Heute in den Feuilletons

Wir flogen Business Class

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
17.06.2008. In der SZ lobt Jürgen Habermas die Iren für ihr Nein und fordert Referenden in ganz Europa. Außerdem ist die Zeitung unzufrieden: Die Städte werden hübscher, aber niemand kann sich mehr leisten, in ihnen zu wohnen. Die Welt unternimmt einen Rundgang durch europäische Opernhäuser und empfiehlt Umbau. Auch die taz war mit Daniel Barenboim in Buenos Aires. Und sie sagt auch, wer's bezahlt hat. Die FAZ informiert über die IM-Tätigkeit Lech Walesas in den siebziger Jahren.

Berliner Zeitung, 17.06.2008

Die Literaturwissenschaftlerin Sylke Kirschnick antwortet auf den wütenden Artikel des Germanisten Dieter Schlenstedt, der in den Enthüllungen über Erwin Strittmatter eine bloße Entsorgung des gloriosen DDR-Antifaschismus sah: "Die Verstrickungen Ostdeutscher in die nationalsozialistische Diktatur sind seit Jahrzehnten bekannt. Ebenso die widersprüchliche Natur des DDR-Antifaschismus. Geredet wird darüber noch immer viel zu selten."

Welt, 17.06.2008

Anlässlich des Berliner Staatsopernstreits unternimmt Manuel Brug einen informativen Rundgang durch die europäischen Opernhäuser und findet so gut wie keins unverändert: "In der Opera de Lyon riss 1993 Jean Nouvel bis auf das Hauptfoyer das Innenleben heraus, setzte Plastik, Aluminium und eine schwarze Zuschauerhöhle hinein. Zudem überwölbte er das Haus mit einer schwarzen, nachts rot strahlenden Stahltonne. Über 40 Prozent der dortigen Besucher sind inzwischen unter 30 Jahre alt."

Weitere Artikel: Hendrik Werner stellt in der Leitglosse ein Buch der Autoren Thomas Cathcart und Daniel Klein mit philosophischen Witzen vor. Thomas Lindemann schreibt zum Tod des Jazzpianisten Esbjörn Svensson, der im Alter von 44 Jahren bei einem Tauchunfall ums Leben kam. Auch der Berliner Architekt Mark Braun, der Assistent Norman Fosters beim Umbau des Reichstags, ist im Alter von nur 46 Jahren gestorben - er wird von Rainer Haubrich gewürdigt. Michael Pilz freut sich über das notorische Wiedergängertum von Metal-Bands wie Judas Priest. Hannes Stein besucht den Community Bookstore in Brooklyn. Ulrich Baron schreibt einen Abgesang auf das Postamt. Gerhard Midding schreibt die Serie über die Idee eines Pflichtexemplars für Filme fort und betrachtet die Situation in Frankreich, wo ein depot legal für Filmkopien seit 1977 besteht. Leni Höllerer besucht den Ausgrabungsort des Palastes von Kaiser Augustus in Rom, der größer zu sein scheint als bisher angenommen.

Gemeldet wird, dass sich Aufbau-Verleger Bernd F. Lunkewitz und der Insolvenzverwalter Joachim Voigt-Salus zu einem "Konstruktiven Gespräch" getroffen haben.

NZZ, 17.06.2008

In seiner Besprechung von Giorgio Agambens Buch "Die Sprache und der Tod" hält Jochen Hörisch noch einmal fest: "Dass Sein zeitlich verfasst ist und deshalb alles Seiende, menschliches Dasein ausdrücklich eingeschlossen, negiert, vulgo: dass alles endet und sterbliche Menschen, die wissen, dass sie einst gelebt haben werden, eben dies erfahren, ist die Möglichkeitsbedingung von Sprache und Sinn." Klaro!

