Heute in den Feuilletons

Mensch selbst ist das Monströse

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
28.02.2008. Sehr 19. Jahrhundert findet in der taz Klaus Theweleit das wütende Einfordern literarischer Qualität durch die deutsche Literaturkritik. Von einem anderen Stern ist für die NZZ Julian Schnabels Film "Schmetterling und Taucherglocke". Die FAZ feiert das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zu Online-Durchsuchungen. In der SZ erklärt der Dichter Peter Rühmkorf das Grundgesetz der Kunst. Im Perlentaucher beschreibt der Schriftsteller Ulf Erdmann Ziegler den zeitgeschichtlichen Ort seiner Werkstatt. Die Zeit berichtet von Ohrfeigen für die russische Presse.

TAZ, 28.02.2008

Nicht alle Rezensenten halten Jonathan Littell für einen schlechten Schriftsteller, differenziert in der tazzwei Klaus Theweleit seinen kürzlich in der Sonntags-FAZ erschienenen Text über die deutschen Kritiken zu Littells Roman "Die Wohlgesinnten". Dennoch bescheinigt er der deutschen Literaturkritik einen Hang zu "psychologischen Charakteren", offenbart sich für ihn "im wütenden Einfordern literarischer Qualität" eine "merkwürdige Verhaftung in der Romanästhetik des 19. Jahrhunderts, wie sie von Balzac bis Thomas Mann exekutiert wurde". Dies jedoch verfehle Littells Absicht im Kern. "Max Aue ist aber durchaus nicht der 'mittlere Held' des Historienromans. Er ist eine künstliche Monstrosität, überdehnt in die unmöglichsten Extreme; keine Person mit 'Eigenschaften'; komprimiert in der Behauptung, keineswegs Unmensch zu sein, sondern immer nur Mensch. Mensch selbst ist das Monströse."

Im Kulturteil erzählt Esther Ruelfs von Begegnungen mit Künstlern und Bildern im Nahen Osten: "Neben zensierten Fotos oder Bildern, die ich nicht gemacht habe, stoße ich auch auf Fotos, die man bei uns nicht zeigt. In Aleppo in Syrien entgehe ich nur knapp meinem ersten Besuch einer öffentlichen Hinrichtung. Etwa 300 Meter von meinem Hotel entfernt, auf einem Platz inmitten der Altstadt, werden an einem Morgen fünf junge Männer zwischen 18 und 23 Jahren wegen Raubmordes öffentlich gehängt und bleiben dort einige Stunden für jedermann sichtbar hängen. Ich mache mich am nächsten Tag auf die Suche nach Zeitungsberichten des Spektakels, und ich frage mich, was man hier wohl zeigt und nicht zeigt. Die internationale Presse von der Brisbane Times bis zur Herald Tribune bringt auf ihren Internetseiten keine Fotos der Gehängten von Aleppo, für sie wäre es wohl eine grausame Zurschaustellung und unnötige Zumutung für ihre Leser. Die syrische Zeitung Al Gamahir hingegen zeigt einen bebilderten Artikel, der noch Tage später als Fotokopie verkauft wird."

Besprochen werden Tony Gilroys Thriller "Michael Clayton" (mit Tilda Swinton und George Clooney), Armin Petras' Inszenierung von Tom Lanoyes "Mefisto forever" am Berliner Maxim Gorki Theater, Ann Huis Film "The Postmodern Life of My Aunt" und Charlotte Roches Roman "Feuchtgebiete" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

Auf der Meinungsseite schreibt der amerikanische Soziologe und ehemalige Präsidentenberater Norman Birbaum über den amerikanischen Wahlkampf. Und der NZZ-Korrespondent Arnold Hottinger fordert im Interview, dass der Westen mit Wahlsiegen von Islamisten umgehen lernen müsse.

