Magazinrundschau

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag Mittag

Ich entschied mich für eine .38er

23.09.2008. Das New York Magazine schildert faktenreich die prekäre Situation amerikanischer Buchverlage. Portfolio porträtiert den Milliardär Raymond Harbert, der immer lauter an die Tür der New York Times klopft. In Espresso amüsiert sich Umberto Eco mit Downgrading. In der Gazeta Wyborcza schildert der Historiker Jerzy Jedlicki die prekäre Situation der polnischen Intelligentzia. In der New York Review of Books lässt sich Charles Simic widerstandslos von Philip Roth eine Kopfnuss verpassen.

Er glaubt an Monopole

16.09.2008. Süße Rache will Rupert Murdoch an der New York Times nehmen, glaubt Vanity Fair. Der New Yorker beschreibt die schwierige Situation der Putin-kritischen Radiostation Ekho Moskvy. Der Spectator beschreibt die unmögliche Situation der Putin-kritischen inguschetischen Webseite ingushetiya.ru. The New Statesman beschreibt die demnächst lebensgefährliche Situation der Blogger im Iran. Le Monde diplomatique druckt einen nachgelassenen Text von Jacques Derrida über Schurkenstaaten. Outlook India feiert Indiens offizielle Anerkennung als Atommacht. Der Merkur fördert die Freude am X.

Postmodern mit Herzschlag

09.09.2008. Der New Yorker erzählt die Geschichte eines Helden, des Polizisten James Zadroga. In El Pais Semana sucht Javier Cercas das Glück. Der Figaro erklärt den Unterschied zwischen Snob und Dandy. Nepsabadsag staunt, wie serbische Nationalisten mit der Zeit gehen. Die Blätter für deutsche und internationale Politik erklären den ready-made-war im Kaukasus. In der Gazeta Wyborcza bewundert Ivan Krastev die sanfte Kraft des Papiertigers. Przekroj hütet das Geheimnis der Westerplatte. Die London Review of Books widmet sich der Malaise der Parteipolitik. Der Spiegel bespricht schon den Geheimfilm "Der Baader Meinhof Komplex". Und in L'Espresso fordert Umberto Eco neue Gesetze zur Benennung von Straßen.

Verklemmt, aber glücklich

02.09.2008. Die New York Review of Books erzählt, wie Putin den Ukrainern und Balten eine Botschaft zukommen ließ. In Le Point verleiht Bernard-Henri Levy Putin dafür eine Goldmedaille. Prospect lernt die beste und gerechteste Gesellschaft der Welt kennen. Rue89 fragt, ob Frankreich in Ruanda einen revolutionären Krieg geführt hat. Elet es Irodalom fordert eine Operation Paprika für Ungarns Theater. Die Gazeta Wyborcza erinnert an die polnischen Danziger. Folio geht auf Traumreisen. The Nation schildert, wie New Orleans beinahe wieder die Segregation eingeführt hätte.

2000 Liter Make-up

26.08.2008. Die Hudson Review erzählt die Geschichte des Boxer-Films "The Set Up", der auf einem Versepos von 1928 beruht. Wired sieht die Zukunft des Elektroautos in Israel. In The New Republic untersucht Joseph Stiglitz die Folgen der Großen Depression 2008. Tygodnik Powszechny plädiert für mehr Umweltbewusstsein der Katholischen Kirche. In Babelia beschreibt Javier Marias die Tücken der Verlagsarbeit. In Open Democracy untersucht Ivan Krastev die fatalen Folgen des Georgienkrieges. Im New Yorker ist John Updike fasziniert von den Bienenstich-Lippen Max Factors.

Überaus widerstehliche Prosa

19.08.2008. The Atlantic fordert mehr Termiten-Effizienz: dann klappts auch mit der Umwelt. In Tygodnik Powszechny beschreibt der Schriftsteller Marek Nowakowski seine Anpassungsstrategie im Kommunismus. In Letras Libres vermisst Rafael Gumucio die Streitlust Roberto Bolanos. Outlook India porträtiert den neuen Bollywoodstar Akshay Kumar. In Rue89 warnt Michel Wieviorka vor dem neuen Rassismus in Frankreich. Die New York Times demontiert den führenden amerikanischen Literaturkritiker und die Klassifikation der St.-Emilion-Weine.

Heilige Bücher sind oft einfach

12.08.2008. In Elet es Irodalom erklärt Miklos Tamas Gaspar am Beispiel von Solschenizyn den Unterschied zwischen Klassikern und Heiligen Büchern. Der Economist ist froh, dass im Westen kein Intellektueller mehr die Bedeutung Solschenizyns hat. The New Republic fragt, warum niemand das Schlachten in Darfur aufhalten konnte, obwohl alle davon wussten. Die London Review betrachtet Matisses "Dame mit Hut". Im Magazin denken die serbischen Psychoanalytiker Alek Vuco und Tamara Stajner-Popovic über die Symbolkraft von Karadzics Sprache nach. George Orwell hat jetzt ein Blog, berichtet das Time Magazine.

Konzertierter Rufmord

05.08.2008. Im Merkur geißelt Michael Stolleis den miesen Umgang von taz, FAZ und SZ mit Horst Dreier. The New Republic graust sich vor der Europäisierung amerikanischer Städte. In der Gazeta Wyborcza vermissen die Theaterregisseure Monika Strzepka und Pawel Demirski die Gleichheit im Neoliberalismus. In Le Monde denkt Slavoj Zizek über Karadzic und den poeto-militärischen Komplex nach. Prospect entdeckt den Charakter. Die New York Times besucht Trolle.

Zweideutigkeit ist hier nicht

29.07.2008. Zumindest in einer Sache ist sich die London Review of Books einig mit General Franco. Tygodnik Powszechny sucht ein Museum für den Sozialismus. Rue89 fragt, wie antisemitisch ist der Karikaturist Sine. Das Wall Street Journal berichtet über einen niederländischen Karikaturisten, der wegen antimuslimischer Witze im Knast landete. Keine Hilfe auf der Welt für Simbabwe sieht die New York Review of Books. Im Espresso macht Umberto Eco die Pariser Taxifahrer für globale Überwachungsmaßnahmen verantwortlich. In ResetDoc erklärt Seyla Benhabib, wozu Blogs gut sind.

Daten des Bösen

22.07.2008. In Hungarian Quarterly erinnert sich Magda Szabo an den ersten deutschen Lektor ihrer Bücher, Hermann Hesse. Die New York Times porträtiert den Medienmogul S.I. Newhouse. Portfolio porträtiert die neue Chefin der Washington Post, Katharine Weymouth. Die Financial Times porträtiert den Chefredakteur des New Yorker, David Remnick. Im Espresso erzählt Roberto Saviano, warum Schauspieler nicht zur Mafia wollen. Der Economist bestaunt Anzeichen von Lernfähigkeit bei der Musikindustrie. Im New Yorker fragen chinesische Studenten, wozu sie eigentlich Demokratie brauchen.