Weitere Artikel: Joachim Güntner berichtet vom Freiburger Streit um den in den Badische- Zeitung-Preis umgewandelten Gerhard-Ritter-Preis, der ein wahres "Gesinnungsbeben" in der badischen Provinz ausgelöst hat. Leere Plätze in der Oper - na klar: war ja auch Fußball. Peter Hagmann hielt die Premiere von Händels Oper "Rinaldo" im Opernhaus Zürich trotzdem durch, wo ihn die "seltsame Eintönigkeit" der Inszenierung schnell ermüdete. Aldo Keel erinnert an Norwegens Nationaldichter Henrik Wergeland, der vor zweihundert Jahren geboren wurde und bereits mit 37 Jahren starb. Stefan Hentz schreibt zum Tod des Jazzpianisten Esbjörn Svensson.

Martin Krumbolz bespricht Paul Nizons Journal "Die Zettel des Kuriers", worin Nizon fetstellte, "was der 'wahre Schriftsteller' bedeutet: 'das Saftigste, Schönste, Männlichste, das schlichtweg Legendäre'". Asli Erdogans Roman "Die Stadt mit der roten Pelerine", Ketil Björnstads Roman "Oda" über die Malerin Oda Krohg und ein Band über den Basler Landschaftsarchitekt August Künzel "Vom Ort zur Landschaft" (mehr dazu in unserer Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).
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FR, 17.06.2008

Peter Michalzik hat die Wiedereröffnung des Münchner Cuvillies-Theaters mit Dieter Dorns Inszenierung von Mozarts "Idomeneo" umgehauen. Die Zuschauer saßen auf der Bühne und hatten den Rokoko-Saal vor sich: "Man sitzt zunächst geplättet da und glotzt in eine goldene Höhle."

Weitere Artikel: Christian Thomas unterhält sich mit dem Kurator Oliver Elser über die Ausstellung zu Simon Ungers Werken im DAM. Erbarmungslos will er Ungers letzte Entwürfe nicht nennen, eher "sehnsuchtsvoll": "Erbarmungslos ist doch eher, was uns aus Dubai, Astana oder China an Entwürfen erreicht." Christian Schlüter macht uns in Times Mager bewusst, wie unerbittlich aber auch gnädig der große Schredder sein kann. Jörg Plath hält die gestrigen Entwicklungen im Drama um den Aufbau-Verlag fest. Klaus von Seckendorff war auf dem "Südtirol Jazzfestival". Hans-Jürgen Linke schreibt zum Tod des schwedischen Komponisten und Jazzpianisten Esbjörn Svensson.

Besprochen werden Douglas Gordons und Philippe Parrenos Zinedine-Zidane-Filmgemälde in der Berliner daad-Galerie, eine Andreas-Gursky-Ausstellung mit Fotografien des Frankfurter Cocoon Club im Museum für Moderne Kunst und Nick Hornbys Roman "Slam" (siehe auch unsere Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

Aus den Blogs, 17.06.2008

Thomas Knüwer nimmt in Indiskretion Ehrensache Stellung zm kuriosen Streit um Suchmaschinenoptimierung zwischen sueddeutsche.de und welt.de. Vor allem aber findet er es nicht korrekt, wenn sich Webseiten von Zeitungen per Google Ads künstliche Reichweite erkaufen: "Es ist ein Stück Betrug am Anzeigenkunden, der mit Mindestreichweiten gelockt wird. Das Zukaufen von Besuchern über Google-Anzeigen entspricht einem alten Print-Vorgehen: dem Vertrieb von Bordexemplaren. Für diese zahlen die Fluggesellschaften symbolische Beiträge. Und entsprechend gibt es reichlich Leser, die die Blätter manchmal lesen, manchmal einfach durchblättern."