Und Tom

Spiegel Online, 28.02.2008

Das ist Hammer! Marcus Riecke, Geschäftsführer von StudiVZ, zeigt sich im Interview außerordentlich erleichtert, mit der Staatsanwaltschaft zusammenarbeiten zu dürfen. Auf die Frage: "Konkret: Zu Ihnen kommt ein Staatsanwalt mit 30 Fotos aus StudiVZ-Profilen, die Leute anscheinend beim Kiffen zeigen. Er verlangt Klarnamen zu den Profilen und allen Kommentaren. Was machen Sie?" antwortet Riecke: "Gott sei Dank dürfen wir bei Ermittlungsersuchen solche Daten nun herausgeben. Nutzungsdaten speichern wir bei allen Nutzern, die uns das erlaubt haben durch ihre Einwilligung." Und das haben "weit über 90 Prozent". Die Leserkommentare bei Spiegel online und bei heise haben sich gewaschen.

Netzpolitik.org kommentiert: "Vielleicht kann mich ja mal jemand aufklären: Bisher ging ich davon aus, dass beim Kiffen der Konsum nicht strafbar ist."
Allerdings zitiert Netzpolitik.org auch eine Richtigstellung Rieckes: "Dieses Zitat ist in dem Interview nicht von mir getätigt worden. " Das bezieht sich aber nur auf die ursprüngliche, etwas plakativere Überschrift bei Spiegel Online. Auf Notizblog werden Zitat und Richtigstellung von Torsten Kleinz genau auseinandergefieselt.
Stichwörter: Netzpolitik.org, Studivz

Welt, 28.02.2008

Im Aufmacher berichtet Berthold Seewald von einer stark besuchten Bochumer Podiumsdiskussion mit Raoul Schrott, dessen Thesen zu Homer er noch einmal resümiert. Besonders lobt er aber Schrotts "Ilias"-Übersetzung, "philologisch kaum satisfaktionsfähig, aber mit wunderbarer Gegenwärtigkeit".

Weitere Artikel: Thomas Kielinger schreibt über Pläne der britischen Polizei zur Sammlung sämtlicher DNS-Daten britischer Erwachsener, so dass sämtliche Verbrecher ohne jeden Aufwand identifiziert werden können - es regt sich nur schwacher Widerstand der Zivilgesellschaft. Manuel Brug kommentiert den Auftritt der New Yorker Philharmoniker vor einem tiefgefrorenen Publikum in Nordkorea. Arnulf Baring bespricht groß und positiv Hans-Peter Schwarz' Biografie über Axel Springer. Besprochen wird ein Auftritt Neil Youngs in Berlin.

Auf der Filmseite geht's um, den Thriller "Michael Clayton" mit George Clooney und um den Oscar-Siegerfilm "No Country for Old Man" der Coen-Brüder.
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Perlentaucher, 28.02.2008

Mehr Gegenwart forderte Richard Kämmerlings in der FAZ neulich von der Literatur. Tatsächlich kann Dichte und Konkretion niemals schaden. Aber die Werkstatt des Literaten hat ihren zeitgeschichtlichen Ort, antwortet der Schriftsteller Urs Erdmann Ziegler. "So hat 'Wilde Wiesen. Autogeographie' mit 'Hamburger Hochbahn' die Geschichte der Desillusionierung gemein. Berichtet wird allerdings nicht von einer unhaltbaren condition humaine, sondern vom Scheitern eines Subjekts an Idealen, die es sich gezüchtet hat wie Kakteen. So schön sie sind, irgendwann fasst man rein. Um von diesen Dingen in dieser Weise zu sprechen, brauche ich Distanz. Nicht eine künstlich erzeugte Distanz, indem ich von Flüchtlingstrecks fabuliere oder mich in Flugzeugterroristen hineinversetze, sondern eine politische und räumliche Distanz, eine Schachbrettperspektive, ein psychisches Planspiel, in das ein 'Ich' als Objekt eingefügt wird. Deshalb habe ich mir für die 'Autogeographie' eine vollkommen unrealistische Schulszene ausgedacht: Der norddeutsche Junge lernt am zweiten Schultag das Wort 'Ich' zu schreiben.

