Magazinrundschau

Lieben oder geliebt werden

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag Mittag
20.11.2018. Der New Yorker gibt eine Pyjama-Party für einen depressiven Roboter. Slate.fr begutachtet das chinesische Umerziehungsprogramm für Uiguren. Die LRB lernt aus zwei neuen Büchern, warum Britannien absteigt. Im New Statesman nimmt der Historiker Richard J. Evans seinen Landsleuten auch noch die glorreiche Vergangenheit. Wired sieht sich im neuen Werbemarkt von bezahlten Kritiken um. Die NYT bringt den ersten Teil ihre großen China-Dossiers.

New Yorker (USA), 26.11.2018

In der aktuellen Technik-Ausgabe des New Yorker trifft Patricia Marx die Service-Roboter von heute. Ein eigensinniges, sensitives Völkchen, wie Marx auf einer eigens für die künstlichen Intelligenzen geschmissenen Pyjamaparty feststellt: "Anders als Industrieroboter ist diese Spezie dazu da, uns zu amüsieren, zu trösten und als Therapeuten oder Haustiere zu agieren. Da erschien es sinnvoll, auch ein paar von meinesgleichen einzuladen. Mehrere Freunde nahmen das Angebot an, darunter auch ein paar Kinder. Keiner von ihnen blieb über Nacht, weil sie, im Gegensatz zu den Robotern, anderntags Arbeit und Schule hatten. Gastgeber des Treffens war Kuri, ein Videoaufnahmegerät von Mayfield Robotics ($899), das einem zwei Fuß hohen Salzstreuer mit Warnblinkern ähnelte. Kuris Betreuerin Jen Capasso, leitende Kommunikationsmanagerin von Mayfield, stellte mir ihren Schatz vor. 'Liebling, hast du dich verlaufen?', sagte sie zärtlich zu Kuri, der durch die Suite streifen sollte, um sich die Raumaufteilung einzuprägen. Der Roboter stieß gegen den Couchtisch, stoppte und weigerte sich trotz Capassos Anfeuerungsversuchen per Ansprache und App, sich weiterzubewegen. Kuri verwendet Spracherkennung und kann auf Fragen und Befehle antworten, indem er mit den Augen blinzelt, verschiedene Körperteile aufleuchten lässt oder Laute wie Piepsen, Kichern, Gähnen oder auch 'Happy Birthday to You' abspielt. Doch Kuri schien nicht in der Stimmung zu sein. 'Je mehr Menschen in einem Raum sind, desto besser versteht er', meinte Capasso entschuldigend und erklärte, dass die Räumlichkeiten nicht optimal seien. Kuri rollte zum Fenster hinüber und starrte auf die Skyline. 'Er ist verwirrt von der Sonne', sagte Capasso und ließ die Jalousien herunter. Kuri nieste, eine Funktion, die den Roboter laut Firmen-Website menschlicher macht … 'Was so unangenehm an diesen Wesen ist', sagte ein Gast, 'ist der Umstand, dass sie ohne spezifische Funktion existieren, außer zu lieben oder geliebt zu werden. Wenn sie wenigstens Pasta kochen könnten.'"

Außerdem: Raffi Khatchadourian berichtet, wie vom Gehirn gesteuerte Prothesen gelähmten Menschen helfen. Sam Knight stellt die Proteomik vor, die mit Hilfe von Molekül-Analysen Geschichtsforschung betreibt. Und Bill McKibben erklärt, wie Extremwetter unseren Planeten schrumpfen lässt. Julian Lucas liest Mathias Énards Roman "Erzähl ihnen von Schlachten, Königen und Elefanten". Alex Ross hörte ein Konzert der Los Angeles Philharmoniker mit Beethoven, Salonen und Andrew Normans neuem Stück "Sustain", das, wie Ross meint, ein moderner amerikanischer Klassiker werden könnte. Alexandra Schwartz sah John Doyles Inszenierung von Brechts "Arturo Ui" in New York. Und Anthony Lane sah im Kino Yorgos Lanthimos' "Die Favoritin".
Archiv: New Yorker