Auch lesenswert: ein medienkritischer Artikel von Wolfgang Röhl über die medienkritische NDR-Sendung zapp.
Stichwörter: Google, NDR, Zeitungen

SZ, 17.06.2008

Ausgerechnet diesen Artikel haben wir übersehen. Jürgen Habermas würdigt das Nein der Iren. Der Preis für Europas Erweiterungspolitik sei zu hoch gewesen, meint Habermas, nämlich die fehlende Gestaltungskraft: "Der Geleitzug, worin der Langsamste das Tempo bestimmt, hat Europa weit gebracht. Von nun an ist es die falsche Gangart. Schon Innenminister Wolfgang Schäubles Vorschlag der Direktwahl eines Unionspräsidenten geht weit über den zögerlichen Lissabonner Vertrag hinaus. Der Ministerrat sollte über seinen Schatten springen und mit den nächsten Europawahlen ein Referendum verbinden. Die Fragestellung müsste hinreichend klar sein, um eine Richtungsentscheidung zu erlauben. Und die Bürger müssten am selben Tag nach demselben Verfahren zum selben Thema ihre Stimme abgeben können. Ein Fehler der bisherigen Referenden bestand darin, dass die Meinungsbildung im jeweiligen nationalen Kontext gefangen blieb. Mit Engagement und Glück könnte daraus eine Union der zwei Geschwindigkeiten hervorgehen, wenn sich die Länder, in denen das Referendum angenommen wird, zu einer engeren Kooperation auf Gebieten der Außen- und Sicherheits- sowie der Wirtschafts- und Sozialpolitik zusammenschließen."

Gerhard Matzig macht sich Gedanken über den neuen Stadtboom mit den dazugehörigen Luxusquartieren in Berlin, München oder Stuttgart. Die Städte werden zwar architektonisch neu belebt, nur leisten kann sie sich kaum noch einer. "Familien mit Kindern oder einkommensschwächere Senioren bleiben demnach ausgeschlossen von der neuen Urbanität. Da ihr Lebensraum, die Vororte, aber bedroht ist - Stadtsoziologen sprechen von den Problemgebieten von morgen -, haben sie im Zuge der steigenden Mobilitätspreise nun ein zweifaches Problem: Die Innenstadt ist zum Wohnen zu teuer für sie - und das Pendeln von den Innenstädten, wo zunehmend die Arbeitsplätze der postindustriellen Gesellschaft angesiedelt sind, in die Außenräume können sie sich gleichfalls nicht mehr lange leisten."

Weitere Artikel: Der Liedermacher, Sänger und Filmregisseur Zülfü Livaneli (und hier) hielt zur Eröffnung der Biennale Bonn, die in diesem Jahr der Türkei gewidmet ist, die Eröffnungsrede, in der er sein "geliebtes, leidgeprüftes" und zutiefst gespaltenes Land vorstellt. Jörg Häntzschel meldet die Gewinner der Tony-Awards. Stsp. war bei der Sitzung des Berliner Kulturausschusses über den Umbau der Staatsoper, Herr Wowereit war Fußballgucken. In der "Zwischenzeit" denkt Wolfgang Schreiber mit Adorno über die Frage nach: Kann das Publikum wollen? Paul Philip Hanske berichtet über die Thomas-Pynchon-Tagung in München.

Besprochen werden die Ferdinand-Hodler-Ausstellung im Kunstmuseum Bern, John Dahls Filmkomödie "You Kill Me" mit Ben Kingsley, La Fura dels Baus Inszenierung von Richard Wagners "Siegfried" (Held des Abends war für Jörg Königsdorf der "stimmstarke" finnische Bassbariton Juha Uusitalo: "Uusitalo ist nach wie vor ein Göttervater in voller viriler Kraft, der jedoch auch genau die anrührenderen Seiten Wotans im Blick hat"), die Uraufführung von Roland Schimmelpfennigs "Idomeneus" durch Dieter Dorn im Münchner Cuvillies-Theater, eine Ausstellung der Entwürfe Alvar Aaltos in der Münchner Pinakothek der Moderne, das neue Album des deutschen Jazz-Pioniers Heinz Sauer und Bücher, nämlich Katharina Hagenas "tolles" Romandebüt "Der Geschmack von Apfelkernen" und Stefan Breuers Studie über "Die Völkischen in Deutschland", für Hans Mommsen "ein Standardwerk ersten Ranges" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

Der Qualitätsauftritt der SZ im Internet manifestiert sich heute morgen in einer "Kritik" zum neuesten Youtube-Video von Britney Spears, der Audio-Slide-Show "Verschwitzte Ikonen" und Artikeln von gestern und vorvorgestern. Hier der Link zum Artikel von Bernd F. Lunkewitz.

