Magazinrundschau

Daten des Bösen

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag ab 10 Uhr.
22.07.2008. In Hungarian Quarterly erinnert sich Magda Szabo an den ersten deutschen Lektor ihrer Bücher, Hermann Hesse. Die New York Times porträtiert den Medienmogul S.I. Newhouse. Portfolio porträtiert die neue Chefin der Washington Post, Katharine Weymouth. Die Financial Times porträtiert den Chefredakteur des New Yorker, David Remnick. Im Espresso erzählt Roberto Saviano, warum Schauspieler nicht zur Mafia wollen. Der Economist bestaunt Anzeichen von Lernfähigkeit bei der Musikindustrie. Im New Yorker fragen chinesische Studenten, wozu sie eigentlich Demokratie brauchen.

Hungarian Quarterly (Ungarn), 01.08.2008

In einem Interview aus dem Jahr 1993 erzählt die im November verstorbene Schriftstellerin Magda Szabo, wie sie ihr erstes Manuskript vor der Geheimpolizei verstecken musste, bis sie es zu ihrem deutschen Verleger schmuggeln konnte. "Mirza von Schüchting erzählte mir, sie habe die Möglichkeit, das Manuskript einem Jugendfreund und Experten zukommen zu lassen. 'Darf ich fragen, was deinen Freund zu einem Experten macht', fragte ich, 'hat er Ahnung von Literatur?' 'Ja, einige', antwortete sie. 'Du hast vielleicht von ihm gehört: Sein Name ist Hermann Hesse.' Hesse war Lektor beim Fischer Verlag. 'Fein', sagte ich, 'also legen wir das Manuskript in den Schoß Gottes und gucken was passiert'. Hesse erklärte den Verlegern, wenn sie Frau Szabo kaufen wollten, sollten sie absolut alles kaufen, einschließlich der noch nicht geschriebenen Bücher. Und das passierte. Es war ungewöhnlich für ein Buch aus einem sozialistischen Land, auf den Klassenkampf loszugehen, die Friedensprediger und die denunzierte kalvinistische Kirche - ganz zu schweigen davon, dass der Parteisekretär eines Theaters als Idiot porträtiert wird. Also sagte der deutsche Verleger: 'Diese Frau ist wie für uns gemacht. Sie ist mutig wie der Teufel und unglaublich impertinent.'"

Online lesen darf man außerdem ein Interview mit dem Liszt-Biografen Alan Walker, der 2002 die bisher unveröffentlichten Tagebücher der Listz-Schülerin Lina Schmalhausen herausgebracht hat. Sie erzählt darin eine ganz andere, hoch subjektive Version der letzten zehn Tage von Franz Liszt. "Diese Geschichte musste erzählt werden, denn alles, was frühere Biografen über den Tod von Liszt sagten, war lächerlich und absurd - wir haben das alles viel zu lange geglaubt."

Portfolio (USA), 01.08.2008

"The Last Media Tycoon", so der Titel des Artikels, ist eine Frau: Katharine Weymouth, Enkelin der legendären Katharine Graham und jetzt ihre Nachfolgerin als Verlegerin der Washington Post. Auch hier wütet die Krise in Ausmaßen, die in Deutschland noch unvorstellbar sind, berichtet Lloyd Grove in einem ausführlichen Porträt. Höchste Wichtigkeit hat daher das Zusammenspiel von Zeitung und Webseite, die bisher vollkommen getrennt agiert haben. "Die unternehmerische und räumliche Trennung hat zu zwei sehr verschiedenen und kollidierenden Kulturen geführt. Jetzt unterstehen beide Bereiche erstmals einer Person - Weymouth." Und die ist durchaus optimistisch, dass daraus etwas neues entstehen kann. "Denkt an die Musikindustrie", erklärte sie ihrer Belegschaft. "Sie waren alle in so einer Situation, einige haben überlebt, andere nicht. Apple hat sich vollkommen neu erfunden. IBM nicht. TiVo nicht. Microsoft erfindet sich ständig neu. Google ist eine Art brillantes One-Hit-Wunder. Jetzt versucht es, andere Einkommensquellen aufzutun, ist dabei aber aus meiner Sicht nicht sehr erfolgreich. Ich hoffe, mir fällt etwas ein, dass unser iPod wird."
Archiv: Portfolio

