Magazinrundschau

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag Mittag

Sie waren alle meine Freunde

14.06.2022. Eurozine erzählt die Geschichte ethnischer Minderheiten in der Ukraine. Im Interview mit Wired stellt Ukraines Präsident Selenski die dritte Armee seines Landes vor. In Pritomnost denkt Jacques Rupnik darüber nach, was Mittel- und was Osteuropa ist. Die New York Times erklärt die Arbeitsweise von Ruangrupa. In Words without Borders betrachtet Olga Tokarczuk die Entwicklung des neuen Menschen. Der New Yorker porträtiert die neue Hoffnung der lateinamerikanischen Linken: Chiles 36-jährigen Präsidenten Gabriel Boric. Die kalifornische Linke dagegen verspielt gerade jede Hoffnung, die in sie gesetzt wurde, beobachtet The Atlantic.

Von pervers zu produktiv pervers

31.05.2022. In Granta erkundet Jason Allen-Paisant den Rhythmus von Port-au-Prince. Artforum erkundet mit Che Onejoon den Einfluss nordkoreanischer Kunst in Afrika. Ungarn ist heute die lustigste Baracke von Gazprom, seufzt Elet es Irodalom. In Eurozine beschreibt Rumena Filipova, wie Bulgarien seinen Platz zwischen Westeuropa und Russland sucht. Im New Statesman wünschte John Gray, jemand hätte einen Plan für das postglobale Zeitalter. Himal würdigt die Ästhetik des Exzesses in der Punjabi-Tradition des südostasiatischen Kinos.

Nach der Musik wollen wir Sinn

24.05.2022. Warum der Kosovo-Krieg Wladimir Putin keine Legitimation für seinen Angriff auf die Ukraine gibt, erklärt in Osteuropa die Völkerrechtlerin Angelika Nussberger. Desk Russie staunt über den Papst, der sich lieber mit dem russischen Patriarchen verbündet als mit dem ukrainischen. Der American Spectator erinnert an sehr abfällige Verse Brodskys und Puschkins über die Ukraine. Elet es Irodalom und iLiteratura beschäftigen sich mit der Frage, wie frei ein Dichter sein muss und wie ehrlich man damit umgehen muss. Auf Nonsite kritisiert Soziologin Zine Magubane die Critical Race Theory aus marxistischer Perspektive. Die New York Times erzählt die Geschichte der Ausbeutung Haitis.

Penny an der Tür

17.05.2022. The Atlantic staunt: Die Rechte hat den Frauen den Krieg erklärt, und die Linke will in der Abtreibungsdebatte das Wort "Frauen" nicht benutzen. Chinesische Studenten sind oft alte Seelen, lernt der New Yorker. Russische Studenten sind oft Kinder, lernt Deník Referendum. Die LRB macht die kaum regulierten Rohstoffmärkte verantwortlich für den globalen Hunger. Die New York Times erzählt, wie man seinen Körper nur mit dem Hirn und ein paar Elektroden im Cortex steuert. Wired untersucht das blockchainbasierte Web3.

Mehr als dreißigtausend Reden

10.05.2022. Der New Yorker begibt sich ins Kriegsgebiet Ukraine, wo vor allem zivile Einrichtungen bombardiert werden. In Soziopolis erklärt Osteuropa-Experte Manfred Sapper, wie sehr Putins Weltbild in den Siebzigern verankert ist. New Lines findet die Verantwortlichen für ein Massaker in Syrien. Wired porträtiert den größten Konkurrenten von Zara, H&M und bald vielleicht sogar Amazon: den chinesischen Onlinehändler Shein. Die London Review lässt sich von Richard Butterwick in die Welt der herrlich streitsüchtigen und exzentrischen Szlachta führen.

Ein Zuckerbergsches Pornoversum

03.05.2022. Rest of World lernt, wie man das Internet abschaltet - und es kostet nur 6000 Dollar! Harper's sieht in Las Vegas unsere sexuelle Zukunft. Der Guardian lässt sich erklären, warum Igbo gewissermaßen traditionell jüdisch sind. In Atlantic denkt Peter Pomerantsev über eine demokratische Reeducation der Russen nach. Im Merkur erklärt Steffen Martus, was richtig schlechte Laune macht: Moral ohne Arbeit. Die LRB erkundet die Realität der Landwirtschaft. GQ besucht einen Stamm der digitalen Nomaden auf Madeira.

Wie eine Waffe

26.04.2022. Der New Yorker erzählt in einer epischen Reportage, wie kommerzielle Spionagesoftware mit dem Einverständnis auch westlicher Regierungen gegen die eigenen Bürger eingesetzt wird. Osteuropa erklärt, warum die Zerstörung Mariupols schon mit der Annexion der Krim begann. In Eurozine fordert der belarussische Lyriker und Philosoph Ihar Babkou den Westen auf, endlich die postkolonialen Theorien der Osteuropäer zu Russland zur Kenntnis zu nehmen. Himal würdigt die Filmgeschichte Sri Lankas im Allgemeinen und die Filme von Sumitra Peries im Besonderen. Die London Review berichtet vom Lockdown in Shanghai.

Russisches Kriegsschiff, verpiss dich

12.04.2022. In der NY Review of Books schreibt die Historikerin Erin Maglaque über die Historikerin Maureen Quilligan und ihr Buch "When Women Ruled the World".  Sie dürfte sich jetzt ärgern. Im New Yorker begutachtet Masha Gessen, das Projekt für ein Mahnmal in Babyn Jar - es wird von Oligarchen finanziert, die ihr Geld in Russland machten. Aber ist es darum falsch? In Osteuropa erzählt Volodymyr Kulyk, warum Osteuropäer es langsam satt haben, zwischen guten und bösen Russen zu unterscheiden. En attendant Nadeau geht mit Yannis Kiurtsakis nach Griechenland.

Wie ein schnarchender Roboter

05.04.2022. Putin und Dugin erinnern Magdalena Platzová in iLiteratura.cz an all jene verkrachten Gestalten, "die seit je mit alkoholvernebeltem Kopf oder in religiöser Verwirrung oder beidem durch die russische Literatur wanken". Atlantic besucht die neuen Engelmacherinnen in den USA und testet ihre Maschinen. In La Vie des Idées macht Militärhistoriker Bruno Cabanes klar, dass eine Geschichte des Kriegs eine Kulturgeschichte sein muss. Magyar Narancs hofft, dass sich die EU mit Orban keinen Taschen-Putin züchtet.

Wie man einen Raum betritt

29.03.2022. Die New York Times fragt, wie Putin möglich wurde und zitiert peinliche deutsche Diplomaten. Zensoren sind nicht einfach böse, schreibt Ariel Dorfman in der LRB - das Verhältnis von Zensierten und Zensierenden ist wesentlich komplizierter. In Cesky rozhlas erzählt die tschechische Autorin ukrainischer Herkunft Marie Iljaschenko, wie sich der Krieg aus Ferne für sie anfühlt. Für La Règle du Jeu interviewt Bill Clinton Bernard-Henri Lévy.

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