TAZ, 17.06.2008

Wie sich der von Gerhard Matzig in der SZ beschriebene neue Urbanismus in Berlin auswirkt, erzählen Johannes Gernert und Rolf Zöllner: Im Prenzlauer Berg ist gerade eine Grube für einen Neubau ausgehoben worden, ungefähr 500 Menschen werden dort wohnen. "Sie werden Feinkostläden wollen, Modeboutiquen und teure Cafes. Sie werden das alles zu ihren Townhouses, Garden Houses und Loggia-Villen dazukriegen - für 3.000 Euro aufwärts, pro Quadratmeter. Sechs Stockwerke werden aus der Grube wachsen. Mario Feist steht in kurzen, beigen Hosen zwischen Ikea-Sessel und Gummibaum, 43 Jahre alt, Sozialwissenschaftler. Durch seine runde Brille schaut er auf das Loch. 'Das wird ja nicht nur ein Block', sagt er, 'das wird ein kleines Wohngebiet.' Er ist nicht der Einzige in seiner Straße, der sich sorgt. Sie haben deshalb eine Initiative gegründet, AIM. Anlieger Initiative Marthashof. So soll das U-förmige Gebilde heißen. Sie wehren sich gegen den Baustaub und gegen die Höhe der Gebäude, die ihnen das Licht nehmen werden. Sie fürchten, dass in ihrem Kiez kein Platz mehr für sie sein könnte, weil sie sich diesen Platz nicht mehr leisten können."

Niklaus Hablützel wollte mit Daniel Barenboim und der Staatskapelle eigentlich das renovierte Teatro Colon in Buenos Aires wiedereröffnen. Das verzögert sich aber, und so finden Hablützel und die Staatskapelle sich auf Kosten des Sponsors BMW im Luna Park wieder, wo drei Tage die Kollegen von Megadeth gespielt haben. "Wir flogen Businessclass und logieren im besten Hotel, aber nun sitzen wir da mit Jetlag, im Kopf die Eindrücke einer überaus informativen, perfekt organisierten Stadtbesichtigung, und sind im falschen Saal gelandet, im ordinären Luna Park statt im Teatro Colon - das nun wirklich die größte Sehenswürdigkeit dieser Stadt ist. Aber für Daniel Barenboim gibt es keinen falschen Saal. Nur falsche Leute. Seine Staatskapelle spielt Wagner. Die Ouvertüre zu den Meistersingern ist kein Problem, sie macht unter jedem Dirigenten genügend Lärm. Schwieriger sind Vorspiel und Liebestod von Tristan und Isolde, aber auch sie gelingen gut. Nach der Pause Mahlers Fünfte, danach ist der Saal ein Tollhaus."

Weiteres: Wolfgang Ullrich erzählt, wie Produktdesigner Mineralwasser "interpretieren" (leider landet man beim Klick auf dem Artikellink im Archiv). Auf der Medienseite erfährt Karsten Höhnke beim Bürgerjournalismusportal myheimat.de, dass kritischen Journalismus niemand lesen will. Besprochen wird eine Ausstellung mit Anti-Kriegsbildern der Fotografin Judith Joy Ross in der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst.

Und Tom.

