Magazinrundschau

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag Mittag

Beim Tanzen sterben

01.10.2013. Eurozine singt ein Liebeslied auf die ukrainischen Schriftsteller. HVG stellt die ungarische Künstlergruppe Lajos Varga vor. In Le Point erinnert BHL an Benny Lévy. Prospect kanzelt die vielgelobten amerikanischen Fernsehserien ab. Atlantic lässt sich erklären, warum die Party tötet, nicht Ecstasy. Globe and Mail sagt dem Blackberry zum Abschied leise Servus. Die Boston Review ermittelt, wie man über seinen Penis spricht und trotzdem Googleanzeigen schalten kann. Vice berichtet aus Sudan. Und der New Yorker porträtiert den mutigsten Chefredakteur der westlichen Welt.

Die Ideen blühen und vermehren sich

24.09.2013. Nach dem Eiertanz um ein Eingreifen in Syrien wird sich kein Tyrann mehr vor westlichem Säbelrasseln fürchten, fürchtet der Economist. In der New York Review of Books geißelt Amartya Sen die selektive Abtreibung weiblicher Föten in Indien. Der Guardian führt in die Gullys und auf die Baukräne Londons. Amerikanische Straßengangs adden ihre Feinde neuerdings bei Facebook, berichtet Wired. Elet es Irodalom beklagt die Perpetuierung von Osteuropa-Klischees in den preisgekrönten Werken des aktuellen ungarischen Kinos. Und Lapham's Quarterly denkt über das Phänomen der Henkersmahlzeit nach.

Mehr Essen, mehr Raum, mehr Sex

17.09.2013. Caravan beschreibt ein indisches Problem, das man auch in Europa kennt: man erfährt erst über englische Texte, was im Nachbarland geschieht. In Rue 89 vermisst der Philosoph Edgar Morin die Pariser Pissoirs. Democracy sucht einen politisch denkenden Techno-Intellektuellen und findet ihn in Tom Slee. In Elet es Irodalom analysiert Péter Nádas die Stärken und Schwächen des Demokraten. Pacific Standard beobachtet eine Genexpression (oder eher: -explosion). Intelligent Life und die New York Review of Books stellen zwei Heldinnen vor. In der NYT feiert Jonathan Lethem die paranoide Kunst des Thomas Pynchon.

Heiter, gesellig, positiv

10.09.2013. In The New Republic antwortet Leon Wieseltier auf Steven Pinkers Empfehlung auf die Geisteswissenschaften, etwas wissenschaftlicher zu arbeiten. In Le Monde plädieren Tzvetan Todorov und Edgar Morin für aktives Nichtstun in Syrien. Im BBC Magazine erzählt David Good, wie er seine Mutter bei den Yanomami suchte. In Eurozine schildert Sergej Khazow die schwierige Lage Homosexueller in Russland. Der Rolling Stone porträtiert Ex-Anonymous-Sprecher Barrett Brown, dem gerade 105 Jahre Haft drohen. Arnon Grunberg ist für den Believer nach Thessaloniki gefahren. Die NYT porträtiert den Retter der Milliarden-Dollar-Entwicklungshilfeindustrie, den ruandischen Staatspräsidenten Paul Kagame.

Anrecht auf eine echte Debatte

03.09.2013. Das New York Magazine berichtet, wie die New Yorker Polizei zusammen mit der CIA die Muslime in New York überwacht. The Nation liest die Schriften Albert Camus' zu Algerien und meint: Der Mann hat sich geirrt. In Open Democracy erfahren wir - fast - was die Syrer wollen. Harper's mietet sich eine Kuschlerin für ein Nickerchen in einem japanischen Co-Schlaf-Café. In Elet es Irodalom wehren sich Péter Esterházy und Péter Nádas gegen Vorwürfe, sie hätten mit Politikern der Kadar-Ära kooperiert. Die NYT empfiehlt vier französische Fernsehserien.

Und hören Sie auf zu jammern!

27.08.2013. In National Geographic schildert Jonathan Franzen die Jagd auf Singvögel in Albanien und Ägypten. HVG stellt den ungarisch-französischen Philosophen György Politzer vor. Im Guardian sieht die ägyptische Schriftstellerin Ahdaf Soueif nur noch Militär. In Le Point hat BHL keinerlei Sympathie für die ägyptischen Generäle. LA Weekly untersucht den Tod des investigativen Journalisten Michael Hastings. Die London Review feiert die modernistische Morgendämmerung in Form der Mods, das Men's Journal in Form des Bops. Das New York Magazine spürt Thomas Pynchon nach und bereitet uns auf phantastische Masturbationsszenen im neuen Film von Scorsese vor.

Kumulative Komplexität

20.08.2013. In der Huffington Post erklärt Gilles Kepel, welchen gravierenden Fehler Mohammed Mursi gemacht hat. Eurozine bewundert die Respektlosigkeit Witold Gombrowiczs in seinen intimen Tagebüchern. Elet es Irodalom besucht das "andere" Ungarn. Fast Company probiert den neuen Lebensmittelservice von Amazon aus. In La Repubblica erzählt der Animationsfilmer Hayao Miyazaki vom Zweiten Weltkrieg. In El Pais Semanal singt Javier Cercas ein Loblied auf Deutschland. The Atlantic untersucht Vor- und Nachteile des Drohnenkriegs. In der NYT schildert die Dokumentarfilmerin Laura Poitras ihre Erfahrungen mit den Geheimdiensten.

Mit der Strenge einer Linie

13.08.2013. Detroit verkauft keine Kunst, versichert Le Monde. In La Repubblica blickt der Historiker Marco Revelli in das schwarze Loch, das die radikale Linke hinterlassen hat. Magyar Narancs blickt auf ungarische Auswanderer. Das New York Magazine porträtiert den Designer Narciso Rodriguez. Cabinet fragt sich mit Giacomo Leopardi, ob der Tod auch nur eine Mode ist. In The New Republic fragt Steven Pinker: Was haben die Geisteswissenschaften denn Neues zu bieten?

Das böse Ding

06.08.2013. Das TLS stellt einen Film der saudischen Regisseurin Haifaa al-Mansour vor. Im Merkur beschreibt Stephan Wackwitz die Besenrevolution in Georgien. The New Republic erzählt, wie in Israel aus orthodox-jüdischen Frauen Feministinnen werden. The Nation beklagt das Schweigen der Linken beim Prozess gegen Bradley Manning. Im Espresso singt Roberto Saviano eine Hommage auf die iranische Schwimmerin Elham Asghari. Newsweek hört die Albträume der liberischen ehemaligen Kindersoldatin Mary. In Open Democracy erklärt Quentin Skinner, warum Überwachung nicht nur die Privatsphäre zerstört, sondern auch die Freiheit. Die NYT besucht die Familie King.

Ach, Glass!

30.07.2013. Die LRB beschreibt die Spaltung Ägyptens. Micromega porträtiert den neuen Papst. Vice konstatiert, dass pädophile Priester von der Katholischen Kirche besser versorgt werden als Nonnen. Salon schildert die zivilisierende Wirkung von Gruppensex. Slate.fr sucht ein Taxi in Paris. El Pais Semanal hebt die Moral der Zwangsgeräumten. In The Brooklyn Rail spricht Joshua Oppenheimer über seinen gefeierten Dokumentarfilm "The Act of Killing". Das TLS begutachtet den sportlich-industriellen Komplex rund ums Cricket.