FR, 28.02.2008

Arno Widmann wurde in Essen Zeuge, als Raoul Schrott in Essen zum ersten Mal seine umstrittenen Homer-Thesen öffentlich verteidigte. In der Kolumne Times Mager beschäftigt Ina Hartwig der Verkauf des Arche-Verlags, und auf der Medienseite annonciert sie den Arte-Dokumentarfilm Jonathan Littells Roman "Die Wohlgesinnten".

Besprochen werden Armin Petras' Inszenierung von Tom Lanoyes Klaus-Mann-Variation "Mefisto forever" am Berliner Maxim Gorki Theater ("zähe Theaterpaste", befindet Nikolaus Merck), David McVicars Inszenierung der Richard-Strauss-Oper "Salome" im Londoner Royal Opera House, Tony Gilroys existenzialistischer Thriller "Michael Clayton" (der für Heike Kühn "die Eleganz und Tiefgründigkeit eines Klassikers hat"), Todd Haynes' Bob-Dylan-Film "I'm not there" und Bücher, darunter Richard Wagners neuer Roman "Das reiche Mädchen" (mehr ab in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

NZZ, 28.02.2008

Julian Schnabels Film "Schmetterling und Taucherglocke" erzählt von einem Mann, der nach einem Gehirnschlag vollkommen gelähmt war und nur noch mit dem blinzelnden linken Auge kommunizieren konnte. Alles an dem Film gefällt Christoph Eggert, besonders aber die Arbeit des Kameramannes: "Der Film ist von geradezu überwältigender Schönheit, von einem ungeheuren visuellen Einfallsreichtum, den Schnabel und sein Kameramann hier freisetzen. Wenn einer bei den eben vergebenen Oscars den Preis für die beste Kameraarbeit verdient gehabt hätte, dann Janusz Kaminski, seit 'Schindler's List' Kameramann Steven Spielbergs, für den er solide Arbeiten zu liefern pflegt. Was wir hier von ihm zu sehen bekommen, ist wie von einem andern Stern. Dabei geraten all die Effekte des Spezialobjektivs, die Zustände eines mäandrierenden Bewusstseins mit ihrer Semiotik von Unschärfe und Fokussierung, die Lichtabfälle und die Überstrahlungen an den Bildrändern nie zum Selbstzweck."

Weiteres: Andrea Köhler stellt amerikanische Neuerscheinungen vor, die den intellektuellen Niedergang des Landes beklagen. Besprochen werden zwei Emil-Nolde-Ausstellungen in der Nolde-Stiftung Seebüll-Dependance Berlin und der Kunsthalle Bielefeld, der Attentats-Thriller "Vantage Point - 8 Blickwinkel" von Pete Travis und Bücher, darunter Jacqueline Mosers Romandebüt "Lose Tage" und Peter Nadas' Buch "Spurensicherung"

FAZ, 28.02.2008

Des Lobes voll ist Milos Vec über das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zu Online-Durchsuchungen: "Die Richter haben ein neues Grundrecht aus der Taufe gehoben. Die Bürger, so sprachen die Hüter der Verfassung, hätten ein Grundrecht 'auf Gewährleistung der Vertraulichkeit und Integrität informationstechnischer Systeme'. Das ist ein Meilenstein in der juristischen Bewältigung der Herausforderungen der technisch-wissenschaftlichen Moderne."