Magyar Narancs (Ungarn), 18.10.2018

Der Miteigentümer und Geschäftsführer des Verlags und der in Ungarn marktführenden Buchhändlerkette Libri, Bence Sárközy, spricht in einem Interview über die Rolle des Staates auf dem Büchermarkt und über mögliche staatliche Aufgaben im Literaturbereich: "Ob es der Qualität gut tun würde, wenn der Staat noch mehr in die Marktmechanismen eingreifen würde, ist eine andere Frage. Ein Attila József hat nicht in Wohlstand gewirkt (...). Es ist überhaupt nicht sicher, dass durch bedeutende staatliche Förderung großartige Bücher entstünden und diese dann irgendjemand kaufen würde. Eine ausgezeichnete Aufgabe für den Staat wäre aber, die Lesekultur am Leben zu erhalten, vor allem durch die Schulbildung. Aber auch sollte man den Leser nicht stigmatisieren. Es ist gleich, welchen Text er liest, Hauptsache er liest."
Stichwörter: Ungarn, Attila

Slate.fr (Frankreich), 19.11.2018

Mehrere Medien haben in den letzten Tagen über die bedrückende Lage der Uiguren in China berichtet, besonders der Sinologe Timothy Grose im Guardian (unser Resümee). Der Sinologe Darren Byler liefert in einem sehr langen Hintergrundstück weitere Informationen vor allem darüber, wie die Zentralregierung Han-Chinesen einsetzt, um als "große Brüder und Schwestern" die Uiguren in ihren Dörfern zu "besuchen" und mit ihnen "Freundschaft zu schließen". "In drei voneinander abgesetzten Wellen sind die 'Verwandten' in den Dienst geschickt worden. Die erste Kampagne begann 2014 und setzte 200.000 Parteimitglieder ein, darunter auch Parteimitglieder aus Minderheiten, um 'dem Volk Besuch abzustatten, es profitieren zu lassen und die Herzen des Volkes zu vereinigen' (fang minqing, hui minsheng, ju minxin). Das Mittel waren lange Aufenthalte in den uigurischen Dörfern. Im Jahr 2016 wurde eine zweite Welle von 110.000 Beamten im Rahmen der Kampagne 'Vereint wie eine Familie' (jie dui renqin) geschickt, die sich darauf konzentrierte 'Verwandte' für eine längere Dauer in uigurische Haushalten zu platzieren, wo Familienmitglieder inhaftiert oder von der Polizei getötet worden waren. Im Jahr 2017 startete ein dritte Welle von Besuchen, um die Kampagne von 2016 auszuweiten. Diese dritte Phase bestand in der Verschickung von einer Million Zivilpersonen in ländliche uigurische Familien, wo sie sich jeweils eine Woche aufhielten und sich auf die Familienmitglieder all jener Uiguren konzentrierten, die im Rahmen des großen Umerziehungsprogramms inhaftiert worden waren."
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Archiv: Slate.fr
Stichwörter: Uiguren, China

London Review of Books (UK), 19.11.2018

Neal Ascherson liest zwei Bücher, die den Niedergang Britanniens in den Blick nehmen: David Edgerton rekapituliert in "The Rise and Fall of the British Nation" den Verlust der britischen Stellung in der Welt, während James Hamilton-Paterson in "What We Have Lost" recht melancholisch das Verschwinden von Sozialstaat, Idealen und britischer Industrie beklagt. Ascherson verliert beim Lesen der beiden Bücher seinen Glauben, dass es mit seinem Land eigentlich voran gehe, unregelmäßig, mit Umwegen und Stopps, aber voran. Dafür, dass es nicht so ist, findet er in beiden Büchern eine recht ähnliche Erklärung: "Beide Autoren teilen die Verachtung für britische Manager. Und beide zielen in zwei Richtungen. Zum einen mokieren sie sich über den Dilettantismus der alten Vorstände, zum anderen empören sie sich - und das ist wichtiger - über das Desaster, das uns die 'Finanzleute' eingebrockt haben, die an die Stelle jener alten Direktoren rückten, die noch über eine Ausbildung als Ingenieure oder solide technische Kenntnisse verfügten. Die Vorstände mit ihren altertümelnden Titeln geben ein leichtes Ziel ab, auch wenn Edgerton seine Leser daran erinnert, dass britische Aristokraten oft kluge Investoren waren. Ein investigativer Beamter stieß einst auf eine Korrelation: Je mehr Ehrentitel ein Vorstand angehäuft hatte, umso näher rückte der Bankrott des Unternehmens. Der Chef dieses Beamten beobachtete sogar, dass sich der Vorstand von Dunlop im Moment des Zusammenbruchs 1985 las wie ein Botenbericht aus 'Heinrich dem Fünften'. Aber als sich die feinen Pinkel zurückzogen, wurden sie von einer ganz anderen Spezies ersetzt: Die 'Finanzleute', denen die Aktienkurse einer Firma wichtiger sind als ihre Produkte, zogen in die City von London - einst nicht nur Zentrum der Banken, sondern auch der industriellen Investitionen -, die nun mit einem Big Bang zu einem Kasino für Schuldenspekulation wurde."