The Nation (USA), 16.07.2008

Die geradezu unheimliche Medienkrise beschäftigt viele amerikanische Magazine in dieser Woche, die gerade wieder einen nie gesehen Verfall der Aktien brachte. Der Journalismus-Dozent Eric Alterman betrachtet das Treiben der Mogule - und ist verzweifelt, auch weil er selbst keinen Rat weiß: "Der Verlust der Tagespresse ist eine ernstzunehmende Bedrohung unserer Demokratie. Er ist viel zu wichtig, als dass man die Presse einer Handvoll skrupelloser Mogule und ihren 'chief innovation officers' überlassen dürfte."

Der Titel der Nation setzt sich mit einem Veteranen der ganz neuen Medien auseinander, der Organisation MoveOn.org, die vor zehn Jahren entstand. "Was als ein hastig ins Netz gestellter Ein-Satz-Appell begann, entwickelte sich zur Vorhut einer neuen Linken - mit einer Mitgliedschaft von über drei Millionen", schreibt Christopher Hayes.
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Archiv: The Nation
Stichwörter: Veteranen

Financial Times (UK), 21.07.2008

Äh, oder gibt es doch ein Rezept? Trevor Butterworth porträtiert für die Financial Times den Chefredakteur des New Yorker, David Remnick: "Remnick hat eine Menge zu feiern nach zehn Jahren. Die Auflage des New Yorker ist um 32 Prozent gestiegen und beträgt jetzt mehr als eine Million Exemplare. Die Rate der Abo-Verlängerungen liegt bei 85 Prozent, höher als irgendwo sonst; und trotz der häufig verkündeten Weisheit dass die Aufmerksamkeitsspanne junger Leser gerade mal für einen Blogeintrag oder eine Twitter-Meldung reicht ist die Zahl der 18 bis 24-jährigen Leser um 24 und die der 25 bis 34-jährigen Leser um 52 Prozent gestiegen." Das Rezept wäre also: anspruchsvolle Texte für junge Leser, die dann zum Teil auch noch im Netz freigestellt werden!
Stichwörter: Financial Times

Espresso (Italien), 18.07.2008

Roberto Saviano, Autor von "Gomorrha", erinnert sich in einem schönen Text an seine Reise zum Festival von Cannes, wohin er mit einer Gruppe junger Laiendarsteller aus Neapel fuhr, die in der Verfilmung seines Buchs als Nachwuchs-Camorristi auftraten. Bei der Pressekonferenz antwortete einer auf die Frage, ob er mangels Alternativen nicht selbst zum Mafioso hätte werden können: "Nein, Sie irren sich! Ich ein Mafioso, niemals! Die haben, abgesehen vom Geld, ein schreckliches Leben. Und meine Mutter weint immer noch, denn sie hat mich im Film als Toten gesehen, erschossen. Stellen Sie sich vor, das passiert wirklich."
Archiv: Espresso

Guardian (UK), 19.07.2008

Kann es Weltraum-Dichtung geben? Quanten-Poesie? Vor unüberwindliche Schwierigkeiten gestellt sah sich der Dichter Nick Laird, als er zusammen mit dem Physiker Paul Murdin für eine Anthologie dichten sollte (Murdins ist Schatzmeister der Royal Astronomical Society und Entdecker eines Schwarzen Lochs in Cygnus X-1): "In der Regel haben sich moderne Dichter lieber auf Freud als auf Darwin berufen, aus offensichtlichen Gründen: Freuds Arbeit privilegiert den Menschen, Darwins nicht. Doch die Bereiche der Wissenschaft dehnen sich immer weiter aus. Die Neurowissenschaft fragt, woraus das Selbst gemacht ist. Die Evolutionsbiologie versucht, Verhalten zu erklären. Die Quantenmechanik wirft unsere Vorstellung von Kausalität um. Astronomie versucht Aufbau und Ursprung des Universums zu erklären. In all diesen Untersuchungen wird das Wie zum Warum. So wie Emerson eine neue Poesie forderte, die Amerika gerecht werde, und Whitman dem folgte - sollen wir auf eine eine Dichtung hoffen, die fähig ist, die neuen Länder der Wissenschaft zu kartografieren?"
Archiv: Guardian