Weitere Artikel: In einem langen, langen Gespräch mit Andreas Kilb und Niklas Maak muss Hermann Parzinger, neuer Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, manche Frage beantworten, darunter eine ganze Reihe zum Lieblingsthema des FAZ-Feuilletons: wie denn nun das neu, aber wie alt zu errichtende Stadtschloss bzw. Humboldtforum aussehen und funktionieren soll. In der Glosse bedauert Tobias Rüther die Hauptstadt Berlin, die offenbar so arm ist, dass nicht ein einziger Liechtenstein-Steuersünder dort wohnt. Andreas Rossmann nennt die Namen der auf der morgen beginnenden lit.cologne lesenden und diskutierenden Autorinnen und Autoren. Außerdem war er dabei, als Raoul Schrott in Essen seine "Ilias"-Thesen mit Experten diskutierte. Bernhard Neuhoff überlegt anlässlich aktueller Orchesterstreiks, wie die Republik ohne die vielen Orchester aussähe. Rose-Maria Gropp porträtiert Peter Michael Ehrle, Leiter der Badischen Landesbibliothek - noch, denn aufgrund von neuen Stellenstreichungen will er vorzeitig in den Ruhestand. Julia Voss gratuliert dem Plakatkünstler und Akademiepräsidenten Klaus Staeck zum Siebzigsten. Ingeborg Harms schreibt zum Tod des US-Autors Raymond Kennedy. Auf der Medienseite informiert Michael Hanfeld über den Stand der Dinge im Streit um Senait Meharis Buch "Feuerherz".

Auf der Kinoseite findet sich ein langes Gespräch, das Bert Rebhandl mit dem philippinischen Regisseur Kidlat Tahimik geführt hat. Andreas Platthaus erinnert an das Trickfilm-Genie Tex Avery, der dieser Tage seinen hundertsten Geburtstag gefeiert hätte.

Besprochen werden Tony Gilroys Film "Michael Clayton", zwei Frankfurter Ausstellungen zu Manga und Anime in Frankfurt, und Bücher, darunter Werner Hechts Bericht "Brechts Leben in schwierigen Zeiten" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

SZ, 28.02.2008

Am 1. April erscheint Peter Rühmkorfs neuer Gedichtband "Paradiesvogelgeschiß". In einem sehr schönen, ganzseitigen Interview mit Franziska Augstein spricht Rühmkorf über die Nazis, seinen unbekannten Vater, einen Kasperlespieler - "Sein Vorname war Hans, so weit will ich gehen. Diese Kerle heißen immer Hans, das wissen wir ja von Ingeborg Bachmann" - 1968 und und seine gut gelaunte lost generation: "Jaaa! Und wichtig war uns, dass nicht das lyrische Ich bei uns herrschte, sondern das waren immer wir. 'Die wir Atem holen....' Mein Freund Riegel ist sehr früh gestorben, schon 1956. Dann erst habe ich ganz meinen eigenen Ton gefunden. Aber mit dem eigenen Ton ist das so eine Sache: Man muss ihn nicht bloß finden, sondern auch wieder abfangen. Einen Stil gefunden zu haben, aber - um nicht in ewiger Wiederholung zu landen - den wieder zu variieren: Das ist das Grundgesetz der Kunst. Wiederholung und Variation!"

Weitere Artikel: Johann Schloemann plädiert in Hessen für eine Minderheitsregierung: "Die deutsche Demokratie ist reif genug, um daraus kein zweites Weimar werden zu lassen." Willi Winkler gratuliert Klaus Staeck zum Siebzigsten. Christiane Schlötzer schickt einen Bericht aus Nürnberg vom Filmfestival "Türkei/Deutschland". Oliver Herwig warnt angesichts der Ausstellung "kreative Verbindungen zwischen Handwerk und Design" im Rahmen der Internationalen Handwerksmesse IHM vor Missverständnissen: "Den Handwerker partout zum Designer machen zu müssen, zielt in die falsche Richtung". Alexander Kissler berichtet von einer Tagung in Tutzing, die sich mit der Frage befasste, wie der Patriotismusbegriff heute zu deuten sei.

Auf der Medienseite erklärt Tyler Brule, Herausgeber des Magazins Monocle, warum es so wenig gute Magazine gibt: "Die Verleger lehnten sich zurück und dachten gar nicht mehr über Innovationen und neue Formate nach."