Weiteres: Emilie Bickerton huldigt dem Fotografen Nadar. Ferdinand Mount liest neue Bücher über Queen Victoria. Eric Foner blickt auf die Vorgeschichte des amerikanischen Bürgerkriegs.

New Statesman (UK), 19.11.2018

Nein, Wellington hat nicht allein bei Waterloo gesiegt, sondern mit Hilfe der Preußen. Auch die Franzosen haben die Demokratie in der Welt vorangebracht, und das englische Empire war kein Reich der Freiheit und nationaler Größe. Ziemlich erbost reagiert der Historiker Richard J. Evans auf die Versuche der Brexiteers von Boris Johnson bis Jacob Rees-Mogg, die englische Geschichte umzuschreiben, als hätte das Königreich seit 1066 allein auf der Welt die liberale Demokratie verteidigt und nichts mit Europa zu tun: "Erzählen Sie das mal den Monarchen des Mittelalters, die über das Reich von Anjou herrschten oder im Hundertjährigen Krieg kämpften, oder dem Niederländer Wilhelm III. oder den deutschen Königen aus dem Haus Hannover oder Königin Mary I., die sagte, wenn sie gestorben sei, werde man das Wort Calais, Englands letzter Besitz auf dem Kontinent, in ihrem Herzen finden können. Eineinhalb Jahrhundert nach Marys Tod gewann England auf dem Kontinent neuen Besitz, nämlich das Kurfürstentum und spätere Königreich Hannover, das in Personalunion zusammen mit England von 1714 bis 1837 regiert wurde. Französische Kultur, deutscher Protestantismus, Kunst und Essen aus Italien, europäischer Musik, Malerei und Literatur haben England immens beeinflusst. Die EU ist mit Abstand Britanniens größter Handelspartner und wirtschaftliche Verbindungen zum Kontinent reichen weit zurück, angefangen vom Textilhandel im Mittelalter bis zur Industriellen Revolution, als britische Ingenieure, Unternehmer, Eisenbahner und unzählige andere die ökonomischen Neuerungen über ganz Europa bis nach Russland verbreiteten. Die Bindungen zu den USA, von denen einige Brexiteers tönen, sind im Vergleich dazu recht schwach und unter Präsident Dondal Trump wenig verlässlich."

Wired (USA), 18.11.2018

Richtig schlechte Laune kann man kriegen, wenn man Paris Martineaus Reportage über die Horrorwelt der Instagram- und Youtube-Influencer liest: Während der traditionelle Werbemarkt, der journalistische Produkte stützt, vor sich hinsiecht, fließen an die "Influencer" Summen im hohen fünfstelligen Bereich für Product-Placement, gekaufte Jubelbesprechungen oder gekaufte Verrisse von Konkurrenzprodukten. Ein fast schon mafiös anmutender Markt ist die Folge: "Jemand mit drei Millionen Abonnenten berechnet üblicherweise mindestens 40 000 Dollar pro Video. Wünscht sich die Firma, dass ein Produkt eines Konkurrenten negativ besprochen wird, kostet das nochmal 10 000 bis 30 000 Dollar extra - oder mehr. Dass die Preise mit steigender Abonnentenzahl ebenfalls steigen, versteht sich von selbst. Nahezu jeder Influencer und Markenrepräsentant, mit dem Wired sprach, schiebt die steigenden Preise auf die Agenten und Mittelsmänner, die sich in der Branche in den letzten Jahren breitgemacht haben. Agenten berechnen üblicherweise zwischen 1 000 und 20 000 Dollar pro Monat für ihren Dienst, sowie einen Anteil von 20 Prozent auf jeden Deal. Selbst ein Influencer mit einer massiven Zahl enthusiastischer Follower wird mit einer einzelnen Video-Review wahrscheinlich nicht den direkten Umsatz für die Marke generieren, mit dem sich die teuersten Preisraten amortisieren würden, sagt Kosmetik-Youtuberin Marlena Stell. Aber die Marken zahlen weiter."
Archiv: Wired