Eurozine (Österreich), 14.07.2008

Gibt es in den Niederlanden große Literatur und sagt sie etwas über das Leben heute? Margot Dijkgraaf stellt die wichtigsten niederländischen Autoren vor - Willem Frederik Hermans, Gerard Reve (beide verstorben), Harry Mulisch, Cees Nooteboom, Hella S. Haasse, Adriaan van Dis, Arnon Grunberg, Geert Mak, Annejet van der Zijl, Frank Westerman, Abdelkader Benali und Hafid Bouazza. Eins der meistverkauften Bücher der letzten Jahre war Jan Siebelinks Roman "Knielen op een bed violen" ("Im Garten des Vaters"). Es erzählt von einem Gärtner, der einer orthodoxen calvinistischen Sekte verfällt und am Ende nicht nur sein Geschäft verliert, sondern sich vollkommen von seiner Frau und seinen zwei Söhnen entfremdet. Religion sei in den Niederlanden lange ein Tabu gewesen, erzählt Dijkgraaf, aber "dieses Buch beweist den anhaltenden Einfluss eines tiefverwurzelten, ja gottesfürchtigen Glaubens in den Niederlanden. Modische Ideen wie 'Säkularisierung', 'Globalisierung' und 'globales Dorf' werden in einer weit entfernten Welt diskutiert, die in diesem Roman nicht existiert."

In der Januarausgabe des Magazins Mittelweg 36 war ein bisher unveröffentlichter Briefwechsel zwischen zwischen dem damals 25-jährigen Theologiestudenten Hans-Jürgen Benedict und Hannah Arendt aus den Jahren 1967-68 zu bestaunen. Eurozine zeigt nun die eingescannten Original-Schreibmaschinenseiten auch online. Arendt erteilt dort jeglichen Weltpolizei-Gedanken ihrer Wahlheimat USA eine frühe Abfuhr. "Was nun das Letzte angeht: Keine Frage, es geht uns an, wenn in Persien, Vietnam und Brasilien 'unwürdige Zustände' herrschen, aber es liegt wahrhaftig nicht an uns. Das, scheint mir, ist eine Art umgekehrter Größenwahnsinn. Probieren Sie einmal, Politik in Persien zu machen, und Sie werden rasch davon geheilt sein." Dazu gibt's einen Aufsatz von Wolfgang Kraushaar. Und: Zwei Norwegerinnen, die als muslimische Konvertitinnen in den achtziger Jahren das Kopftuch trugen, erklären im Interview, warum sie es wieder abgelegt haben.
Archiv: Eurozine

Economist (UK), 18.07.2008

Die Musikindustrie beginnt sich offenbar ein wenig aus ihrer Schockstarre zu lösen und für die Daten des Bösen zu interessieren. Sie zahlt nämlich, wie ein Artikel berichtet, inzwischen für Informationen über die aus illegalen Downloads ersichtlichen Trends: "Jedem in Läden und im Internet legal gekauften Song stehen etwa zwanzig illegal heruntergeladene Songs gegenüber. Sagt BigChampagne, eine Firma mit Sitz in Beverly Hills, die Statistiken über File-Sharing erstellt und verkauft. Ihre Kunden können herausfinden, wie oft und wo ein Song jeweils illegal heruntergeladen wurde oder wie die entsprechenden Zahlen vor fünf Wochen waren. Oder was den Hörern dieser Musik außerdem so gefällt und so weiter... Diese Informationen können den Managern bei der Durchsetzung ihrer Künstler helfen. Jennifer Bird von Red Light Management in LA erklärt, dass ihre Agentur die Titel und die geografische Verteilung der 7,5 Milliarden Songs kennt, die 2007 getauscht wurden. Das ist eine große Hilfe, wenn man zum Beispiel herausfinden will, ob die Leute einen Künstler großartig finden - oder nur einen Song."