Besprochen werden die Ausstellung "Impressionistinnen" im Frankfurter Schirn (die trotz weiblicher Künstlerinnen aus Sicht von Manfred Schwarz einen Bart hat), Oliver Mielkes Film "Ossi's Eleven", Erich Langjahrs Film "Erbe der Bergler", Pete Travis Attentatsfilm "Vantage Point - 8 Blickwinkel", das Regiedebüt des Drehbuchautors ("Bourne-Trilogie") Tony Gilroy "Michael Clayton" ("ein modernes noir", freut sich Susan Vahabzadeh), eine Titus-Matiyane-Ausstellung in der Berliner Architekturgalerie Aedes, Armin Petras' Inszenierung von Tom Lanoyes Klaus-Mann-Adaption "Mefisto forever" am Berliner Maxim Gorki Theater und Bücher, darunter Nick Sagans Jugendroman "Das Ende" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

Zeit, 28.02.2008

Johannes Voswinkel blickt auf die Situation der Medien in der russischen Provinz, die den allmächtigen Provinzfürsten derart ausgeliefert sind, dass sie sich - wie die Iwanowo Press sogar Hilfe aus dem Kreml erhoffen. "Der vorige Chefredakteur ist gegangen, nachdem er von einem Abgeordneten des Gebietsparlaments vor aller Augen geohrfeigt wurde. Dann stellten der örtliche Pressevertrieb und die Post die Auslieferung der Zeitung ein. Geschäftsleute und Kioskbesitzer, die die Iwanowo Press dennoch führten, erhielten die Drohung des Lizenzentzugs. Sympathisanten verkaufen die Zeitung seither privat. Später verweigerte sich die städtische Druckerei. Erst im benachbarten Gebiet von Kostroma, 150 Kilometer entfernt, durfte die Iwanowo Press gedruckt werden. 'Wir sind ein Tiger im Käfig, der ab und zu brüllt', sagt (der neue Chefredakteur) Walerij Smetanin. 'Dann sticht man ihm mit dem Stock in die Seite.'"

Der Kunsthistoriker Wolfgang Ullrich fordert seine Zunft auf, mehr Kritik an der Gegenwartskunst zu wagen. "Es gehört zu den größten Versäumnissen der Kunstwissenschaft, dass sie es bis heute nicht geschafft hat, sich von einem naiv-bewundernden, ja devot-gläubigen Verhältnis zur Kunst zu befreien. Deshalb fällt vielen ihrer Vertreter nichts schwerer als eine kritische Auseinandersetzung. Und deshalb empfinden sie es als unangemessene Grenzziehung und - paradoxerweise - als eine erzreaktionäre wie dreist-ketzerische Geste, wenn jemand zu differenzieren beginnt, einzelne Künstler unter Ideologieverdacht stellt, und auch einmal hinter einen großen Namen wie Beckmann ein Fragezeichen setzt."

Weitere Artikel: Die Literaturwissenschaftlerin Elisabeth Bronfen sucht anlässlich der Impressionistinnen-Ausstellung in der Frankfurter Schirn den weiblichen Blick in der Malerei. Merten Worthmann leidet unter dem Madrider Anne-Frank-Musical. Claus Spahn betrachtet ehrfürchtig das rekonstruierte Antlitz Johann Sebastian Bachs. Anke Leweke bewundert Tommy Lee Jones.

Besprochen werden Tony Gilroys Thriller "Michael Clayton" und Stefan Puchers Inszenierung des "Kaufmanns von Venedig".

Im Literaturteil umjubelt Georg Diez die Kurzgeschichten-Autorin Miranda July. Im Politikteil begrüßt Heinrich Wefing das Karlsruher Urteil zu den Online-Durchsuchungen, das seiner Einschätzung nach erstmals und verdienstvoller Weise eine "Grundrecht auf Gewährleistung der Vertraulichkeit und Integrität informationstechnischer Systeme" formuliert hat.