Dorota Maslowska: Drama ist wie Mathe. Das TLS liest Thomas Pynchons neuen Roman als Protest gegen das Ausgelöschtsein. In du erklärt Felicitas Hoppe angesichts einer bevorstehenden Äquatortaufe: Ich kann nicht schwimmen. Wired überlegt, wie man Whiskas neben explodierenden Katzen verkauft. Reportajes warnt vor einem tropischen Beria auf Kuba. In der Weltwoche fragt Leon de Winter fassungslos, wie die satten Niederländer eine maoistische Partei zur drittstärksten politischen Kraft wählen konnten. In Elet es Irodalom feiert Laszlo Földenyi die auratischen Gemälde des Attila Szücs. Die New York Times empfiehlt allen Schlapphüten: Entwickelt Schwarmintelligenz!

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28.11.2006. Der Merkur beschwört die Exzentrik der Europäer. Im Espresso liest Umberto Eco den Koran und Tertullian. Die Weltwoche interviewt Ahmed Scheikh von Al Dschasira. Im Figaro verteidigt Alain Finkielkraut Robert Redeker gegen seine "Ja, aber..."-Verteidiger. Das TLS hat die Nase voll von politischen Moralaposteln. Literaturen vom neuen Wertepatriotismus. Die Briten kaufen Bulgarien, stellt Przekroj fest. Nepszabadsag sehnt sich nach einem Kapitalismus mit menschlichem Antlitz. Der Economist feiert eine Tocqueville-Biografie. Die New York Times liebt den neuen Pynchon.

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21.11.2006. The New Republic bedauert seine Unterstützung des Irakkriegs. Im New Yorker versucht Seymour Hersh herauszubekommen, ob eine Bombardierung des Iran ansteht. Die Weltwoche zitiert jubelnde Taliban. Wenigstens die Kolumbianer scheinen die Nase voll vom Töten zu haben, glaubt der Schriftsteller Hector Abad Faciolince in Semana. Prospect weiß, was England glücklich machen würde: die Unabhängigkeit Schottlands. Die New York Review of Books porträtiert den vielleicht nächsten Präsidenten der Vereinigten Staaten: Barack Obama. Im NRC Handelsblad ruft Jonathan Israel: Erinnert euch an Spinoza! Elet es Irodalom porträtiert die Ungarn als waschechte Demokraten. Die New York Times sieht das politische Ende der Babyboomer nahen.

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14.11.2006. The Nation will die Meinungsseiten abschaffen. In Outlook India kritisiert der Historiker Irfan Habib die Kolonialisten. Der Guardian kritisiert nur die schlechten Kolonialisten. In Nepszabadsag sieht György Konrad immer noch das Gespenst der Fehde durch Südosteuropa ziehen. Elet es Irodalom singt ein Loblied auf die Sulzbergers. Folio geht shoppen. Foreign Policy auch: Schnittblumen und Kanonen bei Viktor Bout. Der Spectator sah die Zukunft des amerikanischen Konservatismus. Die New York Times kapituliert vor Londoner Taxifahrern.

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07.11.2006. Die Magazine sorgen sich um den Zustand der Demokratie: Den Philosophen Leszek Koczanowicz erinnert sie in der Gazeta Wyborcza an ein ausgeblasenes Ei. Die New York Times beklagt die intellektuelle Unredlichkeit Bushs. In Elet es Irodalom sieht Janos Kis Ungarn in der Sackgasse. Outlook India beschreibt das Kopftuch als Symbol des Kompromisses. Der Economist zahlt acht Dollar für den Eintritt in die Hölle. In al-Sharq al-Awsat empören sich algerische Intellektuelle über die Heuchelei der Franzosen. Al Ahram will gleich ganz mit historischer Schuld aufräumen. In der Weltwoche rechnet Mario Vargas Llosa vor, was seine aus Mexiko stammende amerikanische Haushälterin verdient.

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31.10.2006. The New Republic fordert die Europäer zu umfassender Meinungsfreiheit auf - auch die Leugnung des Holocaust soll erlaubt sein. In Le Point hält Bernard-Henri Levy dagegen: die Negation sei schon Teil des Verbrechens. Outlook India begutachtet Schönheitssalons in Slums. Der Merkur beschreibt den Zusammenhang zwischen der kulturellen Arroganz des Islam und wirtschaftlichem Misserfolg. Der New Yorker porträtiert den Computerspielerfinder Will Wright. Im NRC Handelsblad erzählt der Reporter Vik Franke, wie er in Afghanistan zurückschoss. Der Spectator spottet über die braven Thatcher-Kinder. In der Gazeta Wyborcza beschreibt Adam Michnik den Unterschied zwischen der polnischen und der ungarischen Revolution. Die New York Times erklärt Akademikern, wie sie Google für sich nutzen können.

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24.10.2006. Atlantic Monthly bewundert die Manipulationsfähigkeit Hillary Clintons. In Outlook India protestiert Arundhati Roy gegen die Todesstrafe für Mohammed Afzal. Im Guardian erklärt Jay McInerney, wie billiger Wein den Gaumen schult. Elias Khoury interpretiert den Nobelpreis für Orhan Pamuk in Al Ahram als Rache des Textes am Autor. Bernard-Henri Levy will Putins Gewissensbiss sein. In Elet es Irodalom denken Peter Nadas und Peter Esterhazy über die Revolution von 1956 nach. Die Gazeta Wyborcza erinnert daran, dass es 1956 auch in Polen eine kleine Revolution gab. Die New York Times fährt nach Afghanistan.