Weitere Artikel befassen sich mit der Rolle des Islam in Frankreich und in der Türkei. Besprochen werden die große Hadrian-Ausstellung im British Museum, unter anderem die Bücher "Das Zeitalter der Attentäter" über den unaufhaltsamen Aufstieg des Wladimir Putin von Juri Felschtinsky and "ladimir Pribylowsky und die Untersuchung "Flaschenmanie" über die Wasserverkaufsindustrie von Elisabeth Royte.

Die Beilage widmet sich der Frage nach dem Schicksal von Al-Quaida. Der Experte Anton La Guarda fragt "Sieg oder Niederlage?". Ein weiterer Artikel glaubt, dass die blindwütige Mordlust Al-Quaida noch zum Verhängnis werden könnte.
Archiv: Economist

Elet es Irodalom (Ungarn), 18.07.2008

"Die politische Korrektheit hierzulande ist nichts anderes als eine Heuchelei", behauptet der Bürgerrechtsaktivist Andras Biro und bezeichnet im Interview mit Eszter Radai. Für Biro ist das Romaproblem das größte Problem, mit dem die ungarische Gesellschaft derzeit konfrontiert wird. Nur scheint sich dafür außer den Betroffenen und der extremen Rechten niemand zu interessieren. "Im Diskurs über die Roma schließen Ehrlichkeit und politische Korrektheit einander aus. Der Mehrheitsgesellschaft fehlt es an Mut, sich den Problemen zu stellen und sie zu diskutieren. Natürlich muss man auf die Wortwahl achten, aber das bedeutet noch lange nicht, dass man auf die Ehrlichkeit verzichten muss. [...] Es ist schrecklich, nur die Rechtsextremen trauen sich, ohne Hemmungen über die Probleme zu reden. Darum sind wir heute an einem Punkt angelangt, wo eine "Lösung", eine "Strategie" für die Romaproblematik einzig die mit dem Slogan der "Romakriminalität" operierende Ungarische Garde parat hat."

Die Gewalt gegen den Umzug der Homosexuellen am 5. Juli zeigt, dass "die politische Wende gar nicht oder nur in geringem Maße mit einer kulturellen Modernisierung einhergegangen ist", behauptet der Ethnologe Peter Niedermüller. "Ungarn ist heute ein Land an der Peripherie Europas, in dem der überwiegende Teil der Gesellschaft über die unvorhersehbaren Folgen des Wandels und der Demokratisierung erschrocken ist. Er hat Angst vor der Verarmung und davor, seine gesellschaftliche Bedeutung, sein symbolisches Kapital zu verlieren. Deshalb klammert er sich an seine einst erworbenen Positionen, an seine 'kulturellen Güter' und kompensiert das fehlende wirtschaftliche Wachstum durch einen beinahe schon fundamentalistischen kulturellen Konservativismus."
Stichwörter: Roma

Spectator (UK), 18.07.2008

Die Olympischen Spiele in Peking werden nicht nur auf sportlicher Ebene ausgetragen, meint Mark Leonard, sondern sie sind auch ein Kräftemessen zwischen staatlicher Überwachung und der neuen digitalen Öffentlichkeit. Letztere ist dabei in der Favoritenrolle. "Bisher haben wir Überwachung als die Beobachtung der Machtlosen durch die Mächtigen definiert; staatliche Institutionen benutzen Informationstechnologie, um Individuen zu überwachen. Die technologische Entwicklung erlaubt es Individuen nun zunehmend, die staatlichen Instutionen selbst zu überwachen. In ihrem Buch 'Owning the Olympics' benutzen die Autoren Monroe Price and Daniel Dayan den Begriff der 'Sousveillance' - französisch für die Beobachtung von unten - um ein neues Phänomen zu beschreiben, in dem die Mächtigen gefilmt und vor der öffentlichen Meinung verantwortlich gemacht werden können für ihre Taten. Sousveillance wurde bekannt mit der Misshandlung von Rodney King in Los Angeles, der Erhängung von Saddam Hussein 2006 und den Protesten in Birma 2007. Aber mit den Olympischen Spiele von Peking könnte eine ganz neue Ebene erreicht werden."

Außerdem: Lloyd Evans nimmt an einer Übung der Falun Gong teil und stellt fest, dass diese Übungen "einen Grad an Demut erfordern, der meiner Natur fremd ist". David Tang beobachtet die Vorbereitungen für die Olympischen Spiele in Peking.
Archiv: Spectator

New Yorker (USA), 28.07.2008

In einem Brief aus China porträtiert Evan Osnos eine neue, neokonservative und nationalistische Studentengeneration, die den Westen strikt ablehnt. "Die Studenten von 1989 rebellierten gegen Korruption und Machtmissbrauch. 'Diese Probleme sind heute nicht verschwunden, sondern haben sich verschlimmert', erklärte mir Li Datong, ein forscher Zeitungsredakteur und Reformbefürworter. 'Die derzeitige junge Generation dagegen ist blind dafür. Ich habe nie erlebt, dass sie diese heimischen Themen angesprochen hätten. Stattdessen haben sie eine utilitaristische, opportunistische Haltung.'" Später wird ein Student dem Reporter folgendes zu bedenken geben: "Chinesen haben angefangen zu denken, es gibt das gute Leben und es gibt die Demokratie. Wenn Demokratie dir wirklich ein gutes Leben sicher kann, ist das gut. Aber wenn wir ein gutes Leben auch ohne Demokratie haben können, warum sollen wir dann die Demokratie wählen?"

Weiteres: David Samuels untersucht, wie medizinisch eingesetztes Marihuana den Haschischmarkt verändert. James Surowiecki enthüllt das wahre Problem der Hypothekenbanken Fannie Mae und Freddie Mac. James Wood porträtiert den in Sarajevo geborenen Autor Aleksandar Hemon und rezensiert dessen neues Buch "The Lazarus Project" (Riverhead). Anthony Lane sah im Kino die Verfilmung des Abba-Musicals "Mamma Mia!" und den von Jules Verne inspirierten 3-D-Film "Journey to the Center of the Earth". Zu lesen ist außerdem die Erzählung "The Teacher" von Ruth Prawer Jhabvala und Lyrik von Dorothea Tanning und Yehuda Amichai.
Archiv: New Yorker

New York Times (USA), 20.07.2008

Im Wirtschaftsteil zeichnet Richard Perez-Pena ein Porträt des Medienmoguls S.I. Newhouse, Vorstand des Conde Nast Verlags. "'Er führt sein Geschäft noch wie ein altmodischer Eigentümer, ganz nach seinen Interessen, seinem Geschmack, wie es bei Henry Luce oder Hearst war', sagt Reed Phillips III., Partner der Handelsbank DeSilva+Phillips." Und weil sich Mr. Newshouse für Film, Kunst und Glamour interessiert, schüttete er jahrzehntelang "sein Geld auf eine Weise in neue Magazine und einige alte, die jeden anderen Verlagsleiter hätte erbleichen lassen. Vanity Fair, das den Namen eines Magazines aus den Dreißigern trägt, wurde 1983 eingeführt, profitabel wurde es erst Mitte der Neunziger. Und der New Yorker, der 1985 gekauft worden war, machte 18 Jahre lang Verlust." Newhouse konnte es sich offenbar leisten und jetzt machen all diese Magazine Geld. Nur Neugründung Portfolio braucht wohl noch etwas Zeit.

In der Sunday Book Review stellt Howard Hampton ein Buch über den Einfluss des Heavy Metal auf Musiker im Nahen Osten und Nordafrika vor. Autor Mark Le Vine besuchte dort Jams und Festivals und fand eine Art Widerstand vor, der durchaus Potential habe. "'Heavy Metal Islam' stellt die Vorstellung von unversöhnlichen Unterschieden zwischen dem Westen und dem Islam auf den Kopf und ruft die Universalität der Jugendkultur als 'Modell für Kommunikation und Kooperation' im Internetzeitalter aus. (...) Le Vine glaubt, Gruppen wie Metallica und Slayer bieten eine rohe lingua franca, die keine Grenzen kennt, sie öffnen einen freien Raum in geschlossenen Gesellschaften und unterlaufen ein rigides Glaubenssystem".