FAZ, 17.06.2008

Karol Sauerland informiert über die Aufregung in Polen, die sich um die Aufarbeitung der kommunistischen Vergangenheit dreht: "In den letzten Wochen entfachte sich in Polen eine erregte Debatte über ein Buch, das noch gar nicht erschienen ist. Es thematisiert Lech Walesas IM-Tätigkeit in der ersten Hälfte der siebziger Jahre und soll heute ausgeliefert und ab morgen erhältlich sein... Es gibt angesehene polnische Persönlichkeiten, unter ihnen Bronislaw Geremek, die sich in einem offenen Brief gegen die Veröffentlichung dieses Buches ausgesprochen haben, mit dem ihrer Meinung nach die Autorität des Arbeiterführers der verdienstvollen Gewerkschaftsbewegung Solidarnosc in Frage gestellt werde." Die ganze Geschichte liegt bald vierzig Jahre zurück: Walesa hatte "zu Beginn der siebziger Jahre, als er im Gefängnis saß respektive als ihm Gefängnis drohte, drei bis vier Dokumente unterschrieben ..., wie er selber zugab (und dann wieder nicht zugab)."

Weitere Artikel: In der Glosse verfasst Paul Ingendaay eine (vielleicht, hoffentlich, doch ironisch gemeinte?) Hymne auf die spanische Stierkampf-Legende Jose Tomas, die sich am vergangenen Wochenende gleich dreimal sehr mutig aufspießen ließ und eher knapp überlebte: "Hier ist alles echt, das Blut, die zerfetzte, blutgetränkte Montur." In der Umfrage zur Zukunft Bayreuths weiß der Regisseur Jossi Wieler auf ein kleines bisschen wirre Weise mit dem Gewese ums Wagnerianische wenig anzufangen: "Es gibt da so viel Irrationales." Aus Israel berichtet Joseph Croitoru über die Renaissance des revisionistischen Zionisten Zeev Jabotinsky. Jürgen Dollase erzählt was aus der Bundespräsidentenküche, in die er anlässlich eines Essens für den Ex-UNO-Generalsekretär Kofi Annan hineinschmecken durfte: So recht befriedigt ist sein Gaumen aber nicht. Gina Thomas meldet dazu passend, dass bei einem von Gordon Brown ausgerichteten Londoner Diner für George W. Bush "schottischer Lachs, Erbsensuppe mit Minze, Roastbeef mit Yorkshire-Pudding, Trifle" und eine ganze Reihe prominenter Historiker gereicht wurden.

Über allerlei Weltgefährdendes (von fallenden Himmelskörpern bis zu steigenden Temperaturen) hat sich Jordan Mejias beim Blick in amerikanische Zeitschriften informiert. Philipp Vetter hat einmal nachgesehen, was aus der (einst auf den Namen Stalin-) getauften Karl-Marx-Allee im Berliner Osten geworden ist. Jürgen Kaube porträtiert Karl Max Einhäupl, der am 1. September Vorstandsvorsitzender der gesamten Berliner Universitätsklinik wird. Zum Tauchunfalltod des Jazzpianisten Esbjörn Svensson schreibt Wolfgang Sandner. Auf der Medienseite unterstellt Michael Hanfeld dem Kollegen und Springer-Chef Matthias Döpfner Hintergedanken, weil der die Öffentlich-Rechtlichen im Internet frei walten lassen will, wenn sie nur keine Fernseh-Werbegelder mehr einnehmen,

Auf der Forschungsseite erfahren wir von Elise Cannuel, dass Nicolas Sarkozy seiner forschen wissenschaftspolitischen Devise - "Jeder kann, wenn er will, eine Doktorarbeit über die altgriechische Literatur schreiben, nur der Staat soll nicht dafür zahlen" - jetzt die Geisteswissenschaften radikal beschneidende Taten folgen lässt. Alexander Kosenina freut sich, dass das British Museum Drucke und Grafiken aus den letzten fünfhundert Jahren im Netz zur Verfügung stellt.

Besprochen werden die Münchner Uraufführung von Roland Schimmelpfennigs Stück "Idomeneus", ein Berliner Konzert von Bernadette La Hengst, aus den Archiven aufgetauchte Aufnahmen von Gerhard Taschner, für Eleonore Büning "einer der größten Geiger des zwanzigsten Jahrhunderts", die Ausstellung "Peripherer Blick und kollektiver Körper" im neuen Bozener Museion und Igor Stiks' Roman "Die Archive der Nacht" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).