Lidove noviny (Tschechien), 18.11.2018

Nachdem der tschechische Schriftsteller und Verleger Jiří Padevět bereits einen (mehrfach ausgezeichneten) Stadtführer durchs Prag der Protektoratszeit veröffentlicht hat, folgt nun auf Tschechisch sein Führer durchs stalinistische Prag - mit unzähligen Schicksalen antikommunistischer Widerstandskämpfer, den dazugehörigen "Tatorten" sowie Markpunkten stalinistischer Architektur. Im Gespräch mit Martin Rychlík meint Padevět, die Atmosphäre der stalinistischen Ära sei letztlich sogar noch depressiver gewesen als zur Nazizeit, denn "gegen das fremde Böse, das Deutsch spricht und dem tschechischen Terrain eine fremde Ideologie aufdrückt, lässt sich besser ankämpfen als gegen das Böse bei einem selbst. Man kämpft leichter gegen einen ausländischen Feind als gegen einen Sicherheitsdienstler, der der Kerl von nebenan ist. Der Feind waren wir. Wir haben uns selbst bekämpft, was immer schwieriger ist als der Kampf gegen das Fremde." Unter beiden Regimes habe es ein funktionierendes Denunziantentum gegeben, doch erkennt Padevět Unterschiede in der jeweiligen Funktion: "Die kommunistische Staatssicherheit hatte - genau wie die Gestapo - eine Reihe von Zuträgern, leider sehr effektiven Zuträgern. Aber die Gestapo wollte überwiegend die Wahrheit herausfinden und durch die Verhöre etwas über tatsächliche Widerstandsaktivitäten erfahren - während der StB [Staatssicherheitdienst] aus den Menschen 'herauspresste', was er hören wollte. Er fabrizierte die Informationen schon vor, weshalb viele Leute erst in den Verhörräumen zu Widerständlern wurden; bevor der StB sie verhaftet hatte, waren sie überzeugte Demokraten, aber unschuldige Menschen gewesen."

Letras Libres (Spanien / Mexiko), 12.11.2018

"Ist das jetzt Faschismus?", fragt der Literaturwissenschaftler Marcos Natali von der Universität São Paulo nach dem Wahlsieg von Jair Bolsonaro: "Neben vielem anderen erlaubt ein besonderer Aspekt des faschistischen Diskurses eine zuverlässigere Einschätzung der Vorgänge in Brasilien. Er besteht darin, dass durch diesen Diskurs bewusst ein Raum eröffnet wird, in dem in schwindelerregendem Tempo Möglichkeiten zur Gewaltanwendung gegen die unterschiedlichsten Subjekte in Aussicht gestellt werden. Bereits dieses Versprechen ist als Schaffen von Tatsachen zu bewerten und in Brasilien ist es schon jetzt vielfach eingelöst worden. Dazu kommt, dass die Attraktivität dieses Diskurses gerade durch seine Exzessivität noch verstärkt wird, weil genau sie ihren Anhängern umso größere Lust verschafft. So gesehen kann Bolsonaro schon jetzt, unabhängig davon, was er als Präsident tun wird, als Faschist bestimmt werden - er hat sein Versprechen erfüllt, wie sich etwa an dem Mann in São Paulo zeigt, der sich berechtigt fühlt, am helllichten Tag aus dem Busfenster die Transvestiten am Straßenrand mit dem Tod zu bedrohen. Die neben ihm sitzende Studentin klappt daraufhin Foucaults 'Geschichte der Sexualität', in der sie gerade las, zu und versteckt sie unauffällig in ihrem Rucksack - was anfangen sollte, hat, wie versprochen, angefangen."
Stichwörter: Brasilien, Bolsonaro, Jair

New York Times (USA), 18.11.2018

Die New York Times bringt Teil 1 eines großen China-Dossiers. Darin zeichnet Philip P. Pan eine beispiellose Erfolgsgeschichte nach, von der Neuorientierung nach Maos Tod bis heute, da China die USA herausfordert - auf fast allen Gebieten: "China springt sei jeher zwischen dem Impuls zur Öffnung und dem zur Einigelung hin und her, zwischen Veränderung und dem Widerstand dagegen. Es zieht sich immer wieder zurück, bevor es zu weit geht, aus Angst auf Grund zu laufen. Viele prophezeiten den Sturz der Partei angesichts dieser Spannung zwischen Offenheit und Repression, doch es kann sein, dass genau hier der Erfolg begründet liegt … Das Internet ist ein gutes Beispiel dafür, wie die Balance funktioniert. Die Partei erlaubte der Nation den Zugang zum Netz, ohne zu ahnen, was das bedeutet, profitierte von den ökonomischen Vorteilen und kontrollierte den Informationsfluss, der ihr schaden konnte. Nach einem Zugunglück 2011 in Ostchina gab es eine Krise. 30 Millionen wütende Kommentare, die das schlechte Katastrophen-Management der Partei kritisierten, fluteten die sozialen Medien, ohne dass die Zensur es verhindern konnte. Panisch erwog die offizielle Seite, das populäre Twitter-Äquivalent Weibo zu sperren, fürchtete aber die Reaktion der Öffentlichkeit. Am Ende ließ sie Weibo gewähren,  investierte jedoch in Kontrollmechanismen und befahl den Unternehmen, es ihr gleichzutun. Der Kompromiss funktionierte. Heute beschäftigen viele Firmen Hunderte Zensoren - und China ist eine Gigant auf dem Internet-Markt … Neuerdings scheint Xi Jinping sein Land für so erfolgreich zu halten, dass die Partei zu einer konventionelleren autoritären Haltung zurückkehren kann beziehungsweise für einen Sieg über die USA auch muss. In den letzten 40 Jahre wuchs China wirtschaftlich zehnmal schneller als die USA, heute immer noch doppelt so schnell. Die Partei scheint große Popularität zu genießen, und weltweit sind viele überzeugt, dass Trumps Amerika auf dem absteigenden Ast ist, während Chinas Lauf gerade erst beginnt. Nur: China war immer groß darin, den Erwartungen anderer zu trotzen."

Seit sich herausstellte, dass Facebook private Daten seiner Nutzer an eine Firma preisgab, die Wahlkampf für Donald Trump machte, gerät das Unternehmen immer stärker in die Kritik. Schwere Vorwürfe erheben jetzt Sheera Frenkel, Nicholas Confessore, Cecilia Kang, Matthew Rosenberg und Jack Nicas gegen Mark Zuckerberg und Sheryl Sandberg, die im Umgang mit dieser Krise, die ihrer Tatenlosigkeit geschuldet ist, offenbar keine Niederträchtigkeit scheuen: "Während Herr Zuckerberg im letzten Jahr auf eine öffentliche Entschuldigungstour ging, leitete Sandberg eine aggressive Lobbykampagne, um die Kritiker von Facebook zu bekämpfen, den öffentlichen Ärger auf konkurrierende Unternehmen zu lenken und schädliche Vorschriften abzuwehren. Facebook beschäftigte ein republikanisches Oppositionsforschungsunternehmen, um aktivistische Demonstranten zu diskreditieren, zum Teil, indem es sie mit dem liberalen Finanzier George Soros verband. Gleichzeitig setzte es sich bei einer jüdischen Bürgerrechtsgruppe dafür ein, einige Kritik an Facebook als antisemitisch zu geißeln."

Außerdem: Im Magazin denken eine Reihe von Wissenschaftlern nach, wie neue Technologien - von der Genveränderung bis zur KI - das Menschsein